Die Organisation des Proletariats außerhalb Zeiten des offenen Kampfes (Arbeitergruppen, Kerne, Zirkel, Komitees)

Für die Mehrheit der revolutionären Gruppierungen von heute sind die Gewerkschaften keine Organisationen mehr, die die unmittelbaren Interessen der Arbeiterklasse vertreten können, ganz zu schweigen von ihren revolutionären, historischen Interessen. Es herrscht auch weitestgehende Übereinstimmung darin, dass die effektivste Form für die Organisierung und Ausbreitung des Kampfes heute die Generalversammlung der ArbeiterInnen und die gewählten und jederzeit rückrufbaren Komitees sowie Koordinierungsorgane sind, die aus den Versammlungen hervorgehen. Doch solche Organisationsformen können nicht permanent aufrechterhalten werden, wenn der Kampf abflaut, was militanten ArbeiterInnen, die nicht in die Atomisierung zurückfallen wollen und eine aktive Rolle in künftigen Kämpfen anstreben, ein Problem bereitet. Daher gibt es, auch wenn sie lediglich unter einer kleinen Minderheit zu beobachten ist, eine Neigung unter diesen ArbeiterInnen, außerhalb der offiziellen Gewerkschaften, und manchmal ausdrücklich gegen sie, Gruppen, Zirkel, Komitees und Netzwerke zu bilden. Unter den revolutionären Organisationen gibt es eine Reihe von verschiedenen Annäherungen an solche Gruppierungen: Sind sie die Basis für eine wiederbelebte Form des Anarcho-Syndikalismus? Sollten sie als Grundlage für permanente Vermittlungsorgane zwischen der kommunistischen politischen Organisation und der Klasse in ihrer Gesamtheit betrachtet werden?

Diese Fragen waren einige Jahrzehnte lang Gegenstand von Diskussionen gewesen, und auch heute werden sie auf Internet-Diskussionsforen wie z.B. auf http://www.red-marx.com/icc-ict-and-the-icp-t695.html gestellt. In einem konkreteren und praktischeren Sinn werden sie auf zahllosen Arbeitsplätzen und anderswo gestellt, da eine kämpferische Minderheit von ArbeiterInnen, StudentInnen und Arbeitslosen danach strebt, zusammenzukommen, um der Austeritätsoffensive des Kapitals etwas entgegenzusetzen.

Wir denken, dass es sinnvoll ist, eine Reihe von Artikeln zu veröffentlichen, die auf verschiedene Elemente in dieser Debatte zurückschauen und versuchen werden, einige Perspektiven für die künftigen Aktivitäten herauszuarbeiten. Wir beginnen mit einem Text, der 1980 vom Dritten Kongress der belgischen Sektion der IKS verabschiedet und in der Internationalen Revue Nr. 21 (engl., franz., span. Ausgabe) veröffentlicht worden war. Der Text ist eine gute Grundlage, um diese Reihe zu beginnen, weil er, nachdem er den allgemeinen Rahmen zum Verständnis der Natur des Klassenkampfes in der Ära des kapitalistischen Niedergangs festgelegt hat, das Ziel verfolgt, die allgemeinen Lehren aus den Erfahrungen mit den Arbeitergruppen in der 1970er Jahren zu erarbeiten. In weiteren Artikeln werden wir auf andere Erfahrungen aus den 1980er Jahren und aus dem vergangenen Jahrzehnt blicken sowie einige der Debatten zwischen den Revolutionären über diese Frage aufarbeiten.

September 2012

 

Was ist außerhalb von Zeiten des offenen Kampfes zu tun? Wie sollen wir uns organisieren, wenn der Streik beendet ist? Wie können wir uns auf die kommenden Kämpfe vorbereiten?

Wir haben keine Rezepte angesichts dieser Fragen, angesichts der Probleme, die sich durch die Existenz von Komitees, Zirkeln, Kernen, etc. stellen, in denen sich kleine Minderheiten der Arbeiterklasse sammeln. Wir können nicht zwischen dem Bestreben, sie in den Rang moralischer Lehren zu versetzen („Organisiert euch so oder so“, „Löst euch auf“, „Tretet uns bei“), und demagogischen Schmeicheleien wählen. Stattdessen muss es unsere Sorge sein, diese Ausdrücke des Proletariats als Bestandteil der Klasse zu begreifen. Wenn wir sie in der allgemeinen Bewegung des Klassenkampfes platzieren, wenn wir erkennen, dass sie eng verknüpft sind mit den Stärken und Schwächen der verschiedenen Perioden dieses Kampfes zwischen den Klassen, dann werden wir in der Lage sein zu verstehen, auf welches grundsätzliche Bedürfnis sie eine Antwort sind. Indem wir es vermeiden, politisch unpräzise ihnen gegenüber zu sein, und uns aber auch nicht in strenge Schemata einsperren, versetzen wir uns zudem in die Lage zu begreifen, worin ihre positiven Aspekte bestehen, und ermöglichen uns, hervorzuheben, welche Gefahren auf sie lauern.

Merkmale des ArbeiterInnenkampfes im dekadenten Kapitalismus

Um dieses Problem zu verstehen, muss es unsere erste Sorge sein, den allgemeinen, historischen Kontext  in Erinnerung zu rufen, in dem wir uns befinden. Wir müssen an den Charakter dieser historischen Periode (die Epoche der sozialen Revolutionen) und an die Merkmale des Klassenkampfes in der Dekadenz erinnern. Diese Analyse ist fundamentaler Art, weil sie es uns ermöglicht, die Art der Klassenorganisation zu begreifen, die in solch einer Epoche existieren kann.

Ohne in die Details zu gehen, sollten wir uns einfach in Erinnerung rufen, dass das Proletariat im neunzehnten Jahrhundert permanent als organisierte Kraft existierte. Das Proletariat vereinigte sich durch einen wirtschaftlichen und politischen Kampf für Reformen zu einer Klasse. Der fortschrittliche Charakter des kapitalistischen Systems erlaubte dem Proletariat, Druck zu erzeugen, um der Bourgeoisie zu Leibe zu rücken und Reformen durchzusetzen; dafür sammelten sich große Massen der Arbeiterklasse in den Gewerkschaften und Parteien.

In der Epoche des senilen Kapitalismus haben sich die Merkmale und die Formen der Klassenorganisation geändert. Eine quasi permanente Mobilisierung des Proletariats um seine unmittelbaren und politischen Interessen ist nicht mehr möglich und auch nicht mehr praktikabel. Von nun an sind die permanenten Einheitsorgane der Klasse nicht mehr in der Lage, weiter zu existieren, ausgenommen im Kampf selbst. Von nun an kann es nicht mehr die Funktion dieser Einheitsorgane sein, sich einfach auf die „Aushandlung“ von Verbesserungen der Lebensbedingungen des Proletariats zu beschränken (weil eine Verbesserung langfristig nicht mehr möglich ist und weil die einzig realistische Antwort die Revolution ist). Ihre Aufgabe ist es, die Machtergreifung vorzubereiten.

Die Einheitsorgane der Diktatur des Proletariats sind die Arbeiterräte. Diese Organe besitzen eine Reihe von Merkmalen, über die wir uns im Klaren sein müssen, wenn wir den vollständigen Prozess erfassen wollen, der zur Selbstorganisierung des Proletariats führt.

Daher müssen wir deutlich machen, dass die Räte ein direkter Ausdruck des Arbeiterkampfes sind. Sie entstehen auf spontane (nicht mechanische) Weise aus dem Kampf heraus. Deshalb sind sie aufs Engste mit der Entwicklung und Reifung des Kampfes verknüpft. Sie beziehen ihre Substanz und ihre Vitalität aus ihm. Sie bilden schließlich keine simple „Delegierung“ der Macht ab, keine Parodie des Parlaments, sondern sind wirklich der organisierte Ausdruck der gesamten Arbeiterklasse und ihrer Macht. Ihre Aufgabe ist es nicht, eine proportionale Repräsentation von gesellschaftlichen Gruppierungen oder politischen Parteien zu organisieren, sondern dem Proletariat zu gestatten, dies selbst praktisch zu verwirklichen. In ihnen werden alle Entscheidungen getroffen. Dies ist der Grund dafür, warum die ArbeiterInnen mit den Mitteln der Generalversammlung ständig die Kontrolle über sie ausüben müssen (die jederzeitige Absetzbarkeit der Delegierten).

Allein die Arbeiterräte sind imstande, eine lebendige Identifizierung des unmittelbaren Kampfes mit dem Endziel herzustellen. In dieser Liaison zwischen dem Kampf um unmittelbare Interessen und dem Kampf um die politische Macht etablieren die Räte die objektive und subjektive Basis für die Revolution. Sie konstituieren den Schmelztiegel des Klassenbewusstseins par excellence. Das Auftreten der Räte ist nicht die Frucht organisatorischer Rezepte, vorfabrizierter Strukturen oder vermittelnder Organe.

Die immer bewusstere Ausweitung und Zentralisierung der Kämpfe über die Fabriken und nationalen Grenzen hinaus kann keine willkürliche, voluntaristische Tat sein. Um von der Richtigkeit dieser Idee überzeugt zu sein, reicht es nicht aus, die Erfahrungen der AAUD und ihres willkürlichen Versuchs in Erinnerung zu rufen, die „Fabrikorganisationen“ zu einem Zeitpunkt, als der Kampf im Rückfluss begriffen war, zu vereinen und zu zentralisieren.[1]

Die Räte können nur dann weiter existieren, wenn auch der permanente, offene Kampf fortdauert, was die Beteiligung einer stetig wachsenden Zahl von ArbeiterInnen am Kampf bedeutet. Ihr Auftreten ist im Wesentlichen eine Funktion in der Entwicklung des Kampfes und des Klassenbewusstseins.

Die Versuche, eine Kluft zu überbrücken

Doch wir befinden uns noch nicht in einer Periode des permanenten Kampfes, in einem revolutionären Kontext, der es dem Proletariat erlauben würde, sich selbst in Arbeiterräten zu organisieren.  Die Konstituierung des Proletariats in den Räten ist das Resultat objektiver Bedingungen (das Ausmaß der Krise, der historische Kurs) und subjektiver Umstände (die Reife des Kampfes und des Bewusstseins der Klasse). Es ist das Resultat einer kompletten Ausbildung, eine ganze Reifung, die genauso organisatorisch wie politisch ist.

Wir müssen uns darüber bewusst sein, dass diese Reifung, diese politische Fermentierung sich nicht auf festgelegte, direkte Weise entfaltet. Sie drückt sich stattdessen als ein hitziger, ungestümer, konfuser Prozess innerhalb einer ruckartigen Bewegung aus. Sie erfordert die aktive Teilnahme revolutionärer Minderheiten.

Da es unfähig ist, mechanisch in Übereinstimmung mit abstrakten Prinzipien, vorgefassten Plänen oder voluntaristischen Schemata, losgelöst von der Realität, zu agieren, muss das Proletariat seine Einheit und sein Bewusstsein auf dem Wege einer schmerzvollen Ausbildung schmieden. Unfähig, all seine Kräfte an einem vorher bestimmten Tag zu bündeln, schließt es seine Reihen im Verlauf der Schlacht. Es bildet seine „Armee“ innerhalb des Konflikts selbst. Doch im Verlauf des Kampfes bildet es in seinen Reihen kämpferischere Elemente, eine entschlossene Avantgarde heran. Diese Elemente sammeln sich nicht notwendigerweise in der revolutionären Organisation (weil diese in bestimmten Zeiten faktisch unbekannt ist). Das Erscheinen dieser revolutionären Minderheiten innerhalb des Proletariats, ob vor und nach dem offenen Kampf, ist kein unbegreifliches oder neues Phänomen. Es drückt den irregulären Charakter des Kampfes, die ungleiche und heterogene Entwicklung des Klassenbewusstseins aus. So erleben wir seit Ende der 1960er Jahre gleichzeitig die Entwicklung von Kämpfen (im Sinne seiner größeren Selbstorganisation), eine Wiederverstärkung revolutionärer Minderheiten und das Auftreten von Komitees, Kernen, Zirkeln, etc., um die Avantgarde der Arbeiterklasse zu sammeln. Die Entwicklung eines kohärenten politischen Pols der Umgruppierung und die Tendenz im Proletariat, sich außerhalb der Gewerkschaften zu organisieren, sind beide gleichermaßen aus derselben Reifung des Kampfes entstanden.

Das Auftreten dieser Komitees, Zirkel, etc. ist eine Antwort auf ein Bedürfnis im Kampf. Wenn einige kämpferische Elemente das Bedürfnis spüren, zusammenzubleiben, nachdem sie zusammen gekämpft hatten, tun sie dies mit dem Ziel, gleichzeitig damit fortzufahren, „gemeinsam zu handeln“ (die eventuelle Vorbereitung eines neuen Streiks) und (durch politische Diskussionen) die Lehren aus dem Kampf  zu ziehen. Das Problem, das sich diesen ArbeiterInnen stellt, ist genauso  ein Problem der Umgruppierung mit Blick auf die künftigen Aktionen wie ein Problem der Umgruppierung mit Blick auf die Klärung von Fragen, die sich im vergangenen Kampf gestellt hatten und sich in den kommenden Kämpfen stellen. Dieses Verhalten ist insofern verständlich, als die Abwesenheit des permanenten Kampfes, der „Bankrott“ der Gewerkschaften und die sehr große Schwäche revolutionärer Organisationen ein organisatorisches und politisches Vakuum hinterlassen haben. Wenn die Arbeiterklasse auf den Pfad ihres historischen Kampfes zurückkehrt, hat sie einen Horror vor diesem Vakuum. Daher strebt sie danach, auf das Bedürfnis zu reagieren, das von diesem organisatorischen und politischen Vakuum geschaffen wurde.

Diese Komitees, diese Kerne, diese proletarischen Minderheiten, die noch nicht klar ihre eigene Funktion begreifen, sind eine Antwort auf dieses Bedürfnis. Sie sind gleichzeitig Ausdruck der allgemeinen Schwäche des heutigen Klassenkampfes sowie Ausdruck der Reifung der Klassenorganisation. Sie sind die Kristallisierung einer ganzen unterirdischen Entwicklung, die im Proletariat im Gange ist.

Der Rückfluss 1973-77

Daher müssen wir aufpassen, dass wir diese Organe nicht hermetisch in streng nach Rubriken geordnete Schubladen sperren. Wir können ihr Auftreten und ihre Entwicklung nicht präzise voraussagen. Darüber hinaus sollten wir uns davor hüten, willkürlich zwischen den verschiedenen Momenten im Leben dieser Komitees zu trennen, weil uns dies in das falsche Dilemma „Aktion oder Diskussion“ stürzt.

Allerdings darf uns dies nicht davon abhalten, gegenüber diesen Organen zu intervenieren. Wir müssen gleichfalls in der Lage sein, ihre Evolution unter den Bedingungen der Epoche zu würdigen, abhängig davon, ob wir uns in einer Phase der Wiederaufnahme oder des Rückflusses des Kampfes befinden. Weil sie spontane, unmittelbare Produkte des Kampfes sind und weil das Auftreten dieser Kerne hauptsächlich von der konjunkturellen Lage abhängt (anders als eine revolutionäre Organisation, die auf der Basis der historischen Notwendigkeiten des Proletariats auftritt), bedeutet dies, dass sie sehr vom umgebenden Milieu des Klassenkampfes abhängen. Sie sind stärker gehandicapt aufgrund der allgemeinen Schwächen der Bewegung und haben die Tendenz, dem Auf und Ab des Kampfes zu folgen.

Wir müssen in der Entwicklung dieser Kerne zwischen der Periode des Rückflusses der Kämpfe (1973-77) und der heutigen Periode des international erneuerten Klassenkampfes unterscheiden. Auch wenn man auf die Tatsache hinweisen muss, dass die Gefahren, die ihnen drohen, in beiden Perioden identisch sind, sollte man dennoch in der Lage sein zu begreifen, welche Unterschiede die Zeitenwende für ihre Entwicklung beinhaltet.

Am Ende der ersten Welle von Kämpfen Ende der 1960er Jahre erlebten wir das Aufkommen einer ganzen Reihe von Konfusionen in der Arbeiterklasse. Man konnte das Ausmaß dieser Konfusionen am Verhalten einiger der kämpferischen Klassenelemente ermessen, die sich umzugruppieren versuchten.

Wir sahen die Entwicklung:

-      von Illusionen über kämpfende Gewerkschaften und des Misstrauens gegenüber allem Politischen (OHK, AAH, Komiteewerking ).[2] In vielen Fällen wandelten sich die Komitees, die aus den Kämpfen heraus entstanden waren, selbst dezidiert in Semi-Gewerkschaften um. Dies war der Fall bei den Arbeiterkommissionen in Spanien und den „Fabrikräten“ in Italien;

-      eines ausgeprägten Korporatismus (der sich auf der Grundlage der Illusionen über die „kämpfenden Gewerkschaften“ konstituierte);

-      von Konfusionen und eines ausgeprägten politischen Eklektizismus als Ergebnis von Versuchen, über die Grenzen der Fabrik hinauszugehen;

-      einer ausgeprägten politischen Konfusion, die diese Organe gegenüber den Manövern der Linksextremisten sehr verwundbar machte und sie auch dazu veranlasste, Illusionen über den Typus der PIC (bzw. ihres Bluffs über die Arbeitergruppen) zum Opfer zu fallen.[3] Ebenfalls im Verlauf dieser Periode entwickelt sich die Ideologie der „Arbeiterautonomie“, die die Rechtfertigung für den Immediatismus, den Fabrikkult und den Ökonomismus liefert.

All diese Mängel waren im Wesentlichen eine Folge der Schwächen der ersten Welle von Kämpfen Ende der 60er Jahre. Diese Bewegung wurde von einem Ungleichgewicht zwischen der Stärke und der Ausweitung der Streiks auf der einen und der Schwäche im Inhalt der gestellten Forderungen gekennzeichnet. Was dieses Ungleichgewicht besonders deutlich machte, war die Abwesenheit von jeglichen klaren politischen Perspektiven in der Bewegung. Der Rückfall der ArbeiterInnen, der sich zwischen 1973 und 1977 ereignete, war das Produkt dieser Schwäche, die die Bourgeoisie dazu benutzte, um die Kämpfe zu demobilisieren und ideologisch einzudämmen. Jeder der Schwachpunkte dieser ersten Welle von Kämpfen wurde von der Bourgeoisie zu ihren eigenen Gunsten ausgenutzt:

„So wurde die Idee einer ständigen Klassenorganisation, die gleichzeitig ökonomisch und politisch ist, später in die Idee ‚neuer Gewerkschaften‘ umgewandelt, um letztendlich in einer Rückkehr zu den traditionellen Gewerkschaften zu enden. Die Vision einer Generalversammlung als eine Form bar jeden Inhalts endete – via die Mystifikationen der direkten Demokratie und der Volksmacht – in der Wiederherstellung des Vertrauens in die klassische bürgerliche Demokratie. Es wurden Ideen der Selbstverwaltung und der Arbeiterkontrolle über die Produktion (Konfusionen, die zu Beginn verständlich waren) im Mythos der ‚allgemeinen Selbstverwaltung‘, der ‚Inseln des Kommunismus‘ oder der ‚Verstaatlichung unter Arbeiterkontrolle‘ theoretisiert. All dies veranlasste die ArbeiterInnen dazu, ihr Vertrauen in Pläne zur Umstrukturierung der Wirtschaft zu setzen, die angeblich Entlassungen verhindern würde, oder veranlasste sie, nationale Solidaritätspakte zu unterstützen, die als ein ‚Ausweg aus der Krise‘ präsentiert wurden.“ (Bericht über den Klassenkampf für den III. Internationalen Kongress der IKS)

Die Wiederaufnahme der Kämpfe nach 1977

Mit der Wiederaufnahme der Kämpfe nach 1977 hat man andere, sich abgrenzende Tendenzen sehen können. Das Proletariat war gereift aus seiner „Niederlage“ hervorgegangen.  Es zog, wenn auch auf konfuse Weise, die Lehren aus dem Rückfluss, und selbst wenn die Gefahren, die von den „kämpfenden Gewerkschaften“, dem Korporatismus, etc. ausgingen, blieben, so existierten sie in einer unterschiedlichen Allgemeinentwicklung der Kämpfe.

Seit 1977 erlebten wir die zögerliche Entwicklung:

-      eines mehr oder weniger ausgeprägten Willens auf Seiten der Avantgarde der kämpferischen ArbeiterInnen, eine politische Diskussion  zu entwickeln (erinnert sei an die Generalversammlung der Co-ordinamenti in Turin, an die Debatte in Antwerpen mit den Arbeitern von Rotterdam, Antwerpen, etc., die Konferenz der Hafenarbeiter von Barcelona);[4]

-      des Willens, das Kampfgebiet zu erweitern, über das Ghetto des Fabrikkults hinauszugehen, dem Kampf einen breiteren politischen Rahmen zu geben. Dies wird durch das Erscheinen der „co-ordinamenti“ und noch spezifischer im politischen Manifest ausgedrückt, das von einer der „co-ordinamenti“ aus Norditalien (Sesto San Giovanni) verfasst wurde. Dieses Manifest forderte die Vereinigung der kämpferischen Avantgarde in den Fabriken, verdeutlichte die Notwendigkeit eines politisch unabhängigen Kampfes durch die ArbeiterInnen und beharrte auf der Notwendigkeit für den Kampf, aus den Beschränkungen durch die Fabrik auszubrechen;

-      des Interesses, eine Verknüpfung zwischen dem unmittelbaren Aspekt des Kampfes und dem Endziel herzustellen. Dieses Interesse wurde besonders stark in den Arbeitergruppen in Italien (FIAT) und in Spanien (FEYCU, FORD) artikuliert. Die italienischen Gruppen intervenierten mit den Mitteln des Flugblatts, um die Gefahr von Entlassungen anzuprangern, die von der Bourgeoisie im Namen der „Terrorismusbekämpfung“ praktiziert wurden, und die spanischen Gruppen intervenierten, um die Illusion des Parlamentarismus anzuprangern;

-      des Anliegens, die kommenden Kämpfe besser vorzubereiten und zu organisieren (siehe die Aktion der „Sprecher“-Gruppe der Hafenarbeiter in Rotterdam, die zur Bildung einer Generalversammlung aufrief).

Wir müssen wiederholen, dass die Gefahren des Korporatismus, des „kämpfenden Gewerkschaftstums“ und der Fixierung des Kampfes auf ein strikt wirtschaftliches Terrain selbst in dieser Periode weiter existierten. Doch was wir berücksichtigen müssen, ist der wichtige Einfluss der Periode auf die Evolution der Komitees und Kerne, die sowohl vor als auch nach den offenen Kämpfen aufkamen. Wenn die Periode eine Zeit der Kampfbereitschaft und des Wiedererwachens des Klassenkampfes ist, bekommt die Intervention solcher Minderheiten eine andere Bedeutung, so wie auch unser Verhalten ihnen gegenüber. In einer Zeit des allgemeinen Rückflusses der Kämpfe müssen wir mehr auf die Gefahr dieser Organe bestehen, die in Semi-Gewerkschaften transformiert werden oder in die Klauen der Linksextremisten fallen, Illusionen über den Terrorismus haben, etc. In einer Zeit des Wiedererwachens der Klasse beharren wir eher auf die Gefahren, die vom Voluntarismus und Aktivismus repräsentiert werden (siehe die Illusionen, die einige dieser kämpferischen ArbeiterInnen über die Möglichkeit hegen, die Embryos künftiger Streikkomitees zu bilden, etc.). In einer Zeit der Wiederaufnahme der Kämpfe werden wir ebenfalls offener gegenüber kämpferischen Minderheiten sein, die sich mit Blick auf Streiks und die Bildung von Streikkomitees, Generalversammlungen, etc. umgruppieren.

Die Möglichkeiten dieser Organe

Das Anliegen, die Komitees, Kerne, etc. im Hexenkessel des Klassenkampfes zu platzieren, sie im Rahmen der Periode, in der sie auftraten, zu verstehen, beinhaltet jedoch nicht einen abrupten Wechsel in unserer Analyse im Kielwasser der verschiedenen Ebenen des Klassenkampfes. Welches Moment auch immer diesen Komitees zum Leben verhalf, wir wissen, dass sie lediglich eine Stufe in einem dynamischen, allgemeinen Prozess bildeten; sie waren ein Moment in der Reifung der Organisation und des Bewusstseins der Klasse. Sie können lediglich dann eine positive Rolle spielen, wenn sie sich selbst einen breiten, flexiblen Rahmen geben, um in der Klasse zu wirken, und nicht den allgemeinen Prozess aufzuhalten. Daher müssen diese Organe wachsam sein, wenn sie vermeiden wollen, in folgende Fallen zu tappen:

-      sich selbst mit einer Art „Potenzial“ ausgestattet zu wähnen, das künftige Kämpfe bewerkstelligen kann. (Es sind nicht die Minderheiten, die willkürlich einen Streik oder eine Generalversammlung bewirken können, auch wenn sie aktiv zu diesem Prozess beitragen müssen.)

-      sich selbst eine Plattform oder Statuten oder irgendetwas anderes zu verleihen, das ihre Weiterentwicklung zu ersticken riskiert und sie somit zu politischer Konfusion verdammt;

-      sich als Zwischenorgane zu präsentieren, halb Klassen-, halb politische Organisation, als seien sie eine Organisation, die gleichzeitig vereinheitlichend und politisch ist.

Daher bleiben wir in unserer Haltung gegenüber diesen Minderheitsorganen offen, aber versuchen gleichzeitig, die Entwicklung eines politischen Denkprozesses in ihrer Mitte zu beeinflussen, und dies in jeder Epoche. Wir müssen alles versuchen, sicher zu stellen, dass diese Komitees, Kerne, etc. nicht erstarren, weder in der einen Richtung (eine Struktur, die meint, die Arbeiterräte vorwegzunehmen) noch in der anderen (politische Festlegung). Was uns vor allem anderen in unseren Interventionen leiten muss, sind nicht die Interessen und die augenblicksgebundenen Anliegen dieser Organe (können wir ihnen doch kein organisatorisches Rezept noch irgendeine Antwort „von der Stange“ empfehlen), sondern die allgemeinen Interessen der gesamten Klasse. Unsere Sorge gilt stets, das Klassenbewusstsein in solch einer Weise zu homogenisieren und zu entwickeln, dass die Entwicklung des Klassenkampfes mit einer größeren, massiveren Beteiligung aller ArbeiterInnen vonstattengeht und der Kampf von den ArbeiterInnen selbst in die Hand genommen wird und nicht von einer Minderheit, ganz gleich, welcher Art sie ist. Aus diesem Grund bestehen wir auf die Dynamik der Bewegung und darauf, dass sich die kämpferischen Elemente vor jedem Versuch des Substitutionismus oder Ähnlichem hüten, was die spätere Entwicklung des Kampfes und des Klassenbewusstseins blockieren könnte.

Wenn wir die Entwicklung dieser Organe mehr in die Richtung des Nachdenkens und der politischen Diskussion lenken könnten, können wir eine Antwort geben, die die Dynamik der Bewegung begünstig. Doch damit keine Missverständnisse aufkommen: dies bedeutet nicht, dass wir jegliche Form der „Intervention“ oder „Aktion“ verurteilen, die von diesen Organen unternommen werden. Es ist klar, dass, sobald eine Gruppe kämpferischer ArbeiterInnen verstanden hat, dass die Aufgabe nicht darin besteht, sich selbst als eine Semi-Gewerkschaft zu konstituieren, sondern darin, die politischen Lehren aus den vergangenen Kämpfen zu ziehen, dies nicht beinhaltet, dass ihr politischer Denkprozess in einem flüchtigen Vakuum stattfindet, im Abstrakten, ohne jegliche praktischen Konsequenzen. Die politische Klärung, die von diesen kämpferischen ArbeiterInnen unternommen wird, wird sie auch dazu bringen, in ihren eigenen Fabriken (und in den positivsten Fällen selbst außerhalb ihrer Fabriken) zusammen zu handeln. Sie werden das Bedürfnis verspüren, ihrem politischen Denkprozess einen Ausdruck zu verleihen (Flugblätter, Zeitungen, etc.). Sie werden das Bedürfnis verspüren, Stellung zu konkreten Fragen zu beziehen, denen sich die Arbeiterklasse gegenübersieht. Um ihre Positionen zu verteidigen und zu verbreiten, werden sie konkrete Interventionen unternehmen müssen. Unter gewissen Umständen werden sie konkrete Kampfmethoden (Bildung von Generalversammlungen, Streikkomitees, etc.) vorschlagen, um den Kampf voranzubringen. Im Verlaufe des Kampfes selbst werden sie die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen fühlen, um eine bestimmte Orientierung für den Kampf zu entwickeln; sie werden Forderungen unterstützen, die es ihnen erlauben, ihren Kampf auszuweiten, und sie werden auf die Notwendigkeit seiner Vergrößerung, Generalisierung, etc. bestehen.

Auch wenn wir weiterhin auf diese Anstrengungen achtgeben und nicht versuchen werden, sie in rigide Schemata zu pressen, ist es nichtsdestotrotz klar, dass wir auch weiterhin auf die Tatsache bestehen müssen, dass das, worauf es am meisten ankommt, die aktive Beteiligung aller ArbeiterInnen am Kampf ist, und dass die kämpferischsten ArbeiterInnen sich niemals bei der Organisierung und Koordinierung des Streiks an die Stelle ihrer GenossInnen setzen sollten. Darüber hinaus ist klar, dass je mehr die Organisation der Revolutionäre ihren Einfluss in den Kämpfen geltend macht, desto mehr kämpferische Elemente sich ihr zuwenden werden. Nicht weil die Organisation eine Politik der systematischen Rekrutierung dieser Elemente betreibt, sondern ganz einfach deswegen, weil die kämpferischen ArbeiterInnen sich von selbst bewusst werden, dass eine politische Intervention, die wirklich aktiv und wirksam ist, nur im Rahmen solch einer internationalen Organisation unternommen werden kann.

Die Intervention der Revolutionäre

Nicht alles, was glänzt, ist Gold. Darauf hinzuweisen, dass die Arbeiterklasse in ihrem Kampf mehr kämpferische Elemente auf den Plan rufen kann, heißt nicht zu behaupten, dass der Einfluss dieser Minderheiten für die spätere Entwicklung des Klassenbewusstseins ausschlaggebend ist. Wir dürfen nicht diese absolute Gleichung aufstellen: ein Ausdruck der Reifung des Bewusstseins = ein aktiver Faktor für dessen Weiterentwicklung.

In Wirklichkeit ist der Einfluss, den diese Kerne auf die sich später entfaltenden Kämpfe haben werden, sehr limitiert. Ihr Einfluss hängt voll und ganz von der allgemeinen Kampfkraft des Proletariats und von der Fähigkeit dieser Kerne ab, dieses Werk der politischen Klärung, ohne nachzulassen, zu verfolgen. Langfristig kann diese Arbeit nicht getan werden, außer im Rahmen einer revolutionären Organisation.

Doch auch hier haben wir keinen Mechanismus, der stattdessen greifen könnte. Die revolutionäre Organisation gewinnt diese Elemente nicht auf willkürliche Weise. Im Gegensatz zu den Organisationsauffassungen von Battaglia Comunista oder der PIC trachtet die IKS nicht danach, die „Lücke“ zwischen der Partei und der Klasse auf willkürliche, voluntaristische Weise zu füllen. Unser Verständnis der Arbeiterklasse als historische Kraft und unser Selbstverständnis hindern uns daran, ein Einfrieren dieser Komitees in die Form einer Zwischenstruktur zu wollen. Auch streben wir nicht an, „Fabrikgruppen“ als Transmissionsriemen zwischen der Klasse und der Partei zu erschaffen.

Dies führt uns zur Frage, wie wir uns gegenüber solchen Zirkeln, Komitees, etc. verhalten sollten. Selbst wenn wir ihren limitierten Einfluss und ihre Schwächen sehen, müssen wir offen ihnen gegenüber und aufmerksam gegenüber ihrem Auftreten bleiben. Die wichtigste Sache, die wir anregen können, ist, dass sie sich vorbehaltlos Diskussionen öffnen. Zu keiner Zeit nehmen wir, unter dem Vorwand des Kampfes gegen ihre politische „Unreinheit“, eine misstrauische oder missbilligende Haltung ihnen gegenüber ein. Dies ist die eine Sache, die wir vermeiden sollten; eine andere Sache ist es, zu vermeiden, diese Organe zu umschmeicheln oder gar unsere Energie auf sie zu konzentrieren. Wir dürfen sie nicht ignorieren, dürfen gleichzeitig aber auch nicht versessen auf sie sein.  Wir erkennen an, dass der Kampf und das Klassenbewusstsein in einem Prozess heranreifen.

In diesem Prozess existieren innerhalb der Klasse Tendenzen, die versuchen, den Kampf auf ein politisches Terrain „anzuheben“. Im Verlauf dieses Prozesses wird, so wissen wir, das Proletariat kämpferische Minderheiten in die Welt setzen, die sich nicht notwendigerweise in politische Organisationen sammeln. Wir müssen uns davor hüten, diesen Reifungsprozess der Klasse heute mit dem zu identifizieren, was die Entwicklung des Kampfes im 19. Jahrhundert kennzeichnete. Dieses Verständnis ist sehr wichtig, weil es uns ermöglicht, einzuschätzen, auf welche Weise diese Komitees, Zirkel, etc. ein realer Ausdruck des reifenden Klassenbewusstseins sind, ein Ausdruck jedoch, der vor allem temporär und flüchtig ist, keine fixierte, strukturierte Sprosse in der Entwicklung des Klassenkampfes. Der Klassenkampf in der Epoche der kapitalistischen Dekadenz schreitet explosiv voran. Es kommt zu Eruptionen, die selbst jene überraschen, die in der vorhergehenden Runde von Kämpfen zu den kämpferischsten gehörten, und diese Eruptionen können in punkto Bewusstsein und der im neuen Kampf erreichten Reife unvermittelt über die früheren Erfahrungen hinausgehen. Das Proletariat kann sich nur auf einem einheitlichen Niveau im Kampf organisieren. Insofern als der Kampf selbst permanent wird, wird er dazu führen, dass die Einheitsorganisationen der Klasse wachsen und stärker werden.

Dieses Verständnis ist es, was uns erlaubt zu begreifen, warum wir keine gesonderte Politik, eine spezielle „Taktik“ im Verhältnis zu Arbeiterkomitees haben, auch wenn unter besonderen Umständen es sehr positiv für uns sein kann, Diskussionen mit ihnen zu beginnen und systematisch fortzusetzen und an ihren Treffen teilzunehmen. Wir wissen, dass es möglich und immer leichter ist, mit diesen kämpferischen Elementen in eine Diskussion zu treten. Wir sind uns ebenfalls darüber bewusst, dass einige dieser Elemente in der allgemeinen Dynamik des Kampfes uns beitreten möchten, doch wir richten nicht all unsere Aufmerksamkeit auf sie. Und dies, weil für uns die allgemeine Dynamik des Kampfes von vorrangiger Bedeutung ist und wir keine strengen Klassifikationen oder Hierarchien in dieser Dynamik errichten. Vor allem Anderen richten wir uns an die Arbeiterklasse in ihrer Gesamtheit. Im Gegensatz zu anderen politischen Gruppen, die versuchen, das Problem des mangelnden Einflusses revolutionärer Minderheiten auf die Klasse durch willkürliche Methoden oder dadurch zu überwinden, dass sie sich Illusionen über diese ArbeiterInnengruppen hingeben, erkennt die IKS an, dass sie nur einen sehr geringen Einfluss in der gegenwärtigen Periode besitzt. Wir versuchen nicht unseren Einfluss unter den ArbeiterInnen zu steigern, indem wir ihnen ein willkürliches „Vertrauen“ in uns einimpfen. Wir sind keine Arbeitertümler und auch keine Größenwahnsinnigen. Der Einfluss, den wir in den Kämpfen zunehmend haben werden, rührt im Wesentlichen aus unserer politischen Praxis in diesen Kämpfen her und nicht daraus, dass wir als Kriecher, Schmeichler oder als „Wasserträger“ agieren, die sich selbst darauf beschränken, technische Hilfsdienste zu leisten. Ferner wenden wir uns in unserer politischen Intervention an alle ArbeiterInnen, an das Proletariat in seiner Gesamtheit, als eine Klasse, weil es unsere wesentliche Aufgabe ist, zur maximalen Ausweitung der Kämpfe aufzurufen. Wir existieren nicht, um uns befriedigt zu fühlen, wenn wir das Vertrauen von zwei, drei Malochern mit schwieligen Händen gewinnen, sondern um die Entwicklung des Klassenbewusstseins zu homogenisieren und zu beschleunigen. Es ist notwendig, sich im Klaren darüber zu sein, dass erst im revolutionären Prozess selbst das Proletariat uns sein politisches „Vertrauen“ in dem Maße schenken wird, in dem es realisiert, dass die revolutionäre Partei wirklich ein Bestandteil in seinem historischen Kampf ist.

[1]AAUD: Allgemeine Arbeiterunion Deutschlands. Die „Unionen“ waren keine Gewerkschaften, sondern Versuche, permanente Organisationsformen zu schaffen, die sämtliche ArbeiterInnen außerhalb und gegen die Gewerkschaften in Deutschland nach der Zerschlagung des Januaraufstandes in Berlin 1919 sammeln sollten. Sie drückten eine Nostalgie für die Arbeiterräte aus, doch gelang es ihnen nie, die Funktion der Räte auszuüben.
 

[2]Diese waren allesamt Arbeitergruppen in Belgien.

[3]Die französische Gruppe PIC (Pour une Intervention Communiste) war einige Monate lang davon überzeugt – und versuchte alle anderen davon zu überzeugen -, dass sie an der Entwicklung eines Netzwerkes von „Arbeitergruppen“ beteiligt war, die eine mächtige Avantgarde der revolutionären Bewegung konstituieren würden. Sie stützte diese Illusion einer skelettierten Realität von zwei oder drei Gruppen, die sich größtenteils aus ehemaligen linksextremistischen Elementen zusammensetzten. Heute ist nicht mehr viel übrig geblieben von diesem Bluff.

[4]Dies sind organisierte Treffen, die Delegierte aus verschiedenen Arbeitergruppen, Kollektiven und Komitees sammelten.