Kommuniqué zur Solidarität mit der IKT

Nachdem wir auf der Website der Internationalen Kommunistischen Tendenz das Kommuniqué vom 12. April 2014 mit dem Titel A proposito di alcune infami calunnie [1] (‘Zu einigen niederträchtigen Verleumdungen’, auf der englischen IKT-Webseite: Response to a Vile Slander) gelesen haben, erklären wir als IKS unsere vollkommene Solidarität mit der IKT und denjenigen ihrer Mitglieder, die bei diesen Angriffen von Seiten früherer Mitglieder der IKT-Sektion in Italien, des Partito Comunista Internazionalista, besonders aufs Korn genommen wurden.

All diejenigen, die sich als Teil der Kommunistischen Linken begreifen oder an dieser Strömung interessiert sind, kennen die Divergenzen zwischen der IKS und der IKT in Fragen der allgemeinen Einschätzung (wie beim Historischen Kurs), der Interpretation von geschichtlichen Erfahrungen (wie hinsichtlich der Arbeit der Italienischen Fraktion zwischen 1928 und 1945 oder der Gründung des Partito Comunista Internazionalista 1943-45) oder – und dies ist für uns das wichtigste – der Art der Beziehungen, die heute zwischen Gruppen bestehen sollten, die sich als Teil der Kommunistischen Linken betrachten. Wir haben diese Divergenzen nie verschwiegen oder aufgehört, jene politischen Positionen der IKT (und früher des IBRP) hart zu kritisieren, die wir als schädlich für den Kampf der Kommunistischen Linken eingeschätzt haben. Doch kann dies unseres Erachtens nicht unseren Ausdruck vollkommener Solidarität mit der IKT in Frage stellen oder die Entschlossenheit, mit der wir die Verunglimpfungen verurteilen, die heute auf die Organisation und einige ihrer Mitglieder abzielen. Unsere Haltung steht in der Tradition der Arbeiterbewegung.

Die IKS kennt die Identität der Leute, die jetzt die PCInt-IKT angreifen, nicht – und auch nicht die Anschuldigungen im genauen Wortlaut. Doch die IKS hat vollständiges Vertrauen in das von der IKT veröffentlichte Kommuniqué und erachtet die darin enthaltene Information als glaubhaft. Dieses Vertrauen gründet auf folgenden Tatsachen:

- Wir können uns nicht vorstellen, dass eine Organisation, die sich auf die Positionen der Kommunistischen Linken beruft und diese Positionen während 70 Jahren verteidigt hat, eine solche Geschichte, wie sie im Kommuniqué berichtet wird, erfinden sollte;

- Die Geschichte der Arbeiterbewegung (wie auch diejenige der IKS selber) kennt genügend Beispiele für die Tiefe des möglichen Falls derjenigen, die gegen ihre frühere Organisation Ressentiments zu hegen beginnen, wenn sie den Kampf für eine kommunistische Perspektive aufgeben, um denjenigen zur Verteidigung ihres eigenen Ego aufzunehmen. Enttäuschung, Frustration, verletzter Stolz, Groll werden dann zu den Triebkräften ihres Verhaltens, statt die Auflehnung gegen die niederträchtige Ausbeutungsgesellschaft. Wie das Kommuniqué des PCInt sagt, werden „die hasserfüllten Angriffe“ gegen ihre frühere Organisation „zum Zentrum ihrer Politik, wenn nicht ihres Lebens“, statt der Kampf gegen den Kapitalismus, dessen Verbündete sie nun werden – ob sie es wollen oder nicht, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht.

-  Eines des hinterhältigsten, aber leider “klassischen” Mittel der zerstörerischen Dynamik solcher Leute gegenüber ihrer früheren Organisation ist die Verbreitung schmutzigster Anschuldigungen gegen ihre bekanntesten Mitglieder, insbesondere der Behauptung, sie seien „Staatsagenten“.

Eine solche Anschuldigung muss mit der größten Entschlossenheit bekämpft und gebrandmarkt werden, insbesondere deshalb, weil sie Misstrauen sät zunächst in der Organisation, aber auch im ganzen proletarischen Milieu. Aus diesem Grund erklärt die IKS ihre Bereitschaft, der IKT jede Hilfe zu leisten in der Form, welche die IKT als nützlich erachtet, um die Verleumdungen gegen einige ihrer Mitglieder zu widerlegen und ihre Ehre wieder herzustellen.

Die IKS ruft alle Einzelpersonen und Gruppen, die ehrlich für die kommunistische Revolution kämpfen, und insbesondere diejenigen, die sich auf die Kommunistische Linke berufen (namentlich die, die zur Strömung gehören, an der sich nach 1952 Bordiga beteiligte), dazu auf, der IKT eine vorbehaltlose Solidarität entgegen zu bringen angesichts der hinterhältigen Angriffe gegen sie. Es gereicht der Kommunistischen Linken zur Ehre, solche Methoden bekämpft zu haben, in welchen der Stalinismus der große Spezialist war, in den dunkelsten Tagen der Konterrevolution. Sich am Kampf der Kommunistischen Linken zu beteiligen, heißt nicht nur, ihre politischen Positionen zu verteidigen. Es bedeutet auch die Anprangerung von politischem Verhalten, das – wie Gerüchte, Lügen, Beleidigungen und Erpressung – in diametralem Widerspruch steht zum Kampf des Proletariats für seine Emanzipation. 

Die IKS, 17.4.15.