Italienische Linke

Italienische Linke

Die Italienische Linke bildete sich aus den Gruppen, die im Laufe der 1920er Jahre aus der Dritten Internationale und somit aus der Kommunistischen Partei Italiens ausgeschlossen worden waren. Die Italienische Linke (insbesondere um die Zeitschrift Bilan) blieb der Tradition des proletarischen Interationalismus treu und wies zwei große Stärken auf: ihr Beharren auf theoretischer Klarheit und Folgerichtigkeit, und die Wichtigkeit, die sie der Organisationsfrage gab. Die IKS ist heute die bedeutendste Erbin der Italienischen Linken

Die marxistische Analyse des Faschismus

Der Text ist ein Auszug aus der Broschüre „Faschismus und Demokratie – zwei Erscheinungsweisen der Diktatur des Kapitals“

Leute: 

Historische Ereignisse: 

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Theoretische Fragen: 

Erbe der kommunistischen Linke: 

Wiederveröffentlichung: Internationalisme, 1947: „Gegenwärtige Probleme der Arbeiterbewegung“

„Gegenwärtige Probleme der Arbeiterbewegung“

Internationalisme,Nr. 25, August 1947.

Einleitung der IKS (1983)

Dieser Text von „Internationalisme“ ist ein Auszug aus einer Reihe von Artikeln, die im Jahre 1947 unter dem Titel „Gegenwärtige Probleme der Arbeiterbewegung“ veröffentlicht wurden.

Leute: 

Historische Ereignisse: 

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Theoretische Fragen: 

Aktuelles und Laufendes: 

Debatte über den „Luftbrücken“-Artikel der IKS - Das Menetekel des Kapitalismus

Bereits in Weltrevolution, Nr. 154, der Juni-Juli Ausgabe der deutschsprachige Zweimonatszeitung der IKS, haben wir Kommentare zu unserem Artikel über die Berliner Luftbrücke unsererseits kommentiert, wo es um die uns unterstellte Leugnung des Unterschieds zwischen Faschismus und Demokratie ging. Wir versuchten dort aufzuzeigen, dass die Kommunistische Linke keineswegs Unterschiede zwischen diesen beiden Formen der Diktatur des Kapitals leugnet.

Historische Ereignisse: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Theoretische Fragen: 

Die chinesische Frage (1920–1940)

Wiederveröffentlichung eines Artikels aus der Internationalen Revue Nr. 23 (Frühling 1999)

Die Linkskommunisten gegen den Verrat durch die degenerierte Kommunistische Internationale

Geographisch: 

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Erbe der kommunistischen Linke: 

Die Italienische Kommunistische Linke - Ein Beitrag zur Geschichte der revolutionären Bewegung 1926-1945

Jüngste Buchveröffentlichung der IKS 

 

Bestellungen an: [email protected]   291 S. Preis: 10 Euro,

Inhaltsverzeichnis: 

Einleitung

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Wiederveröffentlichung: Gegenwärtige Probleme der Arbeiterbewegung - Internationalisme Nr. 25 – August 1947

Einleitung der IKS

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Erbe der kommunistischen Linke: 

Deutsche Revolution, Teil XI

Die
Linkskommunisten und der Konflikt zwischen russischem Staat und Weltrevolution

In unserem Artikel “Der
Rückfluss der revolutionären Welle und die Entartung der Kommunistischen
Internationale”
haben wir gezeigt, wie die Verhinderung der internationalen
Ausweitung der Revolution durch die Bourgeoisie und der Rückfluss des
Klassenkampfes eine opportunistische Reaktion der Komintern hervorgerufen
haben. Diese opportunistische Tendenz innerhalb der Komintern stieß auf den
Widerstand jener Kräfte, die sich später Linkskommunisten nannten. Nachdem auf
dem II. Kongress der Komintern 1920 die Parole “Zu den Massen!” gegen den Widerstand der Gruppen des späteren
Linkskommunismus in den Vordergrund gerückt worden war, sollte der III. Kongress,
der im Sommer 1921 veranstaltet wurde, zum entscheidenden Moment im Kampf eben
jener Linkskommunisten gegen den Beginn der Unterordnung der Weltrevolution
unter die Interessen des russischen Staates werden.

Theorie und Praxis: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

2. Faschismus – Demokratie – Kommunismus (Bilan Nr. 13 – 1934)

Die zentrale Frage, vor der heute die Arbeiterbewegung steht, ist die ihrer Haltung gegenüber der Demokratie oder genauer: die Notwendigkeit, ob man die demokratischen Institutionen verteidigen soll, die der Faschismus zur gleichen Zeit bedroht, wie er zur Zerstörung der proletarischen Organisationen übergeht. Bei dieser Frage ist - wie bei vielen anderen auch - die einfachste Lösung nicht die klarste, denn sie entspricht keineswegs der Wirklichkeit des Klassenkampfes.

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Internationalisme 1947: Wie die Trotzkisten die Arbeiter in ein imperialistisches Massaker schickten

Die Position politischer Gruppen gegenüber dem Krieg ist ein grundlegendes Kriterium, das uns erlaubt, eine klare Trennungslinie zwischen dem bürgerlichen und dem proletarischen Lager zu ziehen. Wir veröffentlichen untenstehend Auszüge eines Artikels aus der Zeitschrift INTERNATIONALISME, dem Organ der Kommunistischen Linken Frankreichs (GCF), aus dem Jahre 1947. Dieser Artikel entblößt die konterrevolutionäre Einstellung der trotzkistischen Gruppen während des 2. Weltkrieges und der "Befreiung" Frankreichs:

Historische Ereignisse: 

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: Der Antifaschismus – eine Anleitung zur Konfusion

Die heutige Situation gleicht nicht jener in den 30er
Jahren, als die Arbeiterklasse gerade die fürchterlichste Niederlage in ihrer
Geschichte erlitten hatte, und zwar nicht durch den Faschismus, sondern durch
die “demokratische” Bourgeoisie. Genau diese Niederlage ermöglichte es dem
Faschismus, in bestimmten Ländern Europas an die Macht zu gelangen. Demzufolge
können wir sagen, dass der Faschismus heute keine Notwendigkeit für den
Kapitalismus besitzt. Nur indem sie die Unterschiede zwischen der heutigen
Situation und jener in den 30er Jahren völlig ignorieren, können Strömungen,
die behaupten, zur Arbeiterklasse zu gehören oder gar die Revolution zu
favorisieren, wie die Trotzkisten, ihre Beteiligung an den Kampagnen gegen die
“faschistische Bedrohung” rechtfertigen. In diesem Sinn bestand Bilan
absolut zu Recht darauf, dass die Revolutionäre die Ereignisse innerhalb ihres
historischen Zusammenhanges analysieren und dabei besonders das
Kräfteverhältnis zwischen den Klassen berücksichtigen müssen. Während der 30er
Jahre entwickelte Bilan insbesondere gegen die Trotzkisten (die im Text
als “Bolschewiki-Leninisten” bezeichnet werden, wie sich die Trotzkisten in den
30er Jahren selbst bezeichnet hatten) ihre Argumente. Damals waren die
Trotzkisten noch Bestandteil der Arbeiterklasse, aber ihr Opportunismus sollte
sie während des II. Weltkrieges in das bürgerliche Lager führen. Im Namen eben
jenes Antifaschismus unterstützten die Trotzkisten den alliierten
Imperialismus  während des Krieges und
traten dabei eines der fundamentalsten Prinzipien der Arbeiterbewegung mit
Füßen: den Internationalismus.

Geographisch: 

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Theoretische Fragen: 

Erbe der kommunistischen Linke: 

Die Freunde Durrutis: Lehren aus einem unvollständigen Bruch mit dem Anarchismus

Die
anarchistische Gruppe Freunde Durrutis ist immer wieder als ein Beispiel
für die Lebendigkeit des Anarchismus während der Ereignisse in Spanien nach
1936 ins Feld geführt worden. Ihre Mitglieder spielten während den Kämpfen im
Mai 1937 eine herausragende Rolle, indem sie die Kollaboration der CNT mit der
republikanischen Regierung Kataloniens und der Generalität  anprangerten und sich dagegen stellten. Die
CNT bezieht sich heute auf die Errungenschaften dieser Gruppe, verkauft deren
bekannteste Publikationen
und nimmt deren Positionen in Beschlag.

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Bilan Nr. 10 vom August/September 1934: Krisen und Zyklen in der Wirtschaft des niedergehenden Kapitalismus

Dies ist der erste Teil einer Studie, die 1934 in der
Zeitschrift Bilan, Organ der Linken Fraktion der Kommunistischen Partei
Italiens, veröffentlicht worden ist. Diese Studie setzte sich damals das Ziel, ”den
Sinn der periodisch wiederkehrenden Krisen besser zu verstehen, die immer
wieder den ganzen Kapitalismus erschüttert haben, und zu versuchen, mit
größtmöglicher Präzision das Zeitalter der definitiven Dekadenz zu
charakterisieren und die von ihm ausgehenden tödlichen Zuckungen zu verstehen”
.

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Erbe der kommunistischen Linke: 

Bilan Nr. 11 vom Oktober/November 1934

Krisen
und Zyklen in der Wirtschaft des niedergehenden Kapitalismus II

Vorstellung

Im Folgenden veröffentlichen wir den zweiten Teil einer
Studie, die in der Zeitschrift "Bilan" 1934 erschienen ist. Wir haben
in der letzten Nummer der Internationalen Revue den ersten Teil publiziert, in
dem Mitchell die Grundlagen der marxistischen Analyse des Profits und der
Kapitalakkumulation in der Kontinuität von Marx und Rosa Luxemburg untersucht.
In diesem zweiten Teil wendet er sich der "Analyse der allgemeinen Krise
des dekadenten Imperialismus" zu und erklärt mit einer bemerkenswerten
Klarheit die Merkmale dieser allgemeinen Krise des Imperialismus. Diese Studie
errichtete damals die theoretische Grundlage für das Verständnis der
unausweichlichen Tendenz zum Krieg in der historischen Krise des Kapitalismus.
Sie bleibt von brennendem Interesse, da sie einen theoretischen Rahmen gibt für
das heutige Verständnis der Wirtschaftskrise.                                                      IKS

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Erbe der kommunistischen Linke: 

Die italienische kommunistische Linke; Einleitung

Bis heute ist die
Italienische Linke (sinistra italiana) selbst in dem Land,
wo sie entstanden war, und dort, wo sie sich weiter entwickelt hatte,
unbekannt, wenn nicht gar verkannt geblieben. 
Sie war in Italien in
den Jahren vor dem I. Weltkrieg um Amadeo Bordiga, ihrem bekanntesten Führer,
entstanden und stand von 1921 bis 1925 an der Spitze der Italienischen
Kommunistischen Partei (PCI). Damals spielte die Strömung um Gramsci nur eine
untergeordnete, zweitrangige Rolle. Als rechtem Flügel gestaltete es sich ihm
trotz der Unterstützung durch die Komintern als schwierig, die linke Führung,
die von der Mehrheit der PCI-Mitglieder unterstützt wurde, beiseite zu drängen.
Doch nach dem Kongress von Lyon 1926 wurde die alte „bordigistische“ Mehrheit
langsam aus der Partei gedrängt. Kurz darauf wurde ihr prominentestes Mitglied,
Bordiga, ins Gefängnis geworfen. Nach seiner Haftentlassung zog er sich aus
allen militanten Aktivitäten zurück und widmete sich seinem Beruf als Ingenieur
und Architekt. Erst 1944 brach er sein Schweigen wieder.
So setzten die
italienischen Linkskommunisten ihre Aktivitäten ohne Bordiga und außerhalb
Italiens fort, wo die „faschistischen“ Gesetze jede organisierte politische
Aktivität unmöglich gemacht hatten. 1927 wurden sie linke Fraktion der PCI,
1935 schließlich Fraktion der Kommunistischen Linken. In der ganzen Zeit ihrer
Existenz, von ihrer Gründung in Pantin 1927 bis zu ihrer Auflösung 1945, machte
sie sich das Erbe der Partei, als Bordiga noch die Führung innegehabt hatte, zu
eigen und entwickelte es weiter.

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Kapitel 1: Die Ursprünge (1912 – 1926)

Alle Linken in den sozialdemokratischen Parteien entstammten der II. Internationale. Mit der reformistischen Strömung konfrontiert, die vor allem von Bernstein, Jaurès, Turati und Renner repräsentiert wurde, entstand die marxistische Strömung erst sehr spät. Zudem war sie mehr eine Tendenz linker Oppositioneller als eine wirklich international organisierte Fraktion innerhalb der Internationale. Zu Beginn des Jahrhunderts war die revolutionäre Strömung auf nationaler Ebene organisiert: zunächst 1903 in Russland und Bulgarien durch die Bolschewiki und „Tesniki", dann 1909 in den Niederlanden in Gestalt der neuen Partei Gorters und Pannekoeks. In der deutschen SPD, der viel beachteten und geachteten Führungspartei innerhalb der Internationale, waren die Linksradikalen um Rosa Luxemburg trotz der Gründung ihrer eigenen Partei in Polen, der SDKPIL, nicht als Fraktion organisiert. Obwohl die linken Strömungen schon lange die „opportunistische Gefahr" angeprangert hatten, begannen sie sich erst während des Weltkrieges international zu organisieren.

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Kapitel 2: 1927 – 1933 Italienische Linke oder Deutsche Linke?

Die Italienische Linke verhielt sich in den 20er Jahren gegenüber der Existenz anderer Linkskommunisten innerhalb der Internationale nicht gleichgültig. Sie verstand sich als Bestandteil der Internationale; sie setzte sich mit den Thesen, die von der KAPD und ihren Theoretikern Gorter und Pannekoek vertreten wurden, auseinander und veröffentlichte die grundsätzlichen Texte der Strömung der Deutschen Linken in "Il Soviet". Selbstverständlich gab es auch eine gewisse Annäherung zwischen beiden Strömungen angesichts der Angriffe der Kommunistischen Internationale (KI) gegen den "Extremismus", den Lenin als "Kinderkrankheit" bezeichnet hatte. Sie stimmten vollauf überein in der Frage des "Abstentionismus" (Wahlverweigerung), in der Ablehnung der Einheitsfront mit der Sozialdemokratie (eine Taktik, die auf dem III. Kongress der KI verabschiedet worden war) und der Ablehnung einer Vereinigung mit den deutschen "Unabhängigen" und den italienischen "Maximalisten".

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Kapitel 3: Die Geburt der Linken Fraktionen der KPI (1927 - 1933)

Die Spaltung im Juli 1927, bei der sich die Minderheit an den Positionen der Deutschen Linken orientierte, führte zum eigentlichen Entstehen der linken Fraktion der KPI. Sie hatte nun kein Organ mehr, um darin ihre Positionen zu entwickeln und existierte von nun an auch nicht mehr als offizielle Organisation. Aus der KPI ausgeschlossen, gingen ihre Mitglieder ins Exil nach Frankreich, Belgien, Luxemburg, in die Schweiz, selbst nach Russland und in die USA. Da sie nach den Ausnahmegesetzen, die 1926 von Mussolini eingeführt worden waren, nicht mehr in der Lage waren, in Italien aktiv zu sein, hatten sie sich bis in die entlegensten Länder zerstreut. Diese heikle Situation konnte den Willen der Fraktion jedoch nicht brechen. Da sie sich als Teil eines einheitlichen internationalen Körpers, der Internationalen der Arbeiter, fühlte, erlag sie der demoralisierenden Wirkung des Exils nicht. Im Gegenteil, sie holte neue Reichtümer aus dem politischen Leben jener Länder heraus, in denen sie sich wiederfand. Obwohl die Fraktion die Situation in Italien stets aufmerksam verfolgte, beteiligte sie sich selbstverständlich auch an den politischen Auseinandersetzungen, die sich zurzeit des Ausschlusses Trotzkis aus der Internationale und der Entstehung von Oppositionsgruppen in der Komintern zu entwickeln begannen. Die Linke nahm erhobenen Hauptes die Bedingungen der „Emigration" an; dies kam auch in einer Intervention Bordigas auf der VI. Erweiterten Exekutive der Komintern 1926 zum Ausdruck, als er die Italiener mit dem auserwählten Volk der Juden verglich:

„Auf eine gewisse Weise spielen wir eine internationale Rolle, weil das italienische Volk ein Volk von Emigranten ist, in der ökonomischen und gesellschaftlichen Bedeutung des Wortes und seit der Ankunft des Faschismus auch im politischen Sinne (...) es ist fast so wie mit den Hebräern: Wenn wir in Italien geschlagen sind, so können wir uns wenigstens mit dem Gedanken trösten, dass auch die Hebräer nicht in Palästina stark waren, sondern außerhalb Palästinas."

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Kapitel 4: Weshalb BILAN? Abstecken einer Niederlage, Voraussetzung des Sieges - Das Gewicht der Konterrevolution

In der letzten Nummer des "Bulletin d'information de la fraction de gauche itali­enne" (Februar 1933) schrieb Vercesi: ".... der Sieg des Faschismus in Deutschland markiert den Bruch mit dem revo­lutionären Kurs, der 1917 eingeschlagen worden war und im Sieg des in­ternationalen Proletariates hätte enden kön­nen. Die­ser Sieg mar­kiert aber auch die Wende zum kapitalistischen Ausgang der aktuellen Situation: zum Krieg."

 

Im November 1933 erschien die erste Ausgabe des "theoretischen Organs der linken Fraktion der KPI" : "Bilan". Da es in der Italienischen Frakti­on keine Franzosen gab, war Gaston Davou­ste (Chazé) von der Union Com­muni­ste offizieller Her­aus­geber, der seinen Namen zur Verfügung stellte, um der Zeitung ein legales Erschei­nen zu ermögli­chen. “Bilan” wurde in Brüssel in französischer Sprache ge­druckt. Auf dem Titelblatt konnte man lesen: "Le­nin 1917 - Noske 1919 - Hitler 1933". Bis zu ih­rem Verschwinden im Februar 1938 wurden 46 Nummern der monatlich erschei­nenden Zeitschrift herausgege­ben. “Bilan” übernahm die Nachfolge des "Bulletin d'information", auf dessen Cover die Losung stand: "Die Zukunft gehört dem Kom­munismus!".

 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Kapitel 5: Der Krieg in Spanien – Kein Verrat

 

Die Periode von 1936 bis 1939 war gekennzeichnet durch die endgültige Durchsetzung der militärischen Vorbereitungen und durch die Ausweitung der Konflikte in Asien und Europa. Mehr noch als der chinesisch-japanische Konflikt sollte der Krieg in Spanien als Testgebiet für die neuesten Waffen dienen – Waffen, die im Weltkrieg zur Anwendung kommen sollten.

Im Gegensatz zum vorangegangenen Zeitraum sollte die Italienische Fraktion die Gefahr unterschätzen. Ein Teil der Organisation gelangte gar zur Überzeugung, dass die Ereignisse in Spanien den Beginn der Weltrevolution markierten. Entgegen diesem Standpunkt nahm die Mehrheit ihrerseits an, dass mit jedem lokalen Konflikt der weltweite Zusammenstoß zwischen Proletariat und Bourgeoisie näher rücken würde.

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Kapitel 6: Hin zum Krieg oder zur Revolution? (1937 – 1939)

Im Februar 1938 erschien die erste Nummer von Octobre. Bis August 1939 wurden insgesamt fünf Ausgaben dieser Zeitschrift herausgegeben. Sie war das monatlich erscheinende Organ des Internationalen Büros der linkskommunistischen Fraktionen. Wie Bilan wurde sie in Brüssel gedruckt, wo sich auch die Redaktion befand. Verantwortlich für die Zeitschrift war Albert Boyer aus Paris, da in Folge der Ereignisse in Spanien Gaston Davoust (Chazé) nicht mehr die offizielle Verantwortung für die Organe der internationalen Linkskommunisten ausüben konnte.

Es war beabsichtigt, die internationale Zeitschrift Octobre in drei Sprachen herauszugeben, auf Französisch, Deutsch und Englisch. Die Linkskommunisten kündigten an, dass „bald die englische und deutsche Ausgabe veröffentlicht werde“, und appellierten eindringlich an „die deutschen Genossen“, sie sollten „mit Übersetzungen ins Deutsche dazu beitragen, ihre Schwierigkeiten zu überwinden“.

Das Verschwinden von Bilan und das Erscheinen von Octobre war Zeichen eines tiefgreifenden Orientierungswechsels innerhalb der italienischen und belgischen Fraktion. Das Titelblatt war mit einem Kreis versehen, der den Globus stilisierte und auf dem die Worte „révolution mondiale“ (Weltrevolution) standen. Der Titel Octobre zeigt klar und deutlich, dass die Linkskommunisten sich am Vorabend eines neuen „Roten Oktober“ wähnten.

Die Gründung eines internationalen Büros Ende 1937 war Ausdruck der Hoffnung, die Grundlage einer neuen Internationalen zu bilden. Das Beispiel von Zimmerwald, Ausgangspunkt für die Gründung der III. Internationalen, war in den Köpfen der Genossen noch lebendig. Der Verrat, den seit 1933 sämtliche kommunistischen und trotzkistischen Parteien begangen hatten (womit sie dem Beispiel der Sozialdemokraten von 1914 folgten), zeigte der Italienischen Linken, dass es allein an ihr lag, das Zentrum einer neuen Internationalen zu bilden. Die vergangene Arbeit, die „vor allem in der Kontaktaufnahme mit Einzelpersonen in verschiedenen Ländern bestand, welche eine kämpferische Position gegen den imperialistischen Krieg eingenommen hatten“, musste zu einer „anderen Arbeitsphase werden mit der Perspektive der Bildung von linken Fraktionen“ (Bilan, Nr. 43, „Für ein internationales Büro der linkskommunistischen Fraktionen“).

Die Schaffung eines internationalen Büros, das die beiden Fraktionen miteinander verband, bedeutete zweifellos eine Verstärkung der italienischen Linkskommunisten. Die Bildung eines internationalen Zentrums vor Ausbruch des Krieges (die Zimmerwalder Konferenz, der Grundstein für die III. Internationale, wurde erst während des I. Weltkrieges auf Initiative der Bolschewiki organisiert), trug zur Illusion bei, besser vorbereitet zu sein, als es damals die Bolschewiki waren. Bilan war demnach wegen der „Auflösung aller Gruppen, die am Ende ihre Entwicklung gelangt waren“, von der Bildfläche verschwunden. Das Internationale Büro vertrat die Auffassung, dass die Auflösung der verschiedenen Gruppen es ihm ermögliche, dem Proletariat den Verrat der alten Arbeiterparteien vor Augen zu führen, wodurch sich das Proletariat rechtzeitig von ihnen distanzieren könne, ohne einen neuen „4. August 1914“ zu erleben.

Aber war Bilan tatsächlich am Ende ihrer Entwicklung angelangt? Die Diskussionen zwischen den beiden Fraktionen über die Frage des Staates und der Gewerkschaften, die in den internen Bulletins „Il seme comunista“ und Octobre ausgetragen wurden, zeigten im Gegenteil, dass diese „Bilanz“ noch unvollendet war.

 

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Kapitel 7: Bilanz der Russischen Revolution, Partei, Gewerkschaften, Klassenkampf, der Staat in der Übergangsperiode

In den 30er Jahren sahen sich sämtliche Revolutionäre
veranlasst, über die theoretischen Lehren aus der Russischen Revolution zu
diskutieren. Der Triumph des Stalinismus, der sich mit den westlichen
„Demokratien“ verbündet hatte, seine Straflager (oder besser: KZs), von denen
viele „Freunde“ der Sowjetunion nichts wissen wollten, in die aber nichtsdestotrotz
zahllose Kämpfer der Arbeiterklasse gesteckt wurden, die Moskauer Prozesse –
all dies zwang die Italienische Linke dazu, eine Bilanz der Oktoberrevolution
zu ziehen. Sie musste erklären, wie eine proletarische Revolution binnen
weniger Jahre zur Schrecken erregenden Karikatur des Sozialismus werden konnte.
War der Sozialismus gescheitert? Oder war im Gegenteil diese schlimme
Niederlage die Vorbedingung für den künftigen Sieg?

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Kapitel 8: Die Herausforderung des Krieges: Von der Fraktion zur Partei

   Der Ausbruch des
II. Weltkrieges im September 1939 überraschte die italienische und belgische
Fraktion völlig unvorbereitet. Das Internationale Büro bestand praktisch nicht
mehr, auch der Kontakt zwischen den verschiedenen Sektionen und Fraktionen war
abgebrochen. Einige Wochen zuvor war die letzte Ausgabe von Octobre erschienen. Noch zu einem
Zeitpunkt, als die halbamtlichen Kontakte zwischen Russland und Deutschland
wiederhergestellt wurden und den bevorstehenden Kriegsausbruch auf dem
europäischen Kontinent ankündigten, deuteten beide Fraktionen die fieberhaften
Vorbereitung als bevorstehende Wiederaufführung von München. „Die Tatsache, dass der Weltkapitalismus im
September 1938 zu einem Kompromiss gekommen ist, statt zu den Waffen zu
schreiten, bestätigt möglicherweise die These, dass selbst in der gegenwärtigen
angespannten Lage lediglich eine provisorische Lösung in Gestalt eines zweiten
München gefunden werden kann.“
(1) Noch unzutreffender war der Einfall,
dass es zu einer Solidarisierung unter den Imperialisten kommt, um den Krieg
angesichts des gemeinsamen Feindes, der Arbeiterklasse, zu vermeiden. „Wenn man die Zeitungen liest und die Reden
hört, hat man stets den Eindruck, kurz vor der Auslösung eines Waffenganges zu
stehen (...) Wenn man die verschiedenen imperialistischen, bis an die Zähne
bewaffneten Armeen sowie die Kriegswirtschaft, die nicht auf ewig ins Blaue
produzieren kann, betrachtet und wenn man andererseits diese schauerliche
imperialistische Solidarität feststellt, ist man vielleicht überrascht, sofern
man sich nicht vor Augen hält, dass Demokratie und Faschismus einen gemeinsamen
Feind haben – nämlich das Proletariat, das wieder auf den Weg zur Klasse
zurückfindet.“

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Kapitel 9: „IL PARTITO COMUNISTA INTERNAZIONALISTA“ ITALIENS (1943-45)

Trotz der von Mussolini ausgeübten Repression war die
„bordigistische“ Strömung nicht verschwunden. Obgleich sich Bordiga nicht mehr
an ihr beteiligte und sich vorsichtig zurückhielt, hielten viele
„Basismitglieder“ an den Positionen des Kongresses von Livorno fest. Doch war
es ihnen nicht möglich, organisierte, legale wie illegale Aktivitäten
aufrechtzuerhalten. Vor allem in den Gefängnissen, in den insularen
Arbeitslagern (galera) und in den Verbannungsorten (confini) hielt die
„bordigistische“ Linke an ihrer Identität und ihren organisatorischen Bindungen
fest. Selbst als die letzten, unverwüstlichen Genossen (wie Damen, Repossi und
Fortichiari) 1934 aus der PCI ausgeschlossen worden waren, gaben die
„bordigistischen“ Militanten den Kampf nicht auf – im Gegenteil.
In Onorato Damen fanden sie ihren entschlossensten und
auch wirksamsten Sprecher und Organisator. 1893 in der Provinz Ascoli Piceno
geboren, trat er um 1910 ohne Umwege dem linken Flügel der PSI bei. Während des
Krieges trug er den Grad eines Unteroffiziers in der Armee, wurde aber 1917
wegen des „Aufrufs zur Fahnenflucht“ und wegen seiner Ablehnung des
„imperialistischen Charakters des Krieges“ degradiert und zu zwei Jahren
Gefängnis verurteilt. Nach seiner Freilassung war er zunächst in Bologna, dann
in Imola und schließlich in Livorno Mitglied der „Abstentionistischen
Fraktion“. 1921 wurde er Sekretär der Arbeitskammer in Pistoria und Direktor
der kommunistischen Zeitung L’Avenire.
Nachdem er im gleichen Jahr auf dem Heimweg von einer Wahlveranstaltung von
Faschisten festgenommen worden war, musste er nach einem Proteststreik von
Arbeitern wieder freigelassen werden. Einige Zeit später prallte er in
Begleitung bewaffneter Kommunisten mit Squadristen zusammen, ein toter Faschist
blieb auf der Strecke. Des Mordes angeklagt, musste er nach Paris flüchten, wo
er drei Jahre lang Direktor der italienischen Ausgabe von L’Humanité war. Nach seiner Rückkehr nach Italien 1924 wurde er zum
Abgeordneten von Florenz gewählt. In Opposition zu Gramsci und Togliatti
gründete er 1925 mit Repossi, Fortichiari und später auch Perrone das „Comité
d’Entente“, das eine linke Fraktion in der Partei bilden wollte. Im November
1926 wurde er nach Ustica verbannt. Im Dezember verurteilte ihn ein
Sondergericht zu zwölf Jahren Zwangsarrest. 1933 führte er die Revolte der
politischen Gefangenen in Civitavecchia an. Gegen Ende 1933 wieder
freigelassen, lebte er unter staatlicher Überwachung in Mailand. 1935 und 1937
wurde er erneut verhaftet, schließlich auch zu Kriegsbeginn, und erst unter der
Regierung Badoglio wieder freigelassen. (1)

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Gedenken an den Genossen Mauro

Wir haben erfahren, dass der Genosse Mauro Stefanini, einer der
ältesten und engagiertesten Genossen von Battaglia Comunista und selbst
der Sohn eines alten Genossen der Italienischen Linken, nach langer
Krankheit verstorben ist. Wir veröffentlichen nachfolgend einige
Auszüge eines Solidaritätsbriefes, den die IKS sofort an das IBRP
geschickt hat sowie Auszüge eines Dankesschreibens, das uns ein Genosse
des IBRP im Namen seiner Organisation ausgerichtet hat.

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Battaglia Comunista wendet sich von einem marxistischen Schlüsselkonzept ab: der Dekadenz der Produktionsweisen

In der letzten Ausgabe der Internationalen Revue 34 haben wir
ausführlich und gestützt auf Passagen aus ihren Hauptschriften in
Erinnerung gerufen, wie Marx und Engels die Begriffe des Aufstiegs und
der Dekadenz einer Produktionsweise definierten. Wir sahen, dass der
Begriff der Dekadenz sich im eigentlichen Zentrum des historischen
Materialismus, in der Analyse der Aufeinanderfolge der verschiedenen
Produktionsweisen, befindet. In einem weiteren Artikel werden wir
aufzeigen, dass dieses Konzept auch an zentraler Stelle in den
Programmen der 2. und 3. Internationalen sowie der marxistischen Linken
stand, die aus Letzterer stammte und in denen die Gruppen der
Kommunistischen Linken heute ihren Ursprung haben.

Politische Strömungen und Verweise: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Erbe der kommunistischen Linke: 

Der Arabisch/Jüdische-Konflikt: Die Positionen der Internationalisten in den 30er Jahren: Bilan Nr. 30 und 31

Die folgenden Artikel sind 1936 in der Revue Bilan, Organ der
Italienischen Linkskommunistischen Fraktion, Nr. 30 und 31
veröffentlicht worden. Es war bitter nötig, dass die Fraktion die
marxistische Position gegenüber dem Arabisch/Jüdischen-Konflikt
entwickelte, da der Generalstreik gegen die jüdische Einwanderung zu
einer Reihe von blutigen Pogromen eskaliert war. Auch wenn einige
spezifische Aspekte der aktuellen Situation sich geändert haben, fällt
auf, in welchem Ausmass in diesen Artikeln viele Analysen bis auf die
heutige Zeit noch Gültigkeit haben. Insbesondere zeigen die Artikel mit
grosser Genauigkeit auf, wie die “nationalistischen” Bewegungen, sowohl
die jüdische wie auch die arabische, auch wenn beide aufgrund von
Verfolgung und Unterdrückung entstanden sind, sich mit den
rivalisierenden imperialistischen Mächten unentwirrbar verstrickten.
Mehr noch, diese Artikel zeigen auf, wie diese Bewegungen benutzt
wurden, um die gemeinsamen Interessen der arabischen und jüdischen
Arbeiterklasse zu verdunkeln und dies zu einem gegenseitigen Massaker,
im Interesse ihrer Unterdrücker führte...

Politische Strömungen und Verweise: 

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Theoretische Fragen: 

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