1919 - Deutsche Revolution

1919 - Deutsche Revolution

Deutschland 1918–1919: Der Krieg und die Erneuerung der internationalistischen Prinzipien durch das Proletariat

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Einleitung

Es ist über 90 Jahre her, seit der Revolutionsversuch der Arbeiterklasse in Deutschland mit den Kämpfen von 1918 und 1919 ihren Höhepunkt erreicht hatte. Nach der Machtergreifung durch die Arbeiterklasse in Russland im Oktober 1917 wechselte der Hauptschauplatz der weltrevolutionären Welle nach Deutschland. Dort wurde der entscheidende Kampf ausgefochten und leider verloren.

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

"Debattenwerkstatt": Nichts ist praktischer als eine gute Theorie

Alles, was ihr schon immer über den Arbeiterkampf diskutieren wolltet,

aber nie gewagt habt zu tun.

Alicante 2013

 

Wer sind wir?

Wir sind Beschäftigte, Arbeitslose, StudentInnen... wie du. Menschen, die unter diesem Ausbeutungssystem leiden. Wir haben uns in einer Gruppe organisiert, die sowohl handeln als auch diskutieren möchte. Unsere Gruppe nennt sich „Asamblearias-TIA“ (Empörte und selbstorganisierte Beschäftigte).

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Ankündigung einer Buchveröffentlichung: Dietmar Lange: Revolution und Massenstreik – Berlin im März 1919

Hinweis auf eine Buchveröffentlichung von Dietmar Lange, Massenstreik und Schießbefehl. Generalstreik und Märzkämpfe in Berlin 1919, Edition Assemblage, Münster 2012.

Historische Ereignisse: 

Politische Strömungen und Verweise: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Die Märzaktion 1921: Die Gefahr kleinbürgerlicher Ungeduld

Im vorigen Artikel zum Kapp-Putsch 1920 haben wir herausgestellt, dass die Arbeiterklasse nach den Niederlagen von 1919 wieder auf dem Vormarsch war. Aber weltweit war die revolutionäre Welle doch absteigend.

 

Die Beendigung des Krieges hatte in vielen Ländern den revolutionären Elan gebrochen und es vor allem der Bourgeoisie ermöglicht, die Spaltung der Arbeiterklasse in Arbeiter der „Siegermächte" und der besiegten Staaten auszunutzen. Zudem schaffte es das Kapital, die revolutionäre Bewegung in Russland immer weiter zu isolieren. Die Siege der Roten Armee über die Weißen Truppen, die von den westlichen bürgerlichen Demokratien kräftig unterstützt wurden, hinderte die herrschende Klasse nicht daran, ihre Konteroffensive international fortzusetzen.

In Russland selber forderten die Isolierung der Revolution und die wachsende Integration der Bolschewistischen Partei in den russischen Staat ihren Preis. Im März 1921 erhoben sich in Kronstadt revoltierende Arbeiter und Matrosen.

Auf diesem Hintergrund sollte in Deutschland die Arbeiterklasse noch immer eine stärkere Kampfbereitschaft zeigen als in den anderen Staaten. Überall standen die Revolutionäre vor der Frage: nachdem der Höhepunkt der internationalen Welle revolutionärer Kämpfe überschritten war und die Bourgeoisie weiter in der Offensive blieb, wie auf diese Situation reagieren?

Leute: 

Historische Ereignisse: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Der Kapp-Putsch 1920

Nach dem Desaster des Krieges, als die Wirtschaft dabei war zusammenzubrechen, wollte die herrschende Klasse die Situation ausnutzen, um der Arbeiterklasse die ganzen Kosten des Krieges aufzubürden. In Deutschland waren zwischen 1913 und 1920 die Ernten in der Landwirtschaft und die industrielle Produktion um mehr als die Hälfte gefallen. Von der vorhandenen Produktion sollte noch ein Drittel an die Siegerländer abgeführt werden. In vielen Wirtschaftszweigen brach die Produktion weiter zusammen. Unterdessen schossen die Preise rasant in die Höhe; betrugen die Lebenshaltungskosten 1913 100 Einheiten, waren sie 1920 auf 1.100 Einheiten angestiegen. Nach dem Hungern im Krieg stand jetzt wieder der Hunger im ‘Frieden’ auf dem Programm. Die Unterernährung dehnte sich weiter aus. Chaos und Anarchie der kapitalistischen Produktion, Verarmung und Hunger in den Reihen der Arbeiter herrschten überall.

Historische Ereignisse: 

Politische Strömungen und Verweise: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Deutsche Revolution Teil V: Die von der Sozialdemokratie eingeleitete Repression bereitete dem Faschismus den Weg

Die Niederlage der proletarischen Revolution in Deutschland war ein entscheidender Wendepunkt im 20. Jahrhundert, weil sie auch die Niederlage der Weltrevolution bedeutete. In Deutschland markierte die Etablierung des Nazi-Regimes, das auf der Zerschmetterung des revolutionären Proletariats aufbaute, die Beschleunigung des Marsches Deutschlands in den Zweiten Weltkrieg.

Leute: 

Historische Ereignisse: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Bürgerkrieg in Deutschland 1918 – 19- Teil IV

In den ersten drei Teilen unserer Serie über die Deutsche Revolution 1918-19 zeigten wir, wie sich nach dem Zusammenbruch der Sozialistischen Internationale im Angesicht des I. Weltkrieges das Blatt zugunsten des Proletariats wendete, mit dem Höhepunkt der Novemberrevolution von 1918, die, wie die Oktoberrevolution ein Jahr zuvor, ein Aufstand gegen den imperialistischen Krieg war. Während der Rote Oktober den ersten mächtigen Schlag der Arbeiterklasse gegen den „Großen Krieg“ darstellte, war es die Tat des deutschen Proletariats, die ihn letztendlich beendete.

Leute: 

Historische Ereignisse: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Deutschland 1918 – Teil 3 Gründung der Partei, Abwesenheit der Internationale

Nachdem der I. Weltkrieg ausgebrochen war, trafen sich die Sozialisten am 4. August 1914, um den Kampf für den Internationalismus und gegen den Krieg aufzunehmen: Es waren sieben von ihnen in Rosa Luxemburgs Wohnung. Diese Reminiszenz, die uns daran erinnert, dass die Fähigkeit, gegen den Strom zu schwimmen, eine der wichtigsten revolutionären Qualitäten ist, darf uns nicht zur Schlussfolgerung verleiten, dass die Rolle der proletarischen Partei in den Ereignissen, die die damalige Welt erschütterten, peripher gewesen sei.

Leute: 

Historische Ereignisse: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Theoretische Fragen: 

Erbe der kommunistischen Linke: 

Deutschland 1918 – 19, Teil 2 Vom Krieg zur Revolution

Im ersten Teil dieser Artikelreihe zum 90. Jahrestag des revolutionären Anlaufs des deutschen Proletariats untersuchten wir den welthistorischen Kontext, in dem sich die Revolution entfaltete. Dieser Kontext war die Katastrophe des I. Weltkrieges und das Scheitern der Arbeiterklasse und ihrer politischen Führung, diesen Ausbruch zu verhindern. Obgleich die frühen Jahre des 20. Jahrhunderts von ersten Manifestationen einer allgemeinen Tendenz

Leute: 

Historische Ereignisse: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Theoretische Fragen: 

Erbe der kommunistischen Linke: 

Aktuelles und Laufendes: 

Deutschland 1918 – 19, /1 Der Krieg und die Erneuerung der internationalistischen Prinzipien durch das Proletariat

Es ist 90 Jahre her, seitdem dieproletarische Revolution mit den Kämpfen von 1918 und 1919 in Deutschland ihrentragischen Höhepunkt erreicht hatte. Nach der heroischen Machtergreifung durchdas russische Proletariat im Oktober 1917 wechselte das Hauptschlachtfeld derWeltrevolution nach Deutschland. Dort wurde der entscheidende Kampf gefochtenund verloren. Die Weltbourgeoisie strebte stets an, diese Ereignisse historisch

Leute: 

Historische Ereignisse: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Theoretische Fragen: 

Erbe der kommunistischen Linke: 

Aktuelles und Laufendes: 

Januar 1919 - Der verfrühte Aufstand

Im November 1918 zwang die Arbeiterklasse durch ihre Erhebung die deutsche Bourgeoisie dazu, den Krieg zu beenden. Um eine weitere Radikalisierung der Arbeiterklasse und eine Wiederholung der Ereignisse von Russland zu verhindern, schickte das Kapital die SPD als Speerspitze gegen die Arbeiterklasse in die Schlacht. Mit Hilfe der Gewerkschaften und mittels einer ausgetüftelten politischen Sabotage versuchte die SPD, die Schlagkraft der Arbeiterräte zu untergraben.

Leute: 

Historische Ereignisse: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Aktuelles und Laufendes: 

1918: Novemberrevolution Deutschland - Das Proletariat bringt den Weltkrieg zu Ende

Am 4. Nov. 1918 meuterten in Kiel an der deutschen Ostseeküste die Matrosen gegen den Befehl des Militärs, zu einer weiteren Seeschlacht auszulaufen.

Historische Ereignisse: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Theoretische Fragen: 

Erbe der kommunistischen Linke: 

Russland 1917, Deutschland 1918 : Die Ausdehnung der Russischen Revolution beendete den Weltkrieg

Im Gegensatz zu den Behauptungen der offiziellen Geschichtsschreibung der herrschenden Klasse ging der 1. Weltkrieg am 11. November 1918 nicht zu Ende, weil die Verbündeten Deutschland-Österreich eine entscheidende militärische Niederlage erlitten hatten oder nicht mehr über die Kräfte zur Fortsetzung des Krieges verfügten. Nein, der Waffenstillstand wurde einzig unterzeichnet, weil die herrschende Klasse auf beiden kriegführenden Seiten der Gefahr der weltweiten Ausdehnung der proletarischen Oktoberrevolution von 1917 in Russland gegenüberstand.

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Deutsche Revolution Teil II: Der Beginn der Revolution

Im letzten Artikel haben wir aufgezeigt, dass der Widerstand der Arbeiterklasse gegen den Krieg immer stärker wurde. Anfang 1917 - nach zweieinhalb Jahren Krieg, hatte die Arbeiterklasse international ein Kräftever­hältnis entwickeln können, wodurch die herr­schende Klasse immer mehr unter Druck geriet. Im Februar 1917 erhoben sich die Arbeiter in Russland gegen den Krieg und stürzten den Zar. Um aber den Krieg zu been­den, hatten sie im Oktober 1917 die bürgerli­che Regierung absetzen und die Macht ergrei­fen müssen.

Theorie und Praxis: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Deutsche Revolution, Teil III

Der verfrühte Aufstand

In diesem 3. Teil wollen wir eine der schwierigsten Fragen des Arbeiterkampfes aufgreifen: die Bedingungen und der Zeitpunkt des Aufstands. Auch wenn die Erfahrung in Deutschland negativ ausging, liefert sie dennoch eine Reihe von wertvollen  Lehren für die zukünftigen revolutionären Kämpfe.

Theorie und Praxis: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Deutsche Revolution Teil V

Von der Fraktionsarbeit zur Gründung der KPD

Im vorherigen Artikel haben wir gezeigt, wie die Revolutionäre in Deutschland mit der Frage des Aufbaus der Organisation gegenüber dem Verrat der Sozialdemokratie umgegangen sind: zunächst den Kampf innerhalb der alten Partei bis zum Ende fortsetzen, eine harte Fraktionsarbeit betreiben und, wenn diese Arbeit nicht mehr möglich ist, den Aufbau einer neuen Partei vorbereiten. Diese verantwortungsvolle Vorgehensweise wurde von den Spartakisten gegenüber der SPD eingeschlagen, und sie brachte sie schließlich dazu, im Gegensatz zu der Bremer Linken, die die unmittelbare Gründung einer eigenen Partei forderten, mehrheitlich der zentristischen USPD beizutreten. In diesem Artikel werden wir uns mit der Gründung der KPD und den organisatorischen Schwierigkeiten beim Aufbau dieser neuen Partei befassen.

Theorie und Praxis: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Deutsche Revolution VI

Der gescheiterte Organisationsaufbau

Wir haben im letzten Artikel gesehen, daß die KPD in Deutschland Ende Dezember 1918 in der Hitze der Kämpfe gegründet worden war. Obwohl die Spartakisten eine ausgezeichnete Propagandaarbeit gegen den Krieg geleistet hatten, entschlossen und mit großer Klarheit in der revolutionären Bewegung selbst interveniert hatten, war die frisch gegründete KPD längst noch keine solide Partei. Der Organisationsaufbau hatte erst begonnen, das Organisationsgewebe war noch sehr lose gesponnen. Die Partei war auf ihrem Gründungskongreß von großer Heterogenität geprägt. Verschiedene Positionen prallten nicht nur bei der Frage der Arbeit in den Gewerkschaften und der Beteiligung an der Nationalversammlung aufeinander, schwererwiegender noch: Vor allem bei der Organisationsfrage gab es große Divergenzen. Der marxistische Flügel bei der Organisationsfrage um Rosa Luxemburg und Leo Jogiches war in der Minderheit.

Theorie und Praxis: 

Politische Strömungen und Verweise: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Deutsche Revolution VIII

Die Rechten greifen an, die Demokratie fügt den Arbeitern die Niederlage bei

In der Internationalen Revue Nr. 19 haben wir aufgezeigt, dass die Arbeiterklasse 1919 nach dem Scheitern des Januaraufstands in einer Reihe von zerstreuten Kämpfen schwerwiegende Niederlagen hinnehmen musste. Mit der blutrünstigsten Gewalt schlug die herrschende Klasse in Deutschland gegen die Arbeiter zu.

1919 war der Spitze der revolutionären Welle überschritten. Und nachdem die Arbeiterklasse in Russland gegenüber dem Ansturm der konterrevolutionären Truppen, die die demokratischen Staaten gegen Russland organisiert hatten, isoliert blieb, wollte in Deutschland die Bourgeoisie die Arbeiterklasse, die durch die 1919 erlittenen Niederlagen angeschlagen war, weiter angreifen und vollständig auf den Boden werfen.

Theorie und Praxis: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Deutsche Revolution, Teil IX

Die März-Aktion 1921: Die Gefahr kleinbürgerlicher Ungeduld

Im vorigen Artikel zum Kapp-Putsch 1920 haben wir herausgestellt, dass die Arbeiterklasse nach den Niederlagen von 1919 wieder auf dem Vormarsch war. Aber weltweit war die revolutionäre Welle, auch wenn die Kampfkraft der Arbeiterklasse noch nicht erloschen war, doch absteigend.

Die Beendigung des Krieges hatte in vielen Ländern den revolutionären Elan gebrochen und es vor allem der Bourgeoisie ermöglicht, die Spaltung der Arbeiterklasse in Arbeiter der „Siegermächte“ und der besiegten Staaten auszunutzen. Zudem schaffte es das Kapital, die revolutionäre Bewegung in Russland immer weiter zu isolieren. Die Siege der Roten Armee über die Weißen Truppen, die von den westlichen bürgerlichen Demokratien mächtig unterstützt wurden, hinderte die herrschende Klasse nicht daran, ihre Konteroffensive international fortzusetzen.

Theorie und Praxis: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Deutsche Revolution, Teil X

Mit der erfolgreichen Machtübernahme im Oktober 1917 hatte die russische Arbeiterklasse ein Zeichen gesetzt, das weltweite Ausstrahlungskraft haben sollte. Sofort griffen die Arbeiter der benachbarten Länder das Beispiel der russischen Arbeiterklasse auf. Schon im November 1917 traten die finnischen Arbeiter in den Kampf. Die tschechischen Provinzen, Polen Österreich, Rumänien und Bulgarien wurden im Laufe des Jahres 1918 von einer Streikwelle nach der anderen erschüttert. Als dann im November die deutschen Arbeiter auf die Bühne traten, hatte die revolutionäre Welle ein Land erfasst, das für den weiteren Verlauf der Kämpfe, für Sieg oder Niederlage der Weltrevolution von ausschlaggebender Bedeutung war.

Geographisch: 

Theorie und Praxis: 

Geschichte der Arbeiterbewegung: 

Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

Theoretische Fragen: 

Erbe der kommunistischen Linke: 

Inhaltsverzeichnis - Deutsche Revolution

  • Inhalt
  • Einleitung
  • 1) Die Revolutionäre in Deutschland im 1. Weltkrieg

  • Die Revolutionäre und ihr Kampf gegen den Krieg
  • Die Revolutionäre international
  • Das Kräfteverhältnis gerät ins Wanken
  • Die russische Revolution – Auftakt der revolutionären Welle
  • Die Intervention der Revolutionäre
  • Die Ausdehnung der Revolution auf die Zentren des Kapitalismus lebenswichtig
  • Die Januarkämpfe: Die SPD Speerspitze der Bourgeoisie gegen die Arbeiter
  • Die Beendigung des Krieges nur möglich durch das Wirken der Revolutionäre
  • 2) Der Beginn der Revolution

    Geschichte der Arbeiterbewegung: 

    1. Die Revolutionäre in Deutschland im 1. Weltkrieg

     

    Als im Aug. 1914 der 1. Weltkrieg ausgelöst wurde, der mehr als 20 Mio. Opfer hinterließ, da war für alle Beteiligten klar, welche entscheidende Rolle damals die Gewerkschaften und vor allem die deutsche Sozialdemokratie gespielt hatten.

    Im Reichstag hatte die SPD einstimmig den Kriegskrediten zugestimmt. Gleichzeitig hatten die Gewerkschaften einen Burgfrieden ausgerufen, der jegliche Streiks verbot und ausschlaggebend dafür war, alle Kräfte für den Krieg einzuspannen.

    Die Zustimmung der SPD-Fraktion zu den Kriegskrediten rechtfertigte die Sozialdemokratie damit: „Wir lassen in der Stunde der Gefahr das eigene Vaterland nicht im Stich. Wir fühlen uns dabei im Einklang mit der Internationale, die das Recht jedes Volkes auf nationale Selbständigkeit und Selbstverteidigung jederzeit anerkannt hat, wie wir auch in Übereinstimmung mit ihr jeden Eroberungskrieg verurteilen ..... von diesen Grundsätzen geleitet, bewilligen wir die geforderten Kriegskredite". „Vaterland in Gefahr", „nationale Verteidigung", „Volkskrieg um Existenz", „Kultur und Freiheit" - das waren die Stichworte, die von der parlamentarischen Vertretung der SPD gegeben wurden

    Das war der erste große Verrat einer Arbeiterpartei gewesen. Als ausgebeutete Klasse ist die Arbeiterklasse eine internationale Klasse. Deshalb ist der Internationalismus für die Arbeiterklasse der grundlegendste Bestandteil der Positionen aller ihrer Organisationen - und der Verrat desselben führt diese Organisationen unvermeidlich ins gegnerische Lager, in das des Kapitals.

    Geschichte der Arbeiterbewegung: 

    2. Der Beginn der Revolution

    Im letzten Artikel haben wir aufgezeigt, daß der Widerstand der Arbeiterklasse gegen den Krieg immer stärker wurde. Anfang 1917 - nach zweieinhalb Jahren Krieg, hatte die Arbeiterklasse international ein Kräfteverhältnis entwickeln können, wodurch die herrschende Klasse immer mehr unter Druck geriet. Im Februar 1917 erhoben sich die Arbeiter in Rußland gegen den Krieg und stürzten den Zar. Um aber den Krieg zu beenden, hatten sie im Oktober 1917 die bürgerliche Regierung absetzen und die Macht ergreifen müssen. Rußland hatte gezeigt: die Herbeiführung des Friedens war nicht möglich ohne den Sturz der herrschenden Klasse. Die siegreiche Machtübernahme sollte eine gewaltige Ausstrahlung auf die Arbeiter in den anderen Ländern haben. Zum ersten Mal in der Geschichte hatte es die Arbeiterklasse in einem Land geschafft, die Macht an sich zu reißen. Dies sollte ein Fanal für die Arbeiter in den anderen Ländern, vor allem in Österreich, Ungarn, ganz Mitteleuropa, hauptsächlich aber in Deutschland sein.

    Geschichte der Arbeiterbewegung: 

    Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation: 

    3. Der verfrühte Aufstand

     

    In diesem 3. Teil wollen wir eine der schwierigsten Fragen des Arbeiterkampfes aufgreifen: die Bedingungen und der Zeitpunkt des Aufstands. Auch wenn die Erfahrung in Deutschland negativ ausging, liefert sie dennoch eine Reihe von wertvollen Lehren für die zukünftigen revolutionären Kämpfe.

    Im November 1918 hatte die Arbeiterklasse durch ihre Erhebung die Bourgeoisie in Deutschland gezwungen, den Krieg zu beenden. Um eine weitere Radikalisierung der Arbeiterklasse, um eine Wiederholung der Ereignisse in Rußland zu verhindern, hatte die Kapitalistenklasse die SPD als Speerspitze gegen die Arbeiterklasse in die Schlacht geschickt. Mit ausgefuchster politischer Sabotage versuchte die SPD mit Hilfe der Gewerkschaften, die Schlagkraft der Arbeiterräte zu untergraben.

    Geschichte der Arbeiterbewegung: 

    4. Fraktion oder Partei

     

    Wir haben in den vorherigen 3 Artikeln aufgezeigt, daß die Arbeiterklasse in Deutschland durch ihre Kämpfe das Kapital zwang, den 1. Weltkrieg zu beenden. Um eine weitere Ausdehnung der revolutionären Kämpfe zu verhindern, hatte das Kapital schließlich alles unternommen, um die Arbeiterklasse in Deutschland von der Arbeiterklasse in Rußland zu spalten und eine weitere Radikalisierung der Kämpfe zu sabotieren. Wir wollen in diesem Artikel aufzeigen, wie die Revolutionäre in Deutschland mit der Frage des Aufbaus der Organisation gegenüber dem Verrat der Sozialdemokratie konfrontiert wurden.

     

    Die Auslösung des 1. Weltkriegs war nur möglich gewesen, weil ein Großteil der Parteien der 2. Internationale sich den Interessen des nationalen Kapitals unterworfen hatte. Nachdem die Gewerkschaften, ohne zu zögern, den Burgfrieden mit dem Kapital eingingen, war vor allem die Zustimmung der SPD-Reichstagsfraktion und des SPD-Vorstandes die Voraussetzung dafür gewesen, daß das Kapital in Deutschland den Krieg anzettelte. Die Bewilligung der Kriegskredite kam nicht als Überraschung sondern als Abschluß eines vorherigen Versumpfungsprozesses des opportunistischen Flügels der SPD. Gegen diese Versumpfung hatte der linke Flügel in der Vorkriegszeit aufs heftigste angekämpft. Vom ersten Kriegstag an sammelten sich die Internationalisten unter dem Banner der Gruppe, die sich kurze Zeit später ‘Spartakisten’ nennen sollte. Sie bezeichneten als ihre erste Verantwortung, gegen den Verrat der SPD-Führung den Internationalismus der Arbeiterklasse zu verteidigen - und dies hieß nicht nur diese programmatische Position zu propagieren, sondern auch und vor allem die Organisation der Arbeiterklasse, deren Führung verraten hatte, gegen den Würgegriff des Kapitals zu verteidigen. Unter allen Internationalisten gab es nach dem Verrat der Parteiführung Einstimmigkeit, die Partei nicht in die Hände der Verräter fallen zu lassen. Alle arbeiteten darauf hin, die Partei zurückzuerobern. Niemand wollte freiwillig austreten, sondern konsequent weiter innerhalb der Partei Fraktionsarbeit betreiben mit dem Ziel, die sozialpatriotische Parteiführung hinauszuschmeißen.

    Geschichte der Arbeiterbewegung: 

    5. Von der Fraktionsarbeit zur Gründung der KPD

    Im vorherigen Artikel haben wir gezeigt, wie die Revolutionäre in Deutschland mit der Frage des Aufbaus der Organisation gegenüber dem Verrat der Sozialdemokratie umgegangen sind: zunächst den Kampf innerhalb der alten Partei bis zum Ende fortsetzen, eine harte Fraktionsarbeit betreiben und, wenn diese Arbeit nicht mehr möglich ist, den Aufbau einer neuen Partei vorbereiten. Diese verantwortungsvolle Vorgehensweise wurde von den Spartakisten gegenüber der SPD eingeschlagen, und sie brachte sie schließlich dazu, im Gegensatz zu der Bremer Linken, die die unmittelbare Gründung einer eigenen Partei forderten, mehrheitlich der zentristischen USPD beizutreten. In diesem Artikel werden wir uns mit der Gründung der KPD und den organisatorischen Schwierigkeiten beim Aufbau dieser neuen Partei befassen.

    Geschichte der Arbeiterbewegung: 

    6. Der gescheiterte Organisationsaufbau

     

    Wir haben im letzten Artikel gesehen, daß die KPD in Deutschland Ende Dezember 1918 in der Hitze der Kämpfe gegründet worden war. Obwohl die Spartakisten eine ausgezeichnete Propagandaarbeit gegen den Krieg geleistet hatten, entschlossen und mit großer Klarheit in der revolutionären Bewegung selbst interveniert hatten, war die frisch gegründete KPD längst noch keine solide Partei. Der Organisationsaufbau hatte erst begonnen, das Organisationsgewebe war noch sehr lose gesponnen. Die Partei war auf ihrem Gründungskongreß von großer Heterogenität geprägt. Verschiedene Positionen prallten nicht nur bei der Frage der Arbeit in den Gewerkschaften und der Beteiligung an der Nationalversammlung aufeinander, schwererwiegender noch: Vor allem bei der Organisationsfrage gab es große Divergenzen. Der marxistische Flügel bei der Organisationsfrage um Rosa Luxemburg und Leo Jogiches war in der Minderheit.

    Diese noch ‘unfertige’ Partei zeigte: Es reicht nicht, die Partei zu proklamieren. Um eine Partei zu sein, muß ein solides organisatorisches Gewebe vorhanden sein, das sich auf Einigkeit in der Organisation hinsichtlich der Funktion und der Frage der Funktionsweise stützen muß.

    Diese Unreife der Partei sollte dazu führen, daß sie nicht wirklich ihre Rolle gegenüber der Arbeiterklasse erfüllen konnte.

    Die Tragödie der Arbeiterklasse in Deutschland (und damit auch für die Weltarbeiterklasse) sollte sein, daß sie in solch einer entscheidenden Phase wie nach dem Krieg ohne die wirksame Unterstützung der Partei kämpfen mußte.

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