Kriegswirtschaft und Staatskapitalismus

Derhauptsächliche Zweck dieses Artikels ist es, die Grundmauern für eine Analysedes Nachkriegsbooms nach 1945 zu erarbeiten, die in InternationaleRevue Nr. 42 unter dem Titel „Kriegswirtschaft und Staatskapitalismus"skizziert worden ist.[1] Dabeierscheint es uns ebenfalls als sinnvoll, kurz einige der Einwände gegen dieseAnalyse zu überprüfen, die von anderen Teilnehmern der Debatte erhoben wurden.

Wie dieeinleitenden Bemerkungen in Internationale Revue Nr.42 richtig hervorheben, geht die Bedeutung der Debatte weit über die Analysedes Nachkriegsbooms als solchen hinaus und umfasst fundamentalere Aspekte dermarxistischen Kritik an der politischen Ökonomie. Die Debatte sollte zu einembesseren Verständnis der Haupttriebkräfte der kapitalistischen Gesellschaftbeitragen. Diese Triebkräfte bestimmen sowohl die ausserordentliche Dynamik desKapitalismus in seiner Aufstiegsperiode, die ihn von seinen Anfängen in denStadtstaaten Italiens und Flanderns bis zur Schaffung der ersten planetarischenGesellschaft vorwärtstrieben, als auch die enormen zerstörerischen Kräfte desKapitalismus in seiner Dekadenzperiode, die die Menschheit zwei Weltkriegenaussetzte, deren Barbarei Dschingis Khan hätte erblassen lassen, und die heutedie unmittelbare Existenz unserer Spezies bedrohen.

 

Was liegtdem dynamischen Expansionsdrang derkapitalistischen Ökonomie zugrunde?

Der Schlüssel zum Verständnis der Dynamikdes Kapitalismus befindet sich im unmittelbaren Kern der kapitalistischen Gesellschaftsverhältnisse:

-   die Ausbeutung der produzierenden Klassedurch die herrschende Klasse nimmt die Form des Erwerbs der Ware Arbeitskraftan;

-   das Produkt der Arbeit der ausgebeutetenKlasse nimmt die Form von Waren an (Warenkapital), was folglich bedeutet, dassdie Aneignung der Mehrarbeit notwendigerweise den Verkauf dieser Waren auf demMarkt beinhaltet.[2]

Um es mit einem einfachen Beispielauszudrücken: Der Feudalherr nahm das Mehrprodukt von seinen Leibeigenen undverwendete es direkt zur Aufrechterhaltung seiner Hofhaltung. Der Kapitalistnimmt den Arbeitern den Mehrwert in Gestalt von Waren, die als solche keinenNutzen für ihn haben und auf dem Markt verkauft werden müssen, um inGeldkapital umgewandelt zu werden.

Dies schafft unvermeidlich ein Problemfür den Kapitalisten: Wer soll die Waren kaufen, die den Mehrwert verkörpern,welcher von der Arbeitskraft erst geschaffen worden war? Grob gesagt, hat eshistorisch zwei Antworten auf diese Frage in der Arbeiterbewegung gegeben:

-   Laut einigen Theorien gibt es gar keinProblem: Der Prozess der Kapitalakkumulation und der normale Kreditverkehrerlaube es den Kapitalisten, in einen neuen Produktionszyklus zu investieren,der auf höherer Ebene den Mehrwert absorbiere, der im vorherigen Zyklus produziertwurde, und der ganze Prozess beginne ganz einfach von Neuem.[3]

-   Für die Mehrheit in der IKS ist dieseErklärung inadäquat.[4]Denn wenn der Kapitalismus ohne jegliches Problem auf seinen eigenenFundamenten unendlich expandieren kann, warum war dann die kapitalistischeKlasse von der Manie der Eroberung fremden Territoriums ergriffen? Warumverharrte die Bourgeoisie nicht ruhig daheim und setzte die Ausweitung ihresKapitals ohne das riskante, teure und gewaltsame Geschäft der ständigenErweiterung ihres Zugangs zu neuen Märkten fort? Luxemburg beantwortet dieseFrage in der Anti-Kritik wie folgt: „Es müssen dies also Abnehmer sein, die zuihren Kaufmitteln auf Grund von Warenaustausch, also auch von Warenproduktiongelangen, die ausserhalb der kapitalistischen Warenproduktion stattfindet; esmüssen dies somit Produzenten sein, deren Produktionsmittel nicht als Kapitalanzusehen und die selbst nicht in die zwei Kategorien: Kapitalisten undArbeiter, gehören, die aber dennoch so oder anders Bedarf nach kapitalistischenWaren haben."[5]

Bis zur Veröffentlichung seines letztenArtikels in Internationale RevueNr. 43 schien es so, als könne man von der Annahme ausgehen, das Genosse C.Mcl.diese grundsätzliche Sichtweise der Expansion des Kapitalismus in seineraufsteigenden Phase teilt.[6] Indiesem Artikel allerdings, der den Titel „Die Ursprünge, Dynamiken und Grenzendes keynesianisch-fordistischen Staatskapitalismus"trägt, scheint der Genosse seine Meinung in dieser Frage geändert zu haben.Deutlicher als alles andere zeigt dies, dass Ideen im Verlauf dieser Debattesich ändern können - dennoch erscheint es uns als notwendig, für einen Momentinnezuhalten, um einige der neuen Ideen zu betrachten, die er vorgestellt hat.

Es muss dazu gesagt werden, dass dieseIdeen auf dem ersten Blick nicht sehr klar sind. Einerseits teilt uns C.Mcl.mit (und wir möchten dem zustimmen), dass die ausserkapitalistische Welt durcheine „Reihe von Möglichkeiten" unter anderem für den Verkauf von überschüssigenGütern sorgt.[7] Andererseitsteilt uns C.Mcl. jedoch mit, dass diese „ausserkapitalistische Sphäre" nichtnur unnötig war, weil der Kapitalismus vollkommen in der Lage sei, seineeigenen „internen Regulierungsmethoden" zu entwickeln, sondern auch, dass dieäussere Expansion des Kapitalismus im Grunde seine eigene Entwicklung bremse.Wenn wir Genosse C.Mcl. richtig verstehen, ist dies so, weil die Waren, die inausserkapitalistischen Märkten verkauft werden, aufhören, als Kapital zufungieren, und folglich nicht zur Akkumulation beitragen, während Waren, dieinnerhalb des Kapitalismus verkauft werden, sowohl die Realisierung vonMehrwert (durch die Umwandlung von Warenkapital in Geldkapital) erlauben alsauch selbst als Elemente der Akkumulation fungieren, ob in Gestalt von Maschinen(Produktionsmittel, konstantes Kapital) oder als Konsumgüter(Konsumptionsmittel für die Arbeiterklasse, variables Kapital). Um diese Ideezu untermauern, setzt uns C.Mcl. darüber in Kenntnis, dass dienicht-kolonialistischen Länder weit höhere Wachstumsraten im 19. Jahrhunderterlebten als die Kolonialmächte.[8]Diese Sichtweise erscheint uns sowohl empirisch als auch theoretisch als völligfalsch. Sie ist eine statische Sichtweise, in der die ausserkapitalistischenMärkte nicht anderes sind als eine Art Überlaufventil für den kapitalistischenMarkt, wenn er zu voll wird.

Die Kapitalisten verkaufen nicht nur anausserkapitalistische Märkte, sie kaufen auch von ihnen. Die Schiffe, diebillige Konsumgüter zu den Märkten Indiens und Chinas[9]transportierten, kamen nicht leer zurück: Sie kehrten beladen mit Tee,Gewürzen, Baumwolle und anderen Rohstoffen zurück. Bis in die sechziger Jahredes 19. Jahrhunderts war die Hauptquelle der englischen Textilindustrie dieSklavenwirtschaft der amerikanischen Südstaaten. Während der durch denBürgerkrieg verursachten „Baumwollnot" wurdenErsatzquellen in Indien und Ägypten gefunden.

„Innerhalb seines Zirkulationsprozesses,wo das industrielle Kapital entweder als Geld oder als Ware fungiert,durchkreuzt sich der Kreislauf des industriellen Kapitals, sei es alsGeldkapital oder als Warenkapital, mit der Warenzirkulation der verschiedenstensozialen Produktionsweisen, soweit letztre zugleich Warenproduktion ist. Ob dieWare das Produkt der auf Sklaverei gegründeten Produktion, oder von Bauern(Chinesen, indische Ryots), oder Gemeinwesen (holländisch Ostindien), oder derStaatsproduktion (wie solche, auf Leibeigenschaft gegründet, in früherenEpochen der russischen Geschichte vorkommt), oder halbwilder Jägervölker etc.:als Waren und Geld treten sie gegenüber dem Geld und den Waren, worin sich dasindustrielle Kapital darstellt, und gehn ein ebensosehr in den Kreislaufdesselben, wie in den des vom Warenkapital getragnen Mehrwerts, sofern letztrerals Revenue verausgabt wird (...) Der Charakter des Produktionsprozesses, aus demsie herkommen, ist gleichgültig; als Waren fungieren sie auf dem Markt, alsWaren gehn sie ein in den Kreislauf des industriellen Kapitals, wie in dieZirkulation des von ihm getragnen Mehrwerts."[10]

Was ist zum Argument zu sagen, dass diekoloniale Expansion die Entwicklung des Kapitalismus bremse? Unserer Ansichtnach gibt es hier zwei Fehler:

1.  Wie die IKS (Marx und Luxemburg folgend)wiederholt betont hat, stellt sich das Problem der ausserkapitalistischenMärkte auf der Ebene des globalen und nicht des individuellen oder auchnationalen Kapitals.[11]

2.  Die Kolonialisierung ist nicht die einzigeForm der Expansion in ausserkapitalistische Märkte.

Die Geschichte der Vereinigten Staatenbietet eine besonders klare - und, angesichts der wachsenden Rolle derUS-Wirtschaft im 19. Jahrhunderts, wichtige - Veranschaulichung dieses Punktes.

Zunächst einmal war die Abwesenheit einesUS-Kolonialreiches nicht irgendeiner „Unabhängigkeit" gegenüber derausserkapitalistischen Welt zuzuschreiben, sondern der Tatsache, dass dieseWelt innerhalb der Grenzen der USA enthalten war.[12]Wir haben bereits die Sklavenwirtschaft des amerikanischen Südens erwähnt. ImAnschluss an die Zerstörung des Letztgenannten im amerikanischen Bürgerkrieg(1861-65) expandierte der Kapitalismus in den nächsten dreissig Jahrenkontinuierlich in den amerikanischen Westen, was in etwa so dargestellt werdenkann: Niedermetzelung und ethnische Säuberung der indigenen Bevölkerung;Einrichtung einer ausserkapitalistischen Ökonomie durch Verkauf und Gewährungvon neu erworbenem „Regierungsland" anKolonisten und Kleinbauern[13],Auslöschung dieser ausserkapitalistischen Ökonomie durch Verschuldung,Schwindel und Gewalt und die Ausweitung der kapitalistischen Ökonomie.[14]

1890 erklärte das Statistische Bundesamtder USA offiziell die inneren Grenzen für geschlossen. 1893 traf eine schwereDepression die US-Wirtschaft. Die US-Bourgeoisie war in den 1890er Jahren inwachsendem Masse mit der Notwendigkeit konfrontiert, ihre nationalen Grenzenauszuweiten.[15]1898 erklärte ein Dokument des State Department: „Es scheint bekannt zu sein,dass wir jedes Jahr mit einem wachsenden Überschuss von Fabrikprodukten für denVerkauf in fremde Märkte konfrontiert sind, wenn amerikanische Facharbeiter undHandwerker das ganze Jahr über beschäftigt bleiben sollen. Die Vergrösserungfremder Konsumtion von Produkten unserer Betriebe und Werkstätten ist daher zueinem ernsten Problem sowohl der Staatsmänner als auch der Geschäftsleute geworden".[16]Es folgte eine rapide imperialistische Expansion: Kuba (1898), Hawaii(ebenfalls 1898), die Philippinen (1899)[17],die Kanalzone Panama (1903). 1900 erklärte Albert Beveridge (ein führenderVertreter der „imperialistischen Interessen" der USA im Senat): „DiePhilippinen sind für immer unser (...) Und über die Philippinen hinaus gibt esChinas unbegrenzte Märkte (...) Der Pazifik ist unser Ozean (...) Wohin sollen wiruns auf der Suche nach den Konsumenten unseres Überflusses wenden? DieGeographie beantwortet die Frage. China ist unser natürlicher Konsument..."[18]

Dekadenz und Krieg

Unter Europäern wird die imperialistischeRaserei am Ende des 19. Jahrhunderts häufig in Begriffen wie das „Rennen umAfrika" betrachtet. Doch die US-Eroberung derPhilippinen war in vielerlei Weise von grösserer Bedeutung, da sie denAugenblick symbolisiert, in dem die imperialistische Expansion Europas genOsten auf die US-Expansion gen Westen traf. Der erste Krieg dieser neuenimperialistischen Epoche wurde zwischen asiatischen Mächten, Russland undJapan, ausgefochten, die um die Kontrolle über Korea und den Zugang zu denchinesischen Märkten rangen. Dies war wiederum ein Schlüsselfaktor in derersten revolutionären Erhebung des 20. Jahrhunderts, 1905 in Russland.

Was beinhaltete dieses neue „Zeitalterder Kriege und Revolutionen" (wie es die Dritte Internationale beschrieb) fürdie Organisation der kapitalistischen Ökonomie?

Sehr schematisch gesprochen, beinhaltetes die Umkehrung des Verhältnisses zwischen Wirtschaft und Krieg: Während inder aufsteigenden Periode des Kapitalismus die Kriegsführung eine Funktion derökonomischen Expansion war, steht in der Dekadenz die Ökonomie umgekehrt zuDiensten des imperialistischen Krieges. Die kapitalistische Ökonomie ist in derDekadenz eine permanente Kriegswirtschaft.[19]

Grafik 1: Bruttoschulden der USA in Milliarden Dollar

Dies ist das fundamentale Problem, dasder gesamten Entwicklung der kapitalistischen Ökonomie seit 1914 undinsbesondere der Wirtschaft während des Nachkriegsbooms nach 1945 zugrundeliegt.

Bevor wir fortfahren, den Nachkriegsboomaus diesem Blickwinkel zu untersuchen, erscheint es uns als notwendig, kurzeinige der anderen Positionen, die in dieser Debatte vorgestellt wurden, zubetrachten. 

1) Die Rolle der ausserkapitalistischenMärkte nach 1945

Es lohnt sich, daran zu erinnern, dassbereits die Dekadenzbroschüre der IKS der fortgesetzten Zerstörungausserkapitalistischer Märkte in dieser Periode eine Rolle einräumte[20]und es für möglich hielt, dass wir ihre Rolle im Nachkriegsboom unterschätzthaben. In der Tat setzt sich die Zerstörung solcher Märkte (in dem klassischenSinn, wie er von Luxemburg beschrieben wurde) bis heute in den dramatischstenFormen fort, wie wir angesichts Zehntausender Selbstmorde unter den indischenBauern in jüngster Zeit sehen können, die nicht in der Lage sind, ihreKreditschulden zurückzuzahlen, die sie zum Kauf von Saatgut und Düngemittel vonMonsanto und anderen Konzernen aufgenommen haben.[21]

Nichtsdestotrotz ist es schwierig, sichvorzustellen, wie diese Märkte entscheidend zum Nachkriegsboom beigetragenhaben könnten, wenn wir folgende Faktoren berücksichtigen:

-   die enorme Zerstörung, die die Kleinbauern invielen Ländern infolge von Krieg und Wirtschaftskatastrophe zwischen 1914 und1945 heimsuchte[22];

-   die Tatsache, dass sämtliche westlichenÖkonomien die Landwirtschaft im Nachkriegsboom massiv subventionierten: Indiesen Ökonomien war die Bauernwirtschaft eher ein Kostenfaktor für denKapitalismus denn ein Markt.

2) Wachsende Verschuldung

Hier bewegen wir uns auf einen weitausfesteren Boden. Es trifft zu, dass das Schuldenwachstum, verglichen mit demastronomischen Ausmass, das es heute nach dreissig Jahren der Krise erreichthat, im Nachkriegsboom auf dem ersten Blick als trivial erscheint. Verglichenjedoch mit dem, was die Schulden zuvor betrugen, war ihr Anstieg spektakulär.In den USA stieg die bundesstaatliche Bruttoverschuldung von 48,2 MilliardenDollar 1938 auf 483,9 Milliarden Dollar im Jahr 1973, d.h. auf das Zehnfache.[23]

Auch die Schulden der US-Konsumentenstiegen massiv an, von ungefähr vier Prozent des BSP im Jahr 1948 auf mehr alszwölf Prozent in den frühen Siebzigern.

Anleihen auf Grundbesitz stiegenebenfalls an, von sieben Milliarden Dollar im Jahr 1947 auf 70,5 MilliardenDollar im Jahr 1970 - ein zehnfaches Wachstum in Zahlen, das die reale Lagesogar unterschätzt, da die massiven Anleihen der Regierung mit ihren niedrigenZinssätzen und günstigen Bedingungen bedeuteten, dass ab 1955 allein dieFederal Housing Administration und die Veterans Administration 41 Prozent allerHypotheken verwalteten.[24] 

3) Steigende Löhne 

Für Genosse C.Mcl. war die Prosperität imNachkriegsboom zu einem grossen Teil dem Umstand geschuldet, dass die Löhne imGleichklang mit der Produktivität stiegen, und zwar als Teil einer bewusstenkeynesianischen Politik, die darauf ausgerichtet war, überschüssige Kapazitätenaufzusaugen und so die fortgesetzte Expansion des Marktes zu erlauben.

Es ist sicherlich richtig, dass, wie Marxbereits im Kapitalhervorgehoben hatte, Löhne steigen können, ohne die Profite zu bedrohen, wenndie Produktivität gleichfalls ansteigt. Es ist ebenfalls zutreffend, dass dieMassenproduktion von Konsumgütern ohne den Massenkonsum durch dieArbeiterklasse unmöglich ist. Und es ist ebenfalls wahr, dass es eine bewusstePolitik war, die Löhne und den Lebensstandard der ArbeiterInnen nach dem II.Weltkrieg anzuheben, um soziale Revolten abzuwenden. Nichts von alledem löstjedoch das Problem, das sowohl von Marx als auch von Luxemburg ausgemachtwurde: dass die Arbeiterklasse nicht den vollen Wert dessen, was sieproduziert, absorbieren kann.

Darüber hinaus stützt sich die Hypothesevon C.Mcl. auf zwei Hauptannahmen, die unserer Ansicht nach empirisch nichtzutreffen:

1.  Die erste ist, dass der Anstieg der Löhnedurch ihre Bindung an die Produktivität garantiert wird. Wir können dafür nochkein Anzeichen einer allgemeinen Praxis erkennen, ausser in unbedeutendenFällen wie in Belgien.[25] Umnur zwei Gegenbeispiele zu nennen: Die italienische Scalamobile, die 1945 eingeführt wurde, band die Löhne an die Inflation(insgesamt natürlich eine andere Sache), und der „Gesellschaftsvertrag", dervon Wilsons Labour-Regierung in Grossbritannien am Ende des Booms eingeführtwurde, war ein verzweifelter Versuch, die Löhne in einer Periode hoherInflation zu senken, indem sie an die Produktivität gebunden wurden.

2.  Die zweite ist die Behauptung, dass daswestliche Kapital bis zum Beginn der Periode der „Globalisierung" in den 1980erJahren keine billige fremde Arbeitskraft verlangte. Dies ist schlicht falsch:In den USA reduzierte die Migration in die Städte die ländliche Bevölkerung von24,4 Millionen im Jahr 1945 auf nur noch 9,7 Millionen 1970.[26]In Europa war das Phänomen noch spektakulärer: Etwa 40 Millionen Menschenmigrierten vom Land oder von ausserhalb Europas in die industriellenHauptregionen.[27]

Grafik 2: Konsumkredite in Prozent des BIP

 

Grafik 3: Immobiliendarlehen von Geschäftsbanken, in Milliarden 

Die Früchte des Krieges

Der II. Weltkrieg war - noch mehr als derI. Weltkrieg - eine schlagende Demonstration der fundamentalen Irrationalitätdes imperialistischen Krieges in der Dekadenz. Weit davon entfernt, die Siegermit der Eroberung neuer Märkte für die Kriegskosten zu entschädigen,hinterliess der Krieg sowohl Besiegte als auch Sieger ruiniert und ausgezehrt.Mit einer Ausnahme: die Vereinigten Staaten, das einzige kriegführende Land,das nicht die Zerstörung auf eigenem Territorium erlebte. Diese Ausnahme wardas Fundament für das ausserordentliche - und somit nicht wiederholbare -Phänomen des Nachkriegsbooms.

Einer der Haupteffekte der anderenPositionen, die in dieser Debatte vorgestellt wurden, ist, dass a) sie dazuneigen, das Problem in rein ökonomischen Begriffen zu sehen und dass b) sielediglich den Nachkriegsboom an sich betrachten und damit übersehen, dassdieser Boom von der durch den Krieg geschaffenen Lage bestimmt wurde.

Wie sah diese Lage nun aus? 

Zwischen 1939 und 1945 verdoppelte sichdie Grösse der US-Wirtschaft.[28]In den existierenden Industrien (wie im Schiffbau) wurden Techniken derMassenproduktion angewendet. Ganze Industrien wurden neu geschaffen:Massenproduktion im Flugzeugbau, Elektronik und Computer (die ersten Computerwurden benutzt, um ballistische Flugbahnen zu kalkulieren), Pharmazeutika (mitder Entdeckung des Penicillins), Kunststoffe - die Liste geht ins   Endlose. Und obwohl die Regierungsschuldenwährend des Krieges massiv nach oben schossen, war für die US-Bourgeoisie dieseEntwicklung zu einem bedeutenden Teil reine Kapitalanhäufung, da sie dasbritische und das französischen Imperium ausbluten liess und sich ihrenangesammelten Reichtum im Austausch gegen Waffen aneignete.

Trotz dieser überwältigendenÜberlegenheit waren die Vereinigten Staaten nach Kriegsende nicht ohneProbleme, um es vorsichtig auszudrücken. Wir können sie folgendermassenzusammenfassen:

1.  Wo befanden sich die Absatzmärkte für dieVerdoppelung der US-Industrieproduktion, die während des Krieges stattgefundenhatte?[29]

2.  Wie sollten die USA ihre nationalen Interessen- nun zum ersten Mal wirklich weltweit - gegen die Bedrohung durch densowjetischen Expansionsdrang schützen?

3.  Wie konnte man grosse soziale Aufstände unddie potenzielle Bedrohung durch die Arbeiterklasse bannen? Keine Fraktion derWeltbourgeoisie hatte den Oktober 1917 vergessen - schon gar nicht in Europa.[30]

Zu verstehen, wie die USA den Versuch inAngriff nahmen, diese Probleme zu lösen, ist der Schlüssel zum Verständnis desNachkriegsbooms - und seines Scheiterns in den 1970er Jahren. Dies muss bis zueinem nächsten Artikel warten; dennoch ist es wert, hervorzuheben, dass RosaLuxemburg bereits vor der vollen Entwicklung der staatskapitalistischenÖkonomie während des Ersten und vor allem des Zweiten Weltkrieges eine kurzeVorwegnahme der ökonomischen Auswirkungen der Militarisierung der Wirtschaftgeliefert hatte: Nach ihr „tritt hier an Stelle einer grossen Anzahl kleinerzersplitterter und zeitlich auseinanderfallender Warennachfragen, die vielfachauch durch die einfache Warenproduktion befriedigt wären, also für dieKapitalakkumulation nicht in Betracht kämen, eine zur grossen einheitlichenkompakten Potenz zusammengefasste Nachfrage des Staates. Diese setzt aber zuihrer Befriedigung von vornherein die Grossindustrie auf höchster Stufenleiter,also für die Mehrwertproduktion und Akkumulation günstigste Bedingungen voraus.In Gestalt der militaristischen Aufträge des Staates wird die zu einergewaltigen Grösse konzentrierte Kaufkraft der Konsumentenmassen ausserdem derWillkür, den subjektiven Schwankungen der persönlichen Konsumtion entrückt undmit einer fast automatischen Regelmässigkeit, mit einem rhythmischen Wachstumbegabt. Endlich befindet sich der Hebel dieser automatischen und rhythmischenBewegung der militaristischen Kapitalproduktion in der Hand des Kapitals selbst- durch den Apparat der parlamentarischen Gesetzgebung und des zur Herstellungder sogenannten öffentlichen Meinung bestimmten Zeitungswesens. Dadurch scheintdieses spezifische Gebiet der Kapitalakkumulation zunächst von unbestimmterAusdehnungsfähigkeit. Während jede andere Gebietserweiterung des Absatzes undder Operationsbasis für das Kapital in hohem Masse von geschichtlichen,sozialen, politischen Momenten abhängig ist, die ausserhalb der Willenssphäredes Kapitals spielen, stellt die Produktion für den Militarismus ein Gebietdar, dessen regelmässige stossweise Erweiterung in erster Linie in den bestimmendenWillen des Kapitals selbst gegeben zu sein scheint."[31]

Weniger als fünfzig Jahre, nachdem dieAkkumulation des Kapitals geschrieben worden war, konnte die Realität desMilitarismus in folgenden Worten beschrieben werden: Die „Vereinigung einesimmensen militärischen Establishments und einer grossen Waffenindustrie isteine neue Erfahrung für die Amerikaner. Der totale Einfluss - ökonomisch,politisch und sogar geistig - ist in jeder Stadt spürbar, in jedemStaatsgebäude, jedem Amt der Bundesregierung (...) wir müssen ihre folgenschwerenImplikationen begreifen. Unser Schuften, unsere Ressourcen und unser Auskommensind davon betroffen und auch die unmittelbare Struktur unserer Gesellschaft.

Wir müssen in den Regierungsgremienwachsam sein gegenüber einer unerwünschten Einflussnahme durch denmilitärisch-industriellen Komplex, ob sie gewollt oder ungewollt ist. DasPotenzial für eine desaströse Zunahme fehlgeleiteter Macht existiert und wirdweiterexistieren.

(...) Ähnlich und grösstenteilsverantwortlich für die stürmischen Veränderungen unsererindustriell-militärischen Stellung war die technologische Revolution in denletzten Jahrzehnten gewesen.

„In dieser Revolution ist die Forschungin den Mittelpunkt gerückt; sie ist auch formalisierter, komplexer und teurergeworden. Ein ständig wachsender Anteil wird für, von oder in Richtung derBundesregierung betrieben." (eigene Übersetzung) Diese Worte wurden 1961ausgesprochen, nicht von irgendeinem linken Intellektuellen, sondern vonUS-Präsident Dwight D. Eisenhower.

Jens, 10. Dezember 2008

 


[1]  Aus Platzgründen ist es unmöglich, der gesamten Periode von 1945 bis1970 gerecht zu werden. Wir schlagen daher vor, nicht weiter zu gehen, als eineAnalyse der Fundamente des Nachkriegsbooms vorzustellen, mit der wir uns späterdetaillierter, so ist zu hoffen, befassen werden.

 

[2] Es ist kein Zufall, dass das erste Kapitel von DasKapital den Titel „Die Ware" trägt.

 

[3] Wir lassen für einen Augenblick die Frage der zyklischen Krisenbeiseite, wodurch sich dies historisch entwickelt.

 

[4] Wir wollen hier nicht wiederholen, was die IKS bei vielenGelegenheiten bereits geschrieben hat, um unsere Sichtweise zu untermauern,dass für Marx und Engels - und im Besonderen für Luxemburg unter den Marxistender Nachfolgergeneration - das Problem der Unzulänglichkeit derkapitalistischen Märkte ein grundlegendes Problem war, das dem Prozess dererweiterten Reproduktion des Kapitals im Wege steht.

 

[5] Rosa Luxemburg, Antikritik, Gesammelte Werke Band 5 S. 427 f.

 

[6] Siehe besonders den Artikel, den derselbe Genosse in InternationaleRevue, Nr. 127 (eng., franz. und span. Ausgabe)verfasst hat, wo er - unter dem Untertitel „Die Identität der Analyse Rosas mitMarx" - sehr deutlich und gut dokumentiert demonstriert hat, dass die AnalyseLuxemburgs in Kontinuität mit jener von Marx steht.

 

[7] „Auch nachdem die Fundamente des Kapitalismus nach drei Jahrhundertender ursprünglichen Akkumulation (1500-1825) gesichert waren, im Grunde in dergesamten aufsteigenden Periode, bot dieses Milieu weiterhin eine ganze Reihevon Quellen des Profits, als Ventil für den Verkauf von Waren aus derÜberproduktion und als zusätzliche Quelle von Arbeitskräften."

 

[8] „Im 19. Jahrhundert, als die Kolonialmärkte am wichtigsten waren,wuchsen ALLE NICHT-kolonialen Länder schneller als die Kolonialländer (71%schneller im Durchschnitt). Diese Beobachtung ist in der gesamten Geschichtedes Kapitalismus zutreffend. Verkäufe ausserhalb des reinen Kapitalismusermöglichten es sicherlich individuellen Kapitalisten, ihre Waren zurealisieren, doch behinderten sie eine globale Akkumulation des Kapitalismus,da sie, wie die Waffen, materiellen Mitteln entsprechen, die den Kreislauf derAkkumulation verlassen."

 

[9] Bemerkenswerterweise Opium im Fall Chinas. Die äusserst„rechtschaffene" britische Bourgeoisie führte zwei Kriege, um die chinesischeRegierung zur Erlaubnis zu zwingen, ihre Bevölkerung mit britischem Opium zu vergiften.

 

[10]Das Kapital, Zweiter Band, I. Abschnitt „DieMetamorphosen des Kapitals und ihr Kreislauf", 4. Kapitel „Die drei Figuren desKreislaufsprozesses", MEW 24 S. 113

 

[11] Einfach ausgedrückt: Wenn die deutsche Industrie (keine Kolonien) diebritische Industrie (mit Kolonien) auf dem Weltmarkt hinter sich liess unddaher sich einer grösseren Wachstumsrate erfreute, dann deshalb, weil diedeutsche Industrie ebenfalls von den ausserkapitalistischen Märktenprofitierte, die vom britischen Imperialismus erobert worden waren.

 

[12] Nachdem die USA mit Lug und Trug sowie unter Zwang den MexikanernKalifornien (1845-47) und Texas (1836-45) abgenommen hatten, wurden dieseStaaten nicht in ein Kolonialreich einverleibt, sondern in das nationaleTerritorium der USA.

 

[13] Zum Beispiel der „Oklahoma Land Rush" von 1889: Das Rennen um das Landstartete am 22. April 1889 mittags mit geschätzten 50.000 Menschen, dieSchlange standen für einen Anteil an den zur Verfügung gestellten zweiMillionen Acres (8.000 Quadratkilometer).

 

[14] Die Geschichte der Entwicklung des Kapitalismus in den USA während des19. Jahrhunderts verdient an sich eine Reihe von Artikeln, und leider haben wirauch hier nicht den Platz, um mehr ins Detail zu gehen. Es lohnt sich fernerdarauf hinzuweisen, dass sich diese Mechanismen der kapitalistischen Expansionnicht auf die USA beschränkten, sondern - wie wir in Luxemburgs Einführungin die Nationalökonomie sehen können - auch präsentwaren in Russlands Expansion in den Osten und in der Einverleibung Chinas,Ägyptens und der Türkei, von denen keines jemals kolonialisiert worden war, indie kapitalistische Wirtschaft.

 

[15] Diese Konzentration hatte bereits in den Monroe-Doktrin ihren Ausdruckgefunden, die 1823 verabschiedet worden war und unmissverständlich feststellte,dass die USA den gesamten amerikanischen Kontinent, Nord und Süd, als ihreexklusive Interessenssphäre betrachteten - und der Monroe-Doktrin wurde durchwiederholte militärische Interventionen der USA in Lateinamerika Nachdruckverliehen.

 

[16] Zitiert beiHoward Zinn, A people'shistory of the United States (eigene Übersetzung).

 

[17] Die Einnahme der Philippinen, bei der die USA zunächst die spanischeKolonialmacht gewaltsam vertrieben und schliesslich einen fürchterlichen Krieggegen die philippinischen Insurrectos führten, ist ein besonders gelungenes Beispiel der kapitalistischenHeuchelei und Barbarei.

 

[18] Zinn, a.a.O.

 

[19] Ein Beispiel wird helfen, um dies zu veranschaulichen. 1805 war dieindustrielle Revolution in Grossbritannien bereits im Gange. Der Gebrauch derDampfkraft und der mechanisierten Textilproduktion hatte sich seit den 1770erJahren rapide verbreitet. Dennoch war im gleichen Jahr, als die Briten diefranzösischen und spanischen Flotten in der Schlacht von Trafalgar zerstörten,Nelsons Flagschiff HMS Victory fast fünfzig Jahre alt (das Schiff wurde nachEntwürfen gebaut, die 1756 gezeichnet wurden, und 1765 schliesslich vom Stapelgelassen). Man vergleiche dies mit der heutigen Lage, in der diefortgeschrittensten Technologien von der Rüstungsindustrie abhängig sind.

 

[20] Die Dekadenzbroschüre bringt dieses Phänomen - aus unserer Sicht zuRecht - mit dem wachsenden Militarismus in den „Drittwelt"-Ländern inZusammenhang.

 

[21] Man könnten auch die Eliminierung kleiner Händler in denfortgeschrittenen Ökonomien durch die Verbreitung von Supermärkten und derMassenvermarktung gewöhnlicher Haushaltsgegenstände (einschliesslich derErnährung natürlich) erwähnen, beides Phänomene, die sich in den 1950er und1960er Jahren auszubreiten begannen.

 

[22] Stalins Zwangskollektivierungsprogramm in der UdSSR in den 1930erJahren, Chinas Warlords und der Bürgerkrieg in den Zwischenkriegsjahren, dieUmwandlung der Bauernwirtschaften in Marktwirtschaften in Ländern wie Rumänien,Norwegen oder Korea, um sich der Forderungen des deutschen und japanischenImperialismus nach Nahrungsmittelautonomie zu erwehren, die katastrophalenAuswirkungen der Depression auf kleine Farmer in den USA (Oklohoma dust bowl),etc.

 

[23] Zahlen und Graphiken sind den US-Regierungsstatistiken entnommen undverfügbar unter: http://www.economagic.com (Angaben ohne Gewähr). Wirkonzentrieren uns in diesem Artikel auf die US-Wirtschaft zum Teil deshalb,weil ihre Regierungsstatistiken leichter erhältlich sind, aber auch und vorallem wegen des erdrückenden Gewichts der US-Wirtschaft in der Weltwirtschaftin dieser Zeit.

 

[24] James T. Patterson, Grand Exspectations, S. 72.

 

[25] In der Tat existierten laut einer Studie (http://cedar.Barnard.columbia.edu/~econhist/papers/Hanes_sscale4.pdf) in bestimmtenIndustrien in den USA und in Grossbritannien ab Mitte des 19. Jahrhunderts"gleitende" Lohnabkommen; erst nach dem Krieg wurden sie abgeschafft.

 

[26] Patterson, a.a.O. Dies war "eine der dramatischsten demographischenUmschichtungen in der modernen amerikanischen Geschichte".

 

[27] "Zwischen 1955 und 1971 zogen in Italien geschätzte neun MillionenMenschen von einer Region ihres Landes in eine andere (...) Sieben MillionenItaliener verliessen zwischen 1945 und 1970 ihr Land. In den Jahren 1950-1970verliess ein Viertel aller griechischen Arbeitskräfte ihr Land, um im AuslandArbeit zu finden (...) Es wird geschätzt, dass zwischen 1961 und 1974 anderthalbMillionen portugiesische Arbeiter Jobs im Ausland fanden - die grössteBevölkerungsbewegung in der Geschichte Portugals. Sie liessen gerade einmal 3,1Millionen Arbeitskräfte in Portugal zurück (...) Ab 1973 gab es allein inWestdeutschland fast eine halbe Million Italiener, 535.000 Jugoslawen und605.000 Türken." (Tony Judt, Postwar: a history of Europe since 1945, S. 334f., unsere Übersetzung ausdem Englischen)

 

[28] Die Vereinigten Staaten machten ungefähr 40 Prozent derWeltindustrieproduktion aus: 1945 produzierten allein die Vereinigten Staatendie Hälfte aller Kohle weltweit, zwei Drittel des Erdöls und die Hälfte derElektrizität. Hinzu kommt, dass die USA mehr als 80 Prozent derWeltgoldreserven hielten.

 

[29] Zinn (a.a.O.) zitiert einen Beamten aus dem State Department im Jahre1944: „Wie Sie wissen, planen wir nach dem Krieg eine enorme Steigerung derProduktion in diesem Land, und der amerikanische Heimatmarkt kann nichtunendlich all diese Produktion absorbieren. Es wird fraglos so sein, dass wirin stark wachsendem Masse der fremden Märkte bedürfen." (aus dem Englischen)

 

[30] Doch auch in den USA. Laut Zinn (a.a.O.S. 417): „Während des Krieges gab es vierzehntausend Streiks (in den USA) mit6.770.000 Arbeitern, mehr als in jedem anderen vergleichbaren Zeitraum in deramerikanischen Geschichte (...) Als der Krieg endete, setzten sich die Streiks inRekordhöhe fort - in der ersten Hälfte des Jahres 1946 drei Millionen Arbeiterim Streik."

 

[31] Luxemburg, Die Akkumulation des Kapitals, 1913, Kapitel „Der Militarismus auf dem Gebiet derKapitalakkumulation"

(unsere Hervorhebungen).