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MARXISMUS GEGEN FREIMAUREREISubmitted by InternationaleRevue on Mon, 13/11/2006 - 11:41.
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Mit dem folgenden Artikel über den Kampf des Marxismus gegen die Freimaurerei stellt sich die IKS fest in die besten Traditionen des Marxismus und der Arbeiterbewegung. Im Gegensatz zu der politischen Gleichgültigkeit der Anarchisten haben die Marxisten stets darauf bestanden, daß das Proletariat die wesentlichen Merkmale der Funktionsweise seines Klassenfeindes begreifen muß, um seine revolutionäre Aufgabe zu erfüllen. Wie alle ausbeutenden Klassen gebrauchen diese Feinde des Proletariats die Irreführung und Heimlichkeit sowohl gegeneinander als auch gegen die Arbeiterklasse. Daher enthüllten Marx und Engels in einer Reihe wichtiger Schriften der Arbeiterklasse die geheimen Strukturen und Aktivitäten der herrschenden Klasse.
In seinen „Enthüllungen über die Diplomatie des 18. Jahrhunderts", die auf ein erschöpfendes Studium von diplomatischen Schriftstücken im Britischen Museum basieren, enthüllte Marx die heimliche Zusammenarbeit zwischen dem britischen und dem russischen Kabinett seit den Zeiten von Peter dem Großen. In seinen Schriften gegen Lord Palmerston deckte Marx auf, daß die Fortsetzung dieses geheimen Bündnisses sich im wesentlichen direkt gegen revolutionäre Bewegungen in ganz Europa richtete. Tatsächlich war während der ersten sechzig Jahre des 19. Jahrhunderts die russische Diplomatie, die Bastion der Konterrevolution zu jener Zeit, in „alle Verschwörungen und Aufstände" verstrickt, einschließlich der aufständischen Geheimgesellschaften wie die der Carbonari, um sie für die eigenen Zwecke zu manipulieren (Engels: „Die Aussenpolitik des zaristischen Russland"). In seinem Pamphlet gegen Herrn Vogt legte Marx die Wege offen, auf denen Bismarck, Palmerston und der Zar die Agenten des Bonapartismus unter Louis Napoleon in Frankreich bei der Infiltrierung und Verunglimpfung der Arbeiterbewegung unterstützten. Die herausragenden Momente in der Auseinandersetzung der Arbeiterbewegung mit diesen verborgenen Manövern waren der Kampf der Marxisten gegen Bakunin in der Ersten Internationale und der „Eisenacher" gegen die Benutzung des Lassalleanismus durch Bismarck. Mit ihrer Bekämpfung der bürgerlichen Faszination für das Verborgene und Mysteriöse zeigten Marx und Engels, daß das Proletariat der Feind jeder Art von Politik der Geheimniskrämerei und Verschleierung ist. Im Gegensatz zum britischen Tory Urquhart, dessen über 50 Jahre dauernder Kampf gegen die russische Geheimdiplomatie zu einer „geheimen esoterischen Doktrin" einer „allmächtigen" russischen Diplomatie als des „alleinigen aktiven Faktors der modernen Geschichte" (Engels) entartete, basierte die Arbeit der beiden Gründer des Marxismus immer auf einer wissenschaftlichen, historisch-materialistischen Herangehensweise. Diese Methode enthüllte den verborgenen „jesuitischen Orden" der russischen und westlichen Diplomatie und die Geheimgesellschaften der ausbeutenden Klassen als das Produkt des Absolutismus und der Aufklärung im 18. Jahrhundert, wo die Krone den niedergehenden Adel und die aufstrebende Bourgeoisie zur Zusammenarbeit zwang. Diese „aristokratisch-bürgerliche Internationale der Aufklärung", auf die sich Engels' Artikel über die zaristische Außenpolitik bezog, sorgte auch für eine gesellschaftliche Basis der Freimaurerei, welche in England entstand, dem klassischen Land des Kompromisses zwischen Aristokratie und Bourgeoisie. Auch wenn das bürgerliche Merkmal der Freimaurerei viele bürgerliche Revolutionäre im 18. und frühen 19. Jahrhundert besonders in Frankreich und den Vereinigten Staaten fesselte, sollte ihr zutiefst reaktionärer Charakter sie bald zu einer Waffe vor allem gegen die Arbeiterklasse machen. Dies war der Fall nach der Erhebung der sozialistischen Arbeiterbewegung, die die Bourgeoisie dazu veranlaßte, den materialistischen Atheismus ihrer revolutionären Jugend zu beseitigen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die europäische Freimaurerei, die bis dahin vor allem der Zeitvertreib einer gelangweilten Aristokratie war, welche ihre gesellschaftliche Funktion verloren hatte, in wachsendem Maße zur Bastion einer neuen anti-materialistischen „Religiosität" der Bourgeoisie, die sich im wesentlichen gegen die Arbeiterbewegung richtete. Innerhalb der freimaurerischen Bewegung wurde eine ganze Reihe antimarxistischer Ideologien entwickelt, die später gemeinsames Eigentum der konterrevolutionären Bewegungen des 20.Jahrhunderts werden sollten. Nach einer dieser Ideologien war der Marxismus selbst eine Kreation der „Illuminaten" der deutschen Freimaurerei, gegen die sich die „wahren" Freimaurer zur Wehr setzen mußten. Bakunin, selbst ein aktiver Freimaurer, war einer der Väter einer weiteren Behauptung, wonach der Marxismus eine jüdische Verschwörung sei: „Die gesamte jüdische Welt, umfasst eine einzige ausbeutende Sekte, eine Art blutsaugender Leute, organisierte, zerstörerische Parasiten, nicht nur die Grenzen der Staaten, sondern auch die politischen Auffassungen überschreitend. Diese Welt steht nun zum grössten Teile Marx, aber zum anderen auch Rothschild zur Verfügung. (...) Dies scheint fremd zu sein. Was kann der Sozialismus mit einer führenden Bank gemein haben? Der autoritäre Sozialismus, der marxistische Kommunismus benötigt einen starken Staat. Wo sich der staatliche Zentralismus befindet, gibt es zwangsläufig auch eine zentrale Bank, und wo eine solche Bank existiert, wird die parasitäre jüdische Welt, die mit der Arbeit des Volkes spekuliert, zu finden sein" (Bakunin, zitiert nach R. Huch: Bakunin und die Anarchie). Im Gegensatz zur Wachsamkeit der Ersten, Zweiten und Dritten Internationale gegenüber diesen Fragen, begnügt sich ein großer Teil des heutigen revolutionären Milieus damit, diese Gefahr zu ignorieren oder die angeblich „machiavellistische" Sichtweise der Geschichte durch die IKS zu verhöhnen. Diese Unterschätzung, die mit einer krassen Ignoranz gegenüber einem wichtigen Teil der Geschichte der Arbeiterbewegung einhergeht, ist das Ergebnis einer 50jährigen Konterrevolution, die das Weiterreichen der organisatorischen Erfahrung der Marxisten von einer Generation zur anderen unterbunden hatte. Diese Schwäche ist um so gefährlicher, als das Unwesen mystischer Sekten und Ideologien in diesem Jahrhundert Dimensionen erreicht hat, die weit über die Frage der Freimaurerei hinausgehen, vor der man in der aufsteigenden Phase des Kapitalismus gestanden hatte. So hatte die Mehrheit der antikommunistischen Geheimgesellschaften, die zwischen 1918 und 1923 gebildet wurden, ihren Ursprung nicht in der Freimaurerei, sondern wurde direkt von der Armee, unter der Kontrolle demobilisierter Offiziere, gebildet. Als direkte Instrumente des kapitalistischen Staates gegen die kommunistische Revolution wurden sie aufgelöst, sobald das Proletariat besiegt worden war. Auch nach dem Ende der Konterrevolution in den 60er Jahren dieses Jahrhunderts war die klassische Freimaurerei nur ein Aspekt in einem ganzen Apparat religiöser, esoterischer und rassistischer Sekten und Ideologien, die vom Staat gegen das Proletariat entwickelt wurden. Heute, im Schatten des kapitalistischen Zerfalls, bilden solche antimarxistischen Sekten und Ideologien, indem sie dem Materialismus und der Auffassung vom historischen Fortschritt den Krieg erklären und mit einem erheblichen Einfluß in den Industrieländern ausgestattet sind, eine zusätzliche Waffe der Bourgeoisie gegen die Arbeiterklasse. Schon die Erste Internationale war das Ziel wütender Angriffe durch den Okkultismus. Die Anhänger der Carbonaris, des katholischen Mystizismus und der Mazzinisten waren erklärte Gegner der Internationalen. In New York versuchten die okkultistischen Anhänger von Virginia Woodhull, Feminismus, „freie Liebe" und „parapsychologische Experimente" in die amerikanische Sektion der Internationalen einzuführen. In Großbritannien und Frankreich organisierten linke Freimaurerlogen, unterstützt von bonapartistischen Agenten, eine Reihe von Provokationen, die darauf abzielten, die Internationale zu diskreditieren und die Verhaftung ihrer Mitglieder zu rechtfertigen, was den Generalrat dazu zwang, Pyat und seine Anhänger auszuschließen und öffentlich zu denunzieren. Am gefährlichsten von allen war Bakunins Allianz, eine Geheimorganisation innerhalb der Internationalen, die mit ihren verschiedenen Graden der „Einweihung" der Mitglieder in ihre „Geheimnisse" und ihre Manipulationsmethoden (Bakunins „revolutionärer Katechismus") exakt das Vorbild der Freimaurerei kopierte (mehr über den Kampf gegen den Bakunismus in der Ersten Internationalen siehe Internationale Revue Nr. 17 und 18). Marx' und Engels' enormer persönlicher Einsatz bei der Begegnung dieser Angriffe, bei der Entlarvung von Pyat und seiner bonapartistischen Helfer, bei der Bekämpfung von Mazzini, beim Ausschluß der amerikanischen Sektion Woodhulls und vor allem bei der Enthüllung des Komplotts der Allianz Bakunins gegen die Internationale ist allgemein bekannt. Ihre völlige Klarheit über die okkultistische Bedrohung wird von der Resolution über die Notwendigkeit, die Geheimgesellschaften zu bekämpfen, dokumentiert, die von Marx selbst vorgeschlagen und vom Generalrat angenommen wurde. Auf der Londoner Konferenz der Internationalen Arbeiterassoziation (IAA) im September 1871 bestand Marx darauf, daß „dieser Organisationstyp im Widerspruch zu der Entwicklung der proletarischen Bewegung (steht), weil diese Gesellschaften, statt die Arbeiter zu erziehen, sie autoritären und mystischen Gesetzen unterwerfen, die ihre Selbständigkeit behindern und ihr Bewußtsein in eine falsche Richtung lenken." (Marx-Engels-Werke (MEW), Bd. 17, S. 655) Die Bourgeoisie versuchte auch, das Proletariat durch Zeitungsmeldungen zu diskreditieren, daß sowohl die Internationale als auch die Pariser Kommune von einer geheimen, freimaurerähnlichen Führung „organisiert" sei. In einem Interview mit der Zeitung The New York World, die andeutete, daß die Arbeiter die Instrumente einer „Konklave" von „kühnen Verschwörern" innerhalb der Pariser Kommune gewesen seien, erklärte Marx: „Mein lieber Herr, es gibt gar kein Geheimnis zu lüften (...), es sei denn das Geheimnis der menschlichen Dummheit bei jenen, die beharrlich die Tatsache ignorieren, daß unsere Assoziation in der Öffentlichkeit wirkt und daß ausführliche Berichte über ihre Tätigkeit veröffentlicht werden für alle, die sie lesen wollen." Die Pariser Kommune könnte, nach der Logik von The World, „genauso eine Verschwörung der Freimaurer gewesen sein, denn ihr individueller Anteil war keineswegs gering. Ich wäre wirklich nicht erstaunt, wenn der Papst ihnen den ganzen Aufstand in die Schuhe schieben würde. Doch versuchen wir, eine andere Erklärung zu finden. Der Aufstand in Paris ist von den Pariser Arbeitern gemacht worden." (MEW, Bd. 17, S. 639) Nach der Niederlage der Pariser Kommune und dem Tod der Internationalen unterstützten Marx und Engels den Kampf darum, Arbeiterorganisationen in Ländern wie Italien, Spanien oder den USA (z.B. die Knights of Labour) aus den Klauen der Freimaurer zu befreien. Die 1889 gegründete Zweite Internationale war zunächst weniger verwundbar durch okkultistische Infiltration als ihre Vorgängerin, da sie die Anarchisten ausschloß. Der Spielraum des Programms der Ersten Internationalen „hatte deklassierten Elemente erlaubt, sich einzuschleichen und im Herzen geheime Organisationen zu etablieren, deren Anstrengungen sich nicht gegen die Bourgeoisie und die Regierung, sondern gegen die Internationale selbst richteten „ (Bericht auf dem Haager Kongreß über die Allianz, 1872). Da die Zweite Internationale auf dieser Ebene weniger offen war, begann der esoterische Angriff nicht mit der organisatorischen Infiltration, sondern mit einer ideologischen Attacke gegen den Marxismus. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts rühmten sich die deutsche und österreichische Freimaurerei ihrer Erfolge bei der Befreiung der Universitäten und der Wissenschaftskreise von der „Plage des Materialismus". Zusammen mit der Entwicklung reformistischer Illusionen und des Opportunismus in der Arbeiterbewegung zur Jahrhundertwende waren es diese zentraleuropäischen Wissenschaftler, die den Bernsteinianismus dazu veranlaßten, die „Entdeckung" der „Überwindung des Marxismus" durch den Idealismus und neokantianischen Agnostizismus zu übernehmen. Im Zusammenhang mit der Niederlage der revolutionären proletarischen Bewegung in Rußland nach 1905 drang die Krankheit der „Gottesschöpfung" selbst in die Reihen des Bolschewismus ein, wo sie jedoch schnell niedergerungen wurde. Innerhalb der Internationalen in ihrer Gesamtheit gelang der marxistischen Linken eine heldenhafte und brillante Verteidigung des wissenschaftlichen Sozialismus, ohne jedoch in der Lage zu sein, das Fortschreiten des Idealismus aufzuhalten, so daß nun die Freimaurerei begann, Anhänger innerhalb der Arbeiterparteien für sich zu gewinnen. Jaurès, der berühmte französische Arbeiterführer, verteidigte offen die Ideologie der Freimaurerei gegen das, was er „verarmte ökonomische und materialistische Interpretation des menschlichen Denkvermögens" eines Franz Mehring nannte. Gleichzeitig eröffnete die Entwicklung des Anarchosyndikalismus als Reaktion auf den Reformismus ein neues Feld für die Verbreitung reaktionärer, oft mystischer Ideen auf der Grundlage von Philosophen wie Bergson, Nietzsche (der sich selbst als „Philosoph der Esoterik" beschrieb) oder Sorel. Dies beeinflußte umgekehrt halb-anarchistische Elemente innerhalb der Internationalen wie Hervé in Frankreich oder Mussolini in Italien, die mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu den rechtsextremen bürgerlichen Organisationen überliefen. Die Marxisten, die vergeblich versuchten, den Kampf gegen die Freimaurerei in der französischen Partei zu erzwingen oder Parteimitgliedern in Deutschland zu verbieten, eine „zweite Loyalität" gegenüber anderen Organisationen auszuüben, waren in der Periode vor 1914 nicht stark genug, um organisatorische Maßnahmen zu erwirken, wie dies Marx und Engels getan hatten. Entschlossen, die organisatorischen Schwächen der Zweiten Internationalen zu überwinden, die ihren Zusammenbruch 1914 erleichtert hatten, kämpfte die Komintern für die vollständige Eliminierung „esoterischer" Elemente aus ihren Reihen. 1922 bekräftigte der 4. Kongreß der Kommunistischen Internationalen erneut in seiner „Resolution über die französische Frage" die Klassenprinzipien mit folgenden Worten, die eine Antwort auf die Infiltration der französischen Kommunistischen Partei durch Elemente darstellten, die der Freimaurerei angehörten und die Partei seit ihrer Gründung auf dem Kongreß von Tours infiziert hatten: „Die Unvereinbarkeit zwischen Freimaurerei und Sozialismus war in den meisten Parteien der Zweiten Internationalen offensichtlich und klar (...) Wenn der 2. Kongress der Kommunistsichen Internationalen in seinen Aufnahmebedingungen keinen speziellen Punkt über die Unvereinbarkeit von Sozialismus und Freimaurerei formulierte, dann nur deshalb, weil dieses Prinzip vom Kongress einstimmig in einer separaten Resolution angenommen wurde. Die auf dem 4. Kongress der Kommunistischen Internationalen unerwartet aufgedeckte Tatsache, dass eine beträchtliche Zahl französischer Kommunisten Freimaurerlogen angehörten, war in den Augen der Kommunistischen Internationalen der klarste und zugleich schmerzhafteste Beweis, dass die französische Partei nicht nur das psychologische Erbgut der Epoche des Reformismus, Parlamentarismus und Patriotismus bewahrt hatte, sondern auch Verbindungen, welche einen konkreten Charakter hatten und für die Führungsrolle der Partei durch ihre geheimen, politischen und karrieristischen Organisationen der radikalen Bourgeoisie eine Gefahr darstellten. Die Internationale betrachtete es als unumgänglich, all diesen kompromisslerischen und demoralisierenden Verbindungen zwischen der Führung der Kommunistischen Partei und den politischen Organisationen der Bourgeoisie nun ein für alle Mal ein Ende zu setzen. Die Ehre des Proletariates in Frankreich forderte die Säuberung all seiner Organisationen von Elementen, welche zu beiden Lagern im Klassenkampf gehören wollten. Der Kongress forderte das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Frankreichs auf, bis zum 1. Januar 1923 alle Verbindungen der Partei, sei es in Form von Einzelpersonen oder Gruppen, zur Freimaurerei aufzulösen. Diejenigen, welche nicht vor dem 1. Januar ihrer Organisation und auch öffentlich durch die Parteipresse ihren vollständigen Bruch mit der Freimaurerei erklärt hätten, würden automatisch ausgeschlossen, ohne das Recht je wieder aufgenommen zu werden. Jeder der seine Mitgliedschaft in Freimaurergruppen verstecke, werde als Agent des Feindes betrachtet, der die Partei unterwandert hat, und vor dem Proletariat in Schmach gestellt." Ähnliches konnte auch der KPD-Delegierte auf dem 3. Kongreß der italienischen KP, der zu den Thesen über die kommunistische Taktik referierte die von Bordiga und Terracini eingereicht worden waren, berichten: „Die offenkundige Unvereinbarkeit, gleichzeitig der kommunisitischen Partei und einer anderen Partei anzugehören, erstreckt sich außer auf die politischen Parteien auch auf jene Bewegungen, die trotz ihres politischen Charakters, nicht die Bezeichnung und die Organisation einer Partei haben, und auf alle Vereinigungen, die der Aufnahme ihrer Mitglieder politische Leitsätze zugrunde legen; unter diesen vor allem das Freimaurertum." („Die italienischen Thesen" von Paul Böttcher in Die Internationale, 1922, Hervorhebung im Original). Der Eintritt des Kapitalismus in seine dekadente Phase seit dem I. Weltkrieg hat zu einer gigantischen Entwicklung des Staatskapitalismus geführt, insbesondere des Militär- und Repressionsapparates (Spionage, Geheimpolizei, etc.). Hieß dies, daß die Bourgeoisie das Verschwinden ihrer „traditionellen" Geheimgesellschaften nun für angebracht hielt? Dies ist nur teilweise der Fall. Wo der dekadente staatskapitalistische Totalitarismus, wie in Hitlers Deutschland, Mussolinis Italien oder Stalins Rußland, eine brutale und unverhüllte Form angenommen hatte, waren freimaurerische oder andere „Logen" oder Geheimgruppen stets verboten. Doch auch diese brutal offene Form des Staatskapitalismus kam nicht vollständig aus ohne einen heimlichen oder illegalen, offiziell nicht existierenden Apparat. Staatskapitalistischer Totalitarismus beinhaltet die diktatorische Kontrolle des bürgerlichen Staates nicht nur über die gesamte Ökonomie, sondern auch über jeden Lebensbereich. So war in den stalinistischen Regimes die „Mafia" ein unerläßlicher Teil des Staates, da sie den einzigen Teil des Verteilungsapparates kontrollierte, der wirklich funktionierte, der offiziell jedoch für nicht existent gehalten wurde: der Schwarzmarkt. Auch in westlichen Ländern ist die organisierte Kriminalität ein nicht minder unerläßlicher Teil des staatskapitalistischen Regimes. Aber in der sogenannten „demokratischen" Form des Staatskapitalismus weitet sich der inoffizielle genauso wie der offizielle Repressions- und Infiltrationsapparat gewaltig aus. Hinter dem absoluten Schwindel der Demokratie setzt der Staat auf einer nicht weniger totalitären Weise als unter den Nazis oder den Stalinisten seine Politik gegenüber den Mitgliedern seiner eigenen Klasse durch und bekämpft die Organisationen seiner imperialistischen Rivalen sowie seines proletarischen Klassenfeindes. Seine offizielle politische Polizei und sein Spionageapparat sind genauso allgegenwärtig wie in anderen Staaten. Da jedoch die Ideologie der Demokratie diesem Apparat nicht erlaubt, so offen wie die Gestapo oder die GPU in Rußland zu agieren, belebte die westliche Bourgeoisie ihre alten Traditionen der Freimaurerei und der „Politmafia" wieder, aber diesmal unter direkter Staatskontrolle. Was die westliche Bourgeoisie legal und offen nicht tun konnte, das tat sie illegal und im geheimen. So kehrte mit der Invasion der US-Armee in Mussolinis Italien nicht nur die Mafia zurück. „Im Gefolge der nach Norden vorstoßenden motorisierten amerikanischen Verbände schossen auf der Apenninenhalbinsel Freimaurerlogen wie Pilze nach dem Regen aus der Erde. Das war nicht nur eine Auswirkung davon, daß die Logen unter Mussolini verboten waren und ihre Mitglieder verfolgt wurden. Ihren Anteil an dieser Entwicklung hatten die mächtigen Freimaurervereinigungen der USA, die ihre italienischen Brüder sofort unter ihre Fittiche nahmen." Hier befindet sich der Ursprung einer der berühmtesten unter den vielen illegalen Organisationen des westlichen, amerikanisch geführten imperialistischen Blocks, die „P2-Loge" in Italien. Diese inoffiziellen Strukturen koordinierten den Kampf der verschiedenen nationalen Bourgeoisien des amerikanischen Blocks gegen den Einfluß des rivalisierenden sowjetischen Blocks. Die Mitglieder solcher Logen umfaßten auch Führer des „linken Flügels" des kapitalistischen Staates: stalinistische und linksextreme Parteien, Gewerkschaften. Durch eine Reihe von Skandalen und Enthüllungen (die in einem Zusammenhang stehen mit der Auflösung des westlichen Blocks nach 1989) wissen wir eine ganze Menge über das Treiben solcher Gruppen gegen den imperialistischen Feind. Aber um so mehr wird die Tatsache von der Bourgeoisie unter Verschluß gehalten, daß in der Dekadenz die alten Traditionen der Infiltration von Arbeiterorganisationen durch Freimaurer ebenfalls Teil des Repertoires des demokratisch-totalitären Staates geworden sind. Dies war der Fall, wann immer das Proletariat die Bourgeoisie ernsthaft bedrohte: vor allem während der revolutionären Welle 1917 - 23, aber auch seit 1968, mit dem Wiedererwachen der Arbeiterkämpfe. Wie Lenin hervorhob, wurde die proletarische Revolution in Westeuropa Ende des I. Weltkrieges mit einer weitaus mächtigeren und intelligenteren Bourgeoisie als in Rußland konfrontiert. Wie in Rußland spielte die westliche Bourgeoisie angesichts der Revolution sofort die demokratische Karte, indem sie linksbürgerliche, ehemalige Arbeiterparteien an die Macht brachte, Wahlen und Pläne für eine „industrielle Demokratie" und für die „Integration" der Arbeiterräte in Verfassung und Staat ankündigte. Aber anders als in Rußland nach dem Februar 1917 begann die westliche Bourgeoisie unmittelbar, einen gigantischen, illegalen konterrevolutionären Apparat aufzubauen. Zu diesem Zweck machte sie Gebrauch von der politischen und organisatorischen Erfahrung der Freimaurerlogen und rechter völkischer Orden, die sich vor dem Weltkrieg darauf spezialisiert hatten, die sozialistische Bewegung zu bekämpfen, und die ihre Integration in den Staat vervollständigt hatten. Zwei solcher Vorkriegsorganisationen waren der „Germanische Orden" und die „Hammerliga", die 1912 als Antwort auf den näherrückenden Krieg und auf den Wahlsieg der Sozialistischen Partei gegründet wurden und in ihrem Papier „Die Organisierung der Konterrevolution" als ihr Ziel erklärten: „Die heilige Blutrache soll die revolutionären Führer schon zu Beginn des Aufstandes liquidieren und ohne Zögern den Kampf gegen die kriminellen Massen mit ihren eigenen Waffen aufnehmen."
Victor Serge weist auf die Geheimdienste der Action Francaise und der Cahiers de l'Antifrance hin, die die vordersten Reihen der Bewegung in Frankreich bereits während des Krieges ausspionierten; auf die Spionage und die Provokateursdienste der faschistischen Partei in Italien; auf die privaten Detektivagenturen in den USA, welche „die Kapitalisten mit diskreten Spitzeln, Provokationsexperten, Scharfschützen, Wachschutz, Aufsehern und auch mit total korrupten Gewerkschaftsaktivisten versorgten" und „schätzungsweise 135.000 Menschen beschäftigten". „In Deutschland haben sich seit der offiziellen Entwaffnung des Landes die wesentlichen Kräfte der Reaktion in äußerst geheimen Organisationen konzentriert. Die Reaktion hat begriffen, daß selbst in vom Staat unterstützten Parteien die Klandestinität ein wertvoller Aktivposten ist. All diese Organisationen übernahmen natürlich die Funktionen einer faktischen Geheimpolizei gegen das Proletariat." (Übersetzung aus dem Englischen).
Um den Mythos der Demokratie zu bewahren, waren die konterrevolutionären Organisationen in Deutschland und anderen Ländern offiziell kein Teil des Staates, sondern privat finanziert, oft für illegal erklärt, und sie stellten sich selbst als Feinde der Demokratie dar. Mit ihren Attentaten gegen „demokratische" bürgerliche Führer wie Rathenau und Erzberger und ihren rechten Putschversuchen (dem Kapp-Putsch 1920, dem Hitler-Putsch 1923) spielten sie eine wichtige Rolle dabei, das Proletariat auf das Terrain der Verteidigung der konterrevolutionären Weimarer „Demokratie" zu locken. Das Netz gegen die proletarische RevolutionAm Beispiel Deutschlands, dem Hauptzentrum der revolutionären Welle 1917 - 23 außer Rußland, können wir am besten das riesige Ausmaß der konterrevolutionären Aktionen einer Bourgeoisie begreifen, die sich in ihrer Herrschaft bedroht fühlt. Ein gigantisches Netz zur Verteidigung des bürgerlichen Staates wurde errichtet. Dieses Netz gebrauchte Provokationen, Infiltrationen und politischen Mord, um die konterrevolutionäre Politik der SPD und der Gewerkschaften genauso wie die Reichswehr und die privat finanzierten inoffiziellen „Weißen Garden" der Freikorps zu ergänzen. Noch berühmter ist freilich die NSDAP, die 1919 in München gegen die Revolution als „Deutsche Arbeiterpartei" gegründet wurde. Hitler, Göring, Röhm und andere Nazis begannen ihre politische Karriere als Informanten und Agenten gegen die bayrischen Arbeiterräte. Diese illegalen Koordinationszentren der Konterrevolution waren in Wahrheit Teil des Staates. Wann immer ihre Attentatsspezialisten, wie die Mörder von Liebknecht, Luxemburg und Hunderten anderer kommunistischer Führer, vor Gericht gestellt wurden, wurden sie für nicht schuldig befunden, erhielten Bewährungsstrafen, oder es wurde ihnen die Flucht ermöglicht. Wann immer ihre geheimen Waffenlager von der Polizei entdeckt wurden, intervenierte die Armee, um die Waffen zurückzufordern, die ihr angeblich gestohlen wurden. In den Nachwehen des Kapp-Putsches war die Organisation Escherich („Orgesch") die größte und gefährlichste antiproletarische illegale Organisation, deren erklärtes Ziel die „Liqiudierung des Bolschewismus" war. Sie „verfügte fast über eine Million bewaffneter Mitglieder, welche unzählige Waffenverstecke hatten und mit geheimpolizeilichen Methoden arbeitete. Orgesch verfügte zudem über ein Netz von Spionen." Der „Teno", angeblich ein technischer Hilfsdienst im Falle öffentlicher Katastrophen, war in Wahrheit eine bewaffnete Truppe, 170.000 Mann stark, hauptsächlich als Streikbrecher benutzt. Die Anti-Bolschewistische Liga, von Industriellen am 1. Dezember 1918 gegründet, richtete ihre Propaganda hauptsächlich an Arbeiter. „Sie verfolgte aufmerksam die Aktivitäten der KPD und versuchte sie mit ihren Informanten zu unterwandern. Dazu unterhielt sie unter dem Deckmantel einer „4. Abteilung" ein Netz von Spionen und hatte Verbindungen zur politischen Polizei und der Armeeführung". In München stellte die Thule-Gesellschaft, in der Vorkriegszeit mit dem oben erwähnten Germanischen Orden verbunden, die Weiße Armee der bayrischen Bourgeoisie, das Freikorps Oberland, und koordinierte den Kampf gegen die Räterepublik von 1919, einschließlich die Ermordung des USPD-Führers Eisner, um eine vorzeitige Erhebung zu provozieren. „Ihre 2. Abteilung war ein Geheimdienst, welcher eine ausgedehnte Infiltrations-, Spionage- und Sabotagearbeit verrichtete. Laut Schottendorff verfügte jedes Mitglied dieses Verbandes schnell und unter anderem Namen über einen Mitgliederausweis des Spartakusbundes. Diese Informanten sassen auch in den Komitees der Räteregierung und der Roten Armee und rapportierten der Zentrale der Thule-Gesellschaft über die Pläne des Feindes." Die Hauptwaffe der Bourgeoisie gegen die proletarische Revolution ist nicht Repression und Subversion, sondern die Präsenz der Ideologie und des organisatorischen Einflusses der „linken" Organe der Bourgeoisie in den Reihen des Proletariats. Dies war im wesentlichen der Job der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften. Aber die Bedeutung der Hilfe, die die Infiltration und Provokation zu den Bemühungen der Linken des Kapitals gegen den Arbeiterkampf beitragen kann, wird am Beispiel des „Nationalbolschewismus" während der deutschen Revolution unterstrichen. Unter dem Einfluß eines scheinbaren Antikapitalismus, extremen Nationalismus, Antisemitismus und „Anti-Liberalismus" der illegalen Geheimorganisationen der Bourgeoisie, mit denen sie Geheimtreffen abhielt, entwickelte die sogenannte Hamburger „Linke" um Laufenberg und Wolffheim eine konterrevolutionäre Vision des „Linkskommunismus", die 1919 entscheidend zur Spaltung der jungen KPD und zur Diskreditierung der KAPD in den 20er Jahren beitrug. Bereits 1919 begann die parteiinterne Aufdeckung der bürgerlichen Infiltration der Hamburger Sektion der KPD, einschließlich der 20 Polizeiagenten, die in direkter Verbindung mit der GKSD standen, einem konterrevolutionären Regiment in Berlin. „Sie versuchten wiederholt, die Arbeiter in Hamburg zu bewaffneten Angriffen gegen die Gefängnisse oder anderen abenteurerischen Aktionen zu verführen." Der Organisator dieser Wühlarbeit gegen die Kommunisten in Hamburg, Von Killinger, war ein Führer der „Organisation Consul", einer geheimen Terror- und Mordorganisation, finanziert von den Junkern und darauf abgerichtet, den Kampf all der anderen rechten Gruppen gegen den Kommunismus zu infiltrieren und zu vereinen.
Die Verteidigung der revolutionären OrganisationIm ersten Teil dieses Artikels sahen wir, wie die Kommunistische Internationale die Lehren aus dem Zusammenbruch der 2. Internationalen auf der organisatorischen Ebene zog, indem sie einen weitaus rigoroseren Kampf gegen die Freimaurerei und Geheimgesellschaften führte. Wie wir gesehen haben, hat der Zweite Weltkongreß 1920 einen Antrag der italienischen Partei gegen die Freimaurerei angenommen, der offiziell zwar nicht Teil der „21 Mitgliedsbedingungen" der Komintern, inoffiziell jedoch als „22. Bedingung" bekannt war. Tatsächlich verpflichteten die berühmten 21 Bedingungen vom August 1920 alle Sektionen der Internationalen dazu, klandestine Strukturen zu organisieren, die Organisation gegen Infiltration zu schützen, die Aktivitäten des illegalen konterrevolutionären Apparates der Bourgeoisie zu untersuchen und die international zentralisierte Arbeit gegen die kapitalistische Repression zu unterstützen. Der Dritte Weltkongreß im Juni 1921 nahm Prinzipien an, die einen besseren Schutz der Internationalen vor Spionen und Agents provocateurs und eine systematische Beobachtung der Aktivitäten der offiziellen und geheimen antiproletarischen Polizei und des paramilitärischen Apparates, der Freimaurer, etc. zum Ziel hatten. Ein spezielles Komitee, das OMS, wurde gebildet, um diese Aktivitäten international zu koordinieren. Die KPD zum Beispiel veröffentlichte regelmäßig Listen mit Provokateuren und Polizeispionen, die sie aus ihren Reihen ausgeschlossen hatte, vervollständigt mit ihren Photos und einer Beschreibung ihrer Methoden. „Zwischen August 1921 und August 1922 deckte die Informationsabteilung 124 Informanten, Aufwiegler und Betrüger auf. Sie waren von der Geheimpolizei und rechten Organisationen in die KPD geschickt worden oder hatten versucht die KPD zu ihren eigenen Nutzen finanziell zu betrügen" Flugblätter wurden zu dieser Frage bereitet. Die KPD fand sogar heraus, wer Liebknecht und Luxemburg ermordet hatte, und veröffentlichte die Photos der Täter, wobei sie um die Hilfe der Bevölkerung bat, um sie zur Strecke zu bringen. Eine spezielle Organisation wurde etabliert, um die Partei gegen die Geheimgesellschaften und paramilitärischen Organisationen der Bourgeoisie zu schützen. Diese Arbeit schloß spektakuläre Aktionen mit ein. So suchten 1921 als Polizisten verkleidete KPD-Mitglieder die Räumlichkeiten eines russischen weißgardistischen Offiziers in Berlin auf und konfiszierten Papiere von ihm. Es wurden verdeckte Aktionen gegen Geheimoffiziere der kriminellen „Organisation Consul" unternommen. Vor allem versorgte die Komintern alle Arbeiterorganisationen regelmäßig mit konkreten Warnungen und Informationen über die Versuche des okkulten Armes der Bourgeoisie, sie zu zerstören.
Nach 1968: Die Wiederbelebung der okkulten Manipulation gegen das ProletariatNach der Niederlage der kommunistischen Revolution 1923 wurden die Elemente des geheimen antiproletarischen Netzes der Bourgeoisie entweder aufgelöst oder mit anderen Aufgaben durch den Staat betraut. In Deutschland wurden viele dieser Elemente später in die Nazibewegung integriert. Als jedoch die massiven Arbeiterkämpfe im Frankreich von 1968 der Konterrevolution ein Ende bereiteten und eine Periode zunehmenden Klassenkampfes eröffneten, begann die Bourgeoisie, ihren verborgenen antiproletarischen Apparat wiederzubeleben. Im Mai 1968 in Frankreich begrüßte der freimaurerische Grand Orient begeistert die „grossartige Bewegung der Studenten und Arbeiter" und sandte Nahrungsmittel und Medikamente an die besetzte Sorbonne. Diese „Begrüßung" war ein bloßes Lippenbekenntnis. Bereits unmittelbar nach 1968 benutzte die Bourgeoisie in Frankreich ihre „Neu-Templer"-, „Rosenkreuzer-" und „Martins"-Orden, um linke und andere Gruppen in Zusammenarbeit mit den SAC-Diensten zu infiltrieren. Zum Beispiel begann Luc Jeuret, der Guru der „Sonnentempler", seine Karriere mit der Infiltration maoistischer Gruppen (L'Ordre du Temple Solaire, S.145f.). In der Tat sah man in den folgenden Jahren Organisationen eines Typs erscheinen, der in den 20ern schon einmal gegen die proletarische Revolution benutzt worden war. Unter den Rechtsextremen hat die Front Européen de Libération die „nationalbolschewistische" Tradition wiederbelebt. In Deutschland hat sich die Sozialrevolutionäre Arbeiterfront, die dem Motto folgt: „Die Grenze verläuft nicht zwischen links und rechts, sondern zwischen oben und unten", darauf spezialisiert, verschiedene „linke" Bewegungen zu infiltrieren. Die Thule-Gesellschaft wurde ebenfalls als konterrevolutionäre Geheimgesellschaft wiedergegründet. Zu den modernen privaten politischen Geheimdiensten der Rechten gehört die World Anti-Communist League, genauso wie die National Caucus of Labour und die Europäische Arbeiterpartei, dessen Führer la Rouche von einem Mitglied des US-amerikanischen Nationalen Sicherheitsrates als jemand beschrieben wurde, der im Besitz „der besten Geheimpolizei der Welt sei". Die linksextremen Versionen solcher konterrevolutionärer Organisationen sind nicht weniger aktiv. In Frankreich haben sich zum Beispiel neue Sekten in der Tradition des „Martinismus" etabliert, eine Variante der Freimaurerei, die sich historisch auf die Infiltration und Subversion von Arbeiterorganisationen spezialisiert hat. Solche Gruppen verfechten die Idee, daß der Kommunismus am besten durch die Manipulationen einer aufgeklärten Minderheit erreicht werden könne. Wie andere Sekten haben sie sich auf die Kunst der Manipulation von Menschen spezialisiert. Allgemeiner gesagt, ist die Entwicklung von okkulten Sekten und esoterischen Gruppierungen in den vergangenen Jahren nicht nur ein Ausdruck der kleinbürgerlichen Hoffnungslosigkeit und Hysterie gegenüber der historischen Situation, sie werden vom Staat auch ermutigt und organisiert. Die Rolle dieser Sekten in interimperialistischen Rivalitäten ist bekannt (z.B. der Gebrauch von Scientology durch die US-Bourgeoisie gegen Deutschland). Aber diese ganze „esoterische" Bewegung ist, insbesondere nach 1989 mit dem angeblichen „Tod des Kommunismus", gleichermaßen auch Teil des bürgerlichen ideologischen Angriffs gegen den Marxismus. Historisch war es das Angesicht einer aufstrebenden sozialistischen Bewegung, das die europäische Bourgeoisie dazu veranlaßte, sich mit der mystischen Ideologie der Freimaurerei zu identifizieren, besonders nach den 1848er Revolutionen. Heute ist der zügellose Haß der Esoterik gegen Materialismus und Marxismus genauso wie gegen die proletarischen Massen, die als „materialistisch" und „dumm" angesehen werden, nichts anderes als der konzentrierte Haß der Bourgeoisie und von Teilen des Kleinbürgertums gegen das unbesiegte Proletariat. Selbst unfähig, irgendeine historische Alternative anzubieten, stellt sich die Bourgeoisie dem Marxismus mit der Lüge entgegen, daß der Stalinismus kommunistisch gewesen sei, aber auch mit der mystischen Vision, wonach die Welt nur „gerettet" werden könne, wenn Bewußtsein und Rationalität durch das Ritual, die Intuition und durch Hokuspokus ersetzt würden. Angesichts des heutigen Zerfalls der kapitalistischen Gesellschaft ist es die Aufgabe der Revolutionäre, die Lehren aus den Erfahrungen der Arbeiterklasse gegen das zu ziehen, was Lenin „den Mystizismus, die Kloake konterrevolutionärer Methoden" nannte. Und es ist unsere Aufgabe, uns die Wachsamkeit der vergangenen Arbeiterbewegung gegenüber den Manipulationen und der Infiltration des okkulten Apparates der Bourgeoisie wieder anzueignen. Sie sollen „die beschämendste Schmach erhalten indem man sie an die Öffentlichkeit zerrt" ,wie Marx es ausdrückte als er diese Art bürgerlicher Ideologie blosstellte. Gleich wie die Religion, von Marx im letzten Jahrhundert als „Opium für das Volk" bezeichnet, sind die ideologischen Themen der modernen Freimaurerei ein Gift in der Hand des bürgerlichen Staates um das Bewusstsein in der Arbeiterklasse zu zerstören. Die Tatsache, dass die Arbeiterbewegung in der Vergangenheit einen permanenten Kampf gegen den Okkultismus geführt hat, ist heute wenig bekannt. In Wirklichkeit waren die Ideologie und die geheimen Infiltrationsmethoden der Freimaurerei die Speerspitze der Versuche der Bourgeoisie, die kommunistischen Organisationen von innen zu bekämpfen. Wenn die IKS wie viele andere revolutionäre Organisationen in der Vergangenheit das Eindringen dieser Ideologien erfahren hat, so ist es unsere Pflicht und unsere Verantwortung dem gesamten revolutionären Milieu unsere Erfahrungen zur Verteidigung des Marxismus weiterzugeben. Zur Wiederaneignung der Wachsamkeit aufzurufen, mit welcher die Arbeiterbewegung in der Vergangenheit dieser Politik der Unterwanderung und Manipulation durch den okkulten Apparat der Bourgeoisie bekämpft hat. Kr.
Entwicklung des proletarischen <br>Bewusstseins und der Organisation |
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mailand papier
Hi,du kannst dir den Text "Am Anfang war.." und eine Kritik daran von den "FreundInnen der klassenlosen Gesellschaft"
googlen.
Sonst kenne ich keine Texte.
Was Debatte (mündlich) darüber betrifft kann dir die IKS Zürich weiterhelfen.
Gruss hama
Schön wäre auch,wenn du ein paar Zeilen schreibst,was dich speziell daran interessiert.
Echo/Kritik am Text?
In einem Kommentar heisst es:
"ja, es gab ein, bzw. mehrere echos auf den text, und eine erste vollversammlung mit internationaler beteiligung in mailand.
es fand zudem am letzten wochenende eine diskussionsveranstaltung zu dem text in berlin statt. eingeladen hat der "revolutionäre diskussionszirkel", der einst aus der initiative der kosmoproleten hervorging"
Kann jemand diese Texte hier veröffentlichen? Oder zumindest einen Hinweis deben, wo diese zu finden sind?
Danke!
kann ich mich nur
kann ich mich nur anschließen. Die Geschichte ist schon ein teuflisches Wirrwarr...
Sollte man sich gut aussuchen, von wem man sich die Zeichen kreiden und den Takt schlagen läßt.
Love
Der Artikel der IKS zur „Love-Parade“ ist im Grunde nicht falsch, obwohl etwas zu stark pauschalisiert, denn es gab den „bösen Willen“, der zur bösen Tat treibt auch schon vor der Durchsetzung kapitalistischer Vergesellschaftung und nichts spricht dafür, dass es so etwas nach Beendigung dieser Verhältnisse, im Kommunismus zum Beispiel, nicht geben wird.
Aber darum soll es jetzt nicht gehen. Sondern darum: Im Artikel kommt ein großer Mangel an Aufmerksamkeit (die Welt beobachten!) und Verständnis der Zusammenhänge (zwischen Tätern, dem „System“ und den Opfern) zum Ausdruck.
Die Welt der IKS besteht offensichtlich nur aus Kriminellen und Politikern (und anderen Tätern, die man in eine dieser Kategorien packen kann: Stadtverwaltung, Bürgermeister, Event-Manager, Polizei usw.) auf der einen Seite und deren „Schutzbefohlenen“ (Original-IKS-Ton), also der überwiegenden Masse der Bevölkerung, bzw. der Love-Paradler, auf der anderen Seite.
Es gibt wenige Täter und das „System“ und lauter Opfer - diese Opfer haben selbstredend mit dem „System“ nichts zu tun, mit den Kriminellen und Politikern auch nichts. Das sind zwei Welten (und nicht etwa eine.)
Diese Leute, also die Opfer, haben selbstverständlich nichts mit Konkurrenz (die sie ständig reproduzieren), nichts mit der Geiz-ist-geil-Mentalität (Kosten senken!) zu tun, sie spinnen nicht ständig das Warenspiel weiter (gegen sich und gegen andere), sie sind nicht gegen ihresgleichen rücksichtslos und voller Gier (und Narzismus usw).
Diese Leute sind natürlich nur Opfer, missbrauchte und vernachlässigte „Schutzbefohlene“.
Diese Leute machen sich sicherlich ständig Gedanken über die ganzen Kolletaralschäden (auch die tödlichen) die sie selbst unmittelbar (durch ihr Gebaren) und die in ihrem guten Namen angerichtet werden und sind schon ganz traurig darüber und deshalb bevölkern sie die liebe Love-Parade (wo so viel Solidarität und das Gegenteil kapitalistischer Umwelt gelebt wird).
Die IKS schafft es von den Tätern auf das System zu schließen (gut), sie müsste aber noch einen Schritt weiter gehen und die Rolle der Opfer als Täter und als tragende Elemente des herrschenden Systems deutlich machen.
Ānanda
A wird als Verneinungspartikel verwendet, a-dharma ist ein Antonym von dharma, da hast du recht, an-atman ist ein Antonym von atman, a-anada wäre sozusagen ein Antonym von nanda (es hieße dann Nicht-Glück, also Unglück, oder Leid, aber dieses Wort gibt es als a-nanda nicht). Auch An-Archie - Antonym von Herrschaft.
Nanda selbst heißt nämlich bereits Glück, und das A ist ein Ā (langes Vokal) - Ānanda ist also kein Antonym von nanda, sondern ein „mehr als bloß nanda".
Ist aber egal. Hinsichtlich der Stromsau verhält es sich so - ich mag diese romantische Negativität nicht, die sich selbst zur Sau macht und dann nicht anders kann, als sich anderen gegenüber als Sau zu verhalten. Wehret den Anfängen - Namen sollte man auch nicht unterschätzen. In gewisser Weise antizipieren sie etwas, in gewisser Weise spiegeln sie das vorhandene wieder. Die kommunistische Partei antizipiert den Kommunismus, die Schweinepartei spiegelt das Schweinesystem.
sanskrit: a-bheda:
sanskrit:
a-bheda: nicht-unterschied.
a-bhokta: nicht-erfahrender.
a-chala: nicht beweglich
a-chyuta: nicht zerstörbar, nicht veränderbar
a-dharma: nicht gerecht... nicht gestzmäßig...
...dharma: Gerecht, Gesetz...
soviel zur nicht-verneinung. ansonsten schreib ich ja selbst vom "glückseeligen"
und klar: namen sind schall und rauch, jedenfalls für manche, für andere sind sie identitätssymbole.
und dafür, das sie dir schall und rauch scheinen, hast du auf die "stromsau" hier im block doch ganz schön rumgeritten.
die empfindlichkeit ist im übrigen voraussetzung für materialistisches denken. es befördert empathie.
aber lassen wir das, es freut mich, dass du dich meldest. ehrlich.
Namen sind Schall und Rauch
Hallo Riga, du gebrauchtest ein falsches Argument, neben vielen richtigen. Auf das falsche wies ich dich hin - damit verlieren die richtigen nicht ihre Gültigkeit. Für einen Materialisten bist du reichlich empfindlich.
Sorry, aber ich muss dich wieder auf etwas hinweisen. Ananda bedeutet nicht - "kein Unglück", da nanda bereits Glück bedeutet und das A in Ananda kein Verneinungspartikel ist, denn eigentlich ist das A in Ananda ein Ā und es muss eigentlich Ānanda heißen (deine deutsche Wikipediaquelle ist falsch). Nanda heißt Glück (Freude), Ānanda großes Glück (Glückseligkeit), auf Englisch „bliss“.
Namen sind aber ohnehin Schall und Rauch, das wird auch deutlich, wenn man z.B. all die broadleft-Namen all der „revolutionären“, „kommunistischen“ Organisationen Revue passieren lässt.
Ānanda
hi, ja, es gab ein, bzw.
hi,
ja, es gab ein, bzw. mehrere echos auf den text, und eine erste vollversammlung mit internationaler beteiligung in mailand.
es fand zudem am letzten wochenende eine diskussionsveranstaltung zu dem text in berlin statt. eingeladen hat der "revolutionäre diskussionszirkel", der einst aus der initiative der kosmoproleten hervorging (du erinnerst dich: kommunistische dissidenz...) und nun von diversen gruppen und einzelpersonen getragen wird (gis, iks, freunde, wildcat...). ich war nicht dort, werde mich aber darum bemühen näheres zu erfahren. ich hoffe natürlich, dass die genossen ihre debatte zu papier bringen (?).
zudem werden die mailänder selbst auf rundreise gehen. wahrscheinlich im september. dann werden sie auch in berlin, hamburg und bremen zu besuch sein. ich möchte dazu wohl selbst noch was schreiben. deine damaligen kritiken sind übrigens in ähnlicher weise von einem genossen der freunde mir gegenüber vorgetragen worden. ich sammel das alles, und hoffe das dabei eine solidarische kritik für die italiener rüberkommen kann.
was deine einschätzung anbelangt, ein jüngerer genosse hat hier gepostet, da nehme ich das auf zweierlei weise auf. zum einen als kompliment (reiner narzismus) zum anderen ein wenig erschrocken. ich sollte wohl doch wieder genauer werden.
nichts desto trotz: lass mal bitte wieder mehr "persönlicher" korrespondieren. per email! gruß, riga.
Hi Riga,
zumindest soweit erholt,daß es für diese kurzen Zeilen gereicht hat.
Was die Bedeutung genauen Argumentierens angeht,so bleibe ich dabei.
Es handelt sich ja nicht um Exerzitien oder Stilübungen sondern die anvisierte Genauigkeit des Argumentierens soll sicherstellen,daß die strategischen Vorstellungen,die dem Handeln zugrundeliegen , möglichst wetterfest sind.
(im Übrigen wuste ich nicht daß der Beitrag "nun ja,die Linke.." von dir stammte sondern hatte einen jüngeren ,linksradikalen Genossen vor Augen,der wertkritische Argumente halbverdaut hinschreibt).
Es gibt eine objektive Schranke-der gegenüber hilft auch das genaueste Argumentieren nichts,ermöglicht aber immerhin die bestmögliche Strategie,bspw. den geordneten Rückzug.
Es gibt eine subjektive Schranke-die kommt meist daher,daß die Gesamtheit der Faktoren,die eine Rolle spielen im Kampf gegen kapitalistische Verhältnisse ,die Kräfteverhältnisse -nur unzureichend untersucht werden.
Indiz dafür ist regelmäßig ein ungenaues Argumentieren.
Der Zusammenhang zur Zuverlässigkeit,"wenns zur Sache geht" ist
nicht moralischer Art (d.h. natürlich werden wir mit Leuten Seite an Seite stehen und ihnen vertrauen,deren Stärke nicht das Argumentieren und Analysieren ist)-
mir ging es um Anforderungen an Genossen,mit denen ich mich organisatorisch verbinde.
Das Papier der "informellen Arbeiterpartei" ist ein gutes Beispiel dafür,was mir nicht genügt: diese Art Gefühlskommunismus.
Die IKS versucht,sich nicht festzulegen--"..es wäre schlimm,wenn es tatsächlich ein Arbeiterkult wäre,aber wir glauben das nicht...etc."
Bedauerlicherweise steht das aber exakt so drinn....!
Sie Frage ist jetzt,soll man darüber wegsehen und das Positive dieser Initiative in den _Vordergrund stellen?
Was wäre das Positive-wohl daß es überhaupt eine Initiative aus der "echten"Arbeiterbewegung heraus gibt.
Ich denke ,das sollte nicht daran hindern,Klartext zu reden-schon deshalb,weil auf solchen Texten rätistisch und sonstwie orientierte Genossen schnell neue Mythen aufbauen...
Was mich interessiert.wie war denn das Echo in Italien bisalng auf diese Initiative-hat es überhaupt eines gegeben?
bis demnächst grüßt hama
"Denn wer schon in relaxten
"Denn wer schon in relaxten Phasen ungenau und drauflos argumentiert,der wird vermutlich ,wenns zur Sache geht auch kein zuverlässiger Partner sein." ?????
hi hama, freut mich dass du dich wieder erholt zu haben scheinst.
da ich nicht der ansicht bin, dass eine befähigung zur genauen argumentation irgend einen hinweis darauf geben kann, dass der argumentierende (k)ein zuverlässiger partner sein soll wenns "hart zur sache geht" muss ich diesen spruch einfach mal so stehen lassen. zb. als offene frage zum thema debattenkultur. momentan kommt er mir oberlehrerhaft vor.
ansonsten habe ich mich eingeschaltet in diesen tread, um auf von mir beobachtete ungenauigkeiten in bezug auf den IKS-artikel zum freimaurertum und vor allem die reaktionen darauf. dass ich selbst ungenau werde ist nicht ausgesclossen. so funktioniert ja gerade eine gute debatte: durch beiträge die aufeinander aufbauen, mit der absicht die unzulänglichkeiten von individuen (z.b. in der argumentation) kollektiv zu überwinden.
ich habe unterschieden zwischen verschwörungstheoretikern, gegen die ich polemisiere, und materialisten, zu den ich mich zurechne und mich um meinen beitrag bemühe. ungenau oder nicht sei dahingestellt.
dann kommt so ein glückseeliger (sanskrit: ananda = kein unglück), sucht sich eine stelle wo er einhacken kann um meine unzulänglichkeit zu beweisen und zu kommentieren (wenn ich das schon höre) und sagt ansonsten nichts zu dem geäußerten. darauf reagiere ich dann nur knapp (und relaxt) weils nicht anders möglich ist.
ansonsten gebe ich dir recht: es ist ein unterschied "ob ich werttheroretisch orientiert sage,Kapital und Lohnarbeit sind wertkonstituierte Größen -
oder ob ich sage,die Linke ist ja (ebenfalls) Produkt des Kapitals." das wäre eine debatte wert. wobei wir wieder beim wert wären, der ja bei weitem nicht bloß ökonomisches verhältnis ist, sondern eben auch nur eine ökonomische basis hat. das führt dann zurück, bzw. vorwärts zum thema konkurrenz! also zum hier angesprochenem.
aber lieber genosse: nicht hier. hier ist die stelle an der wir und andere die gelegenheit haben auf artikel der IKS zu reagieren. die hat übrigens die sache mit der "informellen arbeiterpartei" aufgegriffen und kommentiert - schon bemerkt? was sagste dazu? steht doch noch aus, oder?
nun ja, die linke...
Es macht einen großen Unterschied,ob ich werttheroretisch orientiert sage,Kapital und Lohnarbeit sind wertkonstituierte Größen---
oder ob ich sage,die Linke ist ja (ebenfalls) Produkt des Kapitals.Die Kritik,die hinter solcher Äussserung gemeint ist,teile ich-
aber es ist wichtig,genauer zu argumentieren.
Und unter anderem deshalb gibt es die Trennungen,auch unter uns-
und das ist gut so.
Denn wer schon in relaxten Phasen ungenau und drauflos argumentiert,der wird vermutlich ,wenns zur Sache geht auch kein zuverlässiger Partner sein.
nun ja, die linke ist ja
nun ja, die linke ist ja ebenfalls ein produkt des kapitals. nur stellen sie sich, im gegensatz zu den freimaurern, zumindesat theoretisch dem kapital als nagation entgegen. praktisch ist das nur selten gelungen. (weil nicht allein vom guten willen abhängig) die welt der trennung herrscht auch hier, bei uns! schon allein dann, wenn man so gar keinen bezug zur debatte herstellen will, sondern in einem einzigen satz endlich das vermeitlich trennende aufspürt. wenn ich das schon lese... gruß aus dem nirwana, der (un)endlichen einheit...(schon allein)... bin wieder im off...:)
2084
Die Internetseite www.broadleft.org hörte am 4. Oktober 2006 mit dem zählen der linken Organisationen auf, damals waren dort immerhin 2.084 "aktive" Organisationen aufgelistet und du schreibst in Bezug auf die Freimauerer "schon allein ihre unendlichen spaltungen seit ihrer existenz liefert uns einen hinweis darauf, dass sie ein produkt des kapitals sind, dessen triebfeder das konkurrenzverhältnis ist."
"Schon allein" - wenn ich das schon höre.
nun melden sich dann doch
nun melden sich dann doch noch einige experten des okkultismus und der verschwöhrung auf einen recht alten iks-artikel zur freimaurerei. und das expertentum geht soweit in einigen versuchen von marx in jungen jahren, sich dichterisch zu vergnügen, einen schlüssel zu seiner wahren mission zu vermuten. herrgott, schmeiß hirn vom himmel!
zu dieser sich anbahnenden, hoffentlich nicht vertiefenden debatte über freimaurerrei und anderer feinde des proletariats im besonderen und der menschheit im allgemeinen, hat der artikel selbst vorschub geleistet. dass erst jetzt sich die freunde des dedektivismus und der reinhaltung zu wort melden ist purer zufall. ich persönlich hätte es vorgezogen, wenn diese peinlichkeit der iks erspart geblieben wäre. aber so sei es.
mein vorschlag an all die faszinierten und die angstbeisser gegenüber den religiösen männerorden der bourgeoisie und anderer esotheriker lautet: eine beschäftigung mit dem phänomen der freimaurerei unter historisch-materialistischen gesichtspunkten. sich also nicht aufhalten an einer vordergründigen beweisführung anhand willkürlich zusammengestellter fakten und indizien, wie vor einem bürgerlichen gericht (oder sollte ich sagen "ehrengericht") sondern eine hintergründige, nüchterne, die spekulanten entwaffende analyse auf den weg bringen.
dazu wären folgende fragestellungen angemessen: was waren die freimaurer, was sind die freimaurer und wie wurden sie was sie sind. man wird dann feststellen, dass sie zeitweise eine aufklärerische, im sinne der bourgeoisie revolutionäre rolle eingenommen haben. dass sie aus diesem erbe heraus u.a. verfechter der aufklärung (kantscher prägung) geblieben sind. das sie selbstverständlich aus ihrem klassencharakter heraus keine freunde der proletarischen bewegung sein können. das sie jedoch nicht zum zwecke der bekämpfung des marxismus gegründet wurden, und das auch niemals ihr hauptanliegen war. das sie im laufe der entwicklung des kapitalismus unendlichen umgruppierungsprozessen unterworfen waren. dass ihre geheimniskrämerrei vor allem ökonomischen zwecken unterworfen ist. das diese geheimniskrämerrei einst den sinn hatte sich der verfolgung durch die aristokratie zu entziehen, und später der faschisten. das sie heutzutage nicht mehr als eine organisation zur pflege von konservierungsbedürfnissen einer bestimmten fraktion der bourgeoise darstellen. das mit einem wort, die geschichte nicht spurlos an ihnen vorübergehen konnte!
schon allein ihre unendlichen spaltungen seit ihrer existenz liefert uns einen hinweis darauf, dass sie ein produkt des kapitals sind, dessen triebfeder das konkurrenzverhältnis ist. und der beschleunigte spaltungsprozess der freimaurerrei zu beginn des 20ten jh., aus dem u.a. der markt des okulten in den goldenen 20er jahren hervorgegangen ist, und schließlich die renesance der esotherik nach 68, legt zeugnis davon ab, was solche orden können, und was nicht. sie können bürgerliche individuen manipulieren, aber keine klasse! sie können sich vorteile verschaffen, aber unter den bedingungen die das kapital für das bürgerliche individuum bereit hält. sie können sich verschwören. aber ihre verschwörung ist nichts gegen die macht staatlicher geheimdienste, an dessen kette sie entweder angebunden sind, oder vor dessen häschern sie sich bei leib und leben in acht nehmen müssen.
es nützt niemanden etwas die freimaurerei weiter zu mystifizieren. und es schadet uns die freimaurerei als synonym für konterrevolution zu gebrauchen. insbesondere, wenn darunter alles subsumiert wird, was gerade nicht in die spur passt, in der man glaubt voran zu schreiten. (oder zurück). und zum thema "religion ist opium des volkes" sei noch mal wiederholt, was ich schon vor ein paar jahren geschrieben habe: die arbeiter brauchen niemanden der ihnen das ideologische gift einspritzt. wenn es ihnen zur verfügung steht, dann finden sie ihre venen schon selbst. solange sie nicht für sich selbst in bewegung kommen haben sie auch allen grund dafür. denn das kapital kann einen wirklich verrückt machen. wie man bei den freimaurern und bei denen die sie als übergeordnete macht, ausserhalb der gesetzmäßigkeiten des kapitals betrachten und bestaunen sehen kann.
Kreisky, Vranitzky, Klima,
Kreisky, Vranitzky, Klima, Gusenbauer, ..
Busek, Khol, ..
alle Sektierer in der selben Freimaurer-Loge!
:-(
dazu Hintergrund-Wissen über Karl Marx
Die Religion, nach Marx, dient dazu, die Existenz des Menschen durch Träumereien und Trost im Jenseits erträglich zu machen und so das faktische Elend zu verlängern und zu legitimieren. Sein Posulat, die Religion wäre das "Opium des Vokes" ist heute eine der Stehsätze des A-Theismus. Marx zählt neben Feuerbach, Nietzsche und Freud zu den bedeutendsten Religionskritikern der Neuzeit. (Quelle: ua. Wikipedia)
Karl Marx war wahrscheinlich noch kein wirklicher Okkultist im eigentlich Sinne, aber dem Okkulten sehr nahe und aufgeschlossen. . Er schreibt mehrfach in seinen Arbeiten von okkulten Qualitäten.
zB. Marx Kapital Band 1 MEW 23 S.538
(..) ..notwendige Arbeitszeit auf einen Tag in der Woche beschränkt ist. In keinem Fall aber entspränge sein Mehrprodukt aus einer der menschlichen Arbeit eingebornen, okkulten Qualität." (Marx Kapital Band 1 MEW 23 S. > 538)
Marx Lehrer und Großmeister war der Freimaurer Moses Hess. Kennengelernt haben sie sich durch ihre Arbeit für die sozialistische Zeitung „Rheinische Zeitung“ und ihre gemeinsame Arbeit an „Die deutsche Ideologie“, die als Schlüsselwerk des historischen Materialismus gilt. Assistiert wurde Marx dabei von Friedrich Engels. Moses Hess unterschied zwischen ‚jüdischer‘ und ‚germanischer‘ Rasse und hielt einen Rassenkampf für unvermeidlich.
Politisch war der Frühsozialist Moses Hess ein Wegbereiter der Rassenlehre und des Rassenkampfes.
Spirituell sprach sich Moses Hess eklektisch dafür aus, den Zoroastrismus, die Veden und Evangelien um die Tora zu gruppieren – ein prototypischer spritueller Ansatz zu einer vereinigten kosmischen Philosophie und eines Weltzeitalters. (Anm: Veden und Zoroastrismus sind vorchristlich, Veden = hindustische Klassenlehre, Zarathustra war ein persischer Magier und seine Nachkommen die Parsen leben als ethisch streng getrennte Minderheit va in Indien).
Von Moses Hess stammt „Der Rassenkampf ist erstrangig, der Klassenkampf zweitrangig.“, wie es auch die NaSozialisten gelebt haben.
In jungen Jahren schrieb Karl Marx hochinteressante und merkwürdige Gedichte, zB. folgende Strophe aus Spielmann, die seine Beschäftigung mit Satan ausdrücken.
Was, was! Ich stech', stech' ohne Fehle
Blutschwarz den Säbel in deine Seele,
Gott kennt sie nicht, Gott acht't nicht die Kunst,
die stieß in den Kopf aus Höllendurst,
Bis das Hirn vernarrt, bis das Herz verwandelt,
Die hab ich lebendig vom Schwarzen erhandelt!
Der schlägt mir den Takt, der kreidet die Zeichen
Seine Ehefrau, Jenny Marx (geborene von Westphalen), schreibt an ihren Ehemann Karl Marx im August 1844: „Dein letzter Hirtenbrief, Hohepriester und Bischof der Seelen, hat dein armes Schaf wieder mit Ruhe und Frieden erfüllt.“ (Marx und Engels, Vollständige Werke, Ostberlin 1967 74, Zusatzband I, S. 654). Mit ihr hatte er drei Kinder, wovon zwei davon Selbstmord begingen.
Karl Marx hatte eine Tocher namens Eleonor „Tussy“ Marx, die sich im Altern von 17 Jahren mit Prosper-Olivier Lissagaray, einem Neo-Jakobiner und Teilnehmer der Pariser Kommune, verlobte. Später nannte sie den verheirateten Edward Aveling, okkultistischer Theosoph und Darwinist, ihren Ehemann („husband“). Er betrog sie und heiratete sogar unter falschem Namen eine Andere. Die Umstände ihres Selbstmords mit Blausäure im Alter von 43 Jahren sind umstritten. Gemeinsam mit Edward Aveling schrieb sie 1886 „The Woman Question“. In der englischen Gewerkschaftsbewegung lernte sie auch Carl Theodor Ress kennen, einen dt. Opernsänger, Freimaurer, Theosoph und Gründer okkulter Orden.
Karl Marx zweite Tochter war mit Charles Longuet, ebenfalls einem Mitglied der Pariser Kommune, verheiratet. Longuent war Mitglied der I. Internationalen und ein radikaler Gegner von Eigentum (Proudhonist). Karl Marx selbst warf den Proudhonisten kleinbürgerlichen Utopismus vor.
Karl Marx dritte Tochter war mit Anarchisten Paul Lafargue, dem Gründer der marxistischen Partei Frankreichs verheiratet. Paul Lafargue’s berühmtester Text war „Das Recht auf Faulheit“. 1889 eröffnete er den Internationalen Arbeiterkongress in Paris. 1911 beging das Ehepaar nach einem Opernbesuch Selbstmord. Karl Marx sprach von seinem Schwiegersohn immer abfällig als „Neger“ oder „dem Kreolen“, denn er war Sohn eines kubanischen Weinhändlers und Besitzers einer Kaffeeplantage.
Berühmte Werke von Karl Marx sind „On the Jewish Question“ (1843), „The Holy Family“ (1845), „The German Ideology“ (1845), „Capital, Volume I“ (1867)
Das Umfeld von Karl Marx war beherrschaft von Atheismus, Okkultismus, Freimaurerei und Theosophie. Sein eigenes Epigramm, seine Inschrift, gibt über Karl Marx Aufschluss: „Ich lehre Worte, die in einem teuflischen Wirrwarr vermischt sind. So mag nun jeder denken, was er will!“ (Marx. Engels. Gesamtausgabe, Dietz Verlag. Berlin 1975. Abt. 1, Band 1. Seite 644). So geschah es dann offensichtlich auch.
Folgende Länder hatten zu manchen Zeiten marxistische Führungen: Albanien, Afghanistan, Angola, Bulgarien, China, Kuba, Zypern, Tschechoslowakei, Ostdeutschland/DDR, Äthiopien, Ungarn, Laos, Moldavien, Mongolgei, Nepal, Mosambique, Nicaragua, Nord Korea, Polen, Rumänien, Russland, Yugoslawien, Vietnam – sowie die indischen Staaten Kerala, Tripura und West Bengal.
Die LaRouche-Gruppe ...
... ist schon lange nicht mehr "marxistisch". Ihre marxistischen Positionen bis etwa 1974 sind aber ernst zu nehmen. Die entsprechenden Publikationen sind immer noch öffentlich zugänglich (http://wlym.com/pages/campaigners70-76.html). Wenn sie aber nicht mehr marxistisch ist, kann sie nicht dazu dienen, den marxistischen Teil der Arbeiterbewegung zu unterwandern.
Seit Mitte der 70er Jahre verteidigt die LaRouche-Gruppe offen den Kapitalismus und hat sich von einer revolutionären Perspektive deutlichst verabschiedet. Die marxistische Phase wird in der Rückschau abgetan - das paßt aber nicht zu den Dokumenten von damals.
Inzwischen ist die Gruppe im Grunde nur noch eine Variante des kleinbürgerlichen Radikalismus, der sich durch Verschwörungstheorien, Katastrophismus, Personenkult und ein paar interessante philosophische und naturwissenschaftliche Ideen um Wirkung bemüht.
Man könnte sie auch als die Reserve-Truppe des Roosevelt-Kapitalismus bezeichnen, den die Bourgeosie dann holen könnte, wenn es gilt, die soziale Revolution durch radikale Reformpolitik abzuwenden.
Mehr dazu auf http://larouche.chapso.de/