Kommunismus

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Russland 1917 und das revolutionäre Gedächtnis

Für alle jene, die immer noch meinen, dass die größte Hoffnung der Menschheit der revolutionäre Umsturz des Weltkapitalismus sei, ist es unmöglich, den Beginn des Jahres 2017 zu begrüßen, ohne daran zu erinnern, dass es der 100. Jahrestag der Russischen Revolution ist. Und wir wissen, dass auch all jene, die darauf beharren, dass es keine Alternative zum gegenwärtigen gesellschaftlichen System gibt, sich auf ihre Weise daran erinnern werden.

Pannekoeks „Lenin als Philosoph" – Eine Kritik von Internationalisme, 1948 (Einleitung)

aus International Review 25 (englische, spanische und französische Ausgabe)

Der Kommunismus ist keine schöne Idee, sondern eine materielle Notwendigkeit

Wir haben zuvor eine Zusammenfassung des ersten Bandes unserer Artikelreihe zum Kommunismus veröffentlicht, in der wir die Entwicklung des kommunistischen Programms in der aufsteigenden Phase des Kapitalismus anhand der Werke von Marx und Engels thematisierten. Der zweite Band dieser Reihe befasst sich eingehender mit den weiteren Präzisierungen dieses Programms, die sich aus den praktischen Erfahrungen und theoretischen Überlegungen der

Zum 125. Todestag von Karl Marx

In den Jahren nach dem Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion gab es einen gemeinsamen Tenor in den Medien, der Wissenschaft und sogar in Teilen der arbeitenden Bevölkerung: „Der Kommunismus ist tot!“ und „Marx hatte unrecht – der Kapitalismus ist das beste Gesellschaftssystem!“ Wer damals auch nur die Begriffe „Marx“ oder „klassenlose Gesellschaft“ in den Mund nahm, erntete bestensfalls ein müdes Lächeln.

Der Kommunismus: Der Beginn der wirklichen Geschichte der Menschheit (II)

Der Artikel in dieser Ausgabe kehrt zum Werk des jungen Marx 1843 zurück, um die Ursprünge seiner Methoden zur Erarbeitung des kommunistischen Programms zu untersuchen. Wir hoffen, dass diese Zusammenfassung älterer Artikel die Leser dazu animieren wird, zu den Originalartikeln zurückzugehen, die wir auf Englisch in Form eines Buches veröffentlichten, aber auch online stellten. Die in Punkt 1 bis 7 zusammengefassten Artikel sind in voller Länge in Deutsch als Broschüre und Online auf unserer Web-Site erhältlich. Bisher hat es nur wenig Reaktionen aus dem politischen proletarischen Milieu zu den Artikeln gegeben. Dennoch bieten wir sie all jenen als eine Quelle der Untersuchung und Reflexion an, die danach streben, die wahre Bedeutung und den wirklichen Inhalt der kommunistischen Revolution zu klären.

Der Kommunismus ist keine schöne Idee, sondern eine materielle Notwendigkeit (Zusammenfassung Band 2)

Wir haben zuvor eine Zusammenfassung des ersten Bandes unserer Artikelreihe zum Kommunismus veröffentlicht, in der wir die Entwicklung des kommunistischen Programms in der aufsteigenden Phase des Kapitalismus anhand der Werke von Marx und Engels thematisierten.

Leserbrief: Die Wirtschaftsordnung unter der Herrschaft der Arbeiterräte

Leserbrief:

Ich interessiere mich für die rätekommunistische Wirtschaftsordnung. Wie sieht diese Wirtschaft genau aus? Ich habe schon gelesen, dass die Arbeiter die Betriebe enteignen und sie anschließend Durch Arbeiterräte selbst verwalten. Wer ist aber dann der Kapitaleigner? Der Staat oder alle Arbeiter zusammen (Verein)? Bei letzterem stellt sich noch die Frage: Was passiert, wenn ein Arbeiter ausscheidet und ein neuer in den Betrieb eintritt? In der Wirtschaft wird es schon allein zwecks der Dynamik immer nicht kapitalistische Selbstständige geben, die ihren Betrieb auch vergrößern wollen. Wie werden diese in die rätekommunistische Wirtschaftsordnung integriert, ohne dass neue Kapitalverhältnisse entstehen? Für diese Fragen finde ich einfach keine Antwort. Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen. Ich freue mich auf Ihre baldige Antwort und danke Ihnen im Voraus.

 

 Antwort der IKS:

Leserbrief: Die Wirtschaftsordnung unter der Herrschaft der Arbeiterräte

Leserbrief:

Ich interessiere mich für die rätekommunistische Wirtschaftsordnung. Wie sieht diese Wirtschaft genau aus? Ich habe schon gelesen, dass die Arbeiter die Betriebe enteignen und sie anschließend Durch Arbeiterräte selbst verwalten. Wer ist aber dann der Kapitaleigner? Der Staat oder alle Arbeiter zusammen (Verein)? Bei letzterem stellt sich noch die Frage: Was passiert, wenn ein Arbeiter ausscheidet und ein neuer in den Betrieb eintritt?

Der Kommunismus: Der Beginn der wirklichen Geschichte der Menschheit [Serie III - Teil 1]

Der Kommunismus ist die einzige Zukunft

Mit diesem Artikel beginnen wir den dritten Band unserer Kommunismus-Reihe, die vor fast 15 Jahren begonnen wurde. Der zweite Band dieser Reihe (in Internationale Revue Nr. 111, engl., franz. und span. Ausgabe) schloss mit dem Ende einer Periode - der Erschöpfung der internationalen revolutionären Welle, die den Kapitalismus bis in seine Grundfeste erschüttert hatte - und, noch spezifischer, mit einer kühnen Beschreibung der kommunistischen Kultur der Zukunft, die 1924 von Trotzki in seinem Werk Literatur und Revolution umrissen worden war.

Der Kommunismus ist nicht nur eine schöne Idee, sondern er steht auf der Tagesordnung der Geschichte

Der nachfolgende Artikel ist der 3. Teil der Zusammenfassung unserer bisher in der International Review erschienen Artikelserie zum Thema Kommunismus. Die ersten beiden Teile erscheinen im Laufe des Jahres 2007 auf unserer Webseite und in der Internationalen Revue auf Deutsch.

Die Lehren der Niederlage begreifen, die Vision der Zukunft aufrechterhalten

Vor 100 Jahren: Die Revolution von 1905 in Russland (Teil II)

Die Revolution von 1905 ereignete sich, als der Kapitalismus im Begriff war, in seine Niedergangsperiode einzutreten. Die Arbeiterklasse sah sich nicht mit einem Kampf um Reformen innerhalb des Kapitalismus, sondern mit einem politischen Kampf gegen den Kapitalismus und für seine Überwindung konfrontiert, in dem die Machtfrage anstelle der Frage der wirtschaftlichen Zugeständnisse im Vordergrund stand. Das Proletariat antwortete auf diese Herausforderung mit der Erschaffung von Mitteln seines politischen Kampfes: des Massenstreiks und der Sowjets.

Thesen zur ökonomischen und politischen Krise in der UdSSR und den osteuropäischen Ländern

Die jüngsten Ereignisse in den Ländern unter stalinistischem Regime, die Konfrontationen in der Parteispitze und die Repression in China, die nationalistischen Ausbrüche und die Arbeiterkämpfe in der UdSSR, die Bildung einer Regierung in Polen, die von der Solidarnosc angeführt wird - all dies ist von beträchtlicher Bedeutung. Was sie enthüllen, ist die historische Krise, der Eintritt des Stalinismus in eine Zeit heftiger politischer Wirren.

Einführung zu: Anarchismus und Kommunismus

Der Anarchismus ist heute wieder im Aufwind. Sei es durch das Erscheinen und Wiedererstarken des Anarchosyndikalismus, sei es durch das Auftauchen verschiedenster kleiner Gruppen, die sich auf libertäre Ideen beziehen und in mehreren Ländern aus dem Boden spriessen. Sie geniessen auch die vermehrte Aufmerksamkeit der kapitalistischen Medien. Dies lässt sich durch die Besonderheiten der heutigen Zeit erklären.

Der Zusammenbruch der stalinistischen Regime Ende der 80er Jahre hat es der herrschenden Klasse erlaubt, eine bisher nie gesehene Kampagne über den “Tod des Kommunismus” zu entfesseln. Diese Kampagne hatte auch auf die Arbeiterklasse Auswirkungen, selbst auf Elemente, die das kapitalistische System ablehnen und auf dessen revolutionäre Überwindung hoffen. Laut den bürgerlichen Kampagnen bedeutet das Scheitern dessen, was als “Sozialismus” oder “Kommunismus” dargestellt wird, auch ein Scheitern der kommunistischen Ideen von Marx, welche die stalinistischen Regime zur offiziellen Ideologie erhoben (und dabei natürlich systematisch verfälscht) hatten.

1) PROBLEME DER ÜBERGANGSPERIODE (1975)

Revolutionäre haben immer mit größter Be­hutsamkeit die Frage der Über­gangsperiode aufgeworfen. Die Menge, die Komplexi­tät und vor allem das Neue an den Proble­men, denen sich das Pro­letariat stellen muß, verhindern jegliche Er­arbeitung von detail­lierten Plänen für die zukünftige Gesell­schaft; jeder Ver­such, so zu verfahren, ris­kiert, sich in eine Zwangsjacke zu ver­wandeln, die die revo­lutionären Aktivitäten der Klasse er­sticken würde.

Die russische Erfahrung: Privateigentum und Gemeineigentum (Internationalisme, 1946)

Einleitung


Den Artikel, den wir hier wiederveröffentlichen, wurde von der Gruppe "Kommunistische Linke Frankreichs" (GCF) in der Zeitschrift INTERNATIONALISME, Nr. 10 im Mai 1946, veröffentlicht. INTERNATIONALISME faßte sich als Fortsetzung von BILAN und OCTOBRE auf, die von der internationalen kommunistischen Linken vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs veröffentlicht worden waren. Doch INTERNATIONALISME ist keine simple Fortsetzung von BILAN; sie geht vielmehr über letztere hinaus.

Leserbrief zu Verhalten und Klassenkampf

Ohne einen aktiven Austausch von Standpunkten, ohne Debatte ist eine Klärung kommunistischer Positionen unmöglich.  Deshalb versuchen wir möglichst regelmäßig in unserer Zeitung Zuschriften von Leser/Innen zu veröffentlichen und darauf so ernsthaft wie möglich zu antworten. Wir unsererseits sind nicht nur erfreut, sondern auch dankbar für jede Zuschrift, die wir erhalten, weil sie uns zu einer selbstkritischen  Auseinandersetzung mit unserer Arbeit und unseren Positionen zwingt. Deshalb, wenn Euch an unserer Zeitung etwas besonders angesprochen oder auch missfallen hat, schreibt uns, auch wenn es nur ein paar Zeilen sind.
Wir haben einen Leserbrief aus dem Rhein-Neckar Raum erhalten, der sich mit Fragen des menschlichen Verhaltens befasst. Es handelt sich um sehr grundlegende Fragen des Menschseins und des gesellschaftlichen Lebens. Aus dem Brief wird aber rasch ersichtlich, dass der Fragesteller nicht allein durch die Probleme des Allgemeinmenschlichen motiviert wird, die Frage des Verhaltens zu thematisieren. Es geht insbesondere um die Perspektiven des Klassenkampfes. Es geht nicht zuletzt um die Frage, ob die Arbeiterklasse heute und in der Zukunft in der Lage sein wird, dem Druck der Konkurrenz, den Denk- und Verhaltensweisen des Kapitalismus eine eigene gesellschaftliche Perspektive entgegenzusetzen. Was sind die Voraussetzungen dafür, dass die Arbeiterklasse eigene, klassenspezifische Verhaltensweisen entwickelt, welche der Natur und dem geschichtlichen Endziel ihres Kampfes, dem Kommunismus,  entsprechen?
Aus welchem Zusammenhang und aus welchem allgemeinem und spezifischem Kräfteverhältnis resultiert welche Art von Verhalten? Welche Emotionen sind Ausdruck davon?

Der Kommunismus - Kein schönes Ideal, sondern eine Notwendigkeit [Serie I - Teil 1]

Vom primitiven Kommunismus zum utopischen Sozialismus

Das erste Ziel dieser Artikelreihe besteht in einer marxistischen Darstellung, daß der Kommunismus nicht irgendwie eine nette Idee ist. Wie Marx in der "Deutschen Ideologie" 1845/46 schrieb:
"Der Kommunismus ist für uns nicht ein Zu­stand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten ha­ben (wird). Wir nennen Kom­munismus die wirkliche Bewegung, wel­che den jetzigen Zu­stand aufhebt" (Deutsche Ideologie, I. Feu­erbach, MEW 3, S. 35).
ute.

Der Kommunismus - Kein schönes Ideal, sondern eine Notwendigkeit [Serie I - Teil 2]

"Die  theoretischen Sätze der Kommu­nisten beruhen keineswegs auf Ideen, auf Prinzi­pien, die von diesem oder jenem Weltver­besserer erfunden oder entdeckt sind. Sie sind nur allgemeine Ausdrücke tatsächli­cher Verhältnisse eines existie­renden Klas­senkampfes, ei­ner unter un­seren Augen vor sich ge­henden ge­schichtlichen Bewegung" (Manifest, MEW 4, S. 474).
Bislang haben wir versucht, dem bür­gerlichen Cliché entgegenzutreten, daß der "Kommunismus eine schöne Idee sei, die aber nie funktionieren werde", indem wir aufzeigten, daß der Kommu­nismus keine durch Marx oder irgendei­nen anderen "Weltverbesserer" "erfundene Idee" sei, sondern das Er­gebnis einer gigantischen hi­storischen Bewegung, die bis in die er­sten men­schlichen Gesellschaften zurückzuverfol­gen ist. Und vor allem, daß die Forde­rung nach einer klassenlosen Gesell­schaft, ohne Staat und ohne Privatei­gentum in jeder großen Erhebung der Ar­beiterklasse von dem Zeitpunkt ihrer Ent­stehung esell­schaftliche Klasse erho­ben worden war.

Der Kommunismus - Kein schönes Ideal, sondern eine Notwendigkeit [Serie I - Teil 5]

Die zwei vorausgegangenen Artikel dieser Reihe (1) haben sich weitgehend auf die Öko­nomisch- und Philosophischen Manu­skripte (ÖPM) von 1844 konzentriert, weil letztere eine rei­che Ader mit Material zum Problem der ent­fremdeten Arbeit und zu den höchsten Zie­len des Kommunismus waren, wie sie von Marx ins Auge gefaßt wurden, als er sich erstmalig einer proleta­rischen Bewe­gung an­schloß. Aber auch wenn Marx schon 1843 das moderne Pro­letariat als den Träger der kom­munistischen  Umwälzung identifi­zierte, entwickelten die ÖPM hinsichtlich der praktischen so­zialen Bewegung, die von der Gesellschaft der Entfremdung in die echte menschliche Ge­meinschaft führt, noch nicht ein so genaues Bild. Diese fun­damentale Weiterentwicklung in Marx' Denken sollte durch das Zusammentreffen zweier vitaler Elemente eintreten: die Erar­beitung der Methode des historischen Mate­rialismus und die offenkundige Politi­sierung des kommuni­stischen Projekts 

Der Kommunismus - Kein schönes Ideal, sondern eine Notwendigkeit [Serie I - Teil 6]

Wie wir im letzten Teil gesehen haben, wurde das Manifest während der Teil­nahme an einem kurz be­vorstehenden re­volutionären Ausbruch geschrieben. Bei dieser Aussicht war es kein Ruf in der Wüste: ‘.. das Bewußtsein über die heraufziehende Revolution was bezeichnenderweise nicht auf die Revolutionäre beschränkt, die es am deutlichsten formulierten, und auch nicht auf die herrschenden Klassen, deren Angst vor den verarmten Massen in Zeiten gesellschaftlicher Umwälzungen nie verborgen bleibt. Die Armen selber spürten sie kommen. Die gebildeten Teile des Volkes brachten sie auch zum Ausdruck. ‘Alle wohl informierten Leute’, schrieb der amerikanische Konsul aus Amsterdam in der Hungerzeit von 1847, als deutsche Auswanderer ihre Eindrücke nach ihrer Durchreise durch Holland schilderten, ‘glauben, daß die jetzige Krise so tief mit den gegenwärtigen Ereignissen verbunden ist, daß ‘sie’ der Anfang der großen Revolution ist, von der sie ausgehen, daß sie früher oder später die augenblicklichen Verhältnisse sprengen werden’ (E.J. Hobsbawm, ‘Das Zeitalter der Revolution’ 1789-1848).

Der Kommunismus - Kein schönes Ideal, sondern eine Notwendigkeit [Serie I - Teil 8]

Gemäß der falschen, weitverbreiteten Auffas­sung, die systematisch von sämtlichen Sprachroh­ren der bürgerlichen Ideologie, von der Sensati­onspresse bis hin zu den Professo­ren der Akade­mien, aufrechterhalten und ausgestreut wird, be­deutet der Kommunismus eine Gesellschaft, in der alles vom Staat ge­regelt wird. Die ganze Identifi­zierung des Kommunismus mit den stalinistischen Regi­men geht auf diese Annahme zurück.
Und noch immer ist dies eine vollkommene Lüge, bei der die Wahrheit auf den Kopf ge­stellt wird. Für Marx, für Engels, für all die Revolutionäre, die in ihre Fußstapfen traten, bedeutete der Kom­munismus eine Gesell­schaft ohne Staat, eine Ge­sellschaft, in der die menschlichen Individuen ihre Angelegen­heiten ohne eine über ihnen stehende Zwangs­kraft, ohne Regierungen, Armeen, Gefäng­nisse und nationale Grenzen regeln.

Leserbrief: Die Weltrevolution und der wirkliche Marxismus

Eine Debatte in Norwegen

Einführung der IKS

Wir eröffnen hier eine Debatte mit einem Leser aus Norwegen, der uns einen Leserbrief schickte.  In der Presse der IKS veröffentlichen wir regelmäßig Leserbriefe,  die von großem  Interesse für Revolutionäre sein können.

Der Kommunismus nur eine Utopie? (II)

Im ersten Teil des Artikels haben wir aufgezeigt, dass der Kommunismus nicht nur ein uralter Traum der Menschheit und schon gar nicht das Ergebnis des bloßen Willens der Menschen ist, sondern die einzige Gesellschaftsform, die die Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft überwinden kann und deren materielle Grundlagen gerade durch diesen Kapitalismus gelegt wurden. Der Eintritt des Kapitalismus in den tödlichen Kreislauf von Krise - Krieg - Wiederaufbau, der mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges zu Tage trat, beweist nicht nur, dass der Kommunismus eine materielle Möglichkeit geworden ist, sondern auch eine Notwendigkeit im Sinne des Fortschritts, aber auch des nackten Überlebens der Menschheit.

Kommunismus 3. Teil

In den ersten beiden Artikeln (s. Weltrevolution Nr. 124 und 125) hielten wir zunächst einmal fest, dass der Kommunismus nicht nur ein alter Traum der Menschheit oder das bloße Produkt des menschlichen Willens ist, sondern dass die Notwendigkeit und die Möglichkeit des Kommunismus direkt auf den materiellen Bedingungen beruht, die der Kapitalismus entwickelt hat; zweitens, dass entgegen aller Vorurteile über die "menschliche Natur", die es der Menschheit unmöglich mache, in solch einer Gesellschaft zu leben, der Kommunismus wirklich die Gesellschaftsform ist, die am besten geeignet ist, jedem Individuum seine vollständige Entfaltung zu ermöglichen. Wir müssen uns nun noch mit einer weiteren Frage hinsichtlich der Möglichkeit des Kommunismus befassen. ‚Gut, der Kommunismus ist notwendig und materiell möglich. Männer und Frauen könnten in einer solchen Gesellschaft durchaus leben. Doch heute ist die Menschheit derart entfremdet in der kapitalistischen Gesellschaft, dass sie niemals die Stärke aufbringen wird, um eine solche Transformation in Angriff zu nehmen, die so gigantisch wie die kommunistische Revolution ist.' Wir werden nun versuchen, darauf zu antworten.

Vor 100 Jahren: Die Revolution von 1905 in Russland (Teil I)

Vor 100 Jahren unternahm das Proletariat in Russland die erste revolutionäre Bewegung des 20. Jahrhunderts, heute bekannt als die russische Revolution von 1905. Da sie, anders als die Oktoberrevolution zwölf Jahre später, nicht zu einem erfolgreichen Schluss gelangte, geriet diese Bewegung fast vollständig in Vergessenheit. Dies ist auch der Hauptgrund, warum sie nicht zum Mittelpunkt von Verleumdungs- und Verunglimpfungskampagnen wurde, wie es der Russischen Revolution von 1917 geschah, besonders im Herbst 1989, als die Berliner Mauer niedergerissen wurde. Dennoch erbrachte die Revolution von 1905 eine Reihe von Lehren, Klärungen und Antworten auf Fragen der damaligen Arbeiterbewegung, ohne die die Revolution von 1917 sicherlich nicht gelungen wäre. Darüber hinaus befindet sich 1905, obgleich diese Ereignisse vor 100 Jahren stattgefunden haben, politisch näher an uns, als man annehmen könnte. Aus diesen Gründen müssen sich die Generationen der Revolutionäre von heute und morgen die grundlegenden Lehren der ersten russischen Revolution wiederaneignen.

Kommunismus IV

In den vorherigen Artikeln dieser Serie haben wir gesehen:

- warum der Kommunismus heute nicht nur für das Gedeihen der Menschheit, sondern auch für ihr nacktes Überleben notwendig ist;

- warum er zum ersten Mal in der Geschichte nicht mehr nur ein schöner Traum, sondern – aufgrund der Tatsache, dass die Menschheit heute die materiellen Bedingungen besitzt, um diesen riesigen Schritt nach vorn zu machen –eine reelle Möglichkeit ist;

-- warum der Mensch wirklich fähig ist, solch eine Gesellschaft in Gang zu setzen und in ihr zu leben;

Gegen die Mystifikationen des Europäischen Sozialforums

Nur eine andere Welt ist möglich: Der Kommunismus!

Eine Antwort auf diese Frage kann das ESF schwerlich anbieten. Angesichts der Unmenge und Unterschiedlichkeit der teilnehmenden Organisationen (von Organisationen der „Jungen Manager“ und „Jungen Unternehmer“ über christliche Vereinigungen bis hin zu Trotzkisten wie LCR und SWP, Stalinisten der KPF und von Rifondazione und selbst Anarchisten wie Alternative Libertaire) fällt es schwer zu glauben, dass das ESF auch nur eine kohärente Antwort oder überhaupt eine Antwort geben kann. Jedermann ist darum bemüht, seine eigenen Ideen zur Geltung zu bringen, daher die enorme Mannigfaltigkeit der Themen, die in Flugblättern, Debatten und Slogans zum Ausdruck kamen. Jedoch stellt sich bei näherem Hinschauen heraus, dass die Ideen, die aus dem ESF kommen, erstens nichts Neues enthalten und zweitens auch absolut nichts „Antikapitalistisches“ in sich bergen.
Die breite Mobilisierung rund um das ESF plus die Öffentlichkeit, die diese Masse an Themen der „Antiglobalisierungs“-Tendenz in so vielen linken und linksextremen Gruppen erfuhr, veranlasste die IKS dazu, mit aller Entschlossenheit, die in unseren Kräften steht, bei diesem Ereignis zu intervenieren. Da wir vermuteten, dass die „Debatten“ des ESF im Voraus inszeniert wurden (ein Verdacht, der von etlichen Teilnehmern dieser Debatten uns gegenüber bestätigt wurde), konzentrierten sich unsere Militanten, die von überall aus Europa herkamen, auf den Verkauf unserer Presse und auf die Teilnahme an den informellen Diskussionen rund um das ESF und während der Abschlussdemonstration. Ausserdem waren wir auf dem LSF anwesend, um in den Debatten zu intervenieren und die Perspektive des Kommunismus gegen den Anarchismus in den Vordergrund zu rücken.

Der Kommunismus ist nicht nur eine schöne Idee, sondern eine Notwendigkeit

Trotzki und die „Kultur des Kommunismus“

In einem vorangegangenen Artikel (Internationale Revue Nr. 30) sind wir auf die Debatte über die „proletarische Kultur“ in den ersten Jahren der Russischen Revolution eingegangen. Unser Artikel war gleichzeitig Einführung eines Auszuges aus Trotzkis Buch Literatur und Revolution, welches unserer Meinung nach den klarsten Rahmen zu dieser Debatte liefert, indem es die Politik einer proletarischen politischen Macht auf der Ebene der Kunst und Kultur beschreibt.

Die hier abgedruckten Auszüge, versehen mit unseren Gedanken dazu, stammen aus einem anderen Kapitel dieses Buches, in welchem Trotzki seine Vision von Kunst und Kultur in einer zukünftigen kommunistischen Gesellschaft entwickelt. Nachdem er den Begriff einer „proletarischen Kultur“ in den vorangegangenen Kapiteln seines Buches verworfen hat, erlaubt er sich nun einen Ausblick auf eine wirklich menschliche Kultur in einer klassenlosen Gesellschaft. Es ist ein Ausblick, der weit über die spezifischen Fragen der Kunst in die Sphären einer verwandelten Gesellschaft reicht.

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