deutsche Wiedervereinigung

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Deutsche Wiedervereinigung Teil 5

Die deutsche Wiedervereinigung hat in ökonomischer,
politischer und sozialer Hinsicht die Erwartungen, die sie Anfang der neunziger
Jahre geweckt hatte, zweifellos enttäuscht. Von der furchtbaren Ernüchterung
insbesondere der ostdeutschen Lohnabhängigen haben wir schon gesprochen. Aber
auch die (westdeutsche) Bourgeoisie hatte sich gründlich verrechnet, als sie,
überwältigt von dem Kollaps des Ostblocks, von riesigen Märkten in Osteuropa
fabulierte und einen „selbsttragenden Aufschwung“ Ostdeutschlands schon in
wenigen Jahren erwartete. Doch warum war die Wiedervereinigung nicht die
erhoffte Initialzündung für eine Wiederholung der sog. „Gründerjahre“, die
einst dem deutsch-französischen Krieg 1871 gefolgt und Zeuge eines
beispiellosen Booms des deutschen Kapitalismus gewesen waren? Warum ist
Ostdeutschland bis heute ein Klotz am Bein des deutschen Kapitals?

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Die Folgen der Wiedervereinigung für den deutschen Imperialismus

Als sich in den Monaten zwischen November 1989 und
Oktober 1990 die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten immer deutlicher
abzeichnete, stieß dies auf heftigen Widerstand seitens des französischen und
britischen Imperialismus. Von François Mitterand, damaliger französischer
Staatspräsident, ist der Satz überliefert, dass er Deutschland so sehr liebe,
dass er gern zwei davon habe. Der britische Imperialismus unter Maggie Thatcher
drückte sich weniger charmant aus: Dort betrachtete man in Helmut Kohl, dem
„Einheitskanzler“, bereits die Reinkarnation Adolf Hitlers. Beide Staaten
fürchteten sich vor einem wiedererstarkten „Großdeutschland“, das allein durch
seine schiere Größe zu übermächtig werden könnte. Und in der Tat schien
zunächst einiges auf die Wiedergeburt des deutschen Großmachtdenken
hinzudeuten.

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