Anhang: Octobre 1938

DAS LEBEN DER FRAKTIONEN DER INTERNATIONALEN KOMMUNISTISCHEN LINKEN

DIE ITALIENISCHE FRAKTION

Sie wurde offiziell 1928 auf der Konferenz von Pantin(*) gegründet, als die Kommunistische Internationale nach unzähligen Ausschlüssen von internationalistischen Kommunisten in allen Ländern zu den Beschlüssen des VI. Kongresses gelangt war, auf dem die Unvereinbarkeit zwischen der Zugehörigkeit zur Komintern und der Verteidigung der revolutionären Positionen erklärt wurde.

Aber in Wirklichkeit bildete sich die Italienische Fraktion während des Bürgerkriegs heraus, der in Italien eine sehr bittere Form annahm und in einem erbarmungslosen Kampf gegen den Zentrismus stattfand. Gegen Ende des Krieges von 1914-18 entstand inmitten der Italienischen Sozialistischen Partei, die von den Opportunisten der bekannten Richtung "Weder den Krieg unterstützen noch ihn sabotieren" (die an der Zimmerwalder Konferenz teilnahmen) angeführt wurde, die "abstentionistische" (der Enthaltung) Strömung  mit Bordiga an ihrer Spitze und dem Verband Neapels, der "Il Soviet" veröffentlichte. Unter dem Schlagwort des parlamentarischen Abstentionismus entstand die erste marxistische Fraktion, die sich mit der russischen Revolution solidarisch erklärte. Dies geschah nicht nur in Worten, sondern durch die Ausarbeitung kommunistischer Positionen, die sie zu den ersten Befürwortern einer Spaltung mit den Verrätern werden ließen und zu den Hauptinitiatoren der Gründung der Italienischen Kommunistischen Partei. Man weiß, daß Lenin in seiner Schrift "Die Kinderkrankheit des Kommunismus" den Marxisten Italiens einen schlechten Dienst erwiesen hat, als er sie auf der Grundlage von nur bruchstückhaften und unvollständigen Informationen einschätzte und nur ihre parlamentarische abstentionistische Haltung berücksichtigte und gleichzeitig die Opportunisten des "Ordine Nuovo" aus Turin anerkannte. Damals war der Abstentionismus, der ein Aspekt der Unterscheidung zwischen Kommunisten und der an den Staat gebundenen Sozialisten war, keine Prinzipienposition, sondern eher eine ähnliche Position wie die, welche die Bolschewiki während des Boykotts der Duma kurze Zeit nach dem revolutionären Ansturm der russischen Arbeiter 1906 eingenommen hatten. Es war übrigens die Linke um Bordiga, die unter anderen Bedingungen 1934 während des Aufstiegs der Faschisten die Beteiligung an den Wahlen unterstützte.

Im Jan. 1921 gründete die Abstentionistische Fraktion nach ihrer von der Sozialistischen Partei (von Serrati angeführt) vollzogenen Trennung in Livorno die Kommunistische Partei. Die Lage in Italien war schon vorentschieden worden durch den Verrat der Sozialisten, die die gewaltige Bewegung der Fabrikbesetzungen zerschlagen hatten und durch die Entfesselung der blutigen Angriffe des Faschismus, welche mit der Repression des kapitalistischen Staates in die gleiche Richtung schlug. Sozialisten und Maximalisten entwaffneten die italienischen Arbeiter, während der Faschismus und die staatlichen Kräfte zur physischen Auslöschung und zur Zerstörung der Arbeiterorganisationen übergingen.

Ein Jahr später verabschiedete die KP, welche die besten Energien des italienischen Proletariats zusammenbündelte, auf ihrem 2. Kongreß die "Thesen von Rom", die auf synthetisierende Weise die Prinzipien zusammenfaßten, welche der Arbeiterklasse in Italien ihre erste Klassenpartei gaben. Das organische Wesen der Partei, ihr Verhältnis zur Klasse, zu den anderen Organisationen, ihre Taktik in den Kriegsphasen und Revolutionen wird in diesen Thesen aufgeführt, von denen der Zentrismus vorgab, sie 1923 in Italien zu übernehmen, um sie dann wieder, sobald er es ungestraft tun konnte, mit Hilfe der Komintern über Bord zu werfen. Es ist zu bemerken, daß diese Thesen, die den von Lenin zwischen 1903 und 1917 eingeschlagenen historischen Weg fortsetzen, auf den Widerstand der Komintern stießen, die sie jedoch zur Zeit Lenins nie offen verwarf. Damals zwang die Komintern in Deutschland die Spartakisten den entgegengesetzten Weg zu beschreiten, als sie zum Zusammenschluß mit der USPD gedrängt wurden.

Auf dem III. und IV. Kongreß der Komintern trat die von der Linken angeführte Italienische Partei den Richtlinien entgegen, welche 1923 zur Niederlage in Deutschland führen sollten. Es handelte sich um Richtlinien, die zudem noch von Lenin und Trotzki unterstützt worden waren. Auf die ausdrückliche Bitte Lenins hin traten Bordiga und die Linke nicht von der Parteiführung zurück, welche die Mehrheit auf den Kongressen innehatte, weil es für Marxisten nicht möglich war, die Probleme der Revolution in einem Land zu lösen, während sie international in der Minderheit waren.

Nach der Niederlage von 1923 verwarf die Linke auf dem V. Kongreß den Handel, den ihr Sinowjew vorgeschlagen hatte. Danach sollte sie die Führung der Partei behalten, im Gegenzug wiederum hätte sie die in Rußland gegen Trotzki geführte Kampagne unterstützen sollen. In vielen Fragen gab es Meinungsverschiedenheiten mit Trotzki, aber er stellte dennoch eine internationalistische Reaktion gegen den Zentrismus dar, und das war Grund genug für eine vollständige Solidarität mit ihm. Deshalb trat die Linke von allen verantwortlichen Posten zurück, obwohl sie in der Partei die Mehrheit besaß, und begann den ideologischen Kampf, welcher durch die Bildung einer Strömung zur Gründung einer linkskommunistischen Fraktion führte. Die marxistische Strömung, die sich mit Bordiga in Italien den Abenteuern des Zentrismus (z.B. Rückzug auf den Aventino 1924) entgegenstellte und auf internationaler Ebene gegen den "Sozialismus in einem Lande", gegen die Bolschewisierung, das englisch-russische Komitee ankämpfte, erarbeitete 1926 ein programmatisches Dokument, welches auf einem Kongreß der KPI vorgestellt wurde. Dieses Dokument wurde unter dem Namen der "Plattform der Linken" bekannt.

Die (von den Zentristen verworfenen) "Thesen von Rom" und die Plattform waren die Grundlagendokumente für die Bildung der Italienischen Fraktion in Pantin. Diese gab ein Organ PROMETEO auf Italienisch heraus, das weiterhin noch heute erscheint.

Als 1930 die Internationale Linksopposition - von dem in der Türkei befindlichen Trotzki angeführt - gegründet wurde, wirkte die Italienische Fraktion dabei mit, indem sie deren Grundsatztext unterstützte. Trotzki begrüßte die Plattform von 1926 als eines der besten Dokumente der Opposition, was ihn nicht daran hinderte, eine Reihe von Manövern und Intrigen anzuzetteln, um zu versuchen, die Fraktion seiner Politik zu unterwerfen.

Von Jan. 1933 an hatte die tiefgreifende Krise der Internationalen Linksopposition die Divergenzen zwischen der Fraktion und Trotzki noch verstärkt, wobei Trotzki bürokratische Methoden benutzte, um Gruppen zu bilden, zu spalten, sie aufzulösen, die internationale Führung zu verlagern und die Fraktion anzugreifen, welche sich weigerte, an diesem Treiben  mitzuwirken. Dadurch versuchte Trotzki, die Gründung von kommunistischen Organisationen in den verschiedenen Ländern zu verhindern. Der Gegensatz zwischen der Gefolgschaft gegenüber den ersten 4 Kongressen der Komintern, der Bibel der Trotzkisten, und der marxistischen Analyse der Ereignisse nach dem Krieg, welche den internationalen Sieg des Zentrismus mit sich brachten, spiegelte sich nicht nur in der unterschiedlichen Ausrichtung zwischen der "Politik der Wiederaufrichtung der Parteien" und der Gründung der Fraktionen (welche in den Reihen der Partei wirken und der einzige Kanal marxistischen Denkens sind) wider, sondern auch in einem anderen Gegensatz: dem Gegensatz zwischen den "demokratischen Losungen", die Trotzki zum Befürworter des imperialistischen Krieges in Spanien und China werden ließen, und den Klassenpositionen, die aus dem Proletariat und seinen proletarischen Positionen die einzigen Losungen ableiteten, welche in der Nachkriegssituation angebracht waren.

Ende 1932, vor Hitlers Machtübernahme, wurde die Trennung durch den Ausschluß der Fraktion vollzogen, ein Ausschluß, der von Trotzki (Gurow) angezettelt wurde, der auch gleichzeitig einen Sieg in Deutschland selbst mit Thälmann für möglich hielt.

1935 beschloß der Kongreß der Italienischen Fraktion (der nach dem offenen Verrat des Zentrismus tagte, welcher nach dem endgültigen Tod der Komintern und dem Eintritt Rußlands in den Völkerbund folgte) die Umwandlung derselben von einer Fraktion der Italienischen Kommunistischen Partei zu einer Fraktion der Partei, welche in den zukünftigen revolutionären Ausbrüchen gegründet werden würde. Diese Umwandlung vollzog sich zur Zeit der Anzettelung des Krieges in Abessinien durch den italienischen Imperialismus, und der Kongreß befaßte sich hauptsächlich mit den Fragen der Umwandlung der Fraktion zur Partei, die der Verrat des Zentrismus und die Eröffnung der Phase imperialistischer Kriege zu einer unbedingten Notwendigkeit machten. Eine Strömung trat auf, welche den wirklichen Prozeß des Klassenkampfes (der die Bedingungen für die Gründung der Partei vorantrieb) durch eine bloße Anstrengung des Willens zu ersetzen suchte, der wiederum den Opportunismus und eine Revision des Kommunistischen Programms verlangte. Die Hauptführer dieser Ordnung stellten im Laufe des Spanischen Krieges die Minderheit dar, die diesen imperialistischen Krieg unterstützten und auf die andere Seite der Barrikaden überwechselten. Die Italienische Fraktion beschloß Ende 1932 eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Bund der Internationalen Kommunisten Belgiens dies geschah auf der Grundlage eines Zusammenfließens der Kritik der Positionen der (trotzkistischen) Internationalen Opposition, eine Kritik, welche die zentralen Fragen der Arbeiterbewegung, die des Staats und der Partei mit einschloß.

Die Ereignisse in Spanien sollten eine Krise (innerhalb der Fraktion) hervorrufen und in ihrem Verhältnis zum Belgischen Bund, innerhalb dessen übrigens eine marxistische Strömung entstand, die mit der in der Fraktion vorherrschenden zusammenfloß.

Der Ausschluß der Minderheit, der eine Flucht vor der Diskussion darstellte,  leitete den Bruch mit dem Bund ein, wo sich eine Spaltung  als richtig herausgestellt hatte (siehe die Resolution der Exekutiv-Kommission, Bilan Nr. 42).

Neben ihrer Zusammenarbeit mit dem belgischen Bund gab die Fraktion ab Nov. 1933 eine theoretische Revue heraus, um die Arbeit der internationalen Klärung aufzunehmen, welche die am meisten fortgeschrittenen Gruppen, die mit Trotzki gebrochen hatten, dazu drängte, die Bildung von linken Fraktionen voranzutreiben. Damals stießen all ihre Bemühungen zur Gründung einer Internationalen mit der Passivität und der Verwirrung der bestehenden Gruppen zusammen, und nur der Bund schien bereit zu sein, eine ernsthafte internationale Diskussion aufzunehmen.

Mit dem Spanienkrieg brachen alle die Divergenzen mit dem Bund und anderen Gruppen durch einen Bruch dieser Gruppen hervor, der zum  Absinken dieser Gruppen der 'Linkskommunisten' in den Sumpf der kapitalistischen Ideologien führte. Eine neue Phase hielt ihren Einzug, die der Bildung von Linksfraktionen gegen alle bestehenden Gruppen auf der Grundlage von programmatischen Positionen, die von der Fraktion in Zusammenarbeit mit der Minderheit des belgischen Bundes zu der Frage des Staats und der Partei gebildet worden waren. Diese Bemühungen fanden ihren Abschluß in der Gründung des Büros der Fraktion der Linken und der Umbenennung Bilans in Oktober.

Gegenwärtig gibt die Italienische Fraktion PROMETEO und IL SEME, als italienischsprachiges Diskussionsorgan heraus und das als theoretisches Vorbereitungsinstrument für den Kongreß der Fraktion dienen soll. In einer nächsten chronologischen Abhandlung werden wir über die Divergenzen, die innerhalb der Fraktion bestehen, schreiben, über die umstrittenen Fragen, und die in PROMETEO und IL SEME zum Ausdruck gebracht werden.

DIE BELGISCHE FRAKTION

Die nationale Konferenz des Bundes der Internationalistischen Kommunisten Belgiens beschloß am 21. Feb. 1937 die Unvereinbarkeit der Mitgliedschaft in ihrer Organisation der Mitglieder, die sich mit der vor Jahren in dessen Bulletin veröffentlichten Resolution solidarisieren. Es handelte sich um den Gegensatz zwischen den Befürwortern des imperialistischen Krieg in Spanien und der Internationale, die sich auf Klassenpositionen beruft. Eine Minderheit, die gesamte Gruppe in Brüssel - abgesehen von 3 Genossen mit Hennaut unter ihnen - trat also aus dem Bund aus.

Am 15. April erschien ihr erstes monatliches Bulletin mit den Grundsatztexten hinsichtlich der Gründung der belgischen Fraktion der Internationalen Kommunistischen Linken. Sie stammt nicht, wie Hennaut es gerne darstellen möchte, aus der Italienischen Fraktion, sondern ist das Ergebnis eines langen Prozesses, in dessen Verlauf es dem Proletariat in Belgien zum ersten Mal gelang, die Grundlagen für den Aufbau einer wahren Klassenpartei zu legen.

Wir wissen, daß die Belgische Kommunistische Partei von der sozialistischen Jugend gegründet wurde, aber dem Aufruf der russischen Revolution folgend die P.O.B. (*) verließ. Ihrer Gründung gingen keine gesellschaftlichen Umwälzungen in Belgien vor, denn die Bourgeoisie konnte mit Hilfe der Kompromisse von Lophem mittels "sozialer Reformen" die proletarische Welle eindämmen, die auf die Organisationen der P.O.B. zufluteten. Sehr schnell war der junge kommunistische Kern in einem Zusammenschluß erdrückt worden, der durch die Internationale mit der Gruppe der sozialistischen Linken um Jacquemotte aufgezwungen worden war. Trotzdem wechselte 1928 die Mehrheit der Partei zur Opposition über und nach der Spaltung von Antwerpen standen hinter ihr all die Avantgarde-Militanten der belgischen Arbeiterbewegung. Die Opposition kämpfte unter den schwierigsten Bedingungen gegen all die Probleme an, vor denen die Marxisten zu jenem Zeitpunkt standen. Der Fehler großer gesellschaftlicher Bewegungen, der allgemeine Eindruck des Stagnierens spielte eine wichtige Rolle bei der Entmutigung, die schnell in ihren Reihen Einzug hielt. Sollten sie als Fraktion oder als Partei handeln? Diese Probleme wurden in den Reihen der Opposition diskutiert - ohne jedoch eine Lösung dafür zu finden, obgleich es auf der Hand lag, daß nur ein Wirken als eine Fraktion, ein Teil der Partei (selbst wenn man daraus ausgeschlossen worden war) es ermöglichen sollte, die Probleme anzugehen, die den zentristischen Niedergang kennzeichneten und Positionen zu erarbeiten, die zum Zeitpunkt des Verrats des Zentrismus es erlaubten, sich auf die Gründung neuer Parteien hinzubewegen. Trotzki veröffentlichte von seinem Exil aus seine Positionen hierzu (Wiederaufrichtung der Partei anstatt Linksfraktionen) und ohne eine internationale Diskussion abzuwarten, ohne die unvermeidbaren Schwierigkeiten der belgischen Opposition zu verstehen, rief er anläßlich der Ost-China-Frage (diese Eisenbahnlinie, die Stalin schließlich China verkaufte) eine Spaltung hervor, die die belgische Opposition endgültig zum Auseinanderbrechen führte. Sie spaltete sich  in 2 Teile, von denen einer (die Föderation Charlerois) die offizielle trotzkistische Gruppe schuf, welche sich der P.O.B. anschloss, nur um später wieder mit Mitgliedern der Linken auszutreten und die Revolutionäre Sozialistische Partei zu gründen. Der andere Teil gründete später den Bund der Internationalen Kommunisten Belgiens, der bis 1932 vor sich hinschlummerte. Zu dem Zeitpunkt, als die trotzkistische Gruppe entartete und aus ihren Reihen die internationalen Elemente ausschloß, mit der italienischen Linke brach, blieb der Bund als der einzige überlebende Kern der Klasse bestehen. Obgleich sie der reaktionären Idee der 'Wiederaufrichtung' der Partei die verwirrte Idee der 'neuen Parteien' entgegenstellte, gab sie dennoch zu, daß die historischen Bedingungen, die ideologischen Grundlagen zu ihrer Gründung nicht vorhanden waren. Andererseits vertrat der Bund zu den  Fragen "Demokratie und Faschismus" in seiner Prinzipienerklärung eine zufriendenstellende Position (obgleich er sie heute wieder verworfen hat, um die spanischen Republikaner zu unterstützen), und genauso wenig gab er sich mit den Ergebnissen der ersten 4 Kongresse der Komintern zufrieden.

Seine Zusammenarbeit mit der italienischen Fraktion, die eine Erweiterung seiner Arbeitsgrundlagen schuf, das Auftauchen neuer, abwartender, suchender Elemente oder Leute, die aus der trotzkistischen Gruppe ausgeschieden waren, entfalteten eine Diskussionsatmosphäre, in der die wesentlichen Fragen der kommunistischen Bewegung aufgegriffen wurden - sowohl auf internationaler Ebene wie auch spezifisch in Belgien. Im Verlauf dieser Diskussionen, die sich mit der Entwicklung der russischen Revolution und der neuen internationalen Situation und der Lage in Belgien befaßten, tauchten Divergenzen auf und bündelten sich langsam in der Polarisierung zwischen zwei Strömungen, die jedoch noch eine gemeinsame Arbeitsgrundlage hatten. Bei der Frage Rußlands, dem Problem des Kriegs (Krieg in Abessinien), der Demokratie (Volksabstimmung im Saarland), den Wahlen, der sozialistischen Linken und schließlich bei der Parteifrage und dem Prozeß ihrer Gründung in Belgien traten Divergenzen auf, die in dem "Bulletin" des Bundes und den Heften (Cahiers) z.T. in Bilan veröffentlicht wurden.

Am Abschluß dieser Entwicklung stellten die Ereignisse in Spanien diese beiden Strömungen vor die Notwendigkeit, ihren Divergenzen einen politischen Ausdruck zu verleihen, eine prinzipielle Opposition trat in Erscheinung. Zum Problem des Staats und der Partei entstanden zwei entgegengesetzte Positionen, von denen eine zum imperialistischen Krieg und die andere zum Kampf für die proletarische Revolution führte. Die Spaltung war unvermeidbar und sie fand statt.

Sicher intervenierte die italienische Fraktion aktiv bei der Entwicklung der Strömung, die später die belgische Fraktion gründen sollte, aber das geschah eher als beschleunigendes Element einer Klassentendenz, die sich immer mehr behauptete und als internationale Hilfe des italienischen Proletariats gegenüber dem belgischen Proletariat, das in den Strudel der Unterstützung des imperialistischen Krieges geraten war.

Während also aus formeller Sicht das historische Band der Verbindung zwischen der belgischen Fraktion und dem ersten kommunistischen Kern, welcher die Partei gründete, nicht besteht, gibt es dieses doch, wenn man die geschichtliche Entwicklung des belgischen Proletariats betrachtet, denn die gegenwärtige Fraktion ist nur das Ergebnis der Bemühungen, die das Proletariat in allen Ländern seit 1917 unternommen hat - die Schaffung der Grundlagen der Klassenpartei.

Die belgische Fraktion hat in der ersten Nummer von "Communisme" (ihrer Monatszeitschrift) eine Prinzipienerklärung veröffentlicht, die ihr Grundsatztext ist und als Ausgangspunkt für die Erstellung ihrer Plattform dient. Diese Erklärung stützt sich auf die gleichen Prinzipien wie die der italienischen Fraktion. In ihrem Bekenntnis hat sie schon eine Reihe von Resolutionen zu den zentralen Fragen der gegenwärtigen Lage veröffentlicht, und in ihren Reihen wird die Diskussion über eine Gesamtheit von Problemen fortgesetzt, die wir in einer nächsten Nummer veröffentlichen werden.

(aus OCTOBRE, Februar 1938, wiederveröffentlicht in "La Gauche Communiste d'Italie", Beitrag zu einer Geschichte der revolutionären Bewegung, IKS, Dez.1981)

(*) Pantin, ein Vorort von Paris

(*) Zentristen = damit meinten sie die Stalinisten

(*) P.O.B. Parti Ouvrier Belge, Belgische Arbeiterpartei