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Während die Regierungen aller Länder immer brutalere Sparmaßnahmen durchboxen wollen, haben die Mobilisierungen von 2011 – die Bewegung der Empörten in Spanien, Griechenland, die Occupy-Bewegung in den USA und anderen Ländern – im ersten Quartal 2012 nicht nachgelassen. Aber die Kämpfe stoßen auf eine mächtige Barriere – die Störmanöver der Gewerkschaften, mit deren Hilfe sie den Prozess der Selbstorganisierung und der Vereinigung, der 2011 angestoßen wurde, wirkungsvoll behindern.
Wie sich aus dem gewerkschaftlichen Würgegriff lösen? Wie die 2011 zum Vorschein gekommene Tendenz wieder aufgreifen und sie neu beleben? Vor welchen Perspektiven stehen wir? Auf diese Fragen werden wir versuchen, einige Elemente für eine Antwort zu liefern.

Wir sind sehr erfreut über die Gründung zwei neuer Sektionen der IKS – in Peru und Ecuador – berichten zu können.

 

Die Bildung einer neuen Sektion unserer Organisation ist immer ein wichtiges Ereignis für uns. Erstens, weil solch ein Schritt die Fähigkeit des Weltproletariats belegt, trotz seiner Schwierigkeiten revolutionäre Minderheiten auf der ganzen Welt hervorzubringen, und zweitens weil es bedeutet, dass unsere Organisation ihre globale Präsenz ausbauen kann.

In Syrien kommt es jeden Tag zu neuen Massakern. Nun ist auch dieses Land im Sumpf der imperialistischen Kriege im Nahen Osten versunken. Nach Palästina, Irak, Afghanistan und Libyen ist nun Syrien an der Reihe. Leider wirft diese Entwicklung sofort eine sehr besorgniserregende Frage auf. Was wird in der Zukunft passieren? Der Nahe und Mittlere Osten stehen vor einem Flächenbrand, dessen Ausgang schwer vorherzusehen ist. Hinter Syrien zieht der Iran die Fäden. Der Iran ruft selbst die größten Ängste hervor und facht die imperialistischen Appetite an; alle großen imperialistischen Räuber sind fest entschlossen, ihre Interessen in der Region zu verteidigen. Auch hier befinden wir uns am Rande des Krieges, dessen dramatischen Konsequenzen völlig wahnsinnig und zerstörerisch für das kapitalistische System selbst wären.
Der Text ist ein Auszug aus der Broschüre „Faschismus und Demokratie – zwei Erscheinungsweisen der Diktatur des Kapitals“
Die Morde vom 11., 15.  und 19. März  in Toulouse und Montauban und deren Folgen sind ein schlagender Beweis der Barbarei, in welche die gegenwärtige Gesellschaft versinkt.

 

Den Aussagen von Präsident Sarkozy zufolge war Mohamed Merah, der junge Mann aus Toulouse,  welcher diese Verbrechen beging und schließlich von der RAID erschossen wurde, ein „Monster“.  Diese Aussage wirft zumindest zwei Fragen auf: 

Was ist ein „Monster“?

Wie konnte die Gesellschaft solch ein „Monster“ hervorbringen?

Ein tragisches Ereignis brachte vergangenes Jahr exemplarisch das Verhältnis der deutschen Gesellschaft gegenüber ihrer psychischen Verelendung erneut auf den Punkt:

 

Am 24. August 2011 wurde die 53 jährige, 1.60 m kleine und ca. 40 kg. leichte  Andrea H. in ihrem Zimmer, im 8. Stock eines Hochhauses im Berliner „Märkischen-Viertel“, in einer von einem sozialen Dienst betreuten Wohngemeinschaft, von einem Polizisten erschossen. Andrea wehrte sich mit verzweifeltem Körpereinsatz gegen die Zwangseinweisung in eine psychiatrische Einrichtung. Andrea war einer Aufforderung zu einer Amtsanhörung bzgl. Ihrer behördlich angeordneten Einweisung nicht nachgekommen. Vermutlich ahnte sie deshalb schon, was ihr eigentlich bevorstehen sollte, als der Sozialpsychiatrische-Dienst (SpD), nebst Amtshilfe in Form einer Streifenwagenbesatzung, vor ihrer Tür stand. Dass sie schließlich über den Haufen geschossen werden würde, damit hat Andrea jedoch mit Sicherheit nicht gerechnet. Dies ist indes kein Einzelfall!

Eine der Vorstellungen, die kürzlich bei einem Treffen der Occupy-Bewegung in London geäußert wurde, ist, dass die herrschende Klasse die gegenwärtige ökonomische Krise bewusst herbeigeführt habe, um ihre eigene Macht zu bewahren. Solche Vorstellungen sind nichts Neues; Verschwörungstheorien gibt es, seit es Regierungen und Klassengesellschaften gibt, auch wenn sie sich in Umfang und Plausibilität erheblich unterscheiden. Selbst in der Antike gab es sie, etwa wenn zeitgenössische Historiker Nero beschuldigten, den Brand von Rom

In letzter Zeit häufen sich Kommentare, die offen rassistisch sind, religiösen Hass verbreiten und zu nationalistischen Kriegen aufrufen. Auch Vorwürfe, Verleumdungen und persönliche Unterstellungen haben auf diesem Kommentarforum nichts zu suchen.   Von jetzt an werden wir unverzüglich alle diese Kommentare löschen, die sich nicht an die Regeln dieses Kommentarforums halten, welche wir schon veröffentlicht haben.  Wer sich am Kommentarforum beteiligen will, muss sich vorher als Nutzer anmelden.
In den letzten Wochen haben einige abscheuliche Gewaltakte die ganze Welt aufgeschreckt. Anfang März lief der US Sergeant Robert Bales in Afghanistan in der Provinz Kandahar Amok. Er zog von Haus zu Haus und erschoss methodisch afghanische Zivilisten. Insgesamt hat er 16 Personen umgebracht, meist Frauen und Kinder (1). Mitte März hat in Toulouse und Montauban der junge algerisch stämmige Mohamed Merah zunächst 3 französische Soldaten kaltblütig erschossen, um dann in einer jüdischen Schule drei Kinder und einen Erwachsenen zu ermorden.

 

Was haben der Amoklauf des in Afghanistan stationierten US-Soldaten und die Serienmorde des jungen Mohamed Merah miteinander zu tun?

Der von den Gewerkschaften, die mehr als 100 Millionen Mitglieder haben,  organisierte Streik erfasste am 28. Februar 2012 ganz Indien. Alle Gewerkschaften, auch solche, die den politischen Parteien nahestehen,  die Hindu-fundamentalistische BJP eingeschlossen, haben den Streik unterstützt.  Beschäftigte der Banken, Post, des Transportwesens, LehrerInnen, Docker und viele andere Bereiche beteiligten sich am Streik. Die Tatsache, dass alle Gewerkschaften den Streikaufruf unterzeichneten, weist auf den Druck der ArbeiterInnen hin.

 

Der Aufschwung nach dem 2. Weltkrieg veranlasste viele zur Schlussfolgerung, der Kapitalismus habe das Geheimnis seiner ewigen Jugend gefunden 1, und nunmehr sei nicht mehr die Arbeiterklasse das Instrument revolutionärer Umwälzung. Eine kleine Minderheit von Revolutionären, die sehr oft in nahezu vollständiger Isolierung wirkten, blieb jedoch den Grundsätzen des Marxismus treu. Einer der herausragendsten  unter ihnen war Paul Mattick in den USA. Mattick antwortete auf Marcuse, der ein neues revolutionäres Subjekt suchte, mit seiner Schrift „Die Grenzen der Integration: Der eindimensionale Menschen in der Klassengesellschaft“ (1972) (2),  in welcher er das revolutionäre Potential der Arbeiterklasse zur Überwindung des Kapitalismus bekräftigte. Aber sein dauerhaftester Beitrag war wahrscheinlich sein Buch „Marx und Keynes – die Grenzen des ‚Gemischten Wirtschaftssystems‘“, die 1969 veröffentlicht wurde, mit Untersuchungen und Essays, die schon in den 1950er Jahren verfasst wurden. 

IKSonline

Die IKS veröffentlicht bei Bedarf Web-Extras

Massive Mobilisierungen in Spanien, Mexiko, Italien, Indien… Die gewerkschaftlichen Hürden
Die Gründung zwei neuer Sektionen der IKS in Ecuador und Peru
Massaker in Syrien, iranische Krise… Die Gefahr einer imperialistischen Katastrophe im Nahen und Mittleren Osten
Die marxistische Analyse des Faschismus
Die Dramen von Toulouse und Montauban - Symptome der barbarischen Agonie des Systems
Vadim Riga: „ARME IRRE“ - Vom Klassencharakter des psychischen Elends
Marxismus und Verschwörungstheorien
Kommentare
Amoklauf Afghanistan & Morde von Toulouse: “I’m going to help my country”
Der landesweite Streik in Indien am 28.2.2012 - Generalstreik oder gewerkschaftliches Ritual?
Die Dekadenz des Kapitalismus: 40 Jahre offene Krise zeigen, dass der niedergehende Kapitalismus nicht zu retten ist
Russland: Demokratische Illusionen stören das Wachstum des Bewusstseins
Der Zapfenstreich ist verklungen, und mit Wulffs Abgang geht die kürzeste Amtsperiode eines Bundespräsidenten in der Geschichte der Bundesrepublik vorzeitig zu Ende. Was war geschehen? Losgetreten hatte die Kampagne, die letztlich zum erzwungenen Rücktritt des Bundespräsidenten Wulff führte, die BILD, die ans Tageslicht brachte, dass sich Wulff in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident von einem „väterlichen“ Freund und Unternehmer einen zinsgünstigen Kredit für den Bau seines neuen Zuhauses spendieren und auf Anfrage falsche Angaben gegenüber dem niedersächsischen Landtag verlautbaren ließ. Nun rissen die „Enthüllungen“ nicht ab: Mal war es ein Urlaub von Wulff und Ehefrau im Feriendomizil eines berüchtigten Finanzmaklers, mal ein geliehenes Handy (!) und eine Rechnung für ein Hotelzimmer, die von einem Filmproduzenten angeblich nur vorgestreckt wurde, mal ein besonders günstiges Flugticket. Alles in allem nichts Neues unter der Sonne, nichts, was beim Normalsterblichen mehr als ein müdes Achselzucken bewirken würde. Dennoch ließ die „Öffentlichkeit“, diese unheilvolle Melange aus Medien, Politikeräußerungen und Meinungsumfragen, nicht locker und setzte die Staatsanwaltschaft Hannover, die aufgrund von Anzeigen eingeschaltet worden war, unter erheblichem Druck (incl. Morddrohungen und andere Drohbriefe gegen die verantwortlichen Staatsanwälte), bis diese sich bereit erklärte, Anfangsermittlungen gegen den Bundespräsidenten wegen „Verdachts auf Vorteilsannahme bzw. –gewährung“ aufzunehmen. Dies war das Ende von Christian Wulffs Präsidentschaft.
Der Streik am Frankfurter Flughafen – die Produktionsmacht der Spartengewerkschaften?

 

Im Februar schaffte es der Streik von 200 Vorfeldarbeitern am Frankfurter Flughafen Fraport, nicht nur eines der zentralen Drehkreuze im weltweiten Flugverkehrsnetz zu behindern, sondern der Streik brachte auch die Geschäftsführung von Fraport, die Gewerkschaft Verdi, die bürgerliche Justiz und die Regierungsparteien gegen sich auf. Eine solche Konfrontation verdient es näher untersucht zu werden.

Der Streik war organisiert und ausgerufen von der kleinen Gewerkschaft der Flugsicherung GdF. Wie schon beim spektakulären Streik der Lokführer 2007 ist es wieder eine kleine Spartengewerkschaft, der es mit höheren Forderungen und der Androhung eines größeren volkswirtschaftlichen Schadens gelingt, den Streik in die mediale Öffentlichkeit zu katapultieren.

Neben den mächtigen Einheitsgewerkschaften des DGB haben Spartengewerkschaften wie die GdF, die GdL, der Marburger Bund und Cockpit sich durch eigenständige Aktionen einen Namen gemacht und die sozialpartnerschaftlich verordnete Trägheit zumindest medial aufgemischt. Doch was bedeutet dies für den Klassenkampf? Was bedeutet dies für die Analyse der Funktion von Gewerkschaften im niedergehenden Kapitalismus?

Je mehr Rettungspakete das Kapital verabschiedet, desto brutaler und erpresserischer geht es gegen die arbeitende Bevölkerung vor. Aber im Gegensatz zu den 1930er Jahren, als die Arbeiterklasse gegenüber den Auswirkungen der  Wirtschaftskrise von 1929 in den meisten Ländern resignierte  und sich später für den 2. Weltkrieg mobilisieren ließ, entwickeln die Ausgebeuteten jetzt weltweit mehr Widerstand gegen die kapitalistische Krise.
Gegenwärtig ist der Höhepunkt dieser Kämpfe überschritten, und obwohl es Anzeichen von neuen Kämpfen (Spanien, Griechenland, Mexiko) gibt, fragen sich viele, „wozu hat diese Protestwelle der Empörung gedient“, „haben wir etwas gewonnen?“

 

Es ist notwendig, eine Bilanz zu ziehen, um sowohl auf die positiven Seiten als auch auf die Schwächen und Grenzen einzugehen.

 

Diese einfachen Rechenaufgaben lernen SchülerInnen ab dem zweiten Grundschuljahr. Leider gibt es Kinder, die schon mit diesen simplen Aufgaben Schwierigkeiten haben, wie z.B. PISA-Untersuchungen immer wieder zeigen.   Zugegeben, wenn ein paar Nullen hinzukommen und es sich bei den Zahlen um Millionen oder Milliarden handelt, kann man sich viel schneller verrechnen, auch wenn sich an der Grundrechenart nichts ändert. Nun wurde in einem jüngsten PISA-Test eine besonders diffizile Aufgabe gestellt. Es ging um den Zusammenhang zwischen der Beherrschung der Grundrechenarten, wirtschaftliches Verständnis, Logik und einem durch die SchülerInnen zu ermittelnden Faktor. Die Frage lautete. „Wenn die Anfangskaufkraft 100% beträgt, diese um 10% reduziert wird, hat die Kaufkraft infolgedessen zu- oder abgenommen?“  Nahezu alle SchülerInnen konnten diese Frage ohne Probleme beantworten. Auf die Zusatzfrage aus dem Bereich Wirtschaft, ob das massive Absaugen von Kaufkraft  zu einer Ankurbelung der Wirtschaft führen könne, konnten auch hier die meisten SchülerInnen die Frage schnell und richtig beantworten. Anschließend sollten die  SchülerInnen die Aussagen von Politikern, Unternehmern usw., dass „nur ein striktes Sparen, eine Kürzung der Löhne usw. die Wirtschaft wieder ans laufen bringe“, mit ihren eigenen Antworten vergleichen. In dem PISA-Test konstatierten nahezu alle SchülerInnen ein eklatantes Auseinanderklaffen zwischen ihren Ergebnissen und den Aussagen der Politiker.  Die Frage, wie man dieses Auseinanderklaffen zwischen den elementarsten Ergebnissen der Mathematik, Logik und den „Versprechen“ der Politiker und Unternehmer erklären kann, wird zur Zeit unter den SchülerInnern heiß diskutiert…

 

Wir veröffentlichen hier eine Stellungnahme von Sympathisant_innen der IKS, die sich auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR befinden. Sie betrifft die Demonstrationen gegen den Wahlbetrug, die Zehntausende von Menschen in Moskau und St. Petersburg mobilisiert haben. Es ist außerordentlich bedeutend, dass sich diese Proteste in einem der Epizentren der Konterrevolution abspielen, in welchem über Jahrzehnte (seit Mitte der 20er Jahre) die physische und ideologische Unterdrückung durch den Stalinismus im Namen des Kommunismus absolut war. Der Zusammenbruch der UdSSR in den 90er Jahren, eines der wichtigen Kennzeichen dafür, dass der niedergehende Kapitalismus in die letzte Phase des Zerfalls eingetreten war, hat das Proletariat in diesem Teil der Erde in eine enorme Demoralisierung und Orientierungslosigkeit geführt. Die aktuellen Bewegungen sind von dieser Vergangenheit geprägt und sind ein guter Nährboden für demokratische Illusionen. Sie sind aber vor allem auch Ausdruck einer internationalen Dynamik, die in den arabischen Ländern ihren deutlichsten Ausdruck fand und sich auch in anderen Ländern wie z.B. in Rumänien zeigt - eine Erhebung der verschiedenen Schichten und Klassen, die vor einer katastrophalen Perspektive des untergehenden Systems stehen. Es ist nicht nur die Wahlfälschung, welche die breite Masse der Ausgebeuteten auf die Straße treibt, sondern es sind auch ihre Lebensbedingungen, die die Leute dazu treibt, die Unzufriedenheit zu zeigen und aus der Passivität auszubrechen, die Putin und seine Gefolgschaft als Zustimmung für sein ausbeuterisches Terrorregime darstellen. Vor diesem Hintergrund finden in Russland große Ereignisse statt.

 

Am 28. Februar 2012 beteiligten sich in Indien bis zu 100 Millionen ArbeiterInnen an einem eintägigen Streik. Der Streik, der in einer Reihe von Wirtschaftsbranchen stattfand, wird von einigen als der zahlenmäßig „größte“ Streik der Welt angesehen. Elf Zentralgewerkschaften haben zu ihm aufgerufen (dies war das erste Mal, dass die Gewerkschaften einen gemeinsamen Aufruf seit der Unabhängigkeit 1947 verfassten) sowie 5000 kleinere Gewerkschaften. Zu den Forderungen gehörten ein landesweiter Mindestlohn, Festanstellung für 50 Millionen prekär Beschäftigte, Maßnahmen der Regierung gegen die Inflation (die in den letzten beiden Jahren auf 9% geklettert war), Sozialleistungen wie Renten für alle Beschäftigte, Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen und ein Ende der Privatisierung von staatseigenen Betrieben. Die Tatsache, dass Millionen Arbeiter
Hier handelt es sich um eine Hauptschwäche der “Volksbewegung” in Griechenland.  Sie steckt in der Fall des Nationalismus und nationaler Spaltungen, die von Politikern und Gewerkschaften systematisch verschärft werden. Alle Parteien und Gewerkschaften schimpfen zunehmend über den „verletzten Nationalstolz“. An erster Stelle steht dabei die KKE (die stalinistische Partei), die überall die nationalistische Karte spielt und die Regierung des Ausverkaufs des Landes beschuldigt und dass diese die Nation verraten habe. Sie behaupten, die Ursache der jetzigen Entwicklung sei nicht das kapitalistische System selbst, sondern es liege alles an Europa, Deutschland oder den USA.

 

In den letzten Monaten ist in vielen Ländern durch die Bewegung der „Empörten“ und Occupyer der Wunsch vieler Menschen, insbesondere der Jugend, nach einem Systemwechsel erkennbar geworden. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und deren Perspektiven rufen überall die gleiche Zukunftsangst hervor.  Neben der Frage, wohin treibt diese Gesellschaft steht bei den Diskussionen immer wieder im Mittelpunkt: Was tun? Wie kämpfen? Gegen wen? Die Finanzwelt, die Rechten, die Führer? Und vor allem – ist eine andere Welt möglich?

 

Eine Ausrichtung, die in den Bewegungen immer wieder zu hören war, lautete: „Wir müssen den Kapitalismus demokratisieren“. Natürlich wird diese Ausrichtung von den Medien, den linken Parteien, den Gewerkschaften, kurz allen systemtragenden Kräften gefördert.  Warum hat dieser Slogan „Für einen demokratischeren Kapitalismus“ soviel Erfolg?  Dass in den arabischen Ländern mit ihren  Machthabern, die oft seit Jahrzehnten die Zügel der Macht in der Hand hielten, diese Forderung soviel Anhänger fand, ist leichter verständlich. Und  selbst in Europa, der Wiege der Demokratie, richtete sich die Wut vieler gegen die Führungselite“ einiger „reicher, korrupter, unehrlicher“ Politiker (Sarkozy, Berlusconi)). In Spanien, wo im Mai 2011 die Bewegung der Empörten losbrach, als die Herrschenden unsere Aufmerksamkeit auf die anstehenden Wahlen lenken wollten, konnte man sehr oft hören: „Rechte und linke Parteien, der gleiche Mist“.

Die mittlerweile seit einem Jahr fortdauernden Blutbäder in Syrien und die immer schärfer werdenden Kriegsdrohungen um den Iran lassen deutlich werden, welches Schicksal die Menschheit unter dem kapitalistischen System erwartet, wenn dieses seinen zerstörerischen und repressiven Kräften freien Lauf lassen kann. Während die Machthaber uns für die eine oder andere Seite an die Front dieser kriegerischen Auseinandersetzungen schicken wollen, müssen die Ausgebeuteten und Unterdrückten jede Beteiligung und Unterstützung dieser Zusammenstöße zwischen rivalisierenden bürgerlichen Cliquen ablehnen. 

Weltrevolution

Zweimonatszeitung der IKS in Deutschland und der Schweiz

Wulff-Affäre, NRW-Neuwahlen Hintergründe für das Großreinemachen in der politischen Klasse
Spartenwerkschaften Fortschritt oder Fessel?
2012: Hin zur Verschärfung der sozialen Gegensätze
2011: Von der Empörung zur Hoffnung
Der Teufelskreis der Krise
Russland: Demokratische Illusionen stören das Wachstum des Bewusstseins
Hin zu Vollversammlungen in Indien
Massenverarmung wie in Griechenland kommt auf uns alle zu
„Demokratisierung des Kapitalismus? Wir müssen ihn überwinden!“
Syrien - Iran - zwei Brandherde des kapitalistischen Infernos
Weltrevolution Nr. 171
In den letzten Monaten haben sich in kurzer Reihenfolge einschneidende Ereignisse abgespielt, welche die Dramatik der heutigen ökonomischen Situation bestätigen: die Unfähigkeit Griechenlands, seine Schulden in den Griff zu bekommen; gleichartige Probleme in Spanien und Italien; Zeichen einer extremen Verletzlichkeit Frankreichs im Falle eines Schuldenerlasses für Griechenland oder Italien; Blockierung des amerikanischen Repräsentantenhauses gegenüber einer Schuldenerhöhung des US-Staates; der Verlust der Note „AAA“ durch die USA
Von der Empörung zur Vorbereitung der Klassenkämpfe

Vorbemerkung: Der Artikel wurde geschrieben bevor die OccupyWallstreet-Bewegung in den USA anfing. Deshalb konnten wir deren Einschätzung in diesem Artikel nicht mit berücksichtigen. In der Zwischenzeit haben wir einen separaten Artikel dazu

Im vergangenen Mai hat die IKS ihren 19. Kongress abgehalten. Ein Kongress stellt im Leben revolutionärer Organisationen einen Höhepunkt dar. Da diese ein integraler Bestandteil der Arbeiterklasse sind, ist es ihre Aufgabe, die Ergebnisse eines Kongresses an die Klasse weiterzugeben. Dies ist das Ziel dieses Artikels. Zuerst wollen wir herausstreichen, dass der 19. Kongress den Willen der IKS, sich gegen außen zu öffnen, in die Praxis umgesetzt hat, denn neben Delegationen der Sektionen der IKS waren nicht nur Sympathisanten von uns oder
In den vorhergehenden zwei Artikeln haben wir aufgezeigt, wie sich ab den 1880er Jahren in den deutschen Gewerkschaften eine proletarische Oppositionsbewegung formierte. Anfänglich wandte sie sich gegen die Reduzierung des Arbeiterkampfes auf ökonomische Fragen, welche von den gewerkschaftlichen Zentralverbänden vorgegeben worden war. Später richtete sie sich ebenfalls gegen Illusionen in den Parlamentarismus und gegen die wachsende Staatsgläubigkeit der SPD. Doch erst ab 1908, nach dem Bruch mit der SPD, bewegte sich die Freie Vereinigung
Am 2. März 1919, bei der Eröffnung des Ersten Kongresses der Kommunistischen Internationale, behauptete Lenin, dass das „Sowjetsystem“ (wie Arbeiterräte in der russischen Sprache heißen), das noch bis vor Kurzem für die großen Arbeitermassen „Latein“ gewesen sei, mittlerweile sehr verständlich und insbesondere je länger je mehr eine allgemeine Praxis geworden sei. Er zitierte ein Beispiel: „Heute lese ich zum Beispiel in einer antisozialistischen Zeitung die telegraphische Mitteilung, dass die englische Regierung den Rat der Arbeiterdelegierten in
Wie wir im letzten Artikel dieser Serie sahen, war das zentrale Ziel der revisionistischen Attacken gegen den revolutionären Kern des Marxismus dessen Theorie des unvermeidlichen Niedergangs des Kapitalismus, der aus den unlösbaren Widersprüchen in seinen Produktionsverhältnissen herrührt. Eduard Bernsteins Revisionismus, den Rosa Luxemburg so scharfsinnig in Sozialreform oder Revolution widerlegte, gründete sich größtenteils auf eine Reihe empirischer Beobachtungen aus der beispiellosen Expansions– und Wohlstandsperiode, die die

Internationale Revue

Halbjährlich erscheinende deutsche Ausgabe. Die Internationale Revue erscheint regelmäßig auf Englisch, Französisch und Spanisch alle drei Monate

Internationale Revue 48
Editorial: Die ökonomische Katastrophe ist unvermeidbar
Internationaler Klassenkampf: Die Bewegung der Empörten in Spanien, Griechenland und Israel
19. Kongress der IKS: Bereiten wir uns auf die Klassenkonfrontationen vor
Syndikalismus in Deutschland, Teil 3: Die syndikalistische FVDG im Ersten Weltkrieg
Geschichte der Arbeiterbewegung: Was sind Arbeiterräte? Teil 1: Warum tauchen 1905 Arbeiterräte auf?
Dekadenz des Kapitalismus (VII): Rosa Luxemburg und die Grenzen der kapitalistischen Expansion