Submitted by IKSonline on Mit, 30/11/2005 - 17:57.
Nur der Klassenkampf bietet den Verzweifelten
eine Zukunft
Mehr als 6.000 ausgebrannte Fahrzeuge:
Privatautos, Busse, Feuerwehrfahrzeuge; Dutzende von abgefackelten Gebäude:
Geschäfte, Lagergebäude, Werkstätten, Fitness-Studios, Schulen, Kindergrippen;
mehr als Tausend Festgenommene und bereits mehr als ein Hundert Aburteilungen
zu Gefängnisstrafen; etliche Hundert Verletzte - Aufrührer, aber auch Polizisten und einige
Dutzend Feuerwehrleute; Schüsse auf die Polizei. Seit dem 27. Oktober sind
Hunderte von Bezirken in allen Landesteilen Nacht für Nacht davon betroffen.
Bezirke und Gegenden, die zu den ärmsten des Landes zählen, wo Millionen von
Arbeitern und ihre Familien, eingepfercht in finsteren Wohntürmen, hausen, die
große Mehrheit von ihnen aus Nordafrika und Schwarzafrika.
Die Gewalt der Verzweiflung
Was an diesen Aktionen, abgesehen vom Ausmaß
der Schäden und der Gewalt, am meisten auffällt, ist ihre totale Absurdität. Es
ist durchaus nachvollziehbar, warum junge Immigranten aus den ärmsten Gegenden
die Polizei konfrontieren wollen. Tagtäglich sind sie Opfer grober und
aufdringlicher Identitätskontrollen und Leibesvisitationen; es ist völlig
logisch für sie, die Bullen als ihre Peiniger zu betrachten. Doch hier sind die
Hauptopfer ihrer Gewalt: ihre jüngeren Brüder und Schwestern, die nicht mehr
auf die Schule gehen können, Eltern, die ihre Autos verloren haben, für die sie
die niedrigsten Versicherungssummen erhalten, da diese alt und billig sind, und
die nun weiter entfernt einkaufen müssen, da die näher gelegenen und billigeren
Geschäfte ausgebrannt sind. Die Jugendlichen wüteten nicht in den reichen
Gegenden, wo ihre Ausbeuter wohnhaft sind, sondern in ihren eigenen schlimmen
Vorstädten, die nun noch unbewohnbarer sind, als sie es ohnehin schon waren.
Gleichermaßen sind die Verletzungen, die sie den Feuerwehrleuten zufügten,
Leuten also, deren Job es ist, andere oft unter Risiko ihres eigenen Lebens zu
beschützen, genauso schockierend wie die Verletzungen, die Passagieren eines
Busses zugefügt wurden, der in Brand gesetzt wurde, oder der Tod eines
60jährigen Mannes, der von einem jungen Mann erschlagen wurde, anscheinend weil
er versucht hatte, ihn von irgendeiner Gewalttat abzuhalten.
In diesem Sinn haben die Verwüstungen, die
Nacht für Nacht in den armen Wohngegenden begangen werden, rein gar nichts mit
dem Kampf der Arbeiterklasse zu tun. Sicherlich ist die Arbeiterklasse in ihrem
Kampf gegen den Kapitalismus gezwungen, Gewalt anzuwenden. Die Überwindung des
Kapitalismus ist notwendigerweise ein gewaltsamer Akt, da die herrschende
Klasse mit all den Repressionsmitteln, die sie zur Verfügung hat, mit Zähnen
und Klauen ihre Macht und ihre Privilegien verteidigen wird. Die Geschichte hat
uns besonders seit der Pariser Kommune von 1871 - um nur ein Beispiel zu nennen
- gelehrt, in welchem Maß die Bourgeoisie dazu bereit ist, mit ihren Füßen auf
den eigenen großen Prinzipien der „Demokratie“, der „Freiheit, Gleichheit und
Brüderlichkeit“ herumzutrampeln, wenn sie sich bedroht fühlt. In einer
einzigen, blutigen Woche wurden 30.000 Pariser Arbeiter massakriert, weil sie
versucht hatten, die Macht in ihre eigenen Hände zu nehmen. Und selbst bei der
Verteidigung ihrer unmittelbaren Interessen sieht sich die Arbeiterklasse
häufig der Repression durch den bürgerlichen Staat und der Privatarmeen der
Bosse ausgesetzt – einer Repression, der sie ihre eigene Klassengewalt
entgegensetzen muss.
Doch was jetzt in Frankreich passiert, hat
nichts mit der proletarischen Gewalt gegen die ausbeutende Klasse zu tun: Die
Hauptopfer der jüngsten Gewalt sind die Arbeiter selbst. Abgesehen von jenen,
die direkt unter dem angerichteten Schaden leiden, ist die gesamte
Arbeiterklasse des Landes davon betroffen: Das mediale Sperrfeuer rund um die
jüngsten Ereignisse verdeckt sämtliche Angriffe, welche die Bourgeoisie gerade
jetzt unternimmt, und überschattet gleichzeitig die Kämpfe, die Arbeiter gegen
diese Angriffe zu führen versuchen.
Die Antwort der herrschenden Klasse
Was die Kapitalisten und die Staatsführer, die
ruhig in ihren piekfeinen Wohngegenden sitzen, angeht, so nutznießen sie von
der gegenwärtigen Gewalt, indem sie den Repressionsapparat stärken. So bestand
die wichtigste Maßnahme, die von der französischen Regierung ergriffen wurde,
um der Lage Herr zu werden, darin, am 8. November einen Ausnahmezustand
auszurufen, eine Maßnahme, die zuletzt vor 43 Jahren praktiziert wurde und die
auf einem Gesetz basiert, das vor über 50 Jahren, während des Algerienkrieges,
verabschiedet worden war. Das Hauptelement in diesem Dekret ist ein
Ausgangsverbot, ein Verbot, ab einer bestimmten Stunde die Straße zu betreten,
wie während der Tage der deutschen Besatzung zwischen 1940 und 1944 oder wie
beim Belagerungszustand in Polen 1981. Doch das Dekret erlaubt noch weitere
Eingriffe in die klassische „Demokratie“, wie Hausdurchsuchungen zu Tag und zu
Nacht, die Kontrolle der Medien oder der Einsatz von Militärgerichten. Jene
Politiker, die die Verhängung des Ausnahmezustands beschlossen hatten oder ihn
unterstützen (wie die Sozialistische Partei), versichern uns, dass dies nur
Ausnahmemaßnahmen seien und dass sie nicht missbraucht werden. Jedoch soll
hiermit ein Präzedenzfall geschaffen werden, an dem sich die Bevölkerung – und
besonders die Arbeiter – gewöhnen soll. So wird es morgen, angesichts der
Arbeiterkämpfe, die die Angriffe des Kapitals zwangsläufig hervorrufen,
leichter sein, Zuflucht in ähnlichen Maßnahmen zu suchen und die Waffen der
bürgerlichen Repression als eine Selbstverständlichkeit erscheinen zu lassen.
Die gegenwärtige Situation verheißt weder den
Jugendlichen, die Autos anzünden, noch der Arbeiterklasse in ihrer Gesamtheit
Gutes. Allein die Bourgeoisie kann bis zu einem gewissen Umfang davon künftig
profitieren.
Dies heißt nicht, dass die herrschende Klasse
die jüngste Gewaltwelle bewusst provoziert hat.
Es ist richtig, dass sich einige ihrer
politischen Sektoren, wie die rechtsextreme Nationale Front, berechtigt
Hoffnung machen, bei den nächsten Wahlen die Früchte aus diesen Ereignissen zu
ernten. Es trifft sicherlich auch zu, dass Sarkozy, der davon träumt, bei den
nächsten Präsidentschaftswahlen Stimmen aus dem rechtsextremen Lager zu
gewinnen, Öl ins Feuer goss, als er sagte, dass man Feuerwehrschläuche benutzen
sollte, um die rebellischen Wohngegenden „auszumisten“, und als er die
Unruhestifter als „Pöbel“ bezeichnete, als die Gewalt begann. Doch es ist
ebenfalls klar, dass die Hauptsektoren der herrschenden Klasse, beginnend mit
der Regierung bis hin zur Linken, die im Allgemeinen die am meisten betroffenen
Stadtverwaltungen stellt, dadurch in eine höchst prekäre Lage geraten sind.
Dies zum Teil wegen der wirtschaftlichen Kosten der Gewalt. So hat der Boss der
französischen Unternehmer, Laurence Parisot, am 7. November in Radio Europe
erklärt, dass „die Lage schwerwiegend, ja
sehr schwerwiegend ist“ und dass dies „ernste
Konsequenzen für die Wirtschaft haben wird.“
Aber vor allem auf politischer Ebene äußert
sich die Sorge der Bourgeoisie. Es gestaltet sich nämlich als schwierig, die
„Ordnung wiederherzustellen“, ohne die Glaubwürdigkeit der Institutionen ihrer
Herrschaft zu untergraben. Auch wenn die Arbeiterklasse keinerlei Nutzen aus
der gegenwärtigen Situation ziehen kann, auch ihr Klassenfeind, die
Bourgeoisie, hat es zunehmend schwieriger, die „republikanische Ordnung“
aufrechtzuerhalten, die er benötigt, um seinen Platz an der Spitze der
Gesellschaft zu rechtfertigen.
Und diese Beunruhigung findet nicht nur in der
französischen Bourgeoisie ihren Ausdruck. In anderen Ländern, in Europa wie
auch am anderen Ende der Welt, wie in China zum Beispiel, wird die Situation in
Frankreich auf den ersten Seiten der Zeitungen behandelt. Selbst in den USA,
einem Land, in dem die Presse im Allgemeinen wenig darüber berichtet, was in Frankreich
vor sich geht, verdrängten Bilder von Autos und Gebäude in Flammen die
Schlagzeilen.
Für die US-Bourgeoisie lässt sich durch die
Hervorkehrung der Krise, die die armen Gegenden in den französischen Städten
trifft, eine Scharte auswetzen: Französische Medien und Politiker hatten sich
lautstark über das Versagen des amerikanischen Staates ausgelassen, mit
Hurrikan Katrina fertig zu werden. Heute gibt es eine gewisse Schadenfreude in
der amerikanischen Presse und unter einigen ihrer Führer, die sich über die
„Arroganz Frankreichs“ lustig machten. Dieser Austausch von Freundlichkeiten
entspricht dem Kurs zweier Länder, die sich auf diplomatischer Ebene in einem
ständigen Gegensatz, besonders in der Frage des Irak, befinden. Dennoch
zeichnet sich der Tonfall in der europäischen Presse durch eine wirkliche
Besorgnis aus, auch wenn sie ein paar Spitzen gegen das „französische Modell“
richtet, das Chirac so oft gegenüber dem „angelsächsischen Modell“ gerühmt hat.
So schrieb am 5. November die spanische Tageszeitung La Vanguardia, dass „niemand
seine Hände reibt; die Herbststürme in Frankreich könnten das Vorspiel zu einem
europäischen Winter sein.“ Dasselbe lässt sich auch über die politischen
Führer sagen: „Die Bilder, die aus Paris
kommen, sind eine Warnung an alle Demokratien, dass die Integrationsbemühungen
nie als abgeschlossen betrachtet werden können. Im Gegenteil, wir müssen ihnen
neuen Vorrang einräumen (...) Die Situation hier ist nicht vergleichbar, doch
ist es klar, dass eine der Aufgaben der nächsten Regierung sein muss, die
Integration zu beschleunigen.“ (Thomas Steg, ein deutscher
Regierungssprecher, 5. November) „Wir
dürfen nicht denken, dass wir hier so anders sind hier als Paris, es ist nur
eine Frage der Zeit.“ (Romano Prodi, Führer der Mitte-Links-Opposition in
Italien und ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission) „Jeder ist besorgt darüber, was passiert.“
(Tony Blair)
Diese Besorgnis enthüllt, dass die herrschende
Klasse sich ihres eigenen Bankrotts bewusst wird. Selbst in Ländern, wo es eine
anders geartete Herangehensweise an die Probleme der Integration gegeben hat,
sieht sich die Bourgeoisie immer noch Problemen gegenüber, die unüberwindbar
sind, da sie aus einer unüberwindbaren Wirtschaftskrise herrühren, die in den
letzten 30 und mehr Jahren herrschte und herrscht.
Heute erklären die „guten Jungs“ der
französischen Bourgeoisie und selbst die Regierung, die es bis jetzt vorgezogen
hatte, zur Peitsche statt zum Zuckerbrot zu greifen, dass „etwas getan werden
muss“ für die verarmten Wohnquartieren. Sie sprechen von der Sanierung der
heruntergekommenen Vorstädte, die von jenen bewohnt werden, die nun
revoltieren. Sie rufen nach mehr Sozialarbeiter, mehr Kultur-, Sport- und
Freizeitzentren, wo Jugendliche anderen Beschäftigungen nachgehen können, als
Autos in Brand zu setzen. Alle Politiker geben zu, dass eine der Ursachen für
die gegenwärtige Malaise unter den Jungen der hohe Grad der Arbeitslosigkeit
ist, unter der sie leiden: Sie beträgt in diesen Gebieten mehr als 50 Prozent.
Die Rechte sagt, dass es den Unternehmen leichter gemacht werden müsse, sich in
diesen Gebieten niederzulassen, insbesondere durch eine Senkung der Steuern.
Die Linke fordert mehr Lehrer und bessere Schulen. Doch keine von beiden kann
das Problem lösen.
Die grundlegenden Ursachen der Revolte
Die Arbeitslosigkeit wird nicht weniger
werden, nur weil sich ein Unternehmen in dem einen statt in dem anderen
Quartier niederlässt. Der Bedarf an Lehrerpersonal und Sozialarbeitern, um sich
den Hunderttausenden von verzweifelten Jugendlichen zu widmen, ist derart groß,
dass der Staatsetat dafür nicht ausreicht. Dasselbe gilt für alle anderen
Länder, wo der Staat dazu gezwungen ist, die „Sozial“ausgaben zu kürzen, um die
Fähigkeit der nationalen Wirtschaft zu fördern, auf einem übersättigten
Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Und selbst wenn es einen Haufen mehr
Sozialarbeiter oder Lehrer gäbe, so würde dies nicht die fundamentalen
Widersprüche lösen, die die kapitalistische Gesellschaft niederdrückt und die
die wahre Quelle der Entfremdung sind, die die Jugendlichen betrifft.
Wenn die Jungen aus den Vorstädten mit völlig
absurden Methoden rebellieren, so liegt dies daran, dass sie sich in einer
tiefen Verzweiflung befinden. Im April 1981 schrieben die Jugendlichen, die in
Brixton, einem Gebiet von London mit einem großen Anteil von Immigranten, auf
ähnliche Weise aufbegehrt hatten, den Ruf „No Future“ an die Wände. Es ist
dieses No-Future-Gefühl, dass heute Hunderttausende von Jugendliche in
Frankreich wie in anderen Ländern ergreift. Sie fühlen es jeden Tag in ihren
Bäuchen, wegen der Arbeitslosigkeit, wegen der Diskriminierung und
Geringschätzung, mit der sie behandelt werden. Aber sie sind nicht allein. In
vielen Teilen der Welt ist die Lage noch schlimmer, und die Antwort der
Jugendlichen nimmt noch absurdere Formen an: In Palästina ist es der Traum
vieler Kinder, „Märtyrer“ zu sein, und eines der beliebtesten Spiele 10jähriger
Kinder ist, sich einen Spielzeug-Bombengürtel anzulegen.
Doch diese etwas extremen Beispiele sind nur
die Spitze eines Eisbergs. Nicht nur die ärmsten Jugendlichen sind von
Verzweiflung erfasst. Ihre Hoffnungslosigkeit und ihre absurden Aktionen
enthüllen einen vollkommenen Mangel an Perspektive nicht nur für sich selbst,
sondern auch für die gesamte Gesellschaft in allen Ländern. Eine Gesellschaft,
die immer tiefer in einer Wirtschaftskrise steckt, die nicht gelöst werden
kann, weil die Widersprüche der kapitalistischen Produktionsweise in sich
selbst unlösbar geworden sind. Eine Gesellschaft, die immer mehr verwüstet wird
von Kriegen, Hungersnöte, unkontrollierbaren Epidemien, von einer dramatischen
Zerstörung der natürlichen Umwelt, von Naturkatastrophen, die sich in
unermessliche menschliche Tragödien verwandeln, wie der Tsunami im vergangenen Winter
oder die Überflutung New Orleans‘ Ende des vergangenen Sommers.
In den 30er Jahren des vergangenen
Jahrhunderts durchschritt der Kapitalismus eine Krise, die mit der heutigen
vergleichbar ist. Die einzige Antwort des Kapitalismus war der Weltkrieg. Es
war eine barbarische Antwort, doch sie erlaubte es der Bourgeoisie, die
Gesellschaft rund um dieses Ziel zu mobilisieren. Heute besteht die einzige
Antwort der herrschenden Klasse auf die Sackgasse ihrer Ökonomie erneut im
Krieg: Daher sind wir Zeuge eines Kriegs nach dem anderen, Kriege, die
zunehmend die entwickeltsten Länder erfassen, denen lange Zeit die direkten
Folgen eines Kriegs erspart geblieben waren (wie die USA oder gar bestimmte
europäische Länder wie Jugoslawien in den 90er Jahren). Jedoch kann die
Bourgeoisie nicht den Weg zu einem neuen Weltkrieg beschreiten. An erster
Stelle, weil, als sich die ersten Auswirkungen der Krise Ende der 60er Jahre
bemerkbar machten, die Arbeiterklasse besonders in den Industrieländern mit
einem solchen Nachdruck reagierte (Generalstreik in Frankreich im Mai 68, der
„heiße Herbst“ in Italien 1969, Polen 1970-71, etc.), dass klar war, dass sie
zu dieser Zeit nicht bereit war, als Kanonenfutter den imperialistischen
Ambitionen ihrer Bourgeoisie zu dienen. An zweiter Stelle, weil mit dem
Verschwinden der beiden großen imperialistischen Blöcke nach dem Zusammenbruch
des Ostblocks 1989 die diplomatischen und militärischen Voraussetzungen für
einen neuen Weltkrieg nicht mehr existieren, auch wenn dies keinesfalls verhindert,
dass die lokalen Kriege unvermindert fortgesetzt und vervielfacht werden.
Die
einzige Perspektive: Der
Kampf des Proletariats
Der Kapitalismus hat keine Perspektive
anzubieten, außer immer barbarischere Kriege, noch größere Katastrophen, immer
mehr Armut für die große Mehrheit der Weltbevölkerung. Die einzige Möglichkeit
für die Gesellschaft, der Barbarei der gegenwärtigen Welt zu entkommen, ist der
Sturz des kapitalistischen Systems. Und die einzige Kraft, die imstande ist,
den Kapitalismus zu stürzen, ist die Weltarbeiterklasse. Weil die
Arbeiterklasse bis heute nicht die Stärke hatte, diese Perspektive durch die
Entwicklung und Ausweitung ihrer Kämpfe zu bekräftigen, sind viele ihrer Kinder
der Verzweiflung anheimgefallen, drücken ihr Aufbegehren auf absurde Weise aus
oder suchen Zuflucht in den Wundern der Religion, die ihnen das Paradies nach
dem Tod verspricht. Die einzig wahre Lösung der „Krise der enterbten
Wohngegenden“ ist die Weiterentwicklung des proletarischen Kampfes bis zur
Revolution. Allein dieser Kampf kann der ganzen Revolte der jungen Generation
eine Bedeutung und eine Perspektive verleihen.
Internationale Kommunistische
Strömung, 8. November 2005
www.internationalism.org
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