Die Welt am Rande einer Umweltkatastrophe

„In den Ländern der
Dritten Welt dehnen sich die Hungersnöte aus, und sie werden auch bald aus den
Ländern zu vermelden sein, die angeblich „sozialistisch" waren. Gleichzeitig
vernichtet man in Westeuropa und in Nordamerika die landwirtschaftlichen Güter
massenweise, und bezahlt den Bauern Gelder, damit weniger angebaut und geerntet
wird. Sie werden bestraft, wenn sie mehr als die auferlegten Quoten
produzieren. In Lateinamerika töten Epidemien wie die Cholera Tausende von
Menschen, obgleich diese Geißel schon seit langem gebannt schien. Auch
weiterhin fallen Zehntausende von Menschen binnen kürzester Zeit
Überschwemmungen und Erdbeben zum Opfer, obgleich die Gesellschaft in der Lage
wäre, Deiche und erdbebensichere Häuser zu bauen. Ganz zu schweigen von den
Tücken oder „Fatalitäten" der Natur, wenn - wie in Tschernobyl 1986 - die
Explosion eines AKW Hunderte (wenn nicht Tausende) Menschen tötet und noch
viele mehr in anderen Regionen radioaktiv verstrahlt. Es ist bezeichnend, dass
sich in den höchstentwickel-ten Ländern tödliche Unfälle häufen: 60 Tote in
einem Pariser Bahnhof, 100 Tote bei einem Brand in der Londoner U-Bahn. Dieses
System hat sich als unfähig erwiesen, der Zerstörung der Natur Einhalt zu
gebieten, den sauren Regen, die Verschmutzungen jeder Art und insbeson-dere
durch die Atomkraftwerke, den Treibhauseffekt, die zunehmende Verwüstung zu
bekämpfen; d.h. alle Faktoren, die das Über-leben der Menschheit selbst
bedrohen" (1991, Kommunistische Revolution oder Zerstörung der Menschheit"
Manifest des 9. Kongresses der IKS 1991).

Die Frage der Umwelt ist schon immer von der Propaganda der
Revolutionäre aufgegriffen worden, von Marx und Engels, die die unerträglichen
Lebensbedingungen im London des 19. Jahrhunderts bloßlegten, bis hin zu Bordiga
und seinen Schriften über die Umweltzerstörungen infolge des unverantwortlichen
Handelns des Kapitalismus. Heute ist diese Frage noch zentraler, und sie
verlangt verstärkte Anstrengungen seitens der revolutionären Organisationen, um
aufzuzeigen, dass die historische Alternative, vor der die Menschheit steht,
die Perspektive des Sozialismus gegenüber einer Barbarei ist, die sich nicht
nur in den lokalen und allgemeinen Kriegen ausdrückt, sondern auch die Gefahr
einer ökologischen und Umweltkatastrophe heraufbeschwört, die sich immer
deutlicher abzeichnet.


Mit dieser Artikelserie, möchte die IKS die Umweltfrage aufgreifen.
Dabei werden wir auf die folgenden Aspekte eingehen:


Im ersten Artikel versuchen wir eine kurze Bestandsaufnahme der
heutigen Lage zu machen und aufzuzeigen, vor welchem globalen Risiko die
Menschheit heute steht, indem wir insbesondere auf die destruktivsten der
weltweit anzutreffenden Phänomene eingehen wie:


-   die
Zunahme des Treibhauseffektes;


-   die Müllentsorgung;


-   die
grenzenlose Ausbreitung von Giftstoffen und die damit verbundenen biologischen
Prozesse;


-   die
Erschöpfung der natürlichen Ressourcen und/oder ihre Umwandlung durch
Giftstoffe.


Im zweiten Artikel werden wir versuchen aufzuzeigen, dass die
Umweltprobleme nicht auf die Verantwortlichkeit Einzelner zurückgeführt werden
können (wenngleich es auch individuelle Verantwortung gibt), weil es der
Kapitalismus an sich und seine Logik des Profitstrebens sind, die tatsächlich
dafür verantwortlich zeichnen. So werden wir sehen, dass die Entwicklung der
Wissenschaft und der wissenschaftlichen Forschung keinem Zufall unterworfen
ist, sondern den kapitalistischen Zwangsgesetzen des Höchstprofits unterliegt.


Im dritten Artikel werden wir auf die Lösungsansätze der verschiedenen
Bewegungen der Grünen, Ökologen usw. eingehen, um aufzuzeigen, dass trotz ihren
guten Absichten und dem guten Willen vieler ihrer Aktivisten diese
Lösungsansätze nicht nur völlig wirkungslos sind, sondern die Illusionen über eine
mögliche Lösung dieser Fragen innerhalb des Kapitalismus direkt verstärken, wo
in Wirklichkeit die einzige Lösung in der internationalen kommunistischen
Revolution besteht.


Die Vorboten der
Katastrophe

Man spricht immer häufiger über die Umweltprobleme, allein
schon weil in der jüngsten Zeit in verschiedenen Ländern der Welt Parteien
entstanden sind, die sich den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben haben.
Ist das beruhigend? Überhaupt nicht! Wenn jetzt großes Aufheben um diese Frage
gemacht wird, geht es nur darum, unsere Köpfe zu verwirren. Deshalb haben wir
beschlossen, zunächst jene besonderen Phänomene zu beschreiben, die alle
zusammengenommen die Gesellschaft immer mehr an den Rand einer
Umweltkatastrophe drängen. Wie wir zeigen werden, ist die Lage im Gegensatz zu
all den Beteuerungen in den Medien und insbesondere in den auf Hochglanzpapier
gedruckten Fachzeitschriften noch viel schwerwiegender und bedrohlicher, als
man sagt. Nicht dieser oder jener profitgierige und unverantwortliche Einzelkapitalist,
nicht die Mafia oder Camorra ist für die Lage verantwortlich, sondern das
kapitalistische System insgesamt.

Die Auswirkungen des
wachsenden Treibhauseffektes

Jedermann spricht von den Auswirkungen
des Treibhauseffektes, aber meist beruht dies nicht auf einer wirklichen
Sachkenntnis. Es ist wichtig hervorzuheben, dass der Treibhauseffekt für das
Leben auf der Erde eine durchaus positive Funktion erfüllt - zumindest für die
Art Leben, die wir kennen, weil er es ermöglicht, dass auf der Erdoberfläche
eine Durchschnittstemperatur von ungefähr 15°C herrscht (dieser Durchschnitt
berücksichtigt die vier Jahreszeiten und die verschiedenen Breitengrade) statt
minus 17°C,
d.h. der geschätzten Temperatur, wenn es den Treibhauseffekt nicht gäbe. Man
stelle sich vor, wie die Welt aussehen würde, wenn die Temperaturen ständig
unter Null lägen, Seen und Flüsse vereist wären... Worauf ist dieser „Überschuss"
von mehr als 32°C
zurückzuführen? Auf den Treibhauseffekt. Das Sonnenlicht dringt durch die
niedrigsten Schichten der Atmosphäre, ohne absorbiert zu werden (die Sonne
erwärmt nicht die Luft), und liefert der Erde die Energie. Die dabei
entstehende Strahlung setzt sich (wie die von jedem Himmelskörper)
hauptsächlich aus Infrarotstrahlen zusammen; sie wird durch einige Bestandteile
der Luft, wie Kohlenstoffanhydrid, Wasserdampf, Methan und andere
zusammengesetzte Teile wie Fluorchlorkohlenwasserstoff (Abkürzung FCKW),
aufgefangen und absorbiert. Die in den unteren Schichten der Atmosphäre dabei
entstehende Wärme kommt wiederum der thermischen Bilanz der Erde zugute, weil
sie bewirkt, dass die Durchschnittstemperaturen auf der Erde um eben jene
besagten 32°C
höher ausfallen. Das Problem ist also nicht der Treibhauseffekt als solcher,
sondern die Tatsache, dass mit der Entwicklung der Industriegesellschaft
Substanzen in die Atmosphäre gelassen wurden, die einen zusätzlichen
Treibhauseffekt bewirken und die bei zunehmender Konzentration eine deutliche
Erderwärmung verursachen. Bei Untersuchungen von Bohrkernen aus 65.000 Jahre
altem Polareis wurde nachgewiesen, dass die gegenwärtige Konzentration von
Kohlendioxid (CO2) von 380 ppm (Milligramm pro Kubikdezimeter) in der Luft die
höchste je gemessene und vielleicht sogar die höchste seit den letzten 20
Millionen Jahren ist. Die im 20. Jahrhundert ermittelten Temperaturen sind die
höchsten seit den vergangenen 20.000 Jahren. Die wahnwitzige Verschwendung
fossiler Brennstoffe als Energiequelle und die wachsende Abholzung der Wälder
auf der Erde haben seit dem Industriezeitalter das natürliche Gleichgewicht und
den Kohlenstoffhaushalt der Erdatmosphäre durcheinander gebracht. Dieses
Gleichgewicht ist das Ergebnis der Freisetzung von CO2 in der Atmosphäre
einerseits durch die Verbrennung und den Abbau organischer Stoffen, andererseits
durch die Fixierung dieses CO2 in der Atmosphäre durch die Photosynthese. Bei
diesem Prozess wird das CO2 in Kohlenhydrat und damit in einen komplexen
organischen Stoff umgewandelt. Die Veränderung dieses Gleichgewichts zwischen
Freisetzung (Verbrennung) und Fixierung (Photosynthese) von CO2 zugunsten der
Freisetzung ist der Grund für die gegenwärtige Zuspitzung des
Treibhauseffektes.

Wie oben angeführt, spielt nicht nur das Kohlendioxid,
sondern auch Wasserdampf und Methan eine Rolle. Der Wasserdampf ist sowohl
treibender Faktor als auch Ergebnis des Treibhauseffektes, denn je stärker die
Temperatur steigt, desto mehr Wasserdampf entsteht. Die Zunahme von Methan in
der Atmosphäre ist wiederum auf eine ganze Reihe von natürlichen Ursachen
zurückzuführen, aber sie ist auch Ergebnis der zunehmenden Verwendung dieses
Gases als Brennstoff und von Lecks in auf der ganzen Welt verlegten
Gaspipelines. Methan, das auch „Moorgas" genannt wird, ist ein Gas, das aus der
Gärung organischer Stoffe unter Ausschluss von Sauerstoff entsteht. Die Flutung
von bewaldeten Tälern für den Bau von Dämmen für hydroelektrische Kraftwerke
ist eine Ursache für die Zunahme der Methankonzentration. Aber das Problem des
Methans, das gegenwärtig für ein Drittel der Zunahme des Treibhauseffektes
verantwortlich ist, ist sehr viel größer, als es anhand der eben erwähnten
Fakten erscheint. Zunächst kann das Methan 23-mal mehr Infrarotstrahlung
aufnehmen als Kohlendioxid. Und das ist beträchtlich. Schlimmer noch! All die
gegenwärtigen, ohnehin schon katastrophalen Prognosen berücksichtigen nicht das
mögliche Szenario infolge der Freisetzung von Methan aus den gewaltigen
natürlichen Methanreserven der Erde. Diese befinden sich in abgeschlossenen
Gashüllen, bei ungefähr 0° C und einem geringen Atmosphärendruck in besonderen
Eisformationen (hydratisierten Gasen). Ein Liter Eiskristall kann ca. 50 Liter Methangas binden.
Solche Vorkommen findet man vor allem im Meer, entlang des Kontinentalabhangs
und im Innern der Permafrostzone in verschiedenen Teilen Sibiriens, Alaskas und
Nordeuropas. Experten in diesem Bereich meinen dazu Folgendes: „Wenn die
globale Erwärmung gewisse Grenzen überschreitet (3 - 4°C) und wenn die Temperatur
der Küstengewässer und des Permafrostgebietes ansteigen würde, könnte binnen
kurzer Zeit (innerhalb von einigen Jahrzehnten) eine gewaltige Emission von
freigesetztem Methan durch instabil gewordene Hydrate stattfinden, was zu einer
katastrophalen Zunahme des Treibhauseffektes führen würde (...) Im letzten Jahr
sind die Methanemissionen auf schwedischem Boden im Norden des Polarkreises um
60 Prozent gestiegen. Der Anstieg der Temperaturen während der letzten 15 Jahre
ist im Durchschnitt relativ begrenzt geblieben, aber in dem nördlichen Teil
Eurasiens und Amerikas war er sehr ausgeprägt (im Sommer ist die sagenumwobene
Nord-Westpassage eisfrei, was eine Durchfahrt vom Atlantik zum Pazifik mit dem
Schiff ermöglicht)" [1].

Aber selbst wenn wir diese besonders ernste Warnung einmal
übergehen - international anerkannte Prognosen wie die des Intergovernmental
Panel on Climate Change (IPCC) der UNO und des MIT (Massachusetts Institute of
Technology) in Boston haben bereits für dieses Jahrhundert eine
durchschnittliche Temperaturerhöhung von mindestens 0,5°C bis zu 4,5°C prognostiziert,
ausgehend von der Annahme, dass sich nichts Wesentliches ändern wird. Dabei
berücksichtigen solche Prognosen nicht einmal die Umwälzungen, die sich aus dem
Auftauchen der beiden neuen Industriemächte China und Indien ergeben, die
gefräßige Energieverbraucher sind.

Eine zusätzliche Erwärmung von wenigen Grad würde eine
größere Verdampfung des Wassers der Weltmeere verursachen, doch exaktere
Untersuchungen deuten darauf hin, dass es immer größere Unterschiede bei der
geographischen Verteilung der Niederschlagsmengen geben wird. „Trockene Gebiete
werden immer größer und noch trockener. Meeresgebiete mit
Oberflächentemperaturen über 27°C,
ein kritischer Wert für das Entstehen von Zyklonen, werden um 30 bis 40 Prozent
weiter wachsen. Dies würde katastrophale meteorologische Folgen haben - und zu
Überschwemmungen und immer neuen Zerstörungen führen. Das Schmelzen eines
Großteils der antarktischen Gletscher und der Gletscher Grönlands, der Anstieg
der Meereswassertemperaturen lässt den Meeresspiegel ansteigen () damit dringt
Salzwasser in immer mehr fruchtbare Küstengebiete vor und überflutet sie
(teilweise Bangladesh, viele Inseln in den Ozeanen)" [2].

Aus Platzgründen können wir nicht in die Details gehen, doch
wollen wir an dieser Stelle wenigstens auf die katastrophalen Folgen hinweisen,
die der durch den Treibhauseffekt bedingte Klimawandel auslösen wird. Um nur
einige Beispiele zu nennen:

-   Die
meteorologischen Extreme werden sich intensivieren; fruchtbare Böden werden von
immer stärkeren Regenfällen ausgewaschen, was dazu führt, dass die Erträge der
Böden sinken. Auch in den gemäßigteren Klimazonen, wie zum Beispiel in Piemont
(Italien), schreitet die Versteppung der Böden voran.

-   Im
Mittelmeer und in anderen einst mäßig warmen Meeren entstehen Bedingungen, die
das Überleben von Lebewesen ermöglichen, die bislang nur in tropischen
Gewässern existierten. Damit wird es zur „Einwanderung" von bislang nicht
einheimischen Lebewesen kommen, was zu Störungen im ökologischen Gleichgewicht
führt.

-   Aufgrund
der Ausbreitung von Klimabedingungen, die das Wachstum und die Verbreitung von
Krankheitsträgern wie Mücken usw. begünstigen, kommt es zu einem Wiederaufleben
alter, längst ausge-rotteter Krankheiten wie Malaria.

Das Problem der
Produktion und der Umgang mit Abfall

Ein zweites Problem, das typisch ist für diese Phase der kapitalistischen Gesellschaft, ist die
exzessive Produktion von Abfällen und die daraus resultierende Schwierigkeit
ihrer Entsorgung. Wenn in der letzten Zeit Meldungen über Müllberge in den Straßen
Neapels und in Kampanien in den internationalen Medien auftauchten, ist das
auch darauf zurückzuführen, dass dieser Teil der Welt noch immer als ein Teil
der Industrieländer und damit als ein Teil der fortgeschrittenen Länder
betrachtet wird. Dass die Peripherien vieler Großstädte in der Dritten Welt zu
offenen Müllhalden geworden sind, ist mittlerweile sattsam bekannt und keine
Rede mehr wert.

Diese unglaubliche Anhäufung von Müll ist der Logik der
Funktionsweise des Kapitalismus geschuldet. Die Menschheit hat immer Unrat
produziert, doch wurde dieser in der Vergangenheit stets verwertet und neu
verwendet. Erst nach dem Einzug des Kapitalismus wird der Müll aufgrund der
besonderen Funktionsweise dieser Gesellschaft zu einem Problem. Deren
Mechanismen stützen sich sämtlichst auf ein grundlegendes Prinzip: Jedes
Produkt menschlicher Aktivität wird als Ware betrachtet, d.h. als etwas, das
verkauft werden muss, um auf einem Markt, auf dem gnadenlose Konkurrenz
herrscht, ein Höchstmaß an Profit zu erzielen. Dies musste eine Reihe von
verheerenden Konsequenzen nach sich ziehen:

1.  Warenproduktion
kann aufgrund der Konkurrenz unter den Kapitalisten weder mengenmäßig noch
zeitlich geplant werden. Sie unterliegt einer irrationalen Logik, die dazu
führt, dass jeder einzelne Kapitalist seine Produktion ausdehnt, um mit
möglichst niedrigen Kosten zu verkaufen und seinen Profit zu realisieren.
Dadurch stapeln sich Berge von unverkauften Waren. Gerade diese Notwendigkeit,
den Konkurrenten niederzuringen und die Preise zu senken, zwingt die
Produzenten dazu, die Qualität der hergestellten Waren zu senken. Dadurch sinkt
ihre Haltbarkeit drastisch. Folge: die Produkte verschleißen viel schneller und
wandern früher in die Mülltonne.

2.  Es
gibt eine irrsinnige Produktion von Verpackungen und Aufmachung aller Art, oft
unter Verwendung giftiger Substanzen, die, obwohl sie nicht abbaubar sind,
einfach auf den Müll landen und letztendlich in den natürlichen Kreislauf
gelangen. Diese Verpackungen, die oft keinen Nutzen haben, außer die Produkte
„ansehnlicher", für den Verkauf attraktiver zu machen, sind häufig schwerer und
platzraubender als der Inhalt der verkauften Ware selbst. Man geht davon aus,
dass gegenwärtig ein Müllsack, bei dem keine Abfalltrennung vorgenommen wurde, bis
zur Hälfte mit Verpackungsmaterial vollgestopft ist.

3.  Das
Abfallaufkommen wird zudem noch durch die neuen Formen des „Lifestyle"
verschärft, die dem „modernen Leben" innewohnen. In einem
Selbstbedienungsrestaurant auf Plastiktellern essen und Mineralwasser aus
Plastikflaschen trinken ist mittlerweile zum Alltag für Abermillionen Menschen
auf der ganzen Welt geworden. Auch die Verwendung von Plastiktüten zum Einkauf
ist eine „praktische Annehmlichkeit", die von vielen genutzt wird. All das ist
umweltgefährdend - und nützt nur dem Besitzer des Schnellrestaurants, der das
Reinigungspersonal einsparen kann, welches nötig ist, wenn man andere
Verpackungsarten verwendet. Auch dem Betreiber des Supermarktes und gar dem
Ladenbesitzer um die Ecke kommt dies zupass; der Kunde kann jederzeit spontan
einkaufen und erhält für seine Waren eine Tragetüte. All das bewirkt eine
ungeheure Steigerung der Produktion von Abfall und Verpackungsmüll; pro Kopf
fällt fast ein Kilo Abfall und Verpackungen täglich an, d.h. insgesamt
Millionen Tonnen verschiedenster Abfälle Tag für Tag.

Man geht davon aus, dass sich allein in einem Land wie
Italien die Abfallmenge während der letzten 25 Jahre bei gleich bleibender
Bevölkerungszahl mehr als verdoppelt hat.

Die Müllfrage ist eine der Fragen, welche die Politiker
meinen lösen zu können, aber in Wirklichkeit stößt sie im Kapitalismus auf
unüberwindbare Hürden. Diese Hürden sind nicht mangelnder Technologie
geschuldet, sondern sind im Gegenteil das Ergebnis der Mechanismen, die diese Gesellschaft
beherrschen. Denn auch der Umgang mit Müll, sei es um ihn zu entsorgen oder
seinen Umfang zu reduzieren, ist den Regeln der Profitwirtschaft unterworfen.
Selbst wenn Recycling und die Wiederverwendung von Material durch Mülltrennung
usw. möglich sind, erfordert dies Mittel und eine gewisse politische
Koordinierungsfähigkeit, welche im Allgemeinen in den schwächeren Wirtschaften
fehlt. Deshalb stellt die Abfallentsorgung in den ärmeren Ländern oder dort, wo
die Firmen in Anbetracht der sich beschleunigenden Krise während der letzten
Jahrzehnte vor größeren Schwierigkeiten stehen, mehr als einen zusätzlichen
Kostenfaktor dar.

Man mag einwenden, dass, wenn in den fortgeschrittenen
Ländern die Müllentsorgung funktioniert, dies mithin bedeutet, dass es sich nur
um eine Frage des guten Willens, des richtigen Bürgersinns und der rechten
Betriebsleitung handelt. Das Problem sei, dass, wie in allen Bereichen der
Produktion, die stärksten Länder einen Teil der Last der Abfallentsorgung auf
die schwächeren Länder (oder innerhalb der stärksten Länder auf die schwächeren
Regionen) abwälzen.

„Zwei amerikanische Umweltgruppen, Basel Action Network und
Silicon Valley Toxics, haben neulich einen Bericht veröffentlicht, in dem
behauptet wird, dass 50 - 80 Prozent der Elektronikabfälle der westlichen
US-Bundesstaaten in Containern auf Schiffe verladen werden, die Richtung Asien
(vor allem Indien und China) fahren, wo die Kosten für ihre Beseitigung
wesentlich niedriger sind und die Umweltschutzauflagen viel lockerer. Es
handelt sich nicht um Hilfsprojekte, sondern um einen Handel mit giftigen
Rückständen, die Verbraucher weggeworfen haben. Der Bericht der beiden
Umweltgruppen erwähnt zum Beispiel die Müllhalde von Guiyu, auf der vor allem
Bildschirme und Drucker gelagert werden. Die Arbeiter von Guiyu benutzen nur
sehr primitive Werkzeuge, um daraus Teile auszubauen, die weiter verkauft
werden können. Eine enorme Menge an Elektronikschrott wird nicht recycelt,
sondern liegt einfach auf den Feldern, an Flussufern, in Teichen und Sümpfen,
Flüssen und Bewässerungskanälen herum. Ohne irgendwelchen Schutz arbeiten dort
Frauen, Männer und Kinder" [3].

„In Italien (...) schätzt man, dass die Öko-Mafia einen
Umsatz von 26 Milliarden Euro pro Jahr macht, davon 15 Mrd. für den illegalen
Handel und die illegale Entsorgung von Müll (Bericht über die Ecomafia 2007,
Umweltliga). (...) Der Zoll hat im Jahre 2006 286 Container mit mehr als 9000
Tonnen Müll beschlagnahmt. Die legale Entsorgung eines 15-Tonnen-Containers mit
gefährlichem Sondermüll kostet ungefähr 60.000 Euro. Bei einer illegalen
Entsorgung in Asien werden dafür nur 5000 Euro verlangt. Die Hauptabnehmer für
illegalen Müllhandel sind asiatische Entwicklungsländer. Das dorthin
exportierte Material wird zunächst verarbeitet, dann wieder nach Italien und
andere Länder eingeführt, dieses Mal aber als ein Produkt, das aus dem Müll
gewonnen wurde und nun insbesondere Kunststoff verarbeitenden Fabriken
zugeführt wird.

Im Juni 1992 hat die FAO (Food and Agricultural
Organisation) angekündigt, dass die Entwicklungsländer, vor allem die
afrikanischen Staaten, zu einer „Mülltonne" geworden sind, die dem Westen zur
Verfügung steht. Somalia scheint heute einer der am meisten gefährdeten
afrikanischen Staaten zu sein, ein wahrer Dreh- und Angelpunkt für den
Mülltourismus. Im jüngsten Bericht der UNEP (United Nations Environment
Programme) wird auf die ständig steigende Zahl von verschmutzten
Grundwasservorkommen in Somalia hingewiesen, was unheilbare Erkrankungen
verursacht. Der Hafen von Lagos, Nigeria, ist der wichtigste Umschlagplatz für
den illegalen Handel von Technikschrott, der nach Afrika verschifft wird.

Jedes Jahr sammeln sich auf der Welt ca. 20 - 50 Millionen
Tonnen „Elektroschrott" an. In Europa spricht man von elf Millionen Tonnen,
davon landen 80 Prozent auf dem Müll. Man geht davon aus, dass es 2008
mindestens eine Milliarde Computer (einen für jeden sechsten Erdbewohner) geben
wird; gegen 2015 wird es mehr als zwei Milliarden PCs geben. Diese Zahlen
bergen neue große Gefahren in sich, wenn es darum gehen wird, den alten
Elektroschrott zu entsorgen" [4].

Wie oben erwähnt, wird das Müllproblem aber auch auf die
weniger entwickelten Regionen innerhalb eines Landes verlagert. Das trifft in
Italien insbesondere auf Kampanien zu, das aufgrund seiner Müllberge, die
monatelang auf den Straßen herumlagen, international von sich reden machte.
Aber wenige wissen, dass Kampanien - so wie international China, Indien oder
Nordafrika -, das „Auffangbecken" für reichlich Giftmüll aus den Industriegebieten
des Nordens ist. Dadurch wurden fruchtbare landwirtschaftliche Böden wie die um
Caserta zu den am meisten verschmutzten Böden der Erde. Trotz wiederholt
eingeleiteter strafrechtlichen Verfolgungsmaßnahmen geht die Vernichtung der
Böden weiter. Es sind aber nicht die Camorra, die Mafia, die Unterwelt, die
diese Schäden verursachen, die Logik des Kapitalismus ist dafür verantwortlich.
Während für die vorschriftsmäßige Entsorgung von Giftmüll oft mehr als 60 Cent
pro Kilo veranschlagt werden müssen, kostet die illegale Entsorgung nur etwas
mehr als zehn Cent. So wird jedes Jahr jede verlassene Höhle zu einer offenen
Müllkippe. In einem kleinen Dorf Kampaniens, wo eine Müllverbrennungsanlage
gebaut werden soll, wurde giftiges Material zur Vertuschung des Giftbestandes
mit Erde vermischt und dann beim Straßenbau verwendet. Dort hat man es als
untere Schicht für eine lange Straße mit gestampftem Boden benutzt. Wie Saviano
in seinem Buch, das mittlerweile in Italien zu einem Kultbuch geworden ist,
schrieb: „Wenn die illegalen Müllberge, die die Camorra „entsorgt" hat, auf
einem Haufen zusammengetragen werden würden, würde dieser eine Höhe von 14.600 Meter auf einer
Fläche von drei Hektar erreichen, das wäre höher als jeder Berg auf der Erde" [5].

Wie wir im nächsten Artikel näher ausführen werden, ist das
Problem des Abfalls vor allem mit der Produktionsform verbunden, die die
kapitalistische Gesellschaft auszeichnet. Abgesehen von dem Teil, der
„weggeworfen" wird, sind die Probleme oft auf die Zusammensetzung und das
Material zurückzuführen, die bei der Produktion verwendet werden. Die
Verwendung von synthetischen Stoffen, insbesondere von Kunststoffen, die
praktisch unzerstörbar sind, birgt gewaltige Probleme für die zukünftigen
Generationen. Und hier geht es nicht um reiche oder arme Länder, weil
Kunststoff nirgendwo auf der Welt abbaubar ist, wie der Auszug aus folgendem
Artikel belegt: „Man nennt sie „Trash Vortex", die Müllinsel im Pazifischen
Ozean, die einen Durchmesser von ca. 25.000 km umfasst, ca. 30 Meter tief ist und zu
ca. 80 Prozent aus Plastik besteht, die restlichen 20 Prozent sind anderer
Müll, der dort gelandet ist. Es ist, als ob es inmitten des Pazifiks eine
gigantische Insel gäbe, die nicht aus Felsen, sondern aus Müll besteht. In den
letzten Wochen hat die Dichte dieses Materials solche Werte erreicht, dass das
Gesamtgewicht dieser ‘Müllinsel' ca. 3,5 Millionen Tonnen umfasst, erklärte
Chris Parry von der Kalifornischen Küstenwacht in San Francisco (...) Diese
unglaubliche, wenig bekannte Abfallmenge, ist seit den 1950er Jahren
entstanden, aufgrund eines subtropischen Wirbels im Nordpazifik. Es handelt
sich um eine langsame Strömung im Ozean, die sich im Uhrzeigersinn und
spiralenförmig dreht, angetrieben von Hochdruckströmungen. (...) Der größte
Teil dieses Plastiks, ca. 80 Prozent, wurde von den Kontinenten angeschwemmt.
Nur der Rest stammt von Schiffen (private, Handels- oder Fischfangbooten).
Jedes Jahr werden auf der Welt ca. 100 Milliarden Kilo Kunststoffe produziert,
davon landet ca. 10 Prozent im Meer. 70 Prozent dieser Kunststoffe versinkt auf
den Meeresboden und schädigt somit die Lebewesen am Meeresgrund. Der Rest
schwimmt an der Meeresoberfläche. Der Großteil dieser Kunststoffe ist wenig
biologisch abbaubar und zerfällt letztendlich in winzige Partikel, die wiederum
im Magen vieler Meerestiere landen und deren Tod verursachen. Was übrig bleibt,
wird erst im Laufe von mehreren hundert Jahren verfallen; solange wird es aber
weiterhin großen Schaden in den Meeren anrichten" [6].

Solch eine Müllmenge auf einer Fläche, die zweimal größer
ist als die USA, soll wirklich erst jetzt entdeckt worden sein? Mitnichten! Sie
wurde 1997 von einem Kapitän eines Schiffs, das im Dienste der Meeresforschung
steht, erstmals gesichtet. Der Kapitän befand sich auf der Rückkehr von einem
Segelwettbewerb. Heute ist bekannt, dass die UNO in einem Bericht von 2006
davon ausging, „dass eine Million Meeresvögel und mehr als 100.000 Fische und
Meeressäugetiere jedes Jahr aufgrund des Plastikmülls sterben und dass jede
Seemeile des Ozeans mindestens ungefähr 46.000 Stücke schwimmenden Plastiks
enthält[7].

Aber was wurde während der letzten zehn Jahre von jenen
unternommen, die am Hebel der Macht sitzen? Absolut gar nichts! Ähnliche
Verhältnisse, auch wenn sie nicht so dramatisch sind, sind auch im Mittelmeer
zu beobachten, in dessen Gewässer jedes Jahr 6,5 Millionen Tonnen. Abfall
geschmissen werden, von denen 80 Prozent Kunststoffe sind. Auf dem Boden des
Mittelmeeres findet man stellenweise bis zu 2.000 Kunststoffpartikel pro
Quadratkilometer [8].

Und dabei gäbe es Lösungen. Kunststoff, der aus mindestens
85 Prozent Maisstärke besteht, ist vollständig biologisch abbaubar. Heute schon
gibt es Tüten, Stifte und andere aus diesem Material bestehende Gegenstände.
Aber im Kapitalismus schlägt die Industrie ungern einen Weg ein, der nicht
höchste Profite verspricht. Und da Kunststoff auf der Grundlage von Maisstärke
teurer ist, will niemand diese Kosten für die teurere Herstellung des
biologisch abbaubaren Materials übernehmen, ohne vom Markt verdrängt zu werden [9].
Das Problem ist, dass die Kapitalisten die Gewohnheit haben,
Wirtschaftsbilanzen zu erstellen, die systematisch all das ausschließen, was
nicht zahlenmäßig erfasst werden kann, weil man es weder kaufen noch verkaufen
kann, auch nicht, wenn es sich um die Gesundheit der Menschen und die Umwelt
handelt. Jedes Mal, wenn ein Industrieller einen Stoff herstellen lässt, der am
Ende seiner Lebensdauer zu Müll wird, werden die Kosten für die Entsorgung des
Mülls praktisch nie einkalkuliert; vor allem wird nie berücksichtigt, welche
Kosten und Schäden daraus entstehen, dass dieses Material irgendwo auf der Erde
unabgebaut liegen bleibt.

Man muss hinsichtlich des Müllproblems noch hinzufügen: Der
Unterhalt von Müllhalden oder auch von Verbrennungsanlagen stellt eine
Verschwendung des ganzen Energiewertes und der nützlichen Bestandteile dieses
Mülls dar. Es ist beispielsweise Fakt, dass die Herstellung bzw. Verarbeitung
von Kupfer und Aluminium mit Hilfe von recyceltem Material Kostenersparnisse
bis zu 90 Prozent ermöglichen könnte. In den peripheren Ländern sind die
Müllhalden zu einer wahren Quelle von Subsistenzmitteln für Abertausende von
Menschen geworden, die, vom Land gekommen, in der Stadt keine Arbeit finden.
Müllsammler suchen auf den Müllhalden nach Wiederverwertbarem.

„Richtige „Müllstädte" sind entstanden. In Afrika handelt es
sich um Korogocha in Nairobi. Pater Zanotelli hat die Verhältnisse dort
mehrmals beschrieben; weniger bekannt ist Kigali in Ruanda, aber die in Sambia
sind auch berühmt. Dort wird 90 Prozent des Mülls nicht eingesammelt. Er
verfault auf der Straße, während die Müllhalde von Olososua in Nigeria jeden
Tag von mehr als 1.000 LKW angefahren wird. In Asien hat Payatas in Quezon City
in der Nähe von Manila traurige Berühmtheit erlangt. Diese Slums, wo mehr als
25.000 Menschen leben, sind am Abhang eines Müllbergs entstanden. Man nennt ihn
den „stinkenden Berg", wo sich Kinder und Erwachsene um das Material streiten,
das sie weiterverkaufen können. Dann gibt es noch Paradise Village, das kein
Touristendorf ist, sondern ein Slum, der auf einem Sumpfgebiet entstanden ist,
wo es immer wieder zu Überschwemmungen und starken Monsunregenfällen kommt.
Schließlich Dumpsite Catmon, die Müllhalde, auf der die Slums stehen, die
Paradise Village überragen. In Peking, China, leben Tausende von Menschen auf
den Müllhalden, die verbotene, weil gefährliche Stoffe recyceln, während es in
Indien die meisten „Überlebenden" unter jenen gibt, die sich dank der
Müllhalden „ernähren" können."[10]

Die Verbreitung der
Giftstoffe

Giftstoffe sind natürliche oder synthetische Substanzen, die
für den Menschen und/oder andere Lebewesen giftig sind. Neben Stoffen, die es
immer schon auf unserem Planeten gegeben hat und die von der industriellen
Technologie auf verschiedenste Art verwendet werden - wie zum Beispiel
Schwermetalle, Asbest usw., hat die chemische Industrie Zehntausende anderer
Stoffe massenweise produziert. Mangelnde Kenntnis der Gefahren einer Reihe von
Stoffen und vor allem der Zynismus des Kapitalismus haben unvorstellbare
Schäden angerichtet. Es sind dadurch Umweltzerstörungen ausgelöst worden, die
man nur sehr schwer wieder beheben kann, wenn einst die gegenwärtig herrschende
Klasse gestürzt sein wird.

Eine der größten Katastrophen der chemischen Industrie ist
sicherlich die von Bophal, Indien, die am 2. und 3. Dezember 1984 in dem Werk des
amerikanischen Chemie-Multis Union Carbide stattfand. Eine Giftwolke von 40
Tonnen Pestiziden tötete entweder sofort oder in den darauffolgenden Jahren
mindestens 16.000 Menschen. Überlebende klagen seitdem über unheilbare
körperliche Schäden. Später eingeleitete Untersuchungen haben zutage gebracht,
dass im Gegensatz zu einem vergleichbaren Werk in Virginia, USA, das Werk in
Bophal über keine drucktechnischen Überwachungsanlagen und Kühlsysteme
verfügte. Der Kühlturm war vorübergehend außer Betrieb genommen worden; die
Sicherheitssysteme entsprachen überhaupt nicht dem Ausmaß der Werksanlage. In
Wirklichkeit stellte die indische Fabrik mit ihren billigen Arbeitskräften für
die amerikanischen Besitzer eine sehr lukrative Einnahmequelle dar, die nur
sehr geringe Investitionen in variables und fixes Kapital erforderte.

Ein anderes historisches Beispiel war schließlich der
Vorfall im Atomkraftwerk von Tschernobyl 1986. „Man hat geschätzt, dass die
radioaktiven Strahlen des Reaktors 4 von Tschernobyl ungefähr 200-mal höher
lagen als die Explosionen der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki
zusammengenommen. Auf einem Gebiet zwischen Russland, der Ukraine und
Weißrussland, in dem ungefähr neun Millionen Menschen leben, hat man eine große
Verseuchung festgestellt. 30 Prozent des Gebietes ist durch Cäsium 137
verseucht. In den drei Ländern mussten ca. 400.000 Menschen evakuiert werden,
während weitere 270.000 Menschen in Gebieten leben, in denen der Konsum von
örtlichen landwirtschaftlichen Produkten nur eingeschränkt erlaubt ist." [11]

Es gibt natürlich noch unzählige andere Umweltkatastrophen
infolge schlampiger Betriebsleitung oder der vielen Meeresverschmutzungen durch
Ölteppiche wie jenen, den der Öltanker Exxon Valdez am 24. März 1989
anrichtete, als bei seinem Untergang vor der Küste Alaskas mindestens 30.000
Tonnen Öl ins Meer liefen, oder auch infolge des ersten Golfkriegs, als viele
Ölplattformen in Brand geschossen wurden und sich eine Ökokatastrophe in einem
bislang noch nie da gewesenen Ausmaß im Persischen Golf abspielte. Schätzungen
der US-amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften zufolge werden
jedes Jahr durchschnittlich zwischen drei bis vier Millionen Tonnen
Kohlenwasserstoffe ins Meer geleitet, Tendenz steigend - trotz der
verschiedenen Schutzmaßnahmen, denn die Nachfrage nach diesen Produkten wächst.

Neben den Auswirkungen dieser Verschmutzungen, die bei hoher
Dosierung größere Vergiftungen hervorrufen, gibt es einen anderen
Vergiftungsmechanismus, der langsamer, diskreter wirkt - die chronische
Vergiftung. Wenn eine giftige Substanz langsam und in geringen Dosen
aufgenommen wird und chemisch stabil ist, kann sie sich in den Organen und den
Geweben der Lebewesen absetzen und soweit anhäufen, bis tödliche
Konzentrationen erreicht werden. Dies nennt man aus der Sicht der
Ökotoxikologie Bioakkumulation. Ein weiterer Mechanismus betrifft giftige
Substanzen, die in die Lebensmittelkette eindringen (das trophische Netz). Sie
gelangen von einer niedrigen zu einer höheren Stufe der trophischen Stadien,
mit jeweiliger Verdoppelung bzw. Verdreifachung der Konzentration. Um es
deutlicher zu machen, nehmen wir ein konkretes Beispiel aus dem Jahre 1953 in Minamata in Japan.
In der Bucht Minamata lebten viele arme Fischer, die sich im Wesentlichen von
ihrem Fischfang ernährten. In der Nähe dieser Bucht befand sich ein
Industriekomplex, der Acetaldehyd verwendete, einen chemischen Stoff, eine
Synthese, deren Zubereitung ein Quecksilberderivat erfordert. Die ins Meer als
Abfall eingeleiteten Stoffe waren leicht mit Quecksilber vergiftet. Die
Konzentration betrug jedoch nur 0.1 Mikrogramm pro Liter Meerwasser, d.h. eine
Konzentration, die selbst mit den heute verfügbaren genaueren Messgeräten immer
noch schwierig zu ermitteln ist. Welche Konsequenzen ergaben sich aus dieser
kaum wahrnehmbaren Verschmutzung? 48 Menschen starben innerhalb weniger Tage,
156 litten unter Vergiftungen mit schwerwiegenden Folgen, und selbst die Katzen
der Fischer, die sich ständig von Fischresten ernährten, wurden „irrsinnig",
brachten sich schließlich selbst im Meer um, ein für ein Raubtier völlig
unübliches Verhalten. Was war passiert? Das im Meerwasser vorhandene
Quecksilber war durch das Phytoplankton aufgenommen und fixiert worden, war
dann von diesem zum Zooplankton gewandert, schließlich zu den kleinen Mollusken
(Weichtieren), und schlussendlich zu den kleineren und mittelgroßen Fischen.
Der Vorgang erfasste die ganze trophische Kette. Dabei wurde der gleiche
Schadstoff, der chemisch unzerstörbar ist, auf einen neuen ‚Gastgeber'
übertragen, und zwar mit wachsender Konzentration, d.h. umgekehrt proportional
im Verhältnis zur Größe des Jägers und der Masse der während seines Lebens
aufgenommenen Nahrung. So hat man festgestellt, dass bei Fischen das Metall
eine Konzentration von 50 mg/Kilo erreicht hatte, was einer 500.000-fachen
Konzentration entspricht. Bei einigen Fischern mit dem „Minamata-Syndrom"
wurden erhöhte Metallwerte in ihren Organen, insbesondere in ihren Haaren
nachgewiesen, die mehr als ein halbes Gramm pro Kilo Körpergewicht betrugen.

Obgleich sich Anfang der 1960er Jahre die Wissenschaftler
dessen bewusst waren, dass es bei giftigen Substanzen nicht ausreicht, Methoden
der natürlichen Auflösung zu benutzen, da biologische Mechanismen in der Lage
sind, das zu konzentrieren, was der Mensch verstreut, hat die chemische
Industrie unseren Planeten weiterhin massiv verpestet - ohne dieses Mal den
Vorwand auftischen zu können, von nichts gewusst zu haben. So ist es jüngst zu
einem zweiten Minamata in Priolo (Sizilien) gekommen, wo auf einer Fläche von
wenigen Quadratkilometern mindestens fünf Raffinerien, darunter Enichem,
illegal Quecksilber aus einer Chlor- und Schwefelfabrik auf den Feldern
entsorgten. Zwischen 1991 und 2001 sind ca. 1.000 Kinder mit großen geistigen
Behinderungen und ernsthaften Missbildungen sowohl am Herzen als auch am
Genitaltrakt geboren worden. Ganze Familien leiden unter Tumoren, und viele
verzweifelte Frauen sahen sich zu Abtreibungen gezwungen, weil sie
verkrüppelten Nachwuchs erwarteten. Dabei hatte der Vorfall von Minamata schon
all die Risiken von Quecksilber für die menschliche Gesundheit aufgezeigt.
Priolo ist also kein unvorhersehbares Ereignis, kein tragischer Fehler, sondern
eine pure verbrecherische Tat, die vom italienischen Kapitalismus und noch dazu
von seinem staatskapitalistischen Regime, das viele Leute als „links" vom
„privaten Sektor" betrachten, verübt wurde. In Wirklichkeit hat man feststellen
müssen, dass die Führung von Enichem sich schlimmer als die Ökomafia verhalten
hat: Um Kosten bei der „Dekontaminierung" (man spricht von mehreren Millionen
eingesparten Euros) zu sparen, wurden die mit Quecksilber verseuchten Abfälle
mit anderem Schmutzwasser vermischt und im Meer entsorgt. Es wurden falsche
Bescheinigungen ausgestellt, Tankwagen mit doppeltem Boden benutzt, um den
Handel mit giftigen Substanzen zu verheimlichen - all das in Übereinstimmung
mit den verantwortlichen Behörden. Als die Justiz sich schließlich rührte und
die führenden Köpfe der Industrie verhaftete, war die Verantwortung dermaßen
unleugbar, dass Enichem die Auszahlung eines Schmerzensgeldes von 11.000 Euro
pro Familie beschloss, d.h. einen Betrag, den das Unternehmen auch im Falle
einer rechtskräftigen Verurteilung durch das Gericht hätte bezahlen müssen.

Neben den Ursachen für Umweltverschmutzungen, die auf
Unfälle zurückzuführen sind, produziert die ganze Gesellschaft aufgrund ihrer
Funktionsweise ständig umweltgefährdende Stoffe, die sich in der Luft, im
Wasser und am Boden sammeln - und wie schon erwähnt - in der Biosphäre,
einschließlich des Menschen. Der massive Einsatz von Reinigungsmitteln und
anderen Produkten dieser Art hat zum Phänomen der Eutrophierung
(Nährstoffanreicherung) der Flüsse, Seen und Meere geführt. In den 1990er
Jahren wurden 6.000 - 11.000 Tonnen Blei, 22.000 - 28.000 Tonnen Zink, 4200
Tonnen Chrom, 4.000 Tonnen Kupfer, 1450 Tonnen Nickel, 530 Tonnen Kadmium, 1,5
Millionen Tonnen Stickstoffe und ca. 100.000 Tonnen Phosphate in die Nordsee
eingeleitet. Dieser Giftmüll ist besonders gefährlich für jene Meere, die
flächenmäßig groß, aber nicht sehr tief sind, wie die Nordsee, die Ostsee, die
südliche Adria, das Schwarze Meer. Weil in diesen Meeren nicht soviel
Tiefenwasser vorhanden und die Vermischung zwischen Süßwasser aus den Flüssen
und dichterem Salzwasser schwierig ist, können die Giftstoffe sich nicht
zersetzen.

Synthetische Produkte wie das berühmt-berüchtigte Pflanzenschutzmittel
DDT, das seit 30 Jahren in den Industriestaaten verboten ist, oder auch PCB
(chlorierte Biphenyle), die einst in der elektrischen Industrie verwendet, aber
mittlerweile wegen bekannt gewordener Gefahren ebenfalls verboten wurden,
besitzen alle eine unbeschreibliche chemische Haltbarkeit. Sie sind in
unveränderten Zustand überall vorhanden, im Wasser, in den Böden, in den Zellen
der Lebewesen. Aufgrund der Bioakkumulation sind diese Stoffe in einigen
Lebewesen in gefährlichen Konzentrationen zu finden, was zu deren Tod oder zu
Störungen bei der Reproduktion führt und einen Rückgang der jeweiligen
Populationen bewirkt. So richtet der Müllhandel, bei dem oft Giftmüll noch
irgendwo ohne irgendwelche Schutzmaßnahmen zwischengelagert wird, unkalkulierbare
Schäden im Ökosystem und für die ganze Bevölkerung an.

Bevor wir diesen Punkt hier abschließen - obwohl noch
Hunderte von Beispielen aus der ganzen Welt geliefert werden könnten -, wollen
wir noch daran erinnern, dass gerade diese Bodenverseuchung für ein neues und
dramatisches Phänomen verantwortlich ist: die Entstehung von „Todeszonen" - wie
zum Beispiel das Dreieck Priolo, Mellili und Augusta in Sizilien - wo der
Prozentsatz von Neugeborenen mit Fehlbildungen viermal höher ist als im
nationalen Durchschnitt, oder auch das andere Todesdreieck in der Nähe von
Neapel zwischen Giuliano, Qualiano und Villaricca, wo die Zahl der
Tumorerkrankungen weit über dem nationalen Durchschnitt liegt.

Die Erschöpfung der
natürlichen Ressourcen und/oder die Bedrohung durch die Umweltverschmutzung

Das letzte Beispiel des globalen Phänomens, das die Welt in
eine Katastrophe führt, ist die Verknappung und Erschöpfung der natürlichen
Ressourcen oder deren Bedrohung durch Umweltverschmutzung. Bevor wir näher auf
dieses Phänomen eingehen, wollen wir darauf hinweisen, dass die Menschengattung
schon früher - wenn auch in einem geringeren Maße - mit solchen Problemen zu
tun hatte, Probleme, die schon damals katastrophale Konsequenzen hatten. Damals
waren jedoch nur kleinere, beschränkte Regionen der Erde betroffen. Wir wollen
aus dem Buch von Jared Diamond, „Kollaps" zitieren, das sich mit der Geschichte
Rapa Nui's auf der Osterinsel befasst, die wegen ihrer großen Steinstatuen
bekannt ist. Man weiß, dass die Insel vom holländischen Forscher Jacob
Roggeveen Ostern 1772 entdeckt wurde (daher ihr Name), und es ist mittlerweile
wissenschaftlich erwiesen, dass die Insel „von einem dichten subtropischen Wald
bedeckt war, der viele große Bäume aufwies". Auch gab es dort viele Vögel und
wilde Tiere. Doch bei Ankunft der Kolonisatoren verbreitete die Insel einen
anderen Eindruck:

„So war es auch für Rogeveen ein Rätsel, wie die
Inselbewohner ihre Statuen aufgerichtet hatten. Um noch einmal aus seinem
Tagebuch zu zitieren: ‚Die steinernen Bildsäulen sorgten zuerst dafür, dass wir
starr vor Erstaunen waren, denn wir konnten nicht verstehen, wie es möglich
war, dass diese Menschen, die weder über dicke Holzbalken zur Herstellung
irgendwelcher Maschinen noch über kräftige Seile verfügten, dennoch solche
Bildsäulen aufrichten konnten, welche volle neun Meter hoch und in ihren
Abmessungen sehr dick waren (...). Ursprünglich, aus größerer Entfernung,
hatten wir besagte Osterinsel für sandig gehalten, und zwar aus dem Grund, dass
wir das verwelkte Gras, Heu und andere versengte und verbrannte Vegetation als
Sand angesehen hatten, weil ihr verwüstetes Aussehen uns keinen anderen
Eindruck vermitteln konnte als den einer einzigartigen Armut und Öde. Was war
aus den vielen Bäumen geworden, die früher dort gestanden haben müssen? Um die
Bearbeitung, den Transport und die Errichtung der Statuen zu organisieren,
bedurfte es einer komplexen, vielköpfigen Gesellschaft, die von ihrer Umwelt
leben konnte". (Diamond, S. 105) [12]‘ "

„Insgesamt ergibt sich für die Osterinsel ein Bild, das im
gesamten Pazifikraum einen Extremfall der Waldzerstörung darstellt und in
dieser Hinsicht auch in der ganzen Welt kaum seinesgleichen hat. Der Wald
verschwand vollständig, und seine Baumarten starben ausnahmslos aus." (Diamond,
S. 138)

„Dies alles lässt darauf schließen, dass die Abholzung der
Wälder kurz nach dem Eintreffen der ersten Menschen begann, um 1400 ihren
Höhepunkt erreichte und je nach Ort zwischen dem frühen 15. und dem 17.
Jahrhundert praktisch abgeschlossen war. Für die Inselbewohner ergab sich
daraus die unmittelbare Folge, dass Rohstoffe und wild wachsende Nahrungsmittel
fehlten, und auch die Erträge der Nutzpflanzen gingen zurück (...) Da es auch
keine seetüchtigen Kanus mehr gab, verschwanden die Knochen der Delphine, die
in den ersten Jahrhunderten die wichtigsten Fleischlieferanten der
Inselbewohner gewesen waren, um 1500 praktisch völlig aus den Abfallhaufen; und
das Gleiche galt für Thunfische und andere Fischarten aus dem offenen Meer.
(...) Weiter geschädigt wurde der Boden durch Austrocknung und Auswaschung von
Nährstoffen, auch sie eine Folge der Waldzerstörung, die zu einem Rückgang des
Pflanzenertrages führte. Darüber hinaus standen die Blätter, Früchte und Zweige
wilder Pflanzen, die den Bauern zuvor als Kompost gedient hatten, nicht mehr
zur Verfügung. (...) Im weiteren Verlauf kam es dann zu einer Hungersnot, einem
Zusammenbruch der Bevölkerung und einem Niedergang bis hin zum Kannibalismus
(...) In der mündlichen Überlieferung der Inselbewohner nimmt der Kannibalismus
breiten Raum ein; die schrecklichste Beschimpfung, die man einem Feind
entgegenschleudern konnte, lautete: „Das Fleisch deiner Mutter hängt zwischen
meinen Zähnen." (S. 138)

„Wegen ihrer isolierten Lage ist die Osterinsel das
eindeutigste Beispiel für eine Gesellschaft, die sich durch übermäßige
Ausbeutung ihrer eigenen Ressourcen selbst zerstört hat (...) Die Parallelen
zwischen der Osterinsel und der ganzen heutigen Welt liegen beängstigend klar
auf der Hand. Durch Globalisierung, internationalen Handel, Flugverkehr und
Internet teilen sich heute alle Staaten der Erde die Ressourcen, und alle
beeinflussen einander genau wie die zwölf Sippen auf der Osterinsel. Die
Osterinsel war im Pazifik ebenso isoliert wie die Erde im Weltraum. Wenn ihre
Bewohner in Schwierigkeiten gerieten, konnten sie nirgendwohin flüchten, und
sie konnten niemanden um Hilfe bitten; ebenso können wir modernen Erdbewohner
nirgendwo Unterschlupf finden, wenn unsere Probleme zunehmen. Aus diesen
Gründen erkennen viele Menschen im Zusammenbruch der Osterinsel eine Metapher,
ein schlimmstmögliches Szenario für das, was uns selbst in Zukunft vielleicht
noch bevorsteht." (S. 152) [13]

Diese Beobachtungen, die alle aus dem Buch von Diamond stammen,
warnen uns davor zu glauben, dass das Ökosystem der Erde grenzenlos ist, und
sie zeigen, dass das, was auf der Osterinsel passierte, auch die Menschheit
insgesamt treffen kann, falls diese nicht entsprechend behutsam mit den
Ressourcen des Planeten umgeht.

Man ist versucht, eine Parallele zum Abholzen der Wälder zu
ziehen, das seit dem Anfang der Urhorde bis heute vor sich geht und heute so
systematisch weiterbetrieben wird, dass auch die letzten grünen Lungen der Erde
wie der Regenwald des Amazonas zerstört werden.

Wie schon erwähnt, kennt die herrschende Klasse sehr wohl
die Risiken, wie die edle Intervention eines Wissenschaftlers des 19.
Jahrhunderts, Rudolf Julius Emmanuel Clausius, belegt, der sich zur Frage der
Energie und der Ressourcen schon lange vor all den Sonntagsreden zum
Naturschutz sehr deutlich äußerte: „In der Wirtschaft einer Nation ist ein
Gesetz immer gültig: Man darf während eines gewissen Zeitraums nicht mehr
konsumieren als das, was in diesem Zeitraum produziert wurde. Deshalb dürfen
wir nur soviel Brennstoffe verbrauchen, wie es möglich ist, diese dank des
Wachstums der Bäume wiederherzustellen." [14]

Doch wenn man die heutigen Verhältnisse betrachtet, muss man
schlussfolgern, dass genau das Gegenteil passiert, was Clausius empfohlen
hatte. Man schlägt direkt den gleichen fatalen Weg ein wie die Osterinsulaner.

Um dem Problem der Ressourcen adäquat entgegenzutreten, muss
man auch eine andere grundlegende Variable berücksichtigen: die Schwankungen
der Weltbevölkerung.

„Bis 1600 war das Wachstum der Weltbevölkerung noch sehr
langsam; sie nahm lediglich zwischen zwei bis drei Prozent pro Jahrhundert zu.
16 Jahrhunderte vergingen, bevor die Einwohnerzahl von ca. 250 Millionen
Menschen zur Zeit des Beginns des christlichen Zeitalters auf 500 Millionen
Menschen gestiegen war. Von diesem Zeitpunkt an nahm der Zeitraum bis zur
nächsten Verdoppelung der Bevölkerung ständig ab, so dass in einigen Ländern
der Welt heute die so genannte ‘biologische Grenze' des Bevölkerungswachstums
erreicht wird (drei bis vier Prozent). UNO-Schätzungen zufolge werden im Jahr
2025 ca. acht Milliarden Menschen leben. (...) Es gibt große Unterschiede
zwischen den entwickelten Ländern, die nahezu ein Nullwachstum erreicht haben,
und den Entwicklungsländern, die bis zu 90 Prozent zum gegenwärtigen
demographischen Wachstum beitragen. (...) Im Jahre 2025 wird zum Beispiel Nigeria
UN-Schätzungen zufolge eine größere Bevölkerungszahl als die USA haben, und in
Afrika werden dreimal so viel Menschen leben wie in Europa. Überbevölkerung,
verbunden mit Rückständigkeit, Analphabetentum und ein Mangel an Hygiene und
Gesundheitseinrichtungen stellen sicher ein großes Problem dar, das nicht nur
Afrika bedroht, sondern die ganze Welt beeinflussen wird. Insofern scheint es
ein großes Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot an verfügbaren
Ressourcen zu geben, das auch auf die Verwendung von ca. 80 Prozent der
Energieressourcen der Welt durch die Industriestaaten zurückzuführen ist.

Die Überbevölkerung bringt einen starken Rückgang der
Qualität der Lebensbedingungen mit sich, weil sie die Produktivität eines
Arbeiters senkt und auch die Verfügbarkeit von Lebensmitteln, Trinkwasser,
Gesundheitsleistungen und Medikamenten pro Kopf einschränkt. Der starke, von
Menschen gegenwärtig verursachte Druck führt zu einer Schädigung der Umwelt,
die sich unvermeidbar auf die Gleichgewichte des Systems Erde auswirken wird.

Die Ungleichgewichte haben sich in den letzten Jahren
verstärkt: Die Bevölkerung wächst nicht nur in einem Maße, das keineswegs
homogen ist, sondern sie nimmt vor allem in den städtischen Ballungsräumen sehr
stark zu." [15]

Das starke Bevölkerungswachstum verschärft das Problem der
Erschöpfung der Ressourcen also noch mehr, zumal der Mangel an natürlichen
Ressourcen vor allem da anzutreffen ist, wo die Bevölkerungsexplosion am
stärksten ist, was für die Zukunft noch größere Probleme erahnen lässt, von
denen immer mehr Menschen betroffen sein werden.

Untersuchen wir die erste Quelle der Natur, Wasser, ein auf
der ganzen Welt notwendiges Gut, das heute durch das unverantwortliche Vorgehen
des Kapitalismus stark bedroht ist.

Wasser ist ein Gut, das auf der Erdoberfläche in großen
Mengen vorhanden ist (die Ozeane, Grundwasser und die Polkappen), aber nur ein
kleiner Teil davon ist als Trinkwasser nutzbar, d.h. jener Teil, der in den
Polkappen und in den wenigen noch nicht vergifteten Flüssen zur Verfügung
steht. Die Entwicklung der industriellen Aktivitäten, die die Bedürfnisse der
Umwelt völlig außer Acht lässt, und die völlig willkürliche Ablagerung und
Entsorgung des städtischen Mülls haben einen Großteil des Grundwassers
verseucht, das die natürliche Trinkwasserreserve des Gemeinwesens ist. Dies hat
mit zur Verbreitung von Krebs und anderen Krankheiten in der Bevölkerung
beigetragen; andererseits ist das Wasser zu einem knappen und kostbaren Gut in
vielen Ländern geworden.

„Mitte des 21. Jahrhunderts werden den pessimistischen
Prognosen zufolge ca. sieben Milliarden Menschen in 60 Ländern nicht mehr über
ausreichend Wasser verfügen. Im besten Fall würden „nur" zwei Milliarden
Menschen in 48 Ländern an Wassermangel leiden (...) Aber die
besorgniserregendsten Angaben in dem Dokument der UNO ist die aufgrund der
Wasserschmutzung und der schlechten Hygienebedingungen prognostizierte Zahl der
Todesopfer: 2,2 Millionen pro Jahr. Darüber hinaus ist Wasser Träger
zahlreicher Krankheiten, unter ihnen Malaria, wodurch jedes Jahr ca. eine
Million Menschen sterben" [16].
(Das blaue Gold des dritten Jahrtausends)

Die englische Wissenschaftszeitung New Scientist schrieb in
ihrer Schlussfolgerung anlässlich des Wassersymposiums im Sommer 2004 in Stockholm: „In der
Vergangenheit wurden mehrere Millionen Brunnen errichtet, meistens ohne
irgendwelche Kontrolle, und die Wassermengen, die durch gigantische elektrische
Wasserpumpen gefördert werden, übersteigen bei weitem den Umfang der
Regenwassermengen, die das Grundwasser wieder mit neuem Wasser versorgen (...)
Wasser dem Erdreich zu entnehmen, ermöglicht vielen Ländern reichhaltige Reis-
und Zuckerrohrernten (diese Pflanzen benötigen viel Wasser), doch lange wird
der Boom nicht dauern. (...) Indien ist ein Zentrum der Revolution des Bohrens
nach unterirdischem Wasser. Mithilfe von Technologien aus der Ölindustrie haben
die kleinen Bauern 21 Millionen kleine Brunnen auf ihren Feldern errichtet, und
jedes Jahr kommen noch mal eine Million Brunnen hinzu. (...) In den nördlichen
Ebenen Chinas, wo die meisten landwirtschaftlichen Produkte geerntet werden,
entnehmen die Bauern der Erde jedes Jahr 30 Kubikkilometer Wasser mehr, als
durch den Regen zugeführt wird (...). In Vietnam wurde in den letzten Jahren
die Zahl der Brunnen vervierfacht (...) In Punjab, wo 90 Prozent der
Lebensmittel Pakistans herstammen, fangen die Grundwasserreserven langsam an
auszutrocknen" [17].

Während die Lage allgemein schon schlimm genug ist, ist die
Situation in den Schwellenländern Indien und China geradezu katastrophal.

„Die Dürre in der Provinz Sechuan und in Chongqing hat ca.
9,9 Milliarden Yuan Schäden verursacht. Einschränkungen beim Wasserverbrauch
für mehr als zehn Millionen Menschen wurden veranlasst, während im ganzen Land
ca. 18 Millionen Menschen an Wasserknappheit leiden." [18]

„China wurde von den schlimmsten Überschwemmungen in den
letzten Jahren heimgesucht, mit mehr als 60 Millionen betroffenen Menschen in
Zentral- und Südchina, mindestens 360 Toten und großen ökonomischen Schäden,
die schon 7,4 Milliarden Yuan übersteigen. 200.000 Häuser sind zerstört oder
beschädigt, 528.000 Hektar landwirtschaftlich bebaute Fläche sind zerstört und
1,8 Million überflutet. Gleichzeitig schreitet die Verwüstung schnell voran.
Bislang wurde ein Fünftel des Territoriums in Mitleidenschaft gezogen. Dies hat
Sandstürme hervorgerufen, von denen manche gar bis Japan ziehen (...) Während
Zentral- und Südchina unter Überschwemmungen leidet, dehnt sich die Wüste im
Norden weiter aus. Mittlerweile ist davon mehr als ein Fünftel des Gebietes
entlang des Gelben Flusses, der Hochebene Qinghai-Tibets und eines Teils der
Inneren Mongolei und Gansus betroffen. Die Bevölkerung Chinas umfasst ca. 20
Prozent der Weltbevölkerung, aber sie verfügt nur über sieben Prozent der
verfügbaren landwirtschaftlichen Anbaufläche.

Wang Tao, Mitglied der Akademie der Wissenschaften in
Lanzhu, zufolge hat die Desertifikation in China während des letzten Jahrzehnts
jedes Jahr um 950 Quadratkilometer zugenommen. Alljährlich im Frühjahr wird
Peking und ganz Nordchina von Sandstürmen heimgesucht, mit Auswirkungen bis
nach Südkorea und in Japan" [19].

All das muss uns zum Nachdenken über die so viel gepriesene
starke Leistungsfähigkeit des chinesischen Kapitalismus veranlassen. Die
jüngste Entwicklung der chinesischen Wirtschaft kann dem niedergehenden
Weltkapitalismus kein neues Leben einhauchen; stattdessen zeigt sie den ganzen
Schrecken der Agonie dieses Systems auf: Städte im Smog (auch die jüngst
stattgefundenen Olympischen Sommerspiele können nicht darüber hinwegtäuschen),
austrocknende Flüsse und jedes Jahr Zehntausende Arbeiter, die bei
Arbeitsunfällen in den Bergwerken oder anderswo aufgrund der furchtbaren
Arbeitsbedingungen und der mangelnden Sicherheitsbestimmungen sterben.

Natürlich werden auch viele andere Ressourcen immer knapper.
Aus Platzgründen können wir hier nur kurz auf zwei eingehen.

Die erste Ressource ist natürlich das Erdöl. Bekanntlich
spricht man seit dem Ende der 1970er Jahre von der Erschöpfung der natürlichen
Ölquellen, doch in diesem Jahr, 2008, scheint man tatsächlich den Gipfelpunkt
der Förderung (er wird Hubbert-Gipfel genannt) erreicht zu haben, d.h. jenen
Punkt, an dem verschiedenen geologischen Hochrechnungen zufolge die Hälfte der
natürlichen Ressourcen bereits erschöpft ist. Öl stellt heute ca. 40 Prozent
der Basisenergie dar und ungefähr 90 Prozent der im Verkehr eingesetzten
Energie. Auch in der chemischen Industrie ist es ein wichtiger Grundstoff,
insbesondere bei der Herstellung von Düngemitteln in der Landwirtschaft,
Kunststoffen, Klebstoffen und Lacken, Schmier- und Reinigungsmitteln. All das
ist möglich, weil das Öl bislang ein relativ billiger Stoff und scheinbar
grenzenlos verfügbar war. Allein dass diese Perspektiven sich nun geändert
haben, trägt schon jetzt zu Preiserhöhungen bei. Die kapitalistische Welt hört
auch heute nicht auf die Empfehlung Clausius, innerhalb einer Generation nicht mehr
zu verbrauchen, als die Natur in dieser Zeit liefern kann. Stattdessen hat sich
die kapitalistische Welt in eine verrückte Jagd nach Energie gestürzt. Dabei
sind China und Indien an die führende Stelle getreten, was den Energiekonsum
betrifft. Sie verbrennen alles, was man verbrennen kann, greifen sogar auf
giftige fossile Kohlenstoffe zur Energiegewinnung zurück und haben damit
bislang nie da gewesene Umweltprobleme geschaffen.

Natürlich hat sich der wundersame Ausweg mittels der sog.
Biokraftstoffe als Flop, weil völlig unzureichend, erwiesen. Die Herstellung
von Brennstoff auf der Grundlage der alkoholischen Gärung von Maisstärke oder
von Pflanzenölen reicht keineswegs aus, um die gegenwärtigen Bedürfnisse des
Marktes nach Brennstoffen zu befriedigen. Im Gegenteil, auf diese Weise werden
die Preise für Nahrungsmittel nur weiter in die Höhe getrieben, wodurch der
Hunger unter den ärmsten Bevölkerungsteilen zunimmt. Auch hier werden
kapitalistische Unternehmen wie die Nahrungsmittelhersteller begünstigt, die zu
Verkäufern von Biokraftstoffen geworden sind. Aber für die einfachen
Sterblichen bedeutet dies, dass große Waldgebiete abgeholzt werden, um dort
Plantagen zu errichten (Millionen Hektar Wald sind geopfert worden). Die
Herstellung von Biodiesel verlangt in der Tat den Einsatz von großen Flächen.
Um sich eine konkretere Vorstellung davon zu machen: ein Hektar Raps,
Sonnenblumen oder andere Ölpflanzen entspricht etwa 1.000 Liter Biodiesel,
womit ein PKW ca. 10.000
Kilometer zurücklegen kann. Wenn man davon ausgeht, dass
ein PKW durchschnittlich im Jahr ca. 10.000 Kilometer
zurücklegen, verbraucht jedes Fahrzeug also Biodiesel in Höhe eines Hektars
Anbaufläche. Für ein Land wie Italien, wo ca. 34 Millionen PKW angemeldet sind,
würde dies bedeuten, dass man eine Anbaufläche von ca. 34 Millionen Hektar
benötigen würde. Wenn man den PKW noch die ca. vier Millionen LKW hinzufügt,
deren Verbrauch noch höher liegt, würde sich der Verbrauch verdoppeln, und es
würde eine Anbaufläche von mindestens 70 Millionen Hektar erforderlich machen.
Dies entspricht dem Doppelten der Fläche Italiens, Berge, Städte usw.
eingeschlossen.

Obgleich davon kaum die Rede ist, stellt sich ein ähnliches
Problem wie bei den fossilen Brennstoffen natürlich auch bei anderen Ressourcen
mineralischer Art, wie beispielsweise bei den Mineralien, aus denen Metall
gewonnen wird. Es trifft sicherlich zu, dass Metall nicht durch seine
eigentliche Verwendung zerstört wird wie im Fall des Öls oder des Methangases,
aber die Nachlässigkeit der kapitalistischen Produktion läuft darauf hinaus,
dass große Mengen Metall auf Müllhalden und anderswo verrotten, so dass die
Versorgung mit Metall früher oder später auch nicht mehr ausreichen wird. Die
Verwendung bestimmter vielschichtiger Legierungen lässt den eventuellen Versuch
der Rückgewinnung eines „reinen" Materials als schwierig erscheinen.

Das Ausmaß des Problems wurde anhand von Schätzungen
deutlich, denen zufolge innerhalb weniger Jahrzehnte folgende Rohstoffe
erschöpft sein werden: Uran, Platin, Gold, Silber, Kobalt, Blei, Mangan,
Quecksilber, Molybdän, Nickel, Zinn, Wolfram und Zink. Dies sind für die
moderne Industrie praktisch unabdingbare Stoffe, und ihr Mangel bzw. ihre
Erschöpfung wird eine sehr schwere Last in der Zukunft darstellen. Aber auch
andere Stoffe sind nicht unerschöpflich. Man hat errechnet, dass noch ca. 30
Milliarden Tonnen Eisen, 220 Millionen Tonnen Kupfer, 85 Millionen Tonnen Zink
zur Verfügung stehen (in dem Sinne, dass es noch wirtschaftlich möglich sein
wird, sie zu fördern). Um sich auszumalen, um welche Mengen es sich handelt,
muss man wissen, dass, um die ärmsten Länder auf das Niveau der reichsten
Länder zu bringen, man 30 Milliarden Tonnen Eisen, 500 Millionen Tonnen Kupfer,
300 Millionen Tonnen Zink benötigt, d.h. viel mehr, als der ganze Planet Erde
anzubieten hat.

In Anbetracht dieser angekündigten Katastrophe muss man sich
fragen, ob Fortschritt und Entwicklung notwendigerweise mit Umweltverschmutzung
und Zerstörung des Ökosystems verbunden sein müssen. Man muss sich fragen, ob
solche Desaster auf die unzureichende Bildung der Menschen oder auf etwas
Anderes zurückzuführen sind. Das werden wir im nächsten Artikel untersuchen.

Ezechiele,
August 2008

 


[1]  G. Barone et al., Il metano e il futuro del clima, in Biologi Italiani, n° 8 de
2005. („Methan und die Zukunft des Klimas").

 

[2]  Ebenda.

 

[3]  G. Pellegri, Terzo mondo, nuova pattumiera creata dal buonismo tecnologico, siehe
http:/www.caritas-ticino.ch/rivista/elenco%20rivista/riv_0203/08%20-%20Terzo%m...

 

[4]  Vivere di rifiuti, (Von Abfällen leben)
http:/www.scuolevi-net:scuolevi/valdagno
/marzotto/mediateca.nsf/9bc8ecfl790d17ffc1256f6f0065149d/7f0bceed3ddef3b4c12574620055b62d/Body/M2/Vivere%20di%rifiuti.pdf
?OpenElement

 

[5]  Roberto Saviano, Gomorra, Viaggio
nell'impero economico e nel sogno di dominio della camorra, (Reise in das Reich
der Wirtschaft und in die Träume der Herrschaft der Camorra), Arnoldo Montaldi,
2006.

 

[6]
La
Republica
on-line, 29/10/2007

 

[7]
La
Republica
, 6/02/2008. Allein in den USA werden
mehr als 100 Milliarden Plastiktüten verwendet. 1.9 Milliarden Tonnen Öl sind
für deren Herstellung erforderlich, wobei die meisten von ihnen auf dem Müll
landen und Jahrzehnte bis zu ihrer Zersetzung brauchen. Für die Herstellung
mehrerer Dutzend Milliarden Plastiktüten müssen allein 15 Millionen Bäume
gefällt werden.

 

[8]
Siehe den Artikel „Das Mittelmeer, ein Plastikmeer" in La Republica
du 19 Juli 2007.

 

[9]
Man kann natürlich nicht ausschließen, dass der schwindelerregende Preisanstieg
des Öls zwischen 2007-2008 die Verwendung dieses Rohstoffs für die Produktion
von Kunststoffen infragestellt, wodurch es in absehbarer Zukunft zu einer
Kehrtwende unter wachsamen Unternehmern kommen könnte, die aber nur auf die
Verteidigung ihrer Interessen achten.

 

[10]  R. Troisi : la discarica del mondo luogo di miseria e di
speranza nel ventunesimo secolo. (Die Müllentsorgung der Erde - Misere
und Hoffnung des 21. Jahrhunderts) -
http://villadelchancho.splinder.com/tag/discariche+del+mondo

 

[11]
Siehe den Artikel: „Einige Kollateralschäden der Industrie - Chemie, und
Atomkraft" Alcuni effetti collaterali dell'industria, La chimica, la diga e il
nucleare.

 

[12]  Jared Diamond, Collasso, edizione Einaudi.

 

[13] ebenda.

 

[14]
R. J. E Clausius (1885), geboren 1822 in Koslin (damals Preußen, heute Polen)
und 1888 gestorben in Bonn.

 

[15]
Vereinigung Geographielehrer Italiens - „Das Bevölkerungswachstum", La crescita
della popolazione.
http://www.aiig.it/UnProzent20quadernoProzent20perProzentl'ambiente/offl...

 

[16]  G. Carchella, Acqua : l'oro blu del terzo millenario, su
„Lettera 22, associazione indipendente di giornalisti".
http://www.lettera22.it/showart.php?id=296&rubrica=9 Wasser - Das blaue
Gold des 21. Jahrhunderts in Brief 22, Unabhängige
Vereinigung der Journalisten

 

[17]
Asian Farmers sucking the continent dry, Newscientist,
http://www.newscientist.com/article/dn6321-asian farmers-sucking the
continent-dry.html Asiatische Bauern trocknen den Kontinent aus, 28. August
2004

 

[18]
PB, Asianews, China: Noch 10 Millionen Menschen dursten nach Trockenheit
http://www.asianews.it/index.php?l=it&art=6977

 

[19]
Asianews, China - eingeklemmt zwischen Überschwemmungen und dem Vormarsch der
Wüsten http://www.asiannews.it/index.php?l=it&art=9807

, Asianews, La Cina stretta tra le inondazioni
e il deserto che avanza, 18/08/2006

 

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