Dritte Internationale

Dritte Internationale

Die Dritte Internationale entstand auf den Trümmern der Zweiten, aus dem direkten Widerstand gegen den imperialistischen Krieg und als Antwort auf den Sieg der proletarischen Revolution in Russland.
Mit dem Sieg der stalinistischen Konterrevolution in der UdSSR degenerierte die Dritte Internationale so weit, dass sie schließlich nichts anderes mehr war als ein Werkzeug der imperialistischen Außenpolitik der UdSSR.

Der Kommunismus ist keine schöne Idee, sondern eine materielle Notwendigkeit (Zusammenfassung Band 2)

Wir haben zuvor eine Zusammenfassung des ersten Bandes unserer Artikelreihe zum Kommunismus veröffentlicht, in der wir die Entwicklung des kommunistischen Programms in der aufsteigenden Phase des Kapitalismus anhand der Werke von Marx und Engels thematisierten.

Deutsche Revolution, Teil X

Mit der erfolgreichen Machtübernahme im Oktober 1917 hatte die russische Arbeiterklasse ein Zeichen gesetzt, das weltweite Ausstrahlungskraft haben sollte. Sofort griffen die Arbeiter der benachbarten Länder das Beispiel der russischen Arbeiterklasse auf. Schon im November 1917 traten die finnischen Arbeiter in den Kampf. Die tschechischen Provinzen, Polen Österreich, Rumänien und Bulgarien wurden im Laufe des Jahres 1918 von einer Streikwelle nach der anderen erschüttert. Als dann im November die deutschen Arbeiter auf die Bühne traten, hatte die revolutionäre Welle ein Land erfasst, das für den weiteren Verlauf der Kämpfe, für Sieg oder Niederlage der Weltrevolution von ausschlaggebender Bedeutung war.

Der Kommunismus ist nicht nur eine schöne Idee, sondern er steht auf der Tagesordnung der Geschichte

Der nachfolgende Artikel ist der 3. Teil der Zusammenfassung unserer bisher in der International Review erschienen Artikelserie zum Thema Kommunismus. Die ersten beiden Teile erscheinen im Laufe des Jahres 2007 auf unserer Webseite und in der Internationalen Revue auf Deutsch.

Die Lehren der Niederlage begreifen, die Vision der Zukunft aufrechterhalten

Die Debatte über die nationale Frage zu Beginn der Dekadenz 1. Teil

„Arbeiter aller Länder, vereinigt euch." Dieser Aufruf am Ende des Kommunistischen Manifestes, 1848 von Marx und Engels verfasst, war nicht nur eine überschwengliche Mahnung; er drückte eine der wichtigsten Bedingungen für den Sieg der Arbeiterklasse aus. Gleich von ihrer Geburt an tat die Arbeiterbewegung ihren internationalen Klassencharakter gegen die bürgerlichen Grenzen kund, die die Entwicklung der Herrschaft der kapitalistischen Klasse über das Proletariat kennzeichneten. Doch im 19. Jahrhundert hatte der Kapitalismus noch nicht sein ganzes Potenzial für die Weiterentwicklung im Verhältnis zu den vorkapitalistischen Produktionsverhältnissen ausgeschöpft. In bestimmten Momenten und unter bestimmten Umständen berücksichtigten Kommunisten die Möglichkeit für die Arbeiterklasse, Fraktionen der Bourgeoisie zu unterstützen, da der Kapitalismus mit seiner eigenen Weiterentwicklung die Reifung der Bedingungen für die proletarische Revolution nur beschleunigen konnte.

Doch mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts, mit der Existenz eines Weltmarktes, der die Ausweitung der kapitalistischen Produktionsweise überall auf dem Globus sanktionierte, begann eine Debatte über die Natur einer solchen revolutionären Unterstützung von nationalen Bewegungen. Der folgende Text, der erste einer Reihe, die der Haltung von Kommunisten gegenüber der nationalen Frage gewidmet ist, geht zurück zu den Begriffen und Anliegen der Debatte zwischen Lenin und Luxemburg.

Teil II Die Kommunisten und die nationale Frage (1900-1920) (aus International Review engl. Ausgabe, Nr. 37, 1984)

In dem 1.Artikel dieser Serie in der Internationalen Review Nr.34 untersuchten wir die Haltung der Kommunisten in Bezug auf die nationale Frage am Vorabend der dekadenten Epoche des Kapitalismus, im Besonderen die Debatte zwischen Lenin und Rosa Luxemburg. In dieser Debatte ging es darum, ob die Arbeiterklasse die Losung des „Rechts der Nationen auf Selbstbestimmung" unterstützen soll oder nicht.

Wir kamen zu dem Schluss, dass selbst wenn einige nationale Befreiungskämpfe gegenüber den Interessen der Arbeiterklasse progressiv erscheinen, eine solche Losung zurückgewiesen werden muss.

Mit der Kriegserklärung 1914 stellte sich eine Reihe neuer Fragen für die Arbeiterbewegung.

In diesem Artikel möchten wir einen Blick auf die ersten Versuche einer Antwort der Kommunisten werfen, sowie ihre Folgerungen im Hinblick auf die Frage der Unterstützung aller nationalen Kämpfe.

Eine der besonderen Funktionen der revolutionären Kräfte besteht immer darin, die Situation, mit der ihre Klasse konfrontiert ist, bestmöglich zu analysieren. Die Debatte innerhalb der Zimmerwälder Linken während des 1. imperialistischen Weltkrieges um die Frage des nationalen Befreiungskampfes war ein lebendiger Prozess, die Bedingungen, die sich durch die Konfrontationen des Klassenkampfes stellten, zu herauszuarbeiten; neue, noch nie da gewesene Bedingungen der globalen kapitalistischen Kriegsführung, ungezügelter Imperialismus und massive Staatskontrolle.

60 Jahre später ist die Debatte nicht die Gleiche und es gibt keinen Grund, dass die Revolutionäre die Unzulänglichkeiten und Irrtümer wiederholen.

Kommunisten und die nationale Frage (aus International Review, engl. Ausgabe Nr. 42, 1985)

Die Debatte während der revolutionären Welle und die Lehren für heute

In den vorhergehenden Artikeln haben wir die Debatten unter den Kommunisten über das Verhältnis zwischen der proletarischen Revolution und der nationalen Frage betrachtet:

- am Vorabend der Dekadenz des Kapitalismus über das Thema, ob die Revolutionäre das „Recht der Nationen auf Selbstbestimmung" unterstützen sollen;

- während des Ersten imperialistischen Weltkrieges innerhalb der Zimmerwalder Linken über die Folgen der neuen Bedingungen der Dekadenz für das alte „Minimalprogramm" der Sozialdemokratie und für den Klassencharakter der Nationalkriege.

Im dritten und letzten Artikel wollen wir die wohl wichtigste Feuerprobe für die damalige revolutionäre Bewegung untersuchen: die historischen Ereignisse zwischen der Machtergreifung durch die russischen Arbeiter 1917 und dem Zweiten Kongress der Kommunistischen Internationalen 1920, vom ersten optimistischen Schritt zur Zerstörung des Kapitalismus bis zu den ersten Anzeichen der Niederlage der Arbeiterkämpfe und der Degeneration der Bewegung in Russland.

In diesen Jahren wurden die Irrtümer der Bolschewiki in der Frage der Selbstbestimmung in die Praxis umgesetzt: Auf der Suche nach Verbündeten schlug die junge Kommunistische Internationale einen opportunistischen Kurs in Richtung einer Unterstützung nationaler Befreiungskämpfe in den Kolonien ein. Auch wenn die KI in dieser Periode noch immer eine revolutionäre Kraft war, so tat sie dennoch bereits die ersten fatalen Schritte zu ihrer Kapitulation unter der bürgerlichen Konterrevolution. Dies allein unterstreicht die Notwendigkeit, heute eine Kritik dieser proletarischen Erfahrung zu verfassen, um eine Wiederholung dieser Fehler zu vermeiden – ein Punkt, den Viele im revolutionären Milieu noch immer nicht verstehen.

I. Die Schwächung der revolutionären Kämpfe von 1917-23 durch die Unterstützung der „nationalen Befreiungsbewegungen“

Der 2. Kongress der Kommunistischen Internationale verabschiedete im März 1920 die „Leitsätze über die Nationalitäten- und Kolonialfrage", deren Leitgedanke folgender war: „...alle Ereignisse der Weltpolitik konzentrieren sich unvermeidlich um einen einzigen Mittelpunkt, und zwar um den Kampf der Weltbourgeoisie gegen die russische Sowjetrepublik, die einerseits die Sowjetbewegungen der Arbeitervorhut aller Länder und andererseits alle nationalen Freiheitsbewegungen der Kolonien und der unterdrückten Völkerschaften um sich schart, die sich durch bittere Erfahrung überzeugt haben, dass es für sie keine Rettung gibt außer ihrer Verbindung mit dem revolutionären Proletariat und dem Sieg der Sowjetmacht über den Weltimperialismus".

Diese Hoffnung wurde schnell durch die Tatsachen zu Beginn der Russischen Revolution widerlegt. Die Unterstützung der „Kämpfe der nationalen Befreiung", die die Komintern und die proletarische Bastion in Russland betrieben, war im Gegenteil ein Hindernis für die weltweite Ausdehnung der proletarischen Revolution, und sie hat das Bewusstsein und die Einheit des internationalen Proletariats zutiefst geschwächt und somit zum Scheitern der ersten revolutionären Erhebung beigetragen.

Das 20. Jahrhundert: die nationale Befreiung – ein starkes Glied in der imperialistischen Kette

 

Der 1. Weltkrieg bedeutete das Ende der aufsteigenden Phase des Kapitalismus. Gleichzeitig begann damit der Abstieg in den Sumpf des Kampfes der Nationalstaaten um die Aufteilung eines im Wesentlichen gesättigten Weltmarktes. Einst ein Instrument zur Verbreitung der kapitalistischen Verhältnisse und der Entwicklung der Produktivkräfte, haben sich die nationalen Befreiungskämpfe und die Bildung neuer Nationen nun zu einem Teil des Räderwerks, der Verkettung der allgemeinen imperialistischen Spannungen zwischen den verschiedenen kapitalistischen Lagern entwickelt. Schon vor dem 1. Weltkrieg, während der Kriege auf dem Balkan, die Serbien, Montenegro, Albanien die Unabhängigkeit gebracht hatten, hatte Rosa Luxemburg festgestellt, dass diese neuen Nationen ein ebenso imperialistisches Verhalten zeigten wie die alten Mächte und dass sie Teil dieser blutigen Spirale waren, die zum allgemeinen Krieg führte: „Serbien ist allerdings formal im nationalen Verteidigungskrieg. Aber die Tendenzen seiner Monarchie und seiner herrschenden Klasse gehen, wie die Bestrebungen der herrschenden Klassen in allen heutigen Staaten, auf Expansion, unbekümmert um nationale Grenzen, und bekommen dadurch aggressiven Charakter. So geht auch die Tendenz Serbiens nach der Adriaküste, wo es mit Italien einen echt imperialistischen Wettstreit auf dem Rücken der Albaner auszufechten hat (...) Die Hauptsache ist jedoch dies: Hinter dem serbischen Nationalismus steht der russische Imperialismus" (R. Luxemburg, Die Krise der Sozialdemokratie, Kapitel 7, Ges. Werke Bd. 4, S. 141)

Nach dem Ende des 1. Weltkriegs, der durch die revolutionären Kämpfe der Arbeiterklasse gestoppt worden war, stand die Welt vor zwei entgegengesetzten Perspektiven: die Ausdehnung der Weltrevolution oder das Überleben des Kapitalismus, der im Morast der Krise und Kriege versank. Die Niederschlagung der weltweiten Welle von Kämpfen brachte auch die Verschärfung der Spannungen zwischen dem Siegerblock, Großbritannien und Frankreich, und dem Verlierer Deutschland mit sich. All das wurde noch verschärft durch die Ausdehnung des Einflusses der USA, die eine Bedrohung für alle anderen darstellte.

Bilanz von 70 Jahren ‚nationaler Befreiungskämpfe‘ 3. Teil (aus International Review, engl. Ausgabe 1992)

Die totgeborenen Nationen

Im 20. Jahrhundert waren die neu entstandenen Nationen schon tot, als sie zur Welt kamen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es ungefähr 40 unabhängige Nationen auf der Welt; heute gibt es 169, denen noch ca. 20 weitere hinzugefügt werden müssen, die aus dem Auseinanderbrechen der UdSSR und Jugoslawien hervorgegangen sind.

Das Fiasko einer Reihe von neuen Nationen, die im 20. Jahrhundert entstanden sind, und der unübersehbare Ruin der jüngst gegründeten Staaten sind der deutlichste Ausdruck des Bankrotts des Kapitalismus.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts treten die Revolutionäre nicht mehr für die Schaffung neuer Nationen und Grenzen, sondern für ihre Zerstörung durch die proletarische Weltrevolution ein. Dies ist die zentrale Achse dieser Artikelserie zur Bilanz von 70 Jahren nationaler Befreiungsbewegungen.

Im ersten Artikel der Serie haben wir aufgezeigt, wie die „nationale Befreiung" als ein tödliches Gift gegen die internationale revolutionäre Welle von 1917-23 wirkte; im zweiten Teil belegten wir, wie „nationale Befreiungskriege" und die neuen Staaten unverzichtbare Bestandteile des Imperialismus und imperialistischer Kriege bilden. Im dritten Teil wollen wir das tragische ökonomische und gesellschaftliche Desaster aufzeigen, das durch die Existenz der 150 im 20. Jahrhundert gegründeten Staaten verursacht wurde.

März 1919: Gründung der Komintern – „Die neue Epoche ist geboren“

Das Proletariat hat sich heute mehr und mehr von den Ketten der Konterrevolution befreit. Umso wichtiger ist es, 70 Jahre nach der Gründung der III. Internationale den Beitrag der Komintern zu verstehen und sich anzueignen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, muß man nicht nur die stalinistischen Verfälschungen verwerfen, sondern auch den folgenschweren Fehler Trotzkis, der die Anerkennung der gesamten vier ersten Kongresse der Komintern zur Bedingung und Garantie für den Kampf gegen den Stalinismus machte. Ebenso irrig ist die gegensätzliche Haltung der Rätekommunisten, die die 3. Internationale von Beginn an außerhalb des proletarischen Lagers stellten, weil nach dem 5. Kongreß der Prozeß der Entartung voll in Gang kam. Die Grundlage dieser Fehleinschätzungen ist ein mangelndes Verständnis des Prozesses, den die Komintern durchlief: den Versuch der Arbeiterklasse und ihrer Vorhut, den Bruch, den der I. Weltkrieg darstellte, zu verstehen.

Die Verantwortung der Revolutionäre angesichts der Degeneration der Internationalen

Wenn es einen Kampf gibt, den marxistische Revolutionäre, die dieses Namens würdig sind, selbst unter den schwierigsten Bedingungen stets bis zum bitteren Ende ausgefochten haben, dann den um die Bewahrung ihrer Organisation - ob Partei oder Internationale - vor dem Griff des Opportunismus und um die Verhütung ihres Sturzes in die Degeneration oder, schlimmer noch, in den Verrat.

Dies war die Methode von Marx und Engels in der Ersten Internationale. Es war die Methode der ''Linken'' in der Zweiten Internationale. Wir sollten uns daran erinnern, daß Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und die Spartakisten (1) sich Zeit nahmen, bevor sie sich für den Bruch mit der alten Partei, ob mit den deutschen Sozialdemokraten oder mit der USPD, entschieden. Im günstigsten Fall hofften sie, die opportunistische Führung niederzuwerfen, indem sie die Mehrheit der Partei für sich gewinnen. Im schlimmsten Fall, wenn es keine Hoffnung auf die Wiedereroberung der Partei mehr gab, hofften sie, so viele Militante wie möglich mit sich zu nehmen. Sie setzten ihren Kampf fort, solange es noch den kleinsten Funken Leben in der Partei gab und sie noch die besten Elemente für sich gewinnen konnten. Dies war stets die Methode, die einzige Methode der marxistischen Revolutionäre gewesen. Darüberhinaus hat die historische Erfahrung gezeigt, daß die ''Linken'' gewöhnlich solange Widerstand leisteten, bis sie von der alten Partei ausgeschlossen wurden (2). Trotzki zum Beispiel kämpfte mehr als sechs Jahre innerhalb der bolschewistischen Partei, bevor er schließlich ausgeschlossen wurde.

Der Kampf der ''Linken'' innerhalb der Dritten Internationale ist besonders aufschlußreich, um so mehr, als er während der fürchterlichsten Periode der Arbeiterbewegung ausgefochten wurde: jene der längsten und fürchterlichsten Konterrevolution in der Geschichte, die Ende der 1920er Jahre begann. Und noch inmitten dieser konterrevolutionären Situation, dieser mächtigen Flaute in der Arbeiterbewegung, sollten die Militanten auf der Linken der Kommunistischen Internationale einen unvergeßlichen Kampf aufnehmen. Manche unter ihnen sahen ihn als von Anbeginn aussichtslos an, aber dies entmutigte oder hinderte sie nicht daran, sich dem Kampf zu stellen (3). Und so sahen sie es, solange die leiseste Hoffnung auf eine Wiederherstellung der Partei und der Kommunistischen Internationalen (KI) blieb, als ihre Pflicht an, zu retten, was zu retten war vor dem Griff des triumphierenden Stalinismus. Heute hat sich der Kampf im besten Fall vermindert oder ist im schlimmsten Fall von jenen Elementen völlig vergessen worden, die ihre Organisation bei der ersten Unstimmigkeit oder wegen ihrer ''verletzten Ehre'' verlassen. Dieses Verhalten ist eine Beleidigung gegenüber der Arbeiterklasse und drückt deutlich die Geringschätzung des Kleinbürgers gegenüber dem harten Kampf von Generationen von Arbeitern und Revolutionären, manchmal auf Kosten ihres Lebens, aus, den diese Herrschaften vielleicht als nicht beachtenswert ansehen.

Massenstreik in Polen 1980

Iim Sommer 1980 hielt die Arbeiterklasse in Polen die ganze Welt in Atem. Eine riesige Massenstreikbewegung entfaltete sich: mehrere Hunderttausend Arbeiter streikten ‘wild’ in verschiedenen Städten und brachten die herrschende Klasse in Polen aber auch in den anderen Ländern ans Zittern.

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