Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation

Die Entwicklung des proletarischen Klassenbewusstseins und seiner Natur als historische revolutionäre Klasse ist ein fortwährender Prozess seit die Arbeiterklasse existiert. Die Entwicklung seines Klassenbewusstseins ging Hand in Hand mit der Entwicklung seiner politischen Organisation

Utopischer Sozialismus

Die Arbeiterklasse brachte mit ihrem ersten Auftreten zunächst die "utopische" Strömung hervor, deren Kritik des Kapitalismus zwar durchschlagend war, aber keinen materialistischen Begriff von den zur Erreichung des Kommunismus notwendigen Bedingungen hatte.

Bund der Kommunisten

Die berühmteste Publikation des Bundes der Kommunisten war das Kommunistische Manifest, das Marx und Engels 1848 schrieben. Dieses Dokument steht sowohl für das erste Auftreten der Arbeiterklasse als unabhängige gesellschaftliche Kraft als auch für das wissenschaftliche Verständnis über die Bedingungen für die Möglichkeit und Notwendigkeit des Kommunismus.

Erste Internationale

Die auch unter der Bezeichnung Internationale Arbeiterassoziation bekannte Organisation war die erste, die Arbeiter international und ohne Rücksicht auf ihre politischen Ansichten organisierte. Marx und Engels spielten bei der Entwicklung der Internationale bis zu ihrem Ende kurz nach der Pariser Kommune von 1871 eine führende Rolle.

Zweite Internationale

Diese entstand als Umgruppierung der verschiedenen sozialistischen Parteien, die aus der konterrevolutionären Phase nach der Pariser Kommune wieder auftauchten. Die Zweite Internationale bestand im wesentlichen aus marxistischen Strömungen und erlebte in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg einen erbitterten Kampf zwischen dem internationalistischen linken Flügel und den Opportunisten. Der Sieg des Opportunismus führte 1914 zum endgültigen Verrat der Zweiten Internationale.

Zimmerwalder Bewegung

Die Gruppen, die sich dem Verrat der Zweiten Internationale an der Arbeiterklasse widersetzten und während dem Ersten Weltkrieg auf internationalistischer Grundlage blieben, kamen erstmal 1915 an der Zimmerwalder Konferenz zusammen, auf die 1916 die Kienthaler Konferenz folgte. Einige dieser Gruppen, insbesondere die Bolschewiki, stellten dann die Triebkraft für die Gründung der Dritten Internationale dar.

Dritte Internationale

Die Dritte Internationale entstand auf den Trümmern der Zweiten, aus dem direkten Widerstand gegen den imperialistischen Krieg und als Antwort auf den Sieg der proletarischen Revolution in Russland.
Mit dem Sieg der stalinistischen Konterrevolution in der UdSSR degenerierte die Dritte Internationale so weit, dass sie schließlich nichts anderes mehr war als ein Werkzeug der imperialistischen Außenpolitik der UdSSR.

Italienische Linke

Die Italienische Linke bildete sich aus den Gruppen, die im Laufe der 1920er Jahre aus der Dritten Internationale und somit aus der Kommunistischen Partei Italiens ausgeschlossen worden waren. Die Italienische Linke (insbesondere um die Zeitschrift Bilan) blieb der Tradition des proletarischen Interationalismus treu und wies zwei große Stärken auf: ihr Beharren auf theoretischer Klarheit und Folgerichtigkeit, und die Wichtigkeit, die sie der Organisationsfrage gab. Die IKS ist heute die bedeutendste Erbin der Italienischen Linken

Deutsche und Holländische Linke

Die Holländische bzw. Deutsche Linke werden im allgemeinen zusammen erwähnt wegen ihrer sehr engen Verbindungen untereinander. Wie die Italienische Linke wurden sie aus der Dritten Internationalen ausgeschlossen, als diese degenerierte, und vertraten in gewisser Hinsicht unmittelbarer richtige Ansichten in den damals kritischen Fragen (namentlich in der Gewerkschaftsfrage).

Französische Kommunistische Linke

Die Französische Kommunistische Linke (Gauche Communiste de France) wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs von Genossen der Italienischen Linken und weiteren Militanten gegründet, die in Frankreich zu ihnen gestoßen waren. Die GCF lehnte es ab, bei der Gründung der Internationalistischen Kommunistischen Partei in Italien mitzumachen, einerseits weil die damalige historische Phase (gekennzeichnet durch eine tiefe Niederlage der Arbeiterklasse) die Gründung der Partei verunmöglichte, andererseits weil die Kriterien für die Gründung der Partei in Italien zutiefst opportunistisch waren.

Linke Opposition

Die Linke Opposition bildete sich um die Person von Trotzki, insbesondere nach seiner Ausweisung aus der UdSSR und der Verfolgung seiner Genossen durch Stalin. Aus mancherlei Gründen - insbesondere wegen Trotzkis fehlender Einsicht, dass die 1930er Jahre eine Phase der tiefen Konterrevolution waren, und wegen seines Opportunismus in Organisationsfragen - war die Linke Opposition der Herausforderung des Zweiten Weltkriegs nicht gewachsen, sondern verriet die Arbeiterklasse, indem sie die Demokratien und die UdSSR im imperialistischen Krieg unterstützte.