Zuerst Verunglimpfungen, dann Lügen – das IBRP entfernt sich von der Sache des Proletariats

 

Das IBRP[1] veröffentlichte auf seiner Website in vier Sprachen (italienisch, französisch, englisch, spanisch) das folgende Communiqué mit dem Titel "Letzte Antwort auf die Beschuldigungen der IKS":

"Wir informieren die Genossen, die die internationalen Schicksalsschläge der Gruppen der Kommunistischen Linken verfolgen, dass wir seit einiger Zeit das Ziel von heftigen und vulgären Angriffen von Seiten der IKS sind, die tobt, weil sie von einer tiefen und unumkehrbaren inneren Krise zerrissen wird, die ihre Ex-Militanten dazu bringt, mit kritischer Aufmerksamkeit die Positionen des IBRP zu studieren.

Wir haben eine Zeitlang gehofft, die (Ex-?)Genossen der IKS würden wieder ein Mindestmaß an psychologischem Gleichgewicht finden, und wir haben einige Male auf ihre verrückten Anschuldigungen geantwortet, aber es hat nichts gebracht. Ihr Verfolgungswahn und ihre Komplotttheorien, die ihre Träume anregen, sind offensichtlich die vergiftete Frucht eines politischen Kurses, der auf Voraussetzungen beruht, die mit dem historischen Materialismus überhaupt nichts zu tun haben.

Dies treibt sie dazu, immer alle des bourgeoisen Komplotts gegen sie zu bezichtigen, was all diejenigen nervt, die ernsthaft revolutionäre Politik betreiben. Man entdeckt plötzlich, dass Militante, die 25 Jahre Militanz hinter sich haben und Mitglieder der leitenden Organe der IKS waren, nichts als Diebe, Schurken oder Parasiten seien.

Der IKS zu folgen wäre deshalb für uns eine große Zeitverschwendung, die wir uns nicht erlauben können. Aus diesem Grund werden wir vom heutigen Tag an weder auf ihre vulgären Angriffe antworten noch darauf reagieren. Diejenigen hingegen, die die Kenntnis unserer Kritik der Positionen der IKS vertiefen möchten, finden in der (bald erscheinenden) Nr. 10 von Prometeo[2] unsere Kritik an ihrer letzten Kongressresolution.

PS: Dieses Communiqué bleibt 15–20 Tage auf unserer Website."

Wie steht es nun mit den "heftigen und vulgären Angriffen von Seiten der IKS", die dieses Communiqué erwähnt?

Das Verhalten des IBRP in letzter Zeit – eine offene Schuld, die sich nicht einfach in Luft auflöst

Tatsächlich haben wir gegenüber dem IBRP sehr energische Kritik geübt, und zwar aufgrund eines Verhaltens von ihm, das der Tradition der Kommunistischen Linken nicht würdig ist und wie folgt zusammengefasst werden kann[3]:

- Das IBRP veröffentlichte auf seiner Website in verschiedenen Sprachen schubkarrenweise Verleumdungen gegen die IKS, die von einem schleierhaften "Zirkel Internationalistischer Kommunisten" stammten, ohne dass es die Behauptungen auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft hätte;

- es zögerte die Veröffentlichung auf seiner Website eines von uns verfassten Dementis, das eine begründete Widerlegung der Verleumdungen enthielt und auch auf unserer Website zu lesen war, so lange wie möglich hinaus;

- es leistete unserem Begehren um "Gegendarstellung" (das jede bürgerliche Zeitung unter ähnlichen Umständen akzeptiert hätte) erst nach drei Briefen von uns Folge, und zwar insbesondere erst nach dem Auftauchen einer Anzahl von Tatsachen, die den lügenhaften Charakter der Behauptungen des Abenteurers (Herrn B.) bewiesen, der sich hinter dem ominösen "Zirkel Internationalistischer Kommunisten" versteckte;

- es veröffentlichte nie die dieses Element verurteilende Stellungnahme des NCI (Nucleo Comunista Internacional), einer Gruppe in Argentinien, die mit den Positionen der IKS sympathisiert und die das erste Opfer der Manöver des Herrn B. war;

- es hat die heuchlerischste Methode angewandt, um möglichst zu vermeiden, angesichts der Tatsachen, die sich hinsichtlich der Intrigen des Herrn B. und des Charakter seines Textes aufdrängten, vor aller Welt bloß gestellt zu werden: es entfernte diesen Text ebenso kommentarlos von der Website, wie es ihn seinerzeit in Umlauf gesetzt hatte, während er fast zwei Monate lang dazu diente, schubkarrenweise Dreck auf unsere Organisation zu kippen;

- mit anderen Worten wandte es sich von der einzigen Methode ab, die unter solchen Umständen der Revolutionäre würdig ist: das Verhalten des Schwindlers mit allem Nachdruck zu verurteilen, um den ernsthaften politische Fehler zu korrigieren, den es durch die stillschweigende Gutheißung und Weiterverbreitung der Verleumdungen gegen unsere Organisation begangen hatte.

Tatsächlich ist die Antwort des IBRP auf unsere Kritik sehr klar: Es ist ein Nichteintretensbescheid, der mit dem Vorwand begründet wird, uns zu antworten wäre eine "Zeitverschwendung, die wir uns nicht erlauben können". Und darüber hinaus behauptet das IBRP auch noch, dass es diejenige Organisation sei, die angegriffen worden sei! Eine solche Haltung zeigt klar, dass diese Organisation uns keine einzige konkrete Tatsache und kein politisches Argument entgegen halten kann. Wenn das IBRP auf dieser Haltung beharrt, liefert es - wie bereits gesagt - selber den Beweis dafür, dass es zu einem Hindernis für die Bewusstseinsreifung des Proletariats wird, "nicht so sehr durch den schlechten Ruf, den unsere Organisation davon tragen könnte, sondern durch den schlechten Ruf und die Schande, die solches Verhalten über das Andenken an die Italienische Kommunistische Linke und somit über deren unersetzlichen Beitrag bringt" ("Offener Brief an die Militanten des IBRP" vom 7. Dezember 2004).

Überprüfen wir nun gleich diese Vertiefung der "Kenntnis unserer Kritik der Positionen der IKS" durch BC, die das Communiqué des IBRP verspricht. Es handelt sich dabei um den Artikel auf Italienisch mit dem Titel "Dekadenz, Zerfall, Produkte der Verwirrung" aus der Nr. 10 von Prometeo.

Ja zum politische Kampf, aber nicht mit den Methoden der Bourgeoisie

Die IKS befürwortet absolut und ohne Abstriche die offene Konfrontation der unterschiedlichen Standpunkte, die die verschiedenen Strömungen in der Arbeiterbewegung vertreten. "Es gibt gewiss keine Partei, für die die freie und unaufhörliche Selbstkritik in diesem Maße eine Lebensbedingung wäre wie für die Sozialdemokratie. Da wir mit der Entwicklung der Gesellschaft fortschreiten müssen, so ist ein beständiger Unwandlungsprozess auch in unserer Kampfesweise die Vorbedingung unseres Wachstums, dieser ist aber nicht anders als durch die unaufhörliche Kritik unseres theoretischen Besitzstandes zu erreichen." (Rosa Luxemburg, Freiheit der Kritik und der Wissenschaft, Sept. 1899)[4]. Es ist deshalb alles andere als Zufall, wenn die Strömungen, die die marxistische Linke der Arbeiterbewegung verkörperten, nach dem Vorbild Lenins, Rosa Luxemburgs und Pannekoeks mit Begeisterung die Polemik begrüßten, die sie als belebend erachteten – ganz im Gegensatz zu den opportunistischen Tendenzen innerhalb der Arbeiterbewegung. Die IKS sieht sich als Fortsetzerin dieser Tradition, was zahlreiche ernsthafte Polemiken beweisen, die in ihrer Presse erschienen sind und deren Ehrlichkeit bis jetzt von niemandem in Frage gestellt worden sind.

Was den Artikel von Prometeo betrifft, müssen wir zugeben, dass wir den "Tiefgang", der versprochen wurde, nicht gefunden haben, aber das ist nicht das entscheidende Problem. BC scheint nicht zu wissen oder vergessen zu haben, dass die Polemik im revolutionären Milieu nichts mit dem "politischen Wettkampf" zu tun hat, den die Bourgeoisie pflegt und bei dem das Ziel darin besteht, mehr "Punkte" als der Gegner zu gewinnen, indem dieser mit allen Mitteln schlecht gemacht wird, die typisch für diese Klasse sind: Schienbeintritte, falsche Unterstellungen, Hinterlist, Lügen, usw.. Auf solche Methoden greift BC zurück, um ihren Standpunkt "um jeden Preis" zur Geltung zu bringen. Aus diesem Grund geben wir der Antwort auf diese Herangehensweise von BC die höchste Priorität, ohne dass wir daneben vergessen, wie wichtig es ist, weiterhin Stellung zu nehmen zu den wesentlichen Fragen, bei denen unsere beiden Organisationen ernsthaft anderer Auffassung sind (was wir immer wieder tun)[5] – diese Herangehensweise von BC wollen wir heftig kritisieren, denn sie ist bei einer Organisation, die sich auf den Marxismus und die Kommunistischen Linke beruft, nicht zu akzeptieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass wir gezwungen sind, diese Art von Problemen in der Diskussion mit dieser Organisation zu erörtern. So schrieben wir im März 2001 in einem zweiteiligen Artikel, der der Kritik der vom IBRP angewandten, opportunistischen Herangehensweise beim Aufbau der Partei gewidmet war[6], Bezug nehmend auf eine Antwort dieser Organisation zum ersten Teil des Artikels, die IKS "wird nur dann zitiert, wenn es nicht anders geht. Der ganze Artikel ist oberflächlich und enthält keine Zitate unserer Positionen, die vielmehr von BC zusammengefasst werden, und zwar teilweise klar entstellend". Doch während wir damals geneigt waren zu glauben, dass "dies die Folge eines mangelnden Verständnisses [unserer Positionen] und nicht Ausdruck von Böswilligkeit" war, sind wir heute, angesichts der Systematik der Entstellung und der Schamlosigkeit gewisser Lügen, unschlüssig: Muss man diese Haltung als Zeichen der intellektuellen und politischen Altersschwäche deuten, oder entspringt sie einem außerordentlichen Zynismus, der seinerseits Ausdruck eines totalen Verlusts jeder Moral und jedes proletarischen Bezugs dieser Organisation wäre. Warum nicht beides? Jedenfalls kann sich der Leser selbst ein Urteil bilden.

Schamlose Entstellung der Positionen der IKS

Der Artikel von Prometeo geht grob und ohne Ordnung auf unsere Position zur Fähigkeit der Bourgeoisie und ihrer Gewerkschaften los, gegen die Arbeiterklasse Manöver zu veranstalten (wie während der Streiks vom Dezember 95 in Frankreich der Fall war), sowie auf unsere Analyse über den politischen Parasitismus. Nachdem die tollwütige Feder von BC die erste Frage gestreift hat, entstellt sie ohne Zurückhaltung absichtlich zum Zwecke ihrer Polemik auf tiefstem Niveau unsere Analyse über den Parasitismus. Sie sagt folgendes: "Jeder hatte die Möglichkeit, diese Sichtweise zu überprüfen, diejenige der IKS, über eine bei verschiedenen Gelegenheiten Komplotte schmiedende Bourgeoisie, wobei wir an die großen Streiks in Frankreich erinnern, wo die Bourgeoisie die Gewerkschaft derart manipulierte, dass sie das Proletariat in eine Falle laufen ließ, oder (…) die Thesen über "den Parasitismus", die der Bourgeoisie ganz einfach die Verantwortung dafür zuschieben, parasitäre Grüppchen zu gründen, um genau in der IKS Schaden anzurichten". Der Autor des Artikels tut so, als ob es sich bei dem, was er schreibt, um offensichtliche Tatsachen handeln würde: "Jeder hatte die Möglichkeit, diese Sichtweise zu überprüfen", und der Hinweis auf unsere "Thesen über den Parasitismus" soll den Beweis dieser Offensichtlichkeit darstellen. Angesichts einer solchen Lüge ist es notwendig, länger aus diesen Thesen zu zitieren:

– "Der politische Parasitismus (ist) mehrheitlich auch ein Ausdruck des Eindringens fremder Ideologien in die Arbeiterklasse (...)" (Punkt 8 der "Thesen den politischen Parasitismus", veröffentlicht in der Internationalen Revue Nr. 22)

– Er stellt eine Bedrohung dar "in Perioden der relativen Unreife der Arbeiterbewegung, in denen die Organisationen des Proletariates noch eine schwache Wirkung und wenig Tradition haben" (Punkt 8)

– "Der Begriff des politischen Parasitismus ist (...) keineswegs "eine Erfindung der IKS". Es war die IAA (Internationale Arbeiterassoziation), (…) - und zuvorderst Marx und Engels - (...), die die Parasiten schon damals als politisierte Elemente beschrieb, welche zwar vorgeben, zum Programm und den Organisationen des Proletariats zu gehören, ihre Energie aber nicht auf den Kampf gegen die herrschende Klasse, sondern gegen die Organisationen der revolutionären Klasse konzentrieren." (Punkt 9);

– die Anfälligkeit gegenüber dem Parasitismus liegt heutzutage insbesondere begründet im "Bruch der organischen Kontinuität mit den Traditionen der früheren Generationen von Revolutionären, (der) das Gewicht der kleinbürgerlichen Reflexe und Verhaltensweisen gegen die Organisation bei vielen Elementen (erklärt), die sich auf den Marxismus und die Kommunistischen Linke berufen" (Punkt 12);

– "der Parasitismus (stellt) keine Fraktion der Bourgeoisie dar, da er weder ein Programm oder eine spezifische Orientierung für das nationale Kapital beinhaltet noch Einsitz in den staatlichen Organen zur Kontrolle des Arbeiterkampfes nimmt" (Punkt 18);

– doch wird "das Eindringen von Staatsagenten in parasitäre Bewegungen offensichtlich durch die Tatsache erleichtert, dass ihre Berufung die Bekämpfung der wirklichen proletarischen Organisationen ist" (Punkt 20).

Außerdem haben wir in den Schlussfolgerungen unserer Resolution, die BC kritisiert, sehr wohl über die Frage des Parasitismus gesprochen, und zwar wie folgt: "So wie die Abdankung der Arbeiterklasse gegenüber der Logik des Zerfalls sie der Fähigkeit beraubt, für eine Antwort auf die Krise zu sorgen, der sich die Menschheit gegenüber sieht, so riskiert die revolutionäre Minderheit ihre Zerstörung und Einebnung durch die verkommene Umwelt, von welcher sie umgeben ist und die ihre Reihen in Gestalt des Parasitismus, Opportunismus, Sektierertums und der theoretischen Konfusion penetriert." Wir fordern alle, die dies wollen, dazu auf, einen Zusammenhang zu finden zwischen dem, was BC schreibt, und dem, was die IKS über den Parasitismus sagt, einschließlich in denjenigen Passagen, die hier nicht zitiert worden sind. Aus unseren Texten, die öffentlich zugänglich sind (auch für das IBRP), geht klar hervor, dass für uns der politische Parasitismus entgegen der Polizeisichtweise, die uns BC betrügerisch unterstellt, überhaupt nicht eine Schöpfung der Bourgeoisie ist, sondern ein Ergebnis des Druckes der bürgerlichen Ideologie unter bestimmten historischen Umständen.

Aus dem ganzen Artikel von Prometeo geht umgekehrt hervor, dass BC ein armseliger Fälscher und darüber hinaus ein unermüdlicher Verleumder ist.

Ein bedauernswerter Geisteszustand

Das oben erwähnte Beispiel stellt eine Karikatur der Unehrlichkeit dar, die den ganzen Artikel von Prometeo prägt.

Das Frisieren der Texte "des Gegners"

Der Artikel von BC wirft unserer Resolution vor, dass sie in den Punkten 6 bis 9 "bedeutungslosen Sätze" enthalte, von denen der folgende "eine Perle" sei: "Das Aufgeben solcher Institutionen [UNO und NATO] des "internationalen Rechts" stellt einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung des Chaos in den internationalen Beziehungen dar". Das Problem liegt nicht in der Beurteilung dieses Satzes durch BC, sondern vielmehr in der Tatsache, dass er, aus dem Zusammenhang gerissen, den Eindruck erwecken kann, wir hätten die Einschätzung, dass die UNO die Rolle eines internationalen Schiedsrichters spielen, über den besonderen Interessen der einen oder anderen stehen und eine gewisse Weltordnung gewährleisten würde, so dass der Verlust ihres Einflusses ein Faktor des Chaos wäre. Dies ist aber überhaupt nicht unsere Position (und BC weiß dies ganz genau, so wie sie auch weiß, dass die IKS die UNO immer schon als "Bund von Räubern" betrachtete)[7],  wie man feststellen kann, wenn man die beiden vorangehenden Sätze unserer Resolution liest, die aber von BC unterschlagen werden: "Diese Krise hat auf das Dahinscheiden nicht nur der NATO (deren Irrelevanz sich an ihrer Unfähigkeit zeigte, kurz vor dem Krieg in der Frage der "Verteidigung" der Türkei zu einer Übereinkunft zu kommen), sondern auch der UN aufmerksam gemacht. Die amerikanische Bourgeoisie betrachtet diese Institution zunehmen als Mittel ihrer Hauptrivalen und äußert offen, dass sie keine Rolle beim "Wiederaufbau" des Iraks spielen werde."

Die Kunst, mit den Worten so zu spielen, dass die Ansichten und Gedanken "des Gegners" durch den Dreck gezogen werden

Die Resolution der IKS, die BC kritisiert, kommt auf die Zerfallsperiode zurück: "… die Arbeiterklasse, deren Kämpfe in der Periode von 1969–1989 die Bourgeoisie daran gehindert hatten, ihre "Lösung" der Wirtschaftskrise durchzusetzen, (sah sich) nun immer mehr den Konsequenzen aus ihrem eigenen Scheitern gegenüber, ihre Kämpfe auf eine höhere, politische Stufe zu stellen und der Menschheit eine Alternative anzubieten. Die Zerfallsperiode, das Resultat dieses "Patts" zwischen den beiden Hauptklassen, bringt der ausgebeuteten Klasse keinerlei positiven Früchte ein. Obwohl die Kampfbereitschaft der Klasse auch in dieser Periode nicht ausgetilgt wurde und ein Prozess der unterirdischen Reifung des Bewusstseins immer noch konstatiert werden konnte, besonders in Gestalt "suchender Elemente", kleiner politisierter Minderheiten, trat der Klassenkampf überall den Rückzug an und tut dies noch heute. Die Arbeiterklasse sah sich in dieser Periode nicht nur mit ihren eigenen politischen Mängeln konfrontiert, sondern auch mit der Gefahr, ihre Klassenidentität unter dem Gewicht eines sich auflösenden Gesellschaftssystems zu verlieren." Diese Analyse der IKS wird unter der Feder von BC wie folgt zusammengefasst: "Der Zerfall (der Produktionsweise? der Gesellschaftsformation? pfff!) sei demnach die Folge des stabilen Gleichgewichts, das zwischen den Klassen, Proletariat und Bourgeoisie, erreicht worden sei." Wir hätten den zitierten Gedankengang etwas anders zusammengefasst, aber mit Rücksicht darauf, dass BC diese Frage nicht versteht, können wir ihr diese Unbeholfenheit nicht vorwerfen. Doch die Art und Weise, wie BC fortfährt, ist bezeichnend für ihre Methode, die mit dem Gebrauch des Begriffs "Verantwortung" spielt, um unserer Analyse einen ganz anderen Sinn zu geben, als wir ausgedrückt haben, so dass unsere Auffassung entstellt wird. "Insbesondere komme der proletarischen Klasse die Verantwortung [für den Zerfall] zu, die … sich als unfähig erwiesen habe, ihre Kämpfe auf ein höheres politisches Niveau zu heben." Es gibt in der Tat eine historische Verantwortung der Arbeiterklasse dafür, den Kapitalismus zu beseitigen, bevor dieser die Gesellschaft in eine Barbarei zieht, aus der es kein Zurück mehr gibt. Dem Proletariat kommt die Aufgabe zu, sich auf die Höhe seiner Verantwortung zu schwingen. Das haben die Revolutionäre seit der ersten weltweiten revolutionären Welle von 1917-23 immer wieder betont. Etwas ganz anderes ist es aber, uns die Idee zu unterstellen, dass die Arbeiterklasse für den Zerfall des Kapitalismus "verantwortlich" sei. Es ist eine billige Verleumdung, die es BC erlaubt (ohne irgendeine weitere Erklärung) zu folgern: "Seine eigene theoretische Unfähigkeit als Schwäche der Klasse auszugeben, ist ein Betrug auf tiefem Niveau und zahlt sich nicht aus."

Eine gewaltige Lüge

Wir haben gesehen, dass BC ständig die Positionen der IKS verdreht; oft sogar sehr grob, um sie lächerlich zu machen, abzuwerten und herabzusetzen. Aber bei den oben erwähnten Verfälschungen unserer Positionen kann man zusätzlich anführen, dass neben den offensichtlich unlauteren Absichten der Gruppe BC die kritisierten Positionen kaum kennt und sich herzlich wenig mit ihnen auseinandersetzt. Dies geht einher mit einer oberflächlichen politischen Vorgehensweise. Aber das trifft bei dem folgenden Beispiel nicht zu, welches den Propagandamethoden Goebbels würdig ist, der behauptete, "eine gewaltige Lüge bewirkt, dass die Zweifel beseitigt werden".

Der Artikel Prometeos kommt auf die Analyse der IKS zurück, was historisch auf dem Spiel stand, bevor die beiden Blöcke verschwanden. Solange der Kalte Krieg fortdauerte, war die Existenz zweier mit einander rivalisierender imperialistischer Blöcke eine Vorbedingung für den Ausbruch eines 3. Weltkriegs. Die einzige Hürde, die solch einen fatalen Ausgang für die Menschheit verhinderte, war eine Arbeiterklasse, die im Gegensatz zur Zeit vor den beiden Weltkriegen nicht von der Bourgeoisie geschlagen war. Während der Zeit des Kalten Krieges bekämpfte die IKS unaufhörlich die Illusionen, die von einigen revolutionären Gruppen, unter anderem von BC, vertreten wurden, und eine schwerwiegende Unterschätzung dessen widerspiegelten, was auf dem Spiel stand. Sie stimmten nämlich in den Chor derjenigen ein, die behaupteten, "die Bourgeoisie ist nicht selbstmörderisch, sie wird nie einen Atomkrieg auslösen". Damit wurde im Kern die bürgerliche These vom "Gleichgewicht des Schreckens" unterstützt. Heute leugnet BC nicht, was sie damals zu diesem Thema sagte: "Sicher blieb die von den Atomwaffen ausgehende Gefahr einer der Gründe für die Abschwächung der Spannungen, oder zumindest ein gewichtiger Grund für die Kommandozentralen des Imperialismus, andere Lösungen zu suchen" (‚Dekadenz, Zerfall, Ergebnisse der Verwirrung’). Darüber hinaus stellt BC auch fest, dass mit dem Verschwinden der Blöcke die IKS ihre Formulierung der historischen Alternative "Krieg oder Revolution" geändert hat, die nunmehr "Zerstörung der Menschheit oder Revolution" lauten muss, da die Zerstörung der Menschheit entweder durch einen Weltkrieg entstehen kann[8], falls sich zwei neue imperialistische Blöcke bilden und die Arbeiterklasse eine Niederlage erleidet, oder die Zunahme immer mehr zerstörerischer lokaler Kriege und Versinken des Kapitalismus im Chaos und Zerfall, bis eine Umkehr nicht mehr möglich ist. Während der Artikel von BC bis zu dieser Stelle unsere Positionen einigermaßen wahrheitsgetreu wiedergibt, wird BC plötzlich ausfällig, indem sie erfindet, was keine Erfindung des Jahrhunderts ist, aber alle bisherigen Entstellungen durch BC in den Schatten stellt: "… jetzt, urplötzlich, informiert uns die IKS, dass der einzige Grund, weshalb der Weltkrieg nicht ausgelöst wurde, darin liegt, dass ein Atomkrieg die Menschheit zerstört hätte". Da wir unseren Augen nicht glaubten, haben wir diesen Abschnitt immer wieder gelesen. Nicht nur steht davon überhaupt nichts in der Resolution der IKS; und auch in unseren früheren und seitdem verfassten Texten findet man keine Aussage dieser Art. Eine Verwechslung war jedoch auch nicht möglich, da während der Diskussionsveranstaltung in Paris am 2. Oktober 2004 die IKS dem IBRP folgende Frage in aller Öffentlichkeit gestellt hatte: "Verteidigt das IBRP heute noch seine Auffassung, derzufolge man sagen kann, wenn vor dem Zusammenbruch des Ostblocks kein Atomkrieg ausgebrochen ist, sei dies auf die Atombombe und das Gleichgewicht des Schreckens zurückzuführen?" In unserem Pressebericht über diese Diskussion ("Politische Leere und mangelnde Methode des IBRP" in Weltrevolution 127) wiesen wir auf folgenden Tatbestand hin: "Anfänglich wollte kein Mitglied des IBRP auf unsere Frage antworten. Und erst nachdem wir die Frage zum dritten Mal gestellt hatten, hat ein Genosse des IBRP die Güte gehabt uns sehr knapp zu antworten, ohne auch nur irgendein Argument zu liefern: Das Gleichgewicht des Schreckens sei ‚einer der Faktoren', der erklärt, weshalb die Bourgeoisie einen dritten Weltkrieg nicht auslösen konnte." Zum Zeitpunkt dieser öffentlichen Diskussionsveranstaltung, d.h. ungefähr zwei Monate vor der Veröffentlichung des Artikels in Prometeo musste BC wissen, dass wir eine tiefgreifende Divergenz mit ihm hinsichtlich dieser Frage hatten. Fazit: Abgesehen davon, dass es gegenüber der IKS bürgerliche Praktiken benutzt, macht sich BC offensichtlich über seine Leser lustig.

Die Flucht vor der erforderlichen Klärung

Der Verbreitung lügnerischer Verleumdungen gegen die IKS überführt, die es bereitwillig auf seiner Website gegen die IKS veröffentlicht hatte, hat das IBRP angefangen, die Spuren seiner Angriffe gegen die IKS heimlich zu verwischen, um die ganze Angelegenheit zu vertuschen[9]. Als die IKS es um Rechenschaft bat, schrie das IBRP auf, es werde angegriffen: Deshalb "werden wir vom heutigen Tag an weder auf ihre vulgären Angriffe antworten noch darauf reagieren" (aus "Letzte Antwort auf die Beschuldigungen der IKS")[10]. Um von dem sehr problematischen Verhalten der politischen Einstellung des IBRPs abzulenken, nimmt das Büro die politischen Divergenzen zwischen unseren Organisationen bei programmatischen Fragen und allgemeinen Analysen ins Visier. So geschehen in seinem Artikel in Prometeo "Dekadenz, Zerfall, Produkte der Verwirrung". Aber da es auch bei diesen Fragen unfähig ist, die wirklichen Divergenzen ehrlich auszutragen, ist es gezwungen, schlechte Taschenspielertricks anzuwenden, um nicht auf die wirklichen politischen Argumente der IKS zu antworten. Und um einer Situation vorzubeugen, wo es über die erneuten Regelverletzungen Rechenschaft ablegen müsste, lehnt es eine weitere Auseinandersetzung ab. Dies wird mit einem Dünkel gerechtfertigt, der nur mit seiner politischen Nichtigkeit verglichen werden kann: "Dies sind – und sie sind es wirklich – die theoretischen Grundlagen der IKS. Aus diesem Grunde haben wir beschlossen, keine Zeit, kein Papier und keine Tinte mehr damit zu verschwenden, um mit ihr zu diskutieren oder gar zu polemisieren. Die Gründe dürften klar sein."[11]

Gelingt es dem IBRP noch, sich selbst oder seine grenzenlosen Bewunderer zu täuschen? Ihnen gegenüber müsste das IBRP dann doch erklären, warum es nutzlos ist, mit der IKS aufgrund unserer theoretischen Grundlagen zu diskutieren, während es dem IBRP sehr wohl möglich ist, dies mit der "IFIKS" zu tun, gar mit ihr Kontakte aufrechtzuerhalten, die "fortbestehen und Bestand haben"[12], obgleich letztere behauptet, die wahre IKS mit den gleichen ‚theoretischen Grundlagen‘ zu verkörpern. Der größte Unterschied zwischen der IKS und der "IFIKS" ist, und dies lässt diese in den Augen des IBRPs[13] sicherlich attraktiver erscheinen, dass sie unsere Organisation verleumdet, und den Verdacht hegt, dass es Polizeiagenten in den Reihen der IKS gebe (eine typische Vorgehensweise polizeilicher Provokation), dass sie die IKS bestohlen hat, und Spitzeldienste geleistet hat, als sie schutzbedürftige Interna der Organisation veröffentlichte[14] und jüngst einem unserer Mitglieder drohte, ihm die Kehle durchzuschneiden[15].

Die angeborene Angst vor der politischen Auseinandersetzung

Das also ist der traurige Zustand, in dem sich heute ein Teil befindet, der aus der Italienischen Kommunistischen Linke hervorgegangen ist. Dabei hatte diese Strömung es während der 1930er Jahre inmitten der Konterrevolution geschafft, die Ehre des revolutionären Proletariats gegen den Verrat der KPs und den Niedergang des Trotzkismus zu verteidigen. Es stimmt, dass diese politische Gruppierung, die bei der Gründung des PCInt (Partito Comunista Internazionale) 1943 in Italien dabei war, sich schon sehr früh und gerade bei dieser Gelegenheit durch ihre opportunistische Öffnung gegenüber den Gruppen, die aus dem PSI (der Italienischen Sozialistischen Partei) und dem PCI (der Italienischen Kommunistischen Partei) stammen, hervorgetan hat, oder gegenüber Leuten, die zuvor mit dem programmatischen Rahmen der Italienischen Linken gebrochen hatten, um sich in konterrevolutionäre Abenteuer zu stürzen[16]. Die Französische Fraktion der Kommunistischen Linken (FFGC, die damals Internationalisme veröffentlichte), auf welche sich die IKS beruft, kritisierte damals diese Vorgehensweise, welche die programmatische und organisatorische Unnachgiebigkeit der Italienischen Kommunistischen Linken (GCI) der 1930er Jahre verwarf[17]. So schrieb die FFGC im November 1946 einen Brief (welcher in Internationalisme Nr. 16 im Dezember 1946 veröffentlicht wurde), und in dem sie eine Liste aller Fragen erstellte, die wegen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der GCI[18] diskutiert werden sollten. Aber danach passierte genau das Gleiche, was zuvor eingetreten war. Genau so wie die GCI auf bürokratische Art und Weise aus der Komintern nach 1926 ausgeschlossen worden war, und wie sie wiederum aus der Linksopposition 1933 ausgeschlossen wurde, schloss nun die GCI die Französische Fraktion von den politischen Diskussionen in ihren Reihen aus, um der politischen Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen. Die seinerzeit für solche Maßnahmen angeführte ‚Rechtfertigung’ erinnert an die angeborenen üblen Absichten des IBRP: "Da (…) euer Brief erneut die ständige Deformierung der Tatsachen und der politischen Positionen erwähnt, die entweder von der PCI Italiens oder von den französischen und belgischen Fraktionen vertreten wurden (…), beschränken sich eure Aktivitäten darauf Verwirrung zu stiften und unsere Genossen zu beschmutzen. Deshalb haben wir einstimmig die Möglichkeit verworfen, dass wir eurer Bitte nach Beteiligung an der internationalen Versammlung der GCI stattgeben". Dieser Auszug des Briefes der PCInt wird in dem Artikel "Disziplin – Hauptstärke….", der im August 1947 in Internationalisme Nr. 25 erschien, zitiert[19]. Derselbe Artikel in Internationalisme 25 machte dazu folgenden Kommentar: "Man mag halten, was man will, von dem Geist, mit dem diese Antwort verfasst wurde, aber man muss festhalten, dass es mangels politischer Argumente diesem Brief nicht an bürokratischer Energie und Entscheidung fehlt".

Die gegenwärtig von BC gegenüber uns praktizierte Methode ist also seitens dieser Organisation nichts Neues, auch wenn sie sich aufgrund unterschiedlicher Umstände heute anders äußert. Heute steht nicht die Frage unseres Ausschlusses auf der Tagesordnung, da wir keiner gemeinsamen Organisation angehören. Was unsere gegenwärtige "Disqualifizierung" gegenüber einem ganzen Milieu von Sympathisanten mit den Positionen der Kommunistischen Linken betrifft, erscheint dies deutlich als ein Ziel von BC, da sie ein Konkurrenz- und sektiererisches Denken hinsichtlich der Beziehungen unter kommunistischen Gruppen hat. Aber um ihr Ziel zu erreichen, womit sie der offenen und loyalen Auseinandersetzung ausweicht, ergreift sie die Flucht und benützt unloyale Methoden wie Verleumdungen, indem sie mit Verachtung erklärt, sie werde gegenüber den Argumenten des Gegners nicht mehr antworten.

Das IBRP krankt an seinen organisatorischen Auffassungen und Praktiken

Die Verachtung und Geringschätzung, mit der die GCI seinerzeit diese kleine von der FFGC gebildete Minderheit behandelte, welche die opportunistische Gründung der PCInt kritisiert hatte, stützte sich auf eine falsche Legitimation hinsichtlich des damals bestehenden Zahlenverhältnisses zwischen der GCI und ihren Mitgliedsgruppen in Italien (der Partei gehörten bei ihrer Gründung mehrere Tausend Mitglieder an), Belgien und Frankreich, und andererseits der zahlenmäßig sehr begrenzten und nur in Frankreich bestehenden Gruppe der kleinen FFGC. Mit der gleichen Arroganz behandelt das IBRP heute noch die IKS, aber hinzu kommt nun die Lächerlichkeit. Auch wenn die IKS sich trotz der Tatsache, dass wir in 13 Ländern bestehen, bewusst ist, dass wir noch eine kleine revolutionäre Organisation sind, ist sich das IBRP offensichtlich noch nicht darüber im klaren, dass es selbst eine winzig kleine Organisation ist. BC mag wohl versuchen sich zu trösten, indem sie ihre Träume und das Gerede der "IFIKS" für bare Münze nimmt und immer wieder versichert, dass die IKS "von einer tiefgreifenden und unumkehrbaren internen Krise erschüttert ist", aber an der Wirklichkeit der IKS ändert das nichts. Die IKS erfüllt nämlich ihre Verantwortung der Analyse der Lage, der Intervention in der Arbeiterklasse, der regelmäßigen Herausgabe der Presse, und wir sind fähig, auf das wachsende Interesse für revolutionäre Politik zu reagieren, das man heute in der jungen Generation spürt, … und wir finden gar die Zeit, um uns gegen Angriffe zur Wehr zu setzen, die das Bündnis des IBRP und der Parasiten gegen uns richtet. Es stimmt, dass man mehr von den Krisen der IKS als von denen des IBRP redet. Und das aus gutem Grund! Nicht nur verbirgt die IKS diese Krisen nicht, sondern wir legen auch deren Ursachen und die gegenüber der Arbeiterklasse daraus zu ziehenden Lehren in der Öffentlichkeit dar. Darüber hinaus mussten - wie wir schon in unserer Antwort auf das IBRP (siehe unseren Artikel "Diebstahl und Verleumdungen sind keine Methoden der Arbeiterklasse", der im Internet veröffentlicht wurde) dargelegt haben - alle lebendigen Organisationen der Arbeiterbewegung (insbesondere die IAA und die SDAPR) einen langen Verteidigungskampf in ihren Reihen gegen diejenigen politische Auffassungen und Verhaltensweisen führen, die dem Proletariat fremd sind[20]. Es stimmt, dass das IBPR nicht sehr gesprächig ist hinsichtlich dieser Fragen, die in seinem politischen Leben auftauchen können. Aber man entdeckt die in dieser Organisation vorhandenen völlig falschen Auffassungen anhand eines Satzes. Um den Diebstahl der Adressendatei unserer Abonnenten durch ein Mitglied unserer Organisation zu rechtfertigen, welches sich später an der Gründung der "IFIKS" beteiligte, äußerte sich das IBRP folgendermaßen: "Wenn führende Genossen der IKS, - welche als solche über die Adressendateien ihrer Organisation verfügen – mit der Organisation brechen, und erklären, dass sie Genossen für ihren ‚richtigen Weg’ gewinnen wollen, und dabei die Adressendateien behalten, handelt es sich nicht um einen Diebstahl. Die falsche Moral der IKS stinkt nach Heuchelei, wenn sie alle möglichen Beschuldigungen gegen diejenigen richtet, die mit ihr brechen" (auf der Website des IBRP veröffentlichte Stellungnahme). Wir haben schon gezeigt (siehe "Diebstahl und Verleumdungen sind keine Methode der Arbeiterklasse), weshalb diese Rechtfertigung des Diebstahls der Werkzeuge einer Organisation, die dieser insgesamt und nicht den einzelnen ihr angehörenden Mitgliedern gehören, nicht hinnehmbar ist. Wir haben bei der Gelegenheit schon darauf hingewiesen, wenn man von einer "Organisation mit ihren Führern an ihrer Spitze" redet, dies sich auf eine Organisationsauffassung bezieht, die wir nicht teilen. Es gab und gibt in der Arbeiterbewegung Organisationsauffassungen, die insbesondere von der bordigistischen Strömung (dem Vetter des IBRPs) vertreten wird, welche innerhalb der Organisation von Führern und der Basis der Mitglieder sprechen[21]. Solche Auffassungen sind Konzessionen gegenüber einer hierarchischen und bürgerlichen Organisationsauffassung. Im Gegensatz zu dieser Auffassung kann die Partei wie jede revolutionäre Organisation ihre Funktion nur dann erfüllen, wenn sie ein Ort der kollektiven Ausarbeitung der politischen Orientierungen ist, an der sich alle Mitglieder beteiligen. Dies beinhaltet notwendigerweise die größtmögliche offene und breite Diskussion, genauso wie in der Arbeiterklasse insgesamt, deren Befreiung von dem bewussten und kollektiven Werk der ganzen Arbeiterklasse abhängt.

Wir sind noch nicht auf diese Auffassung des IBRPs eingegangen, die den ‚führenden Mitgliedern’ besondere Vorrechte einräumt; in diesem Fall den Diebstahl, der nicht verurteilt wird. Diese Auffassung spiegelt eine hierarchische Auffassung der Organisation wider. Man ist geneigt, diese Auffassung zurückzuführen nicht auf den Einfluss der bürgerlichen Ideologie, sondern auf den der feudalen Ideologie. Diese Erleuchtungen des IBPRs verweisen auf das Recht im Mittelalter, als die Adligen das Privileg besaßen, bei der Jagd oder im Krieg die Ernten der Bauern zu vernichten, und die zu ihrem eigenen Vergnügen das Recht der ersten Nacht besaßen.

Wenn sich heute im Wesentlichen die Geschichte von BC wiederholt, wäre es dennoch ein Fehler daraus abzuleiten, dass diese Organisation eigentlich die gleiche geblieben ist. Denn die Wiederholung opportunistischer Praktiken beeinflusst die Dynamik einer Organisation, insbesondere wenn diese verschlossen ist gegenüber jeder Kritik und jede kritische Infragestellung ablehnt. Die wiederholten Flirts des IBRPs mit den Gruppen, die den Positionen und den Methoden des Proletariats zuwiderhandeln, insbesondere der jüngste Flirt mit dem Pack der "IFIKS", haben dazu geführt, dass das IBRP bürgerliche Methoden übernimmt.

In diesem und dem vorhergehenden Text haben wird gezeigt, dass unsere Kritiken am IBRP vollkommen gerechtfertigt sind, und dass die Beschuldigung dieser Organisation uns gegenüber auf Sand gebaut sind. Wir erwarten weiterhin vom IBRP (und wir werden nicht locker lassen), dass es das belegt, was es behauptet, und wenn es sich weiterhin in Schweigen hüllt, dann beweist das nur, dass es nichts zu antworten weiß. IKS

 

[1]Das Internationale Büro für die Revolutionäre Partei (IBRP - www.ibrp.org), gegründet vom Partito Comunista Internazionalista - Battaglia Comunista (BC) und der Communist Workers' Organisation (CWO) in England, beruft sich auf die Tradition der Kommunistischen Linken Italiens.

[2]Prometeo ist die theoretische Zeitschrift von Battaglia Comunista.

[3]Wir laden unsere Leser dazu ein, auf unserer Website die Dokumente zu dieser Angelegenheit zu lesen, insbesondere den letzten Brief an sie: den "Offenen Brief an die Militanten des IBRP" vom 7. Dezember 2004.

[4]Was für die Sozialdemokratie zutraf, als sie noch eine Organisation der Arbeiterklasse war, gilt gleichermaßen für alle Organisationen der Arbeiterbewegung, wie groß auch immer ihr Einfluss innerhalb der Arbeiterklasse sein mag, und gilt auch noch heute voll und ganz für die kleinen Organisationen, die auf der Ebene der programmatischen Positionen dem Kampf des Proletariat für seine Befreiung treu geblieben sind.

[5]Tatsächlich bezieht sich ja der Artikel von BC auf ein Dokument der IKS, das bald zwei Jahre als ist. Wir stehen nach wie vor ganz und gar zu seinem Inhalt, möchten aber anmerken, dass wir zwar vor kürzerer Zeit, aber doch vor der Publikation dieses Artikels von BC, Texte zur Polemik mit dem IBRP veröffentlicht haben, die genau die zentralen Fragen zum Gegenstand haben, um die es Prometeo geht. Es handelt sich um die beiden Teile des Artikels "Battaglia Comunista gibt die marxistische Auffassung über die Dekadenz auf", der in den Nrn. 119 und 120 der International Review (engl./frz./span. Ausgabe) erschienen ist (der erste Teil des Artikels wird in der Internationalen Revue Nr. 35 auf Deutsch erscheinen), und um den Artikel "Politische Leere und mangelnde Methode des IBRP" in Weltrevolution Nr. 127, der über die öffentliche Veranstaltung des IBRP vom 2. Oktober 2004 in Paris berichtet. Diese Texte blieben bis jetzt unbeantwortet. Möglicherweise beantwortet sie das IBRP wieder zwei Jahre später, wenn es ihm gelingt, ein bisschen seiner kostbaren Zeit dafür frei zu machen.

[6]"Die marxistische und die opportunistische Sichtweise beim Aufbau der Partei" in Nr. 103 und 105 der International Review (engl./frz./span. Ausgabe)

[7]Wie schon Lenin den Völkerbund bezeichnete (den Vorläufer der UNO), vgl. Lenin Werke Bd. 31 S. 314 f., Rede vom 15.10.1920

[8]Die IKS hat aber nicht auf den Zusammenbruch des Ostblocks gewartet, um aufzuzeigen, dass ein dritter Weltkrieg die Auslöschung der Menschheit bedeuten würde, oder zumindest einen Rückfall der Zivilisation um Tausende von Jahren.

[9]Falls das IBRP völlig an Gedächtnisstörungen hinsichtlich einige Phasen seiner Vergangenheit leiden sollte, haben wir schriftliche Kopien der Texte gemacht, die es von seiner Website hat verschwinden lassen.

[10]Das IBRP beklagt sich wegen der Vulgarität der IKS ihm gegenüber. Es stimmt, dass wir einige seiner Verhaltensweisen hart kritisieren, manchmal auch mit Ironie. Dies verdienen sie, und manchmal ist es unmöglich die Dinge nicht beim Namen zu nennen. Aber dem IBRP steht es nicht zu, sich zu beschweren, vor allem weil es weniger kleinlich und empfindlich ist, wenn die "IFIKS", aufgepeitscht durch die Beschuldigungen des Abenteurers Herrn B. gegen die IKS, uns in ihrem Bulletin als "Schweine" bezeichnet.

[11]Wir wollen aber festhalten, dass das IBRP gar nicht kleinlich war, als es darum ging, die Verleumdungen des Herrn B. gegen die IKS möglichst weit zu verbreiten, und es fand Zeit und Mittel, um dessen Texte in verschiedene Sprache zu übersetzen und sie auf seine Website zu stellen.

[12]"Antwort auf die stupiden Beschuldigungen einer auseinanderbrechenden Organisation" – von dem IBRP im Internet veröffentlichter Text

[13]Die "IFIKS" stellt auch einen Köder für das IBRP dar, da es sich vorstellt, dadurch ein Mittel zu seiner zahlenmäßigen Verstärkung in Frankreich und, wer weiß, auch in Mexiko zu finden. Mit anderen Worten, es spielen auch Aspekte der Rekrutierungsversuche gegenüber denjenigen eine Rolle, die sich auf der einen Seite als die wahre IKS darstellen und gleichzeitig "mit kritischer Aufmerksamkeit die Positionen des IBRP studieren" (Letzte Antwort auf die stupiden Beschuldigungen der IKS"). Wenn das IBRP entschieden hat, nicht kleinlich zu sein gegenüber dem Wesen der rekrutierten Leute, betrachtet die IKS es um so mehr als ihre Aufgabe, das IBRP erneut davor zu warnen.

[14]Siehe dazu unseren Artikel "Die Polizeimethoden der "IFIKS"" in Weltrevolution Nr. 117.

[15]Siehe dazu unseren Artikel "Todesdrohungen gegen Mitglieder der IKS" in Weltrevolution Nr. 129

[16]Siehe unseren Artikel "Battaglia Comunista zu den Ursprüngen der Internationalistischen Kommunistischen Partei" in International Review Nr. 34 (engl. Ausgabe) und "Die Internationale Kommunistische Partei (Kommunistisches Programm) bis zu ihren Wurzeln, was sie zu sein behauptet und was sie ist" (International Review Nr. 32 – engl. Ausgabe).

[17]Siehe unser Buch "Die Kommunistische Linke Italiens" (auf Deutsch auszugsweise als Broschüre erhältlich)

[18]Damit man sich von der Ernsthaftigkeit überzeugt, mit der diese Divergenzen und Kritiken ausgeführt wurden, raten wir unseren Lesern die Liste in unserer Broschüre "La Gauche Communiste de France (GCF)" nachzulesen.

[19]Ein Artikel, der unter dem gleichen Namen in unserer International Review Nr. 34 (engl. Ausgabe) veröffentlicht wurde.

[20]Auch bei Kämpfen in ihren Reihen haben sie Leute mit einer oft langen und bewundernswerten militanten Vergangenheit verloren, die in der einen oder anderen Form die Sache des Proletariats verraten haben.

[21]Solche Auffassungen wurden schon von der FFGC bekämpft; insbesondere in ihrer Kritik der "Auffassung vom genialen Führer" (derzufolge nur besondere Persönlichkeiten – die genialen Führer – die Fähigkeit besitzen, die revolutionäre Theorie zu vertiefen, um sie zu verbreiten und sie ‚entsprechend aufbereitet’ den Mitgliedern der Organisation weiterzuvermitteln) und in derjenigen der "Disziplin als Hauptstärke…"(die die Mitglieder der Organisation als einfache Ausführende auffasst, die nicht über die politischen Orientierungen der Organisation diskutieren sollen) in Internationalisme Nr. 25. Diese Auffassungen waren auch von Lenin bekämpft worden, als er schrieb: "Es ist die Aufgabe eines jeden kommunistischen Militanten, selbst das zu überprüfen, was die führenden Instanzen der Partei beschlossen haben. Derjenige, der in der Politik aufs Wort glaubt, ist ein unverbesserlicher Idiot" (zit. in Internationalisme Nr. 25).