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Ökokatastrophe und Kommunismus - LeserbriefSubmitted by Weltrevolution on Mon, 24/03/2008 - 22:06.
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Leserbrief: Sehr geehrte Autoren,Ich verfolge schon seit längerer Zeit immer wieder die Artikel Ihrer Seite, doch ein Artikel hat mich veranlasst, Ihnen zu schreiben. Ich las gerade den Artikel "Klimakatastrophe: Der Kapitalismus ist verantwortlich für die Klimaerwärmung". Schön und gut. Davon abgesehen, dass ich mit der Aussage des Titels übereinstimme, wirft der Text einige Fragen auf.Es wird unablässig auf das kapitalistische Weltsystem geschimpft und mächtig Stimmung gegen die herrschende Klasse gemacht. Das soll auch so sein, doch warum werden dort keine Lösungsvorschläge dargelegt? Der Kommunismus wird lediglich als Universallösung für unsere Probleme angeboten, ohne das dem Leser klar wird, wie genau eine solche kommunistische Alternative im Bereich der Klimapolitik aussehen soll. Dass das nach bloßer marxistischer Hetze gegen die bestehenden Verhältnisse aussieht, dürfte doch eigentlich jedem ersichtlich sein.Diese Stimmungsmache zieht sich wie ein roter Faden nicht nur durch vieleIhrer Texte, sondern allgemein durch linke Stellungnahmen. Dadurch werden den Liberalen und generell unserer Ideologie feindlich gesinnten Menschen derart viele Angriffspunkte geliefert, dass es um die Glaubwürdigkeit der Linken und die Überzeugungskraft ihrer nicht vorhandenen Argumente bei den Zuhörern und Lesern wirklich schlecht bestellt ist. Wo sind die Argumente geblieben? Die wasserdichten Argumentationsstrukturen, die jeglichen Einwänden und niveaulosen Kritiken der Kapitalisten standhalten? So kann es mit Ihrer noch so hoch angepriesenen Weltrevolution wahrlich kein gutes Ende nehmen, wenn denn gar auf dieser Grundlage ein Anfang gemacht werden kann, der zu eben diesem Ende zu führen vermag. Mit freundlichen GrüßenDer BrandenburgerAntwort der IKS Lieber BrandenburgerVielen Dank für Ihre Zuschrift. Wenn wir richtig gelesen haben, stimmen Sie mit uns damit überein, dass der Kapitalismus für die Klimakatastrophe verantwortlich ist und dass der Kommunismus dafür eine Lösung bieten kann. Sie bemängeln aber, dass die Umrisse einer alternativen kommunistischen Klimapolitik, welche imstande wäre, die jetzt zunehmende Bedrohung auf diesem Gebiet abzuwenden, von uns niemals konkretisiert werden. Sie äußern zudem die Befürchtung, dass unsere Behandlung der Frage, die es bei allgemeinen Losungen und Stimmungsmache belassen würde, die Argumente der Kommunisten im Verruf bringen werden.Wenn nicht alles täuscht, verbindet uns somit eine gemeinsame Kritik am Kapitalismus – auch und gerade in der „Klimapolitik“ - sowie einen gemeinsamen Lösungsansatz. Daher begrüßen wir ausdrücklich Ihre Sorge um die Glaubwürdigkeit der kommunistischen Alternative.Es bleibt immerhin die Frage, was man unter einer kommunistischen Alternative überhaupt zu verstehen hat. Es gibt viele linke Kritiker des Kapitalismus, welche sich beispielsweise zur Wahl stellen oder außerparlamentarisch eine Reform des Kapitalismus einfordern, dabei Forderungslisten aufstellen und mit wasserdichten Argumente zu untermauern versuchen. Diese Forderungen sind an und für sich oft sinnvoll: die Förderung von „erneuerbaren Energien“ etwa, des öffentlichen Verkehrs auf Kosten des Individualverkehrs, die Beseitigung des unsinnigen Hin-und-Her-Transportierens von Güten oder der Schutz und Ausbau der Regenwälder wie des Waldes überhaupt. Das Besondere am Lösungsansatz des Kommunismus liegt nicht etwa darin, dass wir bessere Einzellösungen hätten als Andere. Das Besondere liegt vielmehr in der Überzeugung begründet, dass der Kapitalismus nicht reformierbar ist. Das Besondere liegt in der Einsicht, dass die vielen von der Wissenschaft, von der Ökologie bereits ausgearbeiteten Lösungsansätze nur greifen können, nachdem die größte Umwälzung in der Menschheitsgeschichte stattgefunden hat. Eine Umwälzung, welche die gesellschaftlichen Verhältnisse der Menschen zueinander ebenso radikal verändert wie das Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Wir sind damit einverstanden, dass man die kommunistische Lösung konkretisieren muss, auch und gerade in der Klimapolitik. Die schwache Stellung der kommunistische Alternative im Bewusstsein der Menschen von heute liegt vor allem darin begründet, dass die meisten Menschen Kommunismus mit Stalinismus oder mit einem linksradikalen Reformismus verwechseln. Soll heißen, sie glauben, der Lösungsansatz der Kommunisten liege darin, anstelle der Anarchie des Konkurrenzkampfes der Kapitalisten untereinander die lenkende Hand des Staates zu setzen. An diese Alternative zweifeln gerade viele arbeitende Menschen, die ihre eigenen leidvollen Erfahrungen mit dem Staat gemacht haben. Sie zweifeln zu Recht daran, dass die Staaten dieser Welt diesem Konkurrenzkampf weniger unterworfen sind wie der Einzelkapitalist. Der Sieg der sozialdemokratischen und stalinistischen Konterrevolution über die revolutionäre Arbeiterklasse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat die marxistische Kritik an der kapitalistischen Zerstörung der natürlichen Grundlagen unserer Gesellschaft bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Aber aus dieser Kritik erst ergibt sich die Überzeugungskraft des Kommunismus.Dabei hat bereits Marx erkannt, dass die Umweltzerstörung durch den Menschen keineswegs erst mit dem Kapitalismus eingesetzt hat. Der Marxismus hat bereits im 19. Jahrhundert nachgewiesen, wie Hochkulturen immer wieder nicht zuletzt an dem zugrunde gegangen sind, was man heutzutage Umweltzerstörung nennt.Für uns liegen die tieferen Wurzeln der Umweltkatastrophe in der Beherrschung des Menschen durch die Ökonomie. Mit anderen Worten, dieses Problem ist in der Notwendigkeit des Kampfes unserer Gesellschaft um das nackte Überleben begründet. Daher entstand das Problem sogar lange vor der Entstehung der ersten Klassengesellschaften. Zwar steht es außer Frage, dass die klassenlosen Urgesellschaften in der Regel viel „umweltfreundlicher“ und ökologisch „nachhaltiger“ waren als die darauffolgenden, auf Ausbeutung beruhenden Strukturen. Aber bereits in der Zeit der Urgesellschaft scheint die Artenvielfalt aufgrund menschliches Einwirken gelitten zu haben. Vor allem dort, wo der gesellschaftliche Mensch sich nicht über Jahrtausende an seine natürliche Umgebung allmählich anpassen konnte, sondern im Prozess der Besiedlung neuer Weltteile und Lebensräume sich behaupten musste, scheint dies der Fall gewesen zu sein. Denn der Aufstieg der Menschheit geschah nicht planmäßig und bewusst, sondern urwüchsig, von der Hand in den Mund im Kampf ums tägliche Überleben. So entstanden denn auch, unabhängig vom Willen der geschichtlichen Akteure, gesellschaftliche Arbeitsteilung, Ausbeutung, Warenwirtschaft und schließlich Kapitalismus. Ein Prozess, welcher die Menschheit immer mehr von der Natur entfremdete, um dann im Kapitalismus alle natürlichen Ressourcen, einschließlich des Menschen selbst, zu Waren zu degradieren. Dieser Prozess hat die kulturellen, wissenschaftlichen, technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, um den Kampf ums nackte Überleben überflüssig zu machen. Was so viel bedeutet, dass die Menschheit, von der Diktatur der Ökonomie befreit, zum ersten Mal imstande ist, ihre gesellschaftlichen Verhältnisse zur Natur bewusst und planmäßig zu gestalten. Was dann alles möglich sein wird, klingt nur im Rahmen der heutigen Gesellschaft „utopisch“. Und da können wir gern „konkret“ werden – wohl wissend, dass unsere diesbezüglichen Argumente stets die Einwände der Anhänger des Kapitalismus hervorrufen werden. Dazu gehört beispielsweise nicht nur das Verschwinden der heutigen Megastädte, sondern überhaupt das Verschwinden des Gegensatzes zwischen Stadt und Land bzw. die Ausbeutung des Landes durch die Stadt. Wie auf anderen Gebieten, so wird es auch auf der Ebene der Umweltpolitik eine Phase des Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus geben müssen. Während dieser Phase wird es vornehmlich darum gehen, die aus der Vorgeschichte der Menschheit übernommenen, v.a. die vom Kapitalismus verursachten Schäden nach Möglichkeit zu reparieren bzw. wieder gutzumachen. Gerade auf diesem Gebiet wird der Übergang lang und schwierig sein. Gerade in dieser Phase wird es für das revolutionäre Proletariat lebenswichtig sein, alle heute bestehenden Einsichten und Vorschläge sowie alle, die noch kommen werden, kritisch zu prüfen und gegebenenfalls auszuprobieren. Die revolutionäre Klasse sollte jetzt schon beginnen, sich mit dieser Materie zu befassen, um sich auf die Aufgabe der Führung und Umgestaltung der Welt vorzubereiten. Es wäre in der Tat notwendig und auch faszinierend (ohne sich zu „verspekulieren“), solche Möglichkeiten zu konkretisieren, die man z.B. nach einer solchen Machtergreifung auf Weltebene als erstes in Auge fassen sollte. Vielleicht haben Sie selbst konkrete Vorschläge auf diesem Gebiet zu machen, die uns allen weiterhelfen können. Wichtig dabei ist aber, eine Leitlinie zu besitzen, ein Richtschnur. Diese kann aus unserer Sicht nur in dem Ziel bestehen, welches einem solchen Übergang dient. Dieses Ziel besteht in der Schaffung einer Gesellschaft ohne Ausbeutung, ohne Not, ohne Konkurrenz. Eine bewusste und einheitlich gelenkte Gesellschaft muss es sein, denn nur eine solche Gesellschaft kann erreichen, was unsere Meinung nach zum „Minimalprogramm“, zur unverzichtbaren Grundlage einer realistischen Klima- und Umweltpolitik der Moderne gehört: nämlich die bewusste Wiedereingliederung der Menschheit als Teil der Natur in die Gesamtheit der Umwelt, das Wiedererlangen eines „ökologischen Gleichgewichts“ auf höherer Ebene. Theoretische Fragen |
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Ein marxistisches Sozialismusmodell für das 21. Jahrhundert.
Den Hinweis im obigen Leserbrief, daß es zutiefst unbefiedigend ist, wenn der Kapitalismus radikal kritisiert und in seinen Grundlagen abgelehnt wird, aber nichts Substanzielles zur Lösung der ökonomischen und sozialen Probleme in der Welt gesagt wird, finde ich voll berechtigt. Wenn vollkommen unklar bleibt, was die Alternative zum Kapitalismsus sein soll, außer dem schönen Wort "Sozialismus", dann hat man im Grunde kapituliert. Im nachfolgenden Text wurde versucht diese Schwäche zu überwinden. Es handelt sich um eine 15-jährige Studie an der einige Ökonomen aus Berlin beteilgt waren.
Das Scheitern des Sozialismusversuchs in den leninistischen Ländern ist ein untrügliches Zeichen für fundamentale Widersprüche im damals praktizierten System der zentralen Planwirtschaft. Insbesondere beim Vergleich der beiden deutschen Staaten kommt man nicht umhin festzustellen, daß die spontanen Regelmechanismen der kapitalistischen Marktwirtschaft in der BRD zu höherer Arbeitsproduktivität geführt haben, als die in der DDR angewandten Methoden der zentralen Planung. Aber auch in den auf Privateigentum gegründeten Marktwirtschaften türmen sich Großprobleme wie Überproduktionskrisen, wachsende Kluft zwischen Armen und Reichen, Raubbau in der Land- und Forstwirtschaft und der Fischerei, Hungersnöte und soziales Chaos in Entwicklungsländern, Zerstörungen natürlicher Lebensgrundlagen durch wirtschaftliches Überwachstum. Die Überproduktionskrisen führen zur Zunahme der Not von Millionen Menschen, die hoffungslose Lage der ökonomisch rückständigen Produzenten im Kampf mit den Produzenten mit den besten Bedingungen in den Industrieländern auf Basis der Warenproduktion haben zur Marginalisierung eines Großteils der Produzenten der Entwicklungsländer, zu permanenten Hungersnöten und zur Armut von Milliarden Menschen geführt, und das Überwachstum der Weltproduktion und der Weltbevölkerung bedroht die Existenz der Menschheit. Die Grundwidersprüche der alten, der kapitalistischen Produktionsweise verschärfen sich offenbar tatsächlich in ihrer späten Entwicklungsphase und bestätigen damit Marxens Voraussage.
Wie aber können diese Probleme gelöst werden?
Da man in der Sowjetunion und anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks die Warenproduktion als Grundlage der sozialistischen Produktion deklariert hatte – die Kennziffer Steigerung der Warenproduktion war z.B. in der DDR eine der wichtigsten Kennziffern für die Jahresendprämie der VEB-Betriebe – kommt man an sich nicht umhin festzustellen, daß die Sozialismustheorie von Marx und Engels in diesen Ländern, nach einigen anfänglichen anderweitigen Versuchen, im grundsätzlichen aufgegeben wurde. Wer aber hat sich in diesem Punkt geirrt, Marx und Engels oder die Theoretiker des letzten Sozialismusversuchs? Jedenfalls stellt die Entscheidung für die Warenproduktion als Grundlage der sozialistischen Wirtschaft eine radikale Revision des Marxismus bzw. eine grundlegende Verfälschung der marxistischen Sozialismustheorie dar. Die Aussagen von Marx und Engels in dieser Hinsicht sind eindeutig:
"Mit der Besitzergreifung der Besitzergreifung der Produktionsmittel durch die Gesellschaft ist die Warenproduktion beseitigt … " (Friedrich Engels, MEW Bd.19, S.226)
"Innerhalb der genossenschaftlichen, auf Gemeingut an den Produktionsmitteln gegründeten Gesellschaft tauschen die Produzenten ihre Produkte nicht aus, …" (Karl Marx, MEW Bd.19, S.19).
"Gebrauchsgegenstände werden überhaupt nur Waren, weil sie Produkte voneinander unabhängig betriebener Privatarbeiten sind." (Karl Marx, Das Kapital, Erster Band, S. 87).
Warum aber haben die Versuche im 20. Jahrhundert, insbesondere in der Sowjetunion, die Warenproduktion aufzuheben und durch eine neue produktivere Produktionsweise zu ersetzen letztlich zum Mißerfolg geführt?
Zur Annäherung an die Lösung des Problems kann man zunächst die Frage stellen, was die wesentlichen Unterschiede zwischen der Warenproduktion und der sozialistischen Nichtwarenproduktion sind bzw. sein müßten. Es hat sich m.E. gezeigt, daß durch die Antwort, daß die Warenproduktion aufgehoben wird, indem das Privateigentum durch gesellschaftliches Eigentum an den Produktionsmitteln ersetzt wird, noch lange nicht die Frage beantwortet ist, welche ökonomischen Prinzipien der neuen Produktionsweise zugrunde liegen sollen. Es wird damit nur beantwortet, wer Besitzer der Produktionsmittel sein soll, ungeklärt bleiben damit insbesondere die Fragen, wie nach der Aufhebung der Warenproduktion und des Wertgesetzes die Preisbildung im neuen ökonomischen System funktionieren soll, durch welches Ziel das Gewinnziel der Unternehmen ersetzt werden soll, und wie die Verteilung der Güter ohne den Warenaustausch organisiert werden soll. Es müssen meines Erachtens vornehmlich vier Prinzipien durch die Sozialismustheorie beschrieben werden, erstens, die Prinzipien der Wert- und Preisbildung im Sozialismus, zweitens, die Prinzipien, die eine höhere Arbeitsproduktivität und eine bessere Motivation für hohe Leistungen der Unternehmen möglich machen, drittens, die Prinzipien der Verteilung der Güter, die sich von der alten Verteilung, also von der Aufteilung in Lohn und Profit generell unterscheiden, und viertens, die Rolle von Markt und Plan im Sozialismus, einschließlich des Prinzips der Planung eines nachhaltigen gesamtwirtschaftlichen Wirtschaftswachstums.
Eine Lösung des Wert- und Preisbildungsproblems in der nicht auf Warenproduktion gegründeten sozialistischen Wirtschaft wäre meines Erachtens die folgende.
Wenn erstens, auf die betrieblichen Kosten CK nur noch ein Steuer- und Abgabenaufschlag ST erhoben wird, so daß für den Wert des Produkts die Formel Y=CK+ST gilt, und wenn zweitens, der Staat den Steuer- und Abgabenaufschlag so festlegt, daß alle Ausgaben der öffentlichen Haushalte und der sozialen Sicherungssysteme ersetzt werden können, wozu benötigt dann eine solidarische auf Arbeitseinkommen festgelegte Gesellschaft den Gewinn? Alle gesellschaftlich notwendigen Aufwendungen können in diesem Fall durch den Verkauf der Produkte zum Preis Y=CK+ST regelmäßig ersetzt werden. Waren die Kosten des Unternehmenssektors einer Volkswirtschaft z.B. CK=3000Mrd.€ und die Kosten des öffentlichen Sektors und der sozialen Sicherungssysteme ST=1000Mrd.€, dann berechnet sich der Aufschlagsatz auf die Kosten zu st'=ST/CK=1000/3000=0,3333=33,33%. Stellt ein Unternehmen ein Produkt mit den betrieblichen Kosten von z.B. CK=9€/Stck her, dann kann festgelegt werden, daß zur Preisbestimmung ein Kostenaufschlag von 33,33%, also im Beispiel im Betrag von ST=9*0,3333=3€/Stck angerechnet werden muß. Die individuellen betrieblichen Kosten und ein administrativ vorgegebener Aufschlagsatz bestimmen dann den Preis, und nichts sonst weiter. Steigen die Kosten zum Beispiel auf CK=12€/Stck, dann steigt der Aufschlag auf ST=12*0,3333=4€/Stck. Der Steueraufschlag ST steigt also in diesem System, wenn die Kosten steigen. Wäre er Gewinn, dann wäre der Betrieb mit den höchsten Kosten der erfolgreichste, nach dem Motto: um so fauler das Betriebskollektiv um so höher die Kosten und um so höher der Gewinn. Ziel in der sozialistischen Wirtschaft wäre es dann mit möglichst hohen Kosten zu produzieren. Der Widersinn des Profitziels auf Grundlage dieser Preisbildung ist also offensichtlich. Wenn aber kein Profit erwartet wird und prinzipiell im Preis nicht mehr enthalten ist, und wenn der Profit nicht mehr Maß der betrieblichen Leistung ist, dann verschwindet das „Paradoxon“ schlagartig - man verkauft die Produkte dann einfach nur zu ihrem gesellschaftlichen Kostenpreis. Ein Produkt, welches den Hersteller und die Gesellschaft mehr kostet als ein anderes, wird zu einem höheren Preis verkauft. Die Information, die der Preis darstellt, ist dann eine sehr direkte und zweckmäßige. Ein niedrigerer Preis zeigt dann an, daß das Produkt mit geringerem Aufwand hergestellt wurde, und ein höherer Preis zeigt den höheren Aufwand an. Der Käufer wählt das gleiche Produkt mit dem niedrigeren Preis und damit das Produkt, welches mit dem geringsten Aufwand hergestellt wurde.
Auf diese Weise wäre also eine Preisbildung ohne Gewinnaufschlag und ohne das Wertgesetz der Warenwirtschaft möglich. Die Aufteilung des produzierten Einkommens in Lohn und Profit könnte aufgehoben werden und damit würde der Weg für eine solidarische Verteilung frei gemacht werden.
Aber durch welche Umstände würden auf Basis des gesellschaftlichen Eigentums der Warenaustausch und die Warenproduktion aufgehoben werden? Allein der Hinweis auf einen Ersatz des Privateigentums durch das gesellschaftliche Eigentum erklärt die Sache noch nicht.
Zur Klärung des Problems steht zunächst Marxens Definition zur Verfügung, daß Waren Produkte sind, die für den Austausch produziert werden. Aber was muß sich ändern, damit die Produkte der sozialistischen Unternehmen nicht mehr für den Austausch produziert werden? Diese Frage kann wie folgt beantwortet werden:
Wenn alle sozialistischen Unternehmen ihre Produkte vollständig in einen Fonds des Volkes bzw. in einen großen Gemeinschaftsfonds liefern würden, und wenn die Produkte der sozialistischen Unternehmen damit zunächst in Volkseigentum verwandelt werden würden, ebenso die Einnahmen aus dem Verkauf aller Produkte, dann würden die Unternehmen ihre Produkte nicht mehr für den Austausch produzieren, sondern eben für die Lieferung in einen Fonds des Volkes. Nach dem Verkauf der volkseigenen Produkte und der zunächst vollständigen Konzentration der finanziellen Mittel in den Händen einer staatlichen Zentrale könnte jedem sozialistischen Unternehmen oder jedem sozialistischen Konzern nach einem volkswirtschaftlichen Plan jederzeit soviel Geld für Produktionsmittelkäufe und Löhne zugeteilt werden, daß alle nötigen Produktionsmittel gekauft und hinreichende Löhne gezahlt werden könnten. Es würde damit eine neues Verteilungssystem eingeführt werden, das eine planmäßige, solidarische Verteilung möglich macht, die mit dem Warenaustausch bzw. mit der Verteilung in der Warenwirtschaft bzw. mit der kapitalistischen Aufteilung des Einkommens in Lohn und Profit nichts mehr zu tun hätte. Das Prinzip der Verteilung wäre ein ähnliches wie im Urkommunismus, d.h. alle Produkte der Gemeinschaft würden zunächst in einen großen Topf des Volkes geliefert und danach nach gesellschaftlichen Übereinkünften und damit nach einem gemeinschaftlichen Plan aufgeteilt bzw. zugeteilt werden, nur eben, im Gegensatz zum Urkommunismus, zunächst in Geldform und nicht sofort in Naturalform. Es würde also zunächst Geld zugeteilt werden, und danach würden die Unternehmen und Haushalte dem gesellschaftlichen Fonds Naturalien nach ihrer freien Wahl im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten entnehmen. Ein solches System der Verteilung nach politischen Entscheidungen hätte mit der Verteilung über den Warenaustausch wirklich nichts mehr zu tun. Alle Unternehmen könnten in einem solchen Geldzuteilungssystem aus dem großen Topf des Volkes jederzeit mit den nötigen finanziellen Mitteln versorgt werden, so daß Bankrotte und Massenarbeitslosigkeit jederzeit verhindert werden könnten. In einem solchen System der Produktion der Produkte für die ganze Gemeinschaft anstelle der Produktion für den Austausch durch einzelne Unternehmen, sowie der Verteilung nach gemeinschaftlichen Übereinkünften anstelle der Verteilung über Kapitalbesitz und Gewinn, könnte die heutige Verteilungsweise, die auf der einen Seite Hungernde und Verhungernde auf der einen Seite und Mulimillionäre und Milliardäre hervorgebracht hat, überwunden werden.
Das oben kurz beschriebene System der Geldverteilung kann man Globalzuteilungssystem GZS nennen. Nach dem ersten Grundsatz des Systems geben die Produktionsbetriebe ihre gesamten Einnahmen aus Produktverkäufen an den Staat ab. Die Betriebe erhalten ihre finanziellen Mittel für Produktionsmittelkäufe und Löhne damit nicht mehr durch Einnahmen aus Produktverkäufen, sondern durch planmäßige Zuteilungen aus dem Fonds ihrer Unternehmensvereinigung VSU (sozialistischer Konzern, Kombinat, Genossenschaftsvereinigung), und die VSU ihrerseits erhält ihre finanziellen Mittel durch Zuteilungen aus einem staatlichen Fonds nach einem volkswirtschaftlichen Plan. Aber, und das ist entscheidend, die Gelder werden den Unternehmensvereinigungen nicht mit staatlichen Planvorgaben zu ihren Produktionsprogrammen zur Verfügung gestellt, sondern nur mit der allgemeinen Maßgabe, daß das Grundziel ihrer Produktion die Befriedigung der zahlungsfähigen Nachfrage auf dem Markt nach eigenständiger Marktforschung und eigenen Entscheidungen sein muß. Die Regelmechanismen des Marktes könnten auf diese Weise auch weiterhin voll genutzt werden, dies allerdings nur im Rahmen der Globalzuteilungen nach dem Volkswirtschaftsplan.
Die sozialistischen Konzerne und ihre Betriebe würden als freie, sich selbst verwaltende Wirtschaftseinheiten konstituiert werden, die frei über die Produktionsmittel und die zugeteilten finanziellen Mittel verfügen, und die über ihre Produktionspläne unabhängig vom Staat entscheiden können. Das allgemeine Ziel "Befriedigung der Nachfrage auf dem Markt" würde ihnen allerdings als gesellschaftliche Pflicht vorgegeben, und sie können letztlich nur diejenigen finanziellen Mittel verausgaben, die ihnen als Globalsummen durch den Volkswirtschaftsplan zugeteilt wurden.
Im Zuge der Globalzuteilung an die sozialistische Unternehmensvereinigung VSU sollte durch die staatliche Plankommission nur vorgegeben werden, welcher Teil für Löhne und Gehälter und welcher für Produktionsmittelkäufe verwendet werden muß. Über alle anderen Verwendungspositionen sollten Vereinigungen sozialistischer Unternehmen eigenständig und eigenverantwortlich und damit unabhängig vom Staat entscheiden, also z.B. auch über Investitionen in bestimmte Produktionslinien und Projekte. Dem Staat hingegen würde das Recht der Einflußnahme auf die Naturalpläne der Betriebe, auf die Verwendung der finanziellen Mittel der Unternehmensvereinigungen im einzelnen, sowie das Recht der Produktionsleitung prinzipiell entzogen werden. Er würde sich vielmehr auf die Planung des Gesamtprodukts der sozialistischen Wirtschaft im reinen Geldbetrag auf Basis der globalen planmäßigen Verteilung der Finanzen konzentrieren (vgl. Wolfgang Hoss, "Modell einer sozialistischen Marktwirtschaft", Norderstedt Deutschland 2006, Abschnitte 3.2 und 3.8 und 4.3).
Vor der Zuteilung der Globalsumme an das Kombinat ermitteln dessen Betriebe zunächst den zur Befriedigung der prognostizierten Nachfrage voraussichtlich erforderlichen Finanzbedarf für Produktionsmittelkäufe und Löhne, das Kombinat beziffert dann den Gesamtfinanzbedarf und beantragt bei der staatlichen Plankommission eine Zuteilung in dieser Höhe, und die staatliche Plankommission gleicht danach die tatsächlichen Zuteilungen an die Kombinate so ab, daß die geplante volkswirtschaftliche Gesamtausgabensumme nicht überschritten wird.
Die monetären Rahmenbedingungen, insbesondere die Grobverteilung der Finanzen, würden im Globalzuteilungssystem also im volkswirtschaftlichen Maßstab geplant werden, aber die Naturalproduktionspläne würden allein durch die Nachfrage auf dem Markt bestimmt werden. Markt- und Planwirtschaft könnten auf diese Weise in Einklang gebracht werden.
Die Aufgabe des Gewinnziels der Unternehmen wäre kein ökonomischer Nachteil, sondern ein Vorteil, wenn es durch das Ziel maximale Steigerung der Arbeitsproduktivität ersetzt werden würde. Es müßte hierzu allerdings eine neue Methode zur Messung der Steigerung der betrieblichen Arbeitsproduktivität eingeführt werden, die im folgenden kurz beschrieben wird.
Es wäre in einem sozialistischen Staat mit Globalgeldzuteilungssystem möglich, die Geldzuteilungen der Zentrale an die sozialistischen Unternehmensvereinigungen mit der Rate der Gesamtarbeitszeit wachsen zu lassen. Zum Beispiel bei einem Wachstum der jährlichen Gesamtarbeitszeit im sozialistischen Unternehmenssektor um 1% könnte die Gesamtgeldzuteilung an die Unternehmensvereinigungen ebenfalls um 1%, also mit der Rate des Arbeitszeitwachstums erhöht werden. Das Verhältnis des im Jahr neu produzierten Werts bzw. des Nationaleinkommens N zur insgesamt im Jahr im Unternehmenssektor aufgewandten Arbeitszeit tn wäre damit annähernd eine Konstante. Zum Beispiel bei einen Nationaleinkommen von N=2000Mrd.€ und einem Arbeitszeitaufwand von tn=50Mrd.h wäre ein Neuwert pro Stunde von 2000Mrd.€/50Mrd.h=40€/h produziert worden (ein Stundennationaleinkommen von 40€). Der arbeitszeitbestimmte Geldwert wäre damit wG=50Mrd.h/2000Mrd.€=0,025h/€. Im Produkt eines Unternehmens im Preis von Y=150Mill.€ steckt damit die Arbeitszeit von ungefähr t=150Mi..€*0,025h/€=3,75Mill.h. Die Arbeitsproduktivität p ist als Verhältnis der Produktion real Yr zur aufgewandten Arbeitszeit t definiert, so daß für die Arbeitsproduktivität im Ausgangsjahr 0 die Beziehung p0=Yr0/t0 gilt. Für die Arbeitszeit gilt bei im Durchschnitt arbeitszeitbestimmten Preisen die Beziehung t=Y*wG. Damit gilt für die Arbeitsproduktivität der 0.Jahresperiode p0=Yr0/(Y0*wG). Und für die Arbeitsproduktivität des 1.Jahres gilt damit p1=Yr1/(Y1*wG). Und damit gilt für die Steigerung der Arbeitsproduktivität im neuen Jahr im Vergleich zum Vorjahr die Beziehung Ip1=p1/p0 bzw. Ip1=Yr1/(Y1*wG)/(Yr0/wG) bzw. Ip1=Yr1/Y1*Y0/Yr0, und da im Ausgangsjahr immer Y0=Yr0 gilt und damit immer Y0/Yr0=1 ist, gilt für die Steigerung der Arbeitsproduktivität im neuen Jahr 1 im Vergleich zum Vorjahr die Beziehung
Ip1=Yr1/Y1 Steigerung der Arbeitsproduktivität bei arbeitszeitbestimmten Preisen
Wenn also der sozialistische Staat die Gesamtgeldzuteilungen etwa mit der Rate der im Jahr aufgewandten Arbeitszeit wachsen lassen würde, dann könnte die Steigerung der betrieblichen Arbeitsproduktivität einfach durch das Verhältnis der Produktion real Yr (produzierte Mengen bewertet mit rechnerisch konstant gehaltenen Preisen) zur Produktion nominal Y (produzierte Mengen bewertet mit tatsächlichen Verkaufspreisen) gemessen werden. In dieser Form wird die in den verbrauchten Produktionsmitteln steckende Arbeitszeit mitberücksichtigt. Wenn z.B. im neuen Jahr die Produktion real von Yr0=Y0=150Mill.€ um 4% auf Yr1=156Mill.€ gesteigert wurde, und wenn es dem Betriebskollektiv gelungen ist den Produktionsmittelverbrauch des Vorjahres im Betrag von Cc0=90Mill.E im neuen Jahr auf Cc1=88Mi..€ zu senken, und wenn der eigene Arbeitszeitaufwand nicht gestiegen ist und daher die Neuwertproduktion unverändert N1=N0=60Mill.€ geblieben und damit das Jahresprodukt des Betriebes zum Preis von Y1=88+60=148Mill.€ verkauft wurde, dann hat der Betrieb die Arbeitsproduktivität auf Ip1=Yr1/Y1=156Mi..€/148Mill.€=1,054 und damit um etwa 5,4% gesteigert.
In dieser Form ist die Steigerung der Arbeitsproduktivität allgemein zwischen den Betrieben vergleichbar meßbar. Es kommt dann darauf an einen möglichst großen realen Reichtum, also zunächst insbesondere möglichst große Mengen der betrieblichen Erzeugnisse mit möglichst niedrigem nominalen Wert, also zu möglichst niedrigen Preisen und damit mit möglichst geringem Arbeitszeitaufwand zu produzieren. Die Steigerung der Arbeitsproduktivität kann damit direkt gemessen werden, so daß der Umweg über eine Steigerung der Profitrate nicht mehr nötig ist.
Kurzgefaßt und etwas vereinfacht kann die Methode, die auf Basis der oben skizzierten neuen ökonomischen Prinzipien ein planmäßiges nachhaltiges Wachstum der Gesamtproduktion real einer Volkswirtschaft möglich machen würde, wie folgt beschrieben werden:
Für die Produktion real Yr gilt die Beziehung Yr=p*t. Hierin bezeichnet das Symbol p die Arbeitsproduktivität und das Symbol t die aufgewandte Arbeitszeit. Steigt die volkswirtschaftliche Arbeitsproduktivität in der Jahresperiode z.B. um 3% und bleibt der Gesamtarbeitszeitaufwand unverändert, dann wächst die Produktion real um 3%. Wenn hingegen die Gesamtproduktion real der Volkswirtschaft im Interesse des Umweltschutzes nicht wachsen soll, dann genügte es die Gesamtarbeitszeit um 3% zu verringern, was z.B. bei gleicher Gesamtzahl der Beschäftigten durch Arbeitszeitverkürzung pro Arbeiter um 3% möglich wäre. Durch eine mehr oder weniger große Verkürzung der Arbeitszeit könnte also das volkswirtschaftliche Produktionswachstum real planmäßig geregelt bzw. gedämpft werden.
Bei Nullwachstum der Produktion real und Nullwachstum der Bevölkerung würde der Reichtum pro Kopf unverändert bleiben, wenn aber das Nullwachstum durch Arbeitszeitverkürzung herbeigeführt werden würde, dann würde den Arbeitern mehr Freizeit zur Verfügung stehen. Mit weniger Arbeitsaufwand würde der gleiche Reichtum pro Kopf produziert werden, und den Arbeitern und Angestellten würde mehr Zeit und Muße für frei gewählte angenehme Freizeitbeschäftigungen zur Verfügung stehen. Die produzierten Mengen würden zwar im Mittel nicht mehr wachsen, aber die Qualität der Erzeugnisse könnte ständig weiter verbessert werden, was einer Reichtumsvergrößerung gleichkäme. Wenn z.B. bessere Autos produziert werden, dann vergrößert sich der produzierte Gebrauchswert und damit der wirkliche Reichtum auch dann, wenn die gleiche Zahl an Autos wie im Vorjahr produziert wurde.
Wenn außerdem die extremen Einkommensunterschiede zwischen der Mehrheit der Bevölkerung und den Superreichen, den Multimillionären und Milliardären, stark verringert werden würden, dann könnte in einem heute reichen Land die große Mehrheit in größerem Wohlstand leben als vorher, trotz Nullwachstum oder nur noch langsamem Wachstum der Produktion real.
Und die vielen Umweltschutzmaßnahmen würden dann nicht mehr durch das exponentielle Wachstum überkompensiert werden. Das letztlich in vieler Hinsicht hoffnungslose Anrennen gegen die "Kettenreaktion des exponentiellen Wachstums" könnte sofort planmäßig beendet werden.
Bankrotte und Massenarbeitslosigkeit würde es nicht mehr geben, da alle sozialistischen Unternehmen Mitglieder einer großen nationalen Gemeinschaft wären und aus dem großen Topf der Gemeinschaft jederzeit mit finanziellen Mitteln für die nötigen Produktionsmittelkäufe und Löhne versorgt werden könnten. Es hat sich übrigens herausgestellt, daß es bereits durch das halbherzige und bürokratische zentralstaatliche Geldzuteilungssystem der DDR möglich wurde jederzeit Massenarbeitslosigkeit zu verhindern und das Recht auf Arbeit zu garantieren. Gescheitert ist dieses System natürlich nicht am Prinzip der jederzeitigen Arbeitsplatzsicherung, sondern am Prinzip des leninistischen Staatstrusts, darunter der ökonomisch unzweckmäßigen zentralstaatlichen Naturalproduktionsplanung, die unvermeidlich zu Bürokratie und Ineffizienz in den Produktionssystemen bzw. zu vergleichsweise niedriger Arbeitsproduktivität führen mußte. Das Nachahmen der kapitalistischen Warenproduktion auf Basis des leninistischen Staatstrusts führt, wie es die Erfahrung gezeigt hat, zu einem ökonomischen System mit niedriger Arbeitsproduktivität im Vergleich zu den privatkapitalistischen Systemen mit gleichen oder ähnlichen Ausgangsbedingungen (Vergleiche z.B. BRD und DDR). Ein neues ökonomisches System bzw. eine neue ökonomische Grundordnung kann im Kampf gegen die alte Ordnung aber letztlich nur erfolgreich sein, wenn sie die höhere Arbeitsproduktivität entwickelt, so wie dies durch Marx beobachtet und dargelegt wurde.
Sehr wahrscheinlich wird die Steigerung der Arbeitsproduktivität, oder die Verhinderung des Sinkens der Arbeitsproduktivität, im 21. Jahrhundert für den Sieg einer neuen, solidarischen und nachhaltigen Ökonomie von entscheidender Bedeutung sein. Das Versiegen der Quellen der ökonomisch und technisch günstigsten Rohstoffe und anderen natürlichen Ressourcen kann eventuell unvermeidlich zu sinkender Arbeitsproduktivität in der Weltwirtschaft führen. Die Ökonomie mit der höchsten Arbeitsproduktivität kann dann zwar eine sinkende Arbeitsproduktivität eventuell nicht verhindern, aber im produktiveren ökonomischen System sinkt dann die Arbeitsproduktivität langsamer (oder gar nicht), während das weniger produktive System immer weiter zurückfällt. Der Kampf um eine möglichst hohe Arbeitsproduktivität und damit der Kampf um eine möglichst hohe Produktion des Reichtums pro Stunde und pro Arbeitskraft, verliert also auch dann nicht seine zentrale Bedeutung.
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