Der Klassenkampf ist international

Unsere Zukunft liegt in den Händen des Klassenkampfes

Studenten haben in mehreren
Ländern gegen Arbeitslosigkeit, prekäre Arbeitsbedingungen, Erhöhung von
Studiengebühren, Kürzungen im Bildungswesen usw. protestiert – hier erwähnen
wir nur Großbritannien, Italien und die Niederlande. In den USA haben mehrere
größere Streiks, auch wenn sie in der gewerkschaftlichen Zwangsjacke
steckenblieben, seit Frühjahr 2010 stattgefunden, um sich den Angriffen zu
widersetzen: im Erziehungswesen in Kalifornien, im Gesundheitswesen (Krankenschwestern)
in Philadelphia und Minneapolis-Saint-Louis, Bauindustrie in Chicago,
Nahrungsmittelindustrie in New York, Lehrer in Illinois, Beschäftigte bei
Boeing, und einem Coca-Cola-Werk in Bellevue (Washington), Hafenarbeiter in New
Jersey und Philadelphia.

Zum Zeitpunkt des Schreiben dieses
Artikels breitet sich im Maghreb, insbesondere in Tunesien, die seit
Jahrzehnten angehäufte Wut aus, nachdem sich ein Jugendlicher am 17. Dezember
öffentlich verbrannt hatte (siehe dazu Artikel in dieser Ausgabe).

Die Wirtschaftskrise und die herrschende Klasse schlagen überall auf der
Welt zu. In Algerien, Jordanien, China und anderen Ländern sind die Proteste gegen
die Verarmung äußerst brutal niedergeschlagen worden. Diese Repression muss die
Arbeiter/Innen der Industriestaaten, die über eine größere Erfahrung verfügen,
dazu bewegen, sich über die Sackgasse bewusst zu werden, in welcher der
Kapitalismus steckt, um ihre Solidarität gegenüber ihren Klassenbrüdern- und
Schwestern durch die Entfaltung des Klassenkampfes zum Ausdruck zu bringen.
Schrittweise fangen die Beschäftigten langsam an, sich gegen die Verarmung, die
Sparpolitik und die von ihnen abverlangten Opfer zu wehren.

 

Im Augenblick reicht diese Reaktion noch nicht aus und hinkt weit hinter
dem Niveau der Angriffe zurück. Aber eine Dynamik hat eingesetzt, das offene
Nachdenken und die Kampfbereitschaft werden weiter zunehmen. Ein Beleg dafür
ist, dass Minderheiten versuchen sich selbst zu organisieren, aktiv zur
Entfaltung massiver Kämpfe beizutragen und sich von den gewerkschaftlichen
Fesseln zu lösen. Ein Beispiel dafür ist die Versammlung am Pariser Ostbahnhof,
von der wir einen Aufruf in dieser Zeitung veröffentlichen.14.1.2011 

 

 



 

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