deutsche Wiedervereinigung

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20 Jahre „Deutsche Einheit“: Ostdeutschland: ein Klotz am Bein der deutschen Wirtschaft

Was war das für eine Euphorie in den Tagen und
Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer! Ein ganzes Volk, Bourgeois und
Arbeiter, Ost- und Westdeutsche, schwebte auf Wolke 7. „Wahnsinn“ war das am
häufigsten benutzte Wort für die sich überschlagenden Geschehnisse damals. Und
„freudetrunken“ der Begriff, der den Geisteszustand der Bevölkerung in Ost und
West in jenen Tagen vielleicht am besten umschreibt. Die Erwartungen, die sich
an der am 3. Oktober 1990 vollzogenen Wiedervereinigung knüpften, waren riesig.
Die Arbeiter und Arbeiterinnen im Osten Deutschlands, also in der ehemaligen
DDR, erhofften sich von ihr ein Leben in Freiheit und Wohlstand. Die Kapitalisten im Westen Deutschlands witterten
ihrerseits große Geschäfte, riesige Märkte, die ihnen nun wie reife Früchte in
den Schoß fielen. Die politische Klasse trug ihr Teil dazu bei, diesen
Hoffnungen Auftrieb zu verleihen. Erinnert sei an die mittlerweile zum geflügelten
Wort gewordene Formulierung von den „blühenden Landschaften“, die der damalige
Bundeskanzler Kohl der ostdeutschen Arbeiterklasse versprach.

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