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Streik bei der New Yorker U-BahnSubmitted by Weltrevolution on Sam, 28/01/2006 - 16:23.
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In der bedeutendsten Metropole der USA, New
York, streikten in den Tagen vor Weihnachten die U-Bahn-Beschäftigten. Drei
Tage lang ruhte der U-Bahn-Betrieb. Der New Yorker U-Bahnstreik war nicht nur
ein Ausdruck der Kampfbereitschaft, sich trotz der angedrohten finanziellen und
anderen Sanktionen zur Wehr zu setzen, sondern er zeigte auch, dass ungeachtet
all der Spaltungsversuche der Arbeiter durch das Kapital, die Beschäftigten
Solidarität über alle Generationen hinweg entwickeln können. Immer wieder
versucht die US-Bourgeoisie bei der
Verfolgung ihrer imperialistischen Ziele die Arbeiter für ein Bündnis mit dem
Staat zu gewinnen. Während die Stadt New York im September 2001 noch als
Zielscheibe terroristischer Angriffe auserkoren wurde und die US-Bourgeoisie
diesen Angriff als Vorwand für den Aufbau einer patriotischen Front zu nutzen
suchte, belegt nicht nur der Streik der New Yorker U-Bahnbeschäftigten, sondern
auch eine Vielzahl anderer Streiks in den USA (u.a. Boeing/Seattle letzten
Herbst), dass die Arbeiterklasse in den USA sich keinesfalls für eine
patriotische Front einspannen lässt, sondern für ihre Klasseninteressen
eintritt. New Yorker U-Bahnstreik(Auszug aus einem Artikel der Presse der IKS in den USA). Der Versuch die Arbeiter zu spalten, stand
im Mittelpunkt der Kämpfe bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben in New York
(MTA). Das MTA-Management [...]
versuchte das Renteneintrittsalter von gegenwärtig 55 auf 62 Jahre für neu
Einzustellende festzulegen. Gleichzeitig hätten die demnächst Neueingestellten
6% ihres Lohnes für den Rentenfond bezahlen sollen. Ein Rentenalter von 55
Jahren bestand schon lange in Anerkennung
der extrem harten Arbeitsbedingungen, unter denen die Transportarbeiter in den
100 Jahre alten U-Bahntunneln arbeiten: schlechte, stickige Luft, Rattenplage
und keine sanitären Anlagen. Der Vorstoß des Gouverneurs hätte keine Bedeutung
für das Rentenalter der jetzt Beschäftigten gehabt. Die Bedeutung des Kampfes im TransportwesenDer Streik der 33.700 Transportarbeiter,
der New York für drei Tage lahm legte -
und das in der Vorweihnachtszeit -, war der bedeutendste Arbeiterkampf während
der letzten 15 Jahre in den USA. Seine Bedeutung liegt in einer Reihe von
zusammenhängenden Gründen: 1. Der internationale Kontext, in dem die Kämpfe
stattfanden. 2. Die Entwicklung des Klassenbewusstseins unter den Streikenden
selbst. 3. Die potenzielle Auswirkung des Streiks auf andere Arbeiter. Trotzdem
sollte seine Bedeutung nicht überschätzt werden. Er kann nicht verglichen
werden mit den Kämpfen in den 80er Jahren, bei denen die Autorität des
kapitalistischen Gewerkschaftsapparates - der der Kontrolle und Kanalisierung
der Arbeiterkämpfe dient - herausgefordert wurde, und bei denen die Frage der
Kampfausdehnung auf andere Branchen gestellt wurde. Jedoch trotz der
schwierigen Bedingungen, unter denen die Arbeiterklasse heute kämpfen muss,
müssen wir uns über die Bedeutung dieses Kampfes klar werden. Auf dem
Hintergrund der schwierigen Bedingungen des Arbeiterkampfes heute ist er von
besonderer Bedeutung. [...] Diese Entwicklung aufkeimender
Kampfbereitschaft ist überall in den USA im Gange, wie die Beispiele der Kämpfe
in der Lebensmittelbranche in Kalifornien, bei Boeing, der
Northwest-Fluggesellschaft, der Streik der Transportarbeiter in Philadelphia
und der Streik der Lehrkräfte an der New York Universität zeigen. Dabei ist der
Streik der New Yorker Transportarbeiter nicht nur deshalb so bedeutsam, weil er
der größte und wirkungsvollste war, sondern auch wegen des
Fortschritts, den er auf der Ebene der Bewusstseinsentwicklung zum Ausdruck
brachte. Die Entwicklung des Bewusstseins unter den ArbeiternDer Transportarbeiterkampf brachte auf
mehreren Ebenen zum Vorschein, dass die Arbeiter dabei sind, sich wieder als
Klasse zu entdecken. In der Hauptsache ging es eindeutig um die Verteidigung
der Renten der nachkommenden Arbeitergenerationen. Und das nicht nur auf
abstrakte Weise, vielmehr war dies konkret greifbar. So etwa bei einer
Streikpostenkette am Busdepot im Stadtteil Brooklyn, wo Dutzende Arbeiter
zusammenkamen und in kleinen Gruppen über den Streik diskutierten. Ein Arbeiter
sagte, dass er es nicht richtig findet für die Renten zukünftiger Generationen
zu kämpfen, für Leute also, die wir nicht einmal kennen. Seine Kollegen
entgegneten ihm, dass die davon betroffenen, zukünftigen Beschäftigten unsere
Kinder sein könnten. Ein anderer sagte, es sei wichtig die Einheit zwischen den
verschiedenen Generationen der Arbeiterschaft zu verteidigen. Er wies darauf
hin, dass die Regierung wahrscheinlich bald versuchen wird, die medizinische
Versorgung zu beschneiden oder die Renten zu kürzen, wenn wir alt und in Rente
sind. Und dann wird es nicht unwichtig sein, wenn die jüngere Generation, die
dann im Arbeitsleben steht, sich erinnern wird, dass wir für sie aufgestanden
sind. Dann werden sie für uns eintreten und das Kapital daran hindern, unsere
Renten zu beschneiden. Ähnliche Gespräche wurden überall in der ganzen Stadt
geführt. Offenkundig war die Tendenz der Arbeiter sich als Klasse zu erkennen, über ihre eigene
Generation hinauszublicken und zu sehen, dass die Bourgeoisie versucht, die
verschiedenen Generationen gegeneinander auszuspielen. Auswirkung des Kampfes auf andere ArbeiterDer Streik im öffentlichen Verkehrswesen
wurde ein Bezugspunkt für Arbeiter in anderen Bereichen. Neben den oben
genannten Unterstützungs- und Solidaritätsbeweisen gab es noch zahlreiche
andere Beispiele. Arbeiter aus anderen Branchen waren willkommen bei den
Streikpostenketten. In einem Fall besuchte eine Gruppe von Lehrkräften eine
Streikpostenkette in Brooklyn und diskutierte mit den Streikposten über
Streikfragen, z.B. über die einzuschlagende
Strategie. Auf zahllosen Arbeitsstellen in der ganzen Stadt unterhielten
sich Arbeiter anderer Branchen über die Bedeutung der Solidarität, wie sie sich
beispielhaft zeigte in der Verteidigung der Renten. Viele der städtischen
Arbeiter sind seit drei oder mehr Jahren ohne neuen Arbeitsvertrag. Die
Transportarbeiter hielten sich an die Losung ‚ohne Arbeitsvertrag keine
Arbeit'. Die Rolle der Gewerkschaften bei der Sabotage des KampfesViele Arbeiter waren sich schmerzlich
bewusst, dass die neue, militante Gewerkschaftsführung vor drei Jahren
kapitulierte und einen Vertrag unterschrieben hatte, der 0% Lohnerhöhung für
das 1. Jahr und 3% für das 2. und 3. Jahr vorsah. Die Gewerkschaften standen
deshalb unter dem Druck der wachsenden Kampfbereitschaft und der Wut der
Arbeiter, jetzt entschlossener zu handeln. Während die Basisgewerkschafter und die
Linken der Transportarbeitergewerkschaft ‚Local 100' klar den Streik
kontrollierten, und dabei kämpferische Reden führten und viel von Solidarität
sprachen, um den Streik weiter fest in
der Hand zu haben, war es nichts desto trotz die Funktion der Gewerkschaft den
Kampf zu unterminieren und die Wirkung dieses bedeutenden Streiks zu
beschränken. Gleich zu Beginn des Streiks zogen die Gewerkschaften die
Forderung nach einer jährlichen Lohnerhöhung von 8 % in den nächsten drei
Jahren zurück und lenkten den Blick ausschließlich auf die Renten. Auf der
Gewerkschaftsversammlung, auf der der Streik bewilligt wurde, war keine
Diskussion oder Debatte erlaubt. Die Versammlung wurde als
Gewerkschaftsveranstaltung durchgeführt,
wobei noch eine demagogische Botschaft des Pfarrers Jesse Jackson
verlesen wurde. Erbe der kommunistischen LinkeGeographisch |
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