2.
Teil
DER HOLLÄNDISCHE LINKSKOMMUNIMSUS UND DIE REVOLUTION (1919-1927)
VON DER 3. INTERNATIONALE (KOMINTERN) BIS ZUR GRÜNDUNG DER KOMMUNISTISCHEN ARBEITERINTERNATIONALE
4. Kapitel
Die Holländische Linke in der 3. Internationale
1. Die Strömungen der Linke in der Internationale im Jahre 1919
2. Die deutsche Frage
3. Das Amsterdamer Büro (1919-1920)
4. Die holländische Minderheit und die KAPD
5. Der Wendepunkt des 2. Kongresses: Kinderkrankheit oder opportunistische Krankheit des Kommunismus?
6. "Die Kinderkrankheit des Kommunismus" Die Antwort der Holländischen Kommunistischen Linke auf Lenin
a) Der historische Kurs und die opportunistische Taktik
b) Die Rolle der kommunistischen Partei, "Massen und Führer"
c) "Die westeuropäische Revolution" und die Taktik des Proletariats
d) Die Gewerkschaftsfrage
e) Die Verwerfung des "revolutionären Parlamentarismus"
f) "Das Argument des Meridians"
5. Kapitel
GORTER, DIE KOMMUNISTISCHE LINKE UND DIE GRÜNDUNG DER KOMMUNISTISCHEN ARBEITERINTERNATIONALE
EIN GESCHEITERTES UNTERFANGEN (1921-27)
1. Der Rückfluss der Weltrevolution
a) Kronstadt 1921
b) Märzaktion Deutschland 1921
2. Der Ausschluss der Kommunistischen Linke
a) Die Linke der Holländischen Kommunistischen Partei
b) Der Ausschluss der Bulgarischen Linkskommunisten aus der Komintern
c) Der Ausschluss der Deutschen Kommunistischen Linken
3. Gorter, die KAPD und die Gründung der Kommunistischen Arbeiterinternationale
a) Die russische Frage: Staatskapitalismus, Partei und Internationale
b) Der Außerordentliche Kongress der KAPD (11. - 14. Sept. 1921) und die Frage der Bildung einer KAI.
c) Die Verwerfung der Wirtschaftskämpfe
4. Die Spaltung der KAPD und ihre internationalen Konsequenzen
a) Die Spaltung im März 1922
b) Gorter und die Essener Strömung
c) Der Zerfall der Essener Strömung
d) Das Entstehen einer Berliner Strömung in der KAP der Niederlande
3. Teil
VOM LINKSKOMMUNISMUS ZUM RÄTEKOMMUNISMUS
6. Kapitel
Die Entstehung der GIK (1927-1933)
1. Der Bruch mit der KAPD
a) Die Entwicklung der KAPD nach 1923
b) Die GIK, Pannekoek und die KAPD
2. Die GIK und die internationale Umgruppierung der Rätekommunisten (1929-32)
a) Die GIK und die deutsche rätekommunistische Bewegung: Die Gründung der KAU
b) Die internationale Umgruppierung der Rätekommunisten
c) Der Versuch der Umgruppierung der Rätekommunisten in den Niederlanden (1932-33)
3. Die Machtübernahme durch Hitler und ihre Folgen
a) Die GIK und die Lage in Deutschland
b) Der holländische Rätekommunismus und Van der Lubbe
BEITRAG ZU EINER GESCHICHTE DER REVOLUTIONÄREN BEWEGUNG
Wir veröffentlichen hier einen Auszug aus einem Buch mit dem Titel "Die Holländische Linke", das den Beitrag der "Holländische Linke" zur revolutionären Bewegung von ihrer Entstehung Anfang des Jahrhunderts bis 1950 aufarbeitet. Der hier veröffentlichte Teil behandelt die Entwicklung insbesondere der deutschen Linkskommunisten zwischen 1919 - 1933. Das Buch - zurzeit auf Englisch und Französisch erhältlich - kann bei der Kontaktadresse angefordert werden.
Die Holländische Kommunistische Linke stellte einen Hauptbestandteil der revolutionären Strömung dar, die in den 20er Jahren aus der niedergehenden Kommunistischen Internationale hervorgegangen war. Schon vor der von Trotzki angeführten Linksopposition und viel tief greifender noch schaffte es die Kommunistische Linke, die Gefahren des Opportunismus aufzuzeigen, von denen die Internationale und ihre Parteien bedroht waren, und die schließlich die Überhand gewannen. In diesem Kampf für die unnachgiebige Verteidigung der revolutionären Prinzipien stellte sich diese Strömung, die hauptsächlich aus der KAPD in Deutschland, der KAPN in den Niederlanden und der von Bordiga angeführten Linken der Italienischen Kommunistischen Partei bestand, der von der Komintern verfolgten Politik entgegen. Insbesondere der Politik der Beteiligung an den Wahlen und an der Gewerkschaftsarbeit, der Bildung von "Einheitsfronten" mit der Sozialdemokratie, der Unterstützung der nationalen Befreiungskämpfe. Um gegen die Positionen dieser Strömung Stellung zu beziehen, hatte Lenin seine Schrift "Der linke Radikalismus - als Kinderkrankheit des Kommunismus" verfasst, auf die Hermann Gorter, einer der Hauptführer der Holländischen Linke in seinem "Offenen Brief an den Genossen Lenin" antwortete. Wie die Italienische Linke war diese Strömung vor dem 1. Weltkrieg als ein Teil des gleichen Kampfes entstanden, den Rosa Luxemburg und Lenin gegen den Opportunismus und Reformismus führten, welche sich in den Parteien der II. Internationale ausbreiteten. Es war also kein Zufall, dass der gleiche Lenin (bevor er "zentristische" Positionen an der Spitze der Komintern bezog) sich in seiner Schrift "Staat und Revolution" (1917) auf die Analysen Anton Pannekoeks, den Haupttheoretiker der Holländischen Linken stützte. Die Kontinuität und die Erfahrung der Holländischen Linken beim Kampf für die Verteidigung der revolutionären Positionen ließen sie zur theoretischen Führungskraft der Deutschen Linken (KAPD und AAU) werden, und der in den 30er Jahren die GIK (Gruppe Internationalistischer Kommunisten) folgte, von denen Pannekoek und Canne-Meijer am bekanntesten waren. Nach dem Verschwinden der GIK im Jahre 1940 gab es für die "rätekommunistische Strömung" (oder auch "rätistisch" genannt - ein Name, den die Deutsch-Holländische Linke im Gegensatz zu "Parteikommunismus" oder "Staatskommunismus" angenommen hatte) einen vorübergehenden Aufschwung mit dem Spartacusbond, bevor sie schrittweise zu einer Variante des Anarchismus wurde und verschwand. Trotz der Schwächen, unter denen sie litt, insbesondere die Unterschätzung der Rolle der kommunistischen Organisationen, die schließlich zu ihrem Verschwinden führten, hat diese Strömung einen erstrangigen Beitrag zur revolutionären Bewegung während der schrecklichen Konterrevolution geliefert, die nach der revolutionären Welle von 1917-23 über die Arbeiterklasse hereinbrach. Nach dem 2.Weltkrieg wurde dieser Beitrag von der Gauche Communiste de France (GCF= Kommunistischen Linke Frankreichs), deren Positionen später der Internationalen Kommunistischen Strömung als Grundlage dienten, voll ausgewertet. Die GCF war aus der Italienischen Linken hervorgegangen, die ihrerseits geschafft hatte, dank ihrer richtigen Auffassung von der Rolle der kommunistischen Fraktionen in den Zeiten der Konterrevolution eine größere Klarheit zu gewinnen. Deshalb ist dieser Text eine unabdingbare Ergänzung zu unserem Buch "Die Kommunistische Linke Italiens", das wir schon veröffentlicht haben. Diese Texte sind unabdingbar für all diejenigen, die die wirkliche Geschichte der kommunistischen Bewegung kennenlernen wollen, anstatt ihrer Verfälschung zu verfallen, wie sie vom Stalinismus und Trotzkismus betrieben wurde.