Der Kommunismus nur eine Utopie? (II)

Im ersten Teil des Artikels haben wir aufgezeigt, dass der Kommunismus nicht nur ein uralter Traum der Menschheit und schon gar nicht das Ergebnis des bloßen Willens der Menschen ist, sondern die einzige Gesellschaftsform, die die Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft überwinden kann und deren materielle Grundlagen gerade durch diesen Kapitalismus gelegt wurden. Der Eintritt des Kapitalismus in den tödlichen Kreislauf von Krise - Krieg - Wiederaufbau, der mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges zu Tage trat, beweist nicht nur, dass der Kommunismus eine materielle Möglichkeit geworden ist, sondern auch eine Notwendigkeit im Sinne des Fortschritts, aber auch des nackten Überlebens der Menschheit.

In diesem zweiten Teil werden wir die Auffassungen derer untersuchen, die zwar dazu bereit sind, die materielle Möglichkeit des Kommunismus zu akzeptieren, sich aber dann hinter dem Argument verstecken, die Natur des Menschen sei nicht für den Kommunismus gemacht, der Mensch zeichne sich in Folge seiner Veranlagung durch eine ganze Reihe von Verhaltensweisen, Trieben, Bedürfnissen aus, die es ihm unmöglich machten, solch eine Gesellschaft aufzubauen.

Bevor wir diese Argumente näher untersuchen, müssen wir uns zunächst mit dieser berühmten “menschlichen Natur” befassen.

Die menschliche Natur

Diese “menschliche Natur” entspricht ein wenig dem “Stein der Weisen”, den die Alchimisten Jahrhunderte lang gesucht haben. Bislang haben alle Untersuchungen über die “gesellschaftlichen Invarianzen” (wie die Soziologen so gerne sagen), d.h. über jene Eigenschaften des menschlichen Verhaltens, die in allen Gesellschaftstypen die gleichen sind, vor allem bewiesen, wie stark die Psychologie und die menschlichen Verhaltensweisen sich unterscheiden und wie stark sie von dem gesellschaftlichen Rahmen abhängig sind, in dem sich die untersuchten Menschen entwickelt haben. Wenn man eine grundlegende Eigenschaft dieser berühmten “menschlichen Natur” nennen müsste, dann wäre es in Wirklichkeit die gewaltige Bedeutung des “Erworbenen”, “Erlernten” im Verhältnis zum “Angeborenen”, die entscheidende Rolle der Erziehung und damit der gesellschaftlichen Umwelt, in die jeder hineingeboren wird.

“Eine Spinne verrichtet Operationen, die denen des Webers ähneln, und eine Biene beschämt durch den Bau ihrer Wachszellen manchen menschlichen Baumeister. Was aber von vornherein den schlechtesten Baumeister von der besten Biene auszeichnet, ist, dass er die Zelle in seinem Kopf gebaut hat, bevor er sie in Wachs baut.” (Marx, Das Kapital, Band 1).

Bienen haben die Fähigkeit, perfekte Waben zu bauen, weil sie genetisch dazu vorprogrammiert sind, genauso wie die Brieftauben, die aus einer Entfernung von 1000 km mit schlafwandlerischer Sicherheit zum heimatlichen Taubenschlag zurückfinden. Dagegen wird die Form des Gebäudes unseres Architekten weniger durch irgendeine genetische Erbmasse bestimmt als vielmehr durch eine Reihe von Elementen, die ihm die Gesellschaft übermittelt. Ob es die Art von Gebäude ist, für dessen Entwurf er beauftragt wurde, oder die verwendeten Werkzeuge und das eingesetzte Material, die Produktionstechniken der daran beteiligten Berufe, die wissenschaftlichen Kenntnisse, auf die er sich stützen kann, die handwerklichen Regeln, die ihn dabei leiten - immer ist es die gesellschaftliche Umwelt, die dies bestimmt.

Der Anteil des “Angeborenen”, der ihm dabei von seinen Eltern übertragen wird, ist mehr als gering. Im Gegenteil, erst musste der Architekt sich alles von der Gesellschaft aneignen, bevor er die Fähigkeit erwarb, ein Gebäude zu entwerfen und für dessen Verwirklichung zu sorgen. Der Anteil der Gesellschaft ist somit Ausschlag gebend.

Was für die Arbeitsprodukte zutrifft, gilt auch für das Verhalten. So wird der Diebstahl als ein Verbrechen betrachtet, d.h. als eine Funktionsstörung der Gesellschaft, die - falls sie die Regel wäre - für Letztere in einer Katastrophe enden würde. Ein Dieb, oder noch schlimmer, jemand, der Menschen mit dem Ziel bedroht oder tötet, sie zu bestehlen, ist ein Krimineller, einer, der einhellig als boshafter, schädlicher Mensch eingestuft wird, und der daran gehindert werden muss, seine Verbrechen auszuüben (es sei denn, er praktiziert sie innerhalb des Rahmens der bestehenden Gesetze; in diesem Falle würde er für die Fähigkeit, Profite auszupressen, als “genial” gerühmt). Aber würde es “Diebe”, “Entführer” oder “gemeine Schwerverbrecher”, Gesetze, Richter, Polizisten, Gefängnisse, Kriminalromane usw. geben, wenn es nichts zu stehlen gäbe, weil dank der Entwicklung der Produktivkräfte alle materiellen Güter jedem Menschen im Überfluss zur Verfügung stehen und jeder frei darüber entscheiden kann? Natürlich nicht! Man könnte eine ganze Reihe anderer Beispiele aufführen, um zu zeigen, wie stark das Verhalten, die Einstellungen, die Gefühle, die Beziehungen zwischen den Menschen durch die gesellschaftliche Umwelt bestimmt werden.

Kleingeister werden einwenden, dass bestimmte asoziale Verhaltensweisen darauf zurückzuführen sind, dass es im tiefsten Innern der “menschlichen Natur” einen Teil gesellschaftsfeindlichen Verhaltens, der Aggressivität gegen Mitmenschen, gar eine potenzielle Kriminalität gebe. Ihnen zufolge stehlen die Menschen oft nicht aus materieller Not, gebe es Verbrechen als Selbstzweck und bewiesen die Verbrechen der Nazis, dass im Menschen ein Hang zum Bösen existiere, der zum Ausdruck komme, sobald sich die Gelegenheit ergibt. Aber was steckt wirklich hinter solchen Aussagen? Sie zeigen nur, dass es keine “menschliche Natur” gibt, die als solche “gut” oder “böse” ist, sondern nur eine Gattung Mensch, deren verschiedene Potenziale sich den Bedingungen entsprechend entfalten, in denen der Mensch lebt. Die Statistiken sind in dieser Hinsicht aufschlussreich: Verhält es sich nicht so, dass in Krisenzeiten Kriminalität und alle gefährlichen Verhaltensweisen zunehmen? Ist nicht das Aufkommen von asozialen Verhaltensweisen bei verschiedenen Individuen eher der Ausdruck der Unfähigkeit der Gesellschaft, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen?

Dieselben Kleingeister stützen ihre Ablehnung des Kommunismus auf folgendes Argument: ‚Ihr sprecht von einer Gesellschaft, die die menschlichen Bedürfnisse wirklich befriedigen würde, doch sind nicht gerade das Eigentum, die Macht über den Anderen grundlegende menschliche Bedürfnisse, die der Kommunismus, der so etwas gerade verhindern will, nicht befriedigen kann? Der Kommunismus ist unmöglich, weil der Mensch egoistisch ist.‘

Das Bedürfnis nach Eigentum

In ihrer “Einführung in die Nationalökonomie” beschreibt Rosa Luxemburg das Entsetzen der englischen Bourgeoisie, als diese bei der Eroberung Indiens Völker entdeckte, die das Privateigentum nicht kannten. Sie tröstete sich damit zu sagen, dass es sich um “Wilde” handelte; doch wurde sie, die von klein auf gelernt hatte, dass das Privateigentum “natürlich” sei, in Verlegenheit gestürzt, als sie feststellte, dass gerade die Wilden demnach eine “künstliche” Lebensart besaßen. In der Tat war das “Bedürfnis” der Menschen nach Privateigentum so groß, dass sie Hunderttausende von Jahren ohne dieses ausgekommen sind. Und oft war es nur mit Hilfe von Massakern möglich, den Menschen - wie Rosa Luxemburg es im Falle Indiens beschreibt - das Privateigentum als “natürliches Bedürfnis” einzuhämmern. Das Gleiche trifft übrigens auch für den Handel zu, der angeblich die “einzige und natürliche” Form des Warenverkehrs ist und dessen Unkenntnis unter den Einheimischen die Kolonialherren in Rage versetzte; er ist untrennbar mit dem Privateigentum verbunden, tauchte mit ihm auf und wird auch mit ihm wieder verschwinden.

Eine andere Idee ist ebenfalls weit verbreitet: Wenn es nicht den Profit als Anreiz für die Produktion und deren Weiterentwicklung gäbe, wenn der Lohn für einen Arbeiter nicht der gerechte Ausgleich für die erbrachten Leistungen wäre, würde niemand mehr arbeiten und produzieren. In der Tat würde niemand mehr auf kapitalistische Weise produzieren, d.h. in einem System, das auf Profit und Lohnarbeit beruht, in dem die geringste Erfindung “rentabel” sein muss, wo die Arbeit aufgrund ihrer Dauer, ihrer Intensität, ihrer unmenschlichen Form zu einem Fluch für die Mehrheit der Proletarier geworden ist. Braucht dagegen der Forscher, der durch seine Forschungen an dem Fortschritt der Technik mitwirkt, einen “materiellen Anreiz”, um zu arbeiten? Im Allgemeinen wird er weniger gut bezahlt als ein leitender Angestellter, ein Manager, der zum Fortschritt keinen Deut beiträgt. Ist die Handarbeit möglicherweise unangenehm? Wie soll man den Begriff der “Liebe zur Arbeit” oder die Begeisterung für das Basteln und für viele andere Arten manueller Tätigkeiten verstehen, die oft sehr kostspielig sind? Im Wirklichkeit wird die Arbeit, wenn sie nicht entfremdet, absurd, erschöpfend ist, wenn ihre Produkte keine dem Arbeiter gegenüber feindlichen Kräfte sind, sondern Mittel, um die wirklichen Bedürfnisse der menschlichen Gemeinschaft zu befriedigen, zum ersten menschlichen Bedürfnis, zu einer der Hauptformen der Entfaltung der menschlichen Eigenschaften und Fähigkeiten. Im Kommunismus werden die Menschen mit Vergnügen produzieren.

Das Bedürfnis nach Macht

Von der Tatsache, dass es heute Chefs und Vorgesetzte gibt, wird abgeleitet, dass die Menschen nicht ohne Autoritäten leben können.

Wir wollen hier nicht noch einmal aufgreifen, was der Marxismus schon seit langem zur Rolle der politischen Institutionen, zum Wesen der Staatsmacht gesagt hat und das darin zusammengefasst werden kann, dass die Existenz einer politischen Autorität, der Macht von Menschen über Menschen das Ergebnis der Existenz von Gegensätzen und Zusammenstößen zwischen Gruppen von Individuen in der Gesellschaft (den gesellschaftlichen Klassen) ist, die entgegengesetzte Interessen haben.

Eine Gesellschaft, in der die Menschen in Konkurrenz zueinander treten, in denen ihre Interessen zusammenstoßen, wo die produktive Arbeit ein Fluch ist, permanente Zwänge bestehen und die elementarsten Bedürfnisse der Mehrheit der Menschen mit Füßen getreten werden - eine solche Gesellschaft “braucht” Chefs (genauso wie sie die Polizei und Religion benötigt). Doch vorausgesetzt, diese Gesellschaft wird eines Tages mit all ihren Perversionen abgeschafft, dann stellt sich die Frage, ob die Chefs und die Macht immer noch notwendig sind. ‚Ja‘, meint dazu erneut der Kleingeist, ‚der Mensch ist so veranlagt, dass er andere beherrschen muss oder selbst beherrscht werden will. In jeder Gesellschaft wird die Herrschaft einiger weniger fortbestehen‘. Es stimmt, dass der Sklave, der immer Ketten getragen hat, das Gefühl hat, nicht ohne sie auszukommen, um sich fortzubewegen, doch ein freier Mensch wird nie dieses Gefühl verspüren.

Das Bedürfnis der Menschen, Macht über andere auszuüben, ist lediglich das Pendant dessen, was man “Sklavenmentalität” nennt. Das Beispiel der Armee, wo der dumme und gehorsame Feldwebel nichts lieber tut, als selbst zu kommandieren, ist in dieser Hinsicht erhellend. Im Wirklichkeit verhält es sich nämlich so, dass Menschen, die Macht über andere ausüben möchten, tatsächlich wenig Macht über ihr eigenes Leben besitzen, ganz zu schweigen von der Macht über die Gesellschaft. Das Machtbedürfnis eines jeden Einzelnen spiegelt seine eigene reale Machtlosigkeit wider. In einer Gesellschaft, in der die Menschen keine machtlosen Sklaven sind, in der sie nicht von den Gesetzen der Natur abhängen, und auch nicht von denen der Wirtschaft, in der sie also “Herrscher ohne Sklaven” sind, werden sie diesen Ersatz für ihre eigene Machtlosigkeit, die Beherrschung anderer, nicht mehr brauchen.

Der “Egoismus” des Menschen

Angeblich ist das “Jeder für sich” eine typische Eigenschaft des Menschen. In der Tat ist dies typisch für den Bourgeois, den “Selfmademan”. Es ist nur ein ideologischer Ausdruck der ökonomischen Wirklichkeit des Kapitalismus und hat überhaupt nichts mit dem “Wesen des Menschen” zu tun. Andernfalls müsste man behaupten, dass die “Natur des Menschen” sich seit dem primitiven Kommunismus, ja, selbst seit dem Feudalismus mit seinen dörflichen Gemeinschaften radikal gewandelt hat.

Tatsächlich trat der Individualismus massiv in Erscheinung, als die kleinen unabhängigen Grundbesitzer auf dem Lande auftauchten (Abschaffung der Leibeigenschaft) und sich in der Stadt weiterentwickelten. Als Großgrundbesitzer, die es vor allem geschafft haben, durch die Ruinierung ihrer Nachbarn zum Erfolg zu kommen, unterstützte die Bourgeoisie fanatisch diese Ideologie und stellte sie als “natürlich” dar. So behauptete sie ohne Skrupel, die von Darwin erarbeitete Evolutionstheorie sei eine Rechtfertigung “für den Kampf ums Überleben”, den Kampf eines “Jeden gegen Jeden”.

Doch mit dem Erscheinen des Proletariats, der assoziierten Klasse par excellence, wurde die bis dahin unangetastete Herrschaft des Individualismus in ihren Grundfesten erschüttert. Denn für die Arbeiterklasse ist die Solidarität an erster Stelle ein Mittel, um die Verteidigung ihrer materiellen Interessen sicherzustellen. Man kann also bereits hier dem Argument von der “egoistischen Natur” des Menschen entgegenhalten: Wenn der Mensch egoistisch ist, dann ist er auch intelligent genug zu wissen, dass sein einfacher Wunsch, seine Interessen wirksam zu verteidigen, ihn zur Verbrüderung und zur Solidarität mit seinen Schicksalsgenossen zwingt, sobald die gesellschaftlichen Umstände es zulassen.

Solidarität und Selbstlosigkeit sind grundlegende Bedürfnisse. Genauso wie der Mensch die Solidarität anderer braucht, so spürt er auch das Verlangen, selbst Solidarität gegenüber Mitmenschen zu praktizieren. Dies sieht man auch in unserer Gesellschaft sehr häufig, wenn auch in entstellter Form. Manch einer mag nun behaupten, die Selbstlosigkeit sei immer noch eine Form des Egoismus, denn derjenige, der sie praktiziert, täte dies an erster Stelle zu seinem eigenen Wohl. Das mag stimmen! Doch in diesem Fall handelt es sich nur eine andere Version der von den Kommunisten vertretenen Idee, dass es keinen grundlegenden Gegensatz zwischen dem individuellen und kollektiven Interesse gibt, im Gegenteil! In den Ausbeutungsgesellschaften, d.h. in den Gesellschaften, in denen es Privateigentum gibt, kommt dagegen der Gegensatz zwischen dem Individuum und der Gesellschaft zum Vorschein, und das ist nur allzu logisch. Denn wie könnte es eine Harmonie zwischen denen geben, die unterdrückt werden, und denen, die von dieser Unterdrückung leben und sie aufrechterhalten. In solchen Gesellschaften kann die Selbstlosigkeit nur in Form von Mildtätigkeiten, Almosen oder von Opfern zum Ausdruck kommen, d.h. in der Form der Verneinung seiner selbst oder anderer und nicht als Bestätigung, als gegenseitige Befruchtung.

Im Gegensatz zu den Behauptungen der Bourgeoisie ist der Kommunismus also nicht die Verneinung der Individualität. Es ist der Kapitalismus, der, indem er den Proletarier zu einem Anhängsel der Maschinen macht, eine wirkliche Negation des Menschen betreibt und sie in Gestalt einer verfaulten Gesellschaft, des Staatskapitalismus, auf die Spitze treibt. Erst in einer kommunistischen Gesellschaft, in der es keinen Staat – jenem Feind jeglicher Freiheit – mehr gibt, wird das “Reich der Freiheit” für jedes einzelne Mitglied der Gesellschaft gelten. Wenn der Mensch seine verschiedenen Fähigkeiten gesellschaftlich verwirklichen kann und der Antagonismus zwischen individuellen und kollektiven Interessen verschwunden ist, wird sich ein neues und gewaltiges Feld für die Entfaltung eines jeden Individuums eröffnen.

Der Kommunismus ist die typische Gesellschaft der Vielfalt, weil er es möglich macht, die Arbeitsteilung zu zerschlagen, die jedes Individuum in eine Rolle zwingt, die ihm ein ganzes Leben lang anhaftet, weil er diese trübselige, generalisierte Uniformität der kapitalistischen Gesellschaft überwindet. Jeder neue Fortschritt in der Wissenschaft oder der Technik wird im Kommunismus nicht mehr die Spezialisierung weiter vorantreiben, sondern das Feld für die verschiedensten Aktivitäten eröffnen, auf dem sich jeder Mensch entfalten kann. Wie Marx und Engels in der “Deutschen Ideologie” schrieben:

“Sowie nämlich die Arbeit verteilt zu werden anfängt, hat jeder einen bestimmten ausschließlichen Kreis der Tätigkeit, der ihm aufgedrängt wird, aus dem er nicht heraus kann; er ist Jäger, Fischer oder Hirt oder kritischer Kritiker und muss es bleiben, wenn er nicht die Mittel zum Leben verlieren will - während in der kommunistischen Gesellschaft, wo jeder nicht einen ausschließlichen Kreis der Tätigkeit hat, sondern sich in jedem beliebigen Zweige ausbilden kann, die Gesellschaft die allgemeine Produktion regelt und mir eben dadurch möglich macht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden” (MEW Bd. 3, Deutsche Ideologie, S.33).

Ja, auch wenn das den Bourgeois, den Skeptikern und den Kleingeistern nicht gefällt, der Kommunismus wird für die Menschen gemacht, der Mensch ist für den Kommunismus geschaffen.

Nun bleibt noch ein letztes Argument übrig, das untersucht werden muss: ‚Gut, der Kommunismus mag notwendig und materiell möglich sein, und er mag durchaus erstrebenswert für den Menschen sein, allein das Ausmaß der Entfremdung des Menschen in der kapitalistischen Gesellschaft ist derart fortgeschritten, dass der Mensch nie die Kraft haben wird, solch eine gewaltige Umwälzung wie die kommunistische Revolution vorzunehmen.‘

Auf dieses Argument werden wir in einem weiteren Artikel antworten.

(aus Révolution Internationale, Nr. 62, 6/1979, Zeitung der IKS in Frankreich).