Die Wahrheit ist revolutionär - Für eine auf Fakten beruhende Geschichte der kommunistischen Linken. (Korrespondenz mit der IKT)

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Im Dezember letzten Jahres schrieb die IKS an die Internationale Kommunistische Tendenz mit der Bitte, einen Brief zur Richtigstellung von schwerwiegenden Verfälschungen von Tatsachen betreffend unsere Organisation zu veröffentlichen, die auf der IKT-Website in einem Artikel mit dem Titel Zum fünfundvierzigsten Jahrestag der Gründung der CWO[1] erschienen waren.

Die IKS fordert solche Richtigstellungen nicht vom bürgerlichen Lager. Aus dieser Richtung erwarten wir Lügen und prangern solche Verleumdungen einfach als das Markenzeichen der feindlichen Klasse an.

Wenn wir die IKT um eine Richtigstellung schwerer Diffamierungen gegenüber der IKS gebeten haben, dann deshalb, weil wir die IKT, ungeachtet unserer politischen Differenzen mit dieser Tendenz, als Teil des internationalistischen proletarischen Lagers betrachten, und wir daher von einem gemeinsamen Interesse an Richtigstellungen aller wichtigen Abweichungen von einem wahrheitsgemäßen Bild der Geschichte der Kommunistischen Linken ausgehen[2].

Wir erwarteten, dass die IKT entweder diese wichtigen Fehler anerkennen und sich bereit erklären würde, sie zu berichtigen, oder dass sie Beweise vorlegen würde, um unsere Korrekturen zu widerlegen.

Leider aber antwortete die IKT verärgert auf unsere Anfrage und weigerte sich, irgendeine Korrektur zu veröffentlichen, mit der Begründung, die Anfrage sei eine "Provokation" oder ein "politisches Spiel". Sie erklärten in ihrer Antwort, dass dies ihr letztes Wort zu diesem Thema und die Korrespondenz nun beendet sei.[3]

Trotz dieser Abfuhr schrieb die IKS erneut in der Hoffnung, einen Sinneswandel herbeizuführen, und erklärte, dass unsere Bitte um eine Richtigstellung keine Provokation oder ein Spiel oder ein Streit über die Interpretation der Geschichte der CWO oder ein Versuch sei, unsere eigene Interpretation der Geschichte durchzusetzen, sondern ein Wunsch, wichtige Fakten wiederherzustellen. Und wir stellten in unserem zweiten Brief fest, dass trotz der wütenden Weigerung der IKT, unsere Richtigstellung zu veröffentlichen, ihre Antwort die fraglichen Fakten nicht widerlegt habe und damit die Faktenlage so sei, wie wir sie beschrieben hatten. Aber in einem Punkt war die IKT konsequent: Sie ist bis heute bei ihrer einseitigen Beendigung der Korrespondenz geblieben und hat auch drei Monate später nicht auf unseren zweiten Brief geantwortet.

Wenn wir diese Korrespondenz mit der IKT nun veröffentlichen, dann deshalb, weil es offensichtlich nicht möglich war, mit ihnen zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen, und weil wir die Verfälschungen dennoch für gravierend genug halten, um eine Richtigstellung zu veröffentlichen. Angesichts der Weigerung der IKT, eine für beide Seiten akzeptable öffentliche Richtigstellung weiter in direktem Kontakt zu besprechen, was wir bevorzugt hätten, sind wir gezwungen, den Sachverhalt selbst öffentlich zu machen.

Unser erstes Schreiben:

IKS an die IKT

8/12/2020

Liebe Genossinnen und Genossen,

Wir bitten Euch, die folgende Richtigstellung auf Eurer Website zu veröffentlichen:

"Uns ist aufgefallen, dass ein Artikel auf eurer Website 'Zum 45. Jahrestag der Gründung der CWO' einige Unwahrheiten enthält, die unsere Organisation diffamieren. Drei stechen besonders hervor, und sie müssen korrigiert werden:

Erstens behauptet der Artikel, dass die IKS Battaglia Comunista 'verleumdet' hat, was ihre Ursprünge in der 1943 gegründeten Internationalistischen Kommunistischen Partei betrifft:

"Wir entdeckten auch, dass die Verleumdungen der IKS, sie [die IntKP] habe 'innerhalb der Partisanen' gearbeitet, nicht der Wahrheit entsprachen, außer der Tatsache, dass sie überall dort gearbeitet hatte, wo die Arbeiterklasse präsent war".

In einem Brief von Battaglia Comunista an die IKS, der im Artikel „Die Zweideutigkeiten der Internationalistischen Kommunistischen Partei über die 'Partisanen' in Italien 1943“ in der International Review [engl./frz./span. Ausgabe] Nr. 8 von 1977 abgedruckt ist, heißt es:

"Die Genossen, die aus der kommunistischen Linken kamen und die die [Internationalistische Kommunistische] Partei bildeten, waren die ersten sowohl in Italien als auch außerhalb, die die konterrevolutionäre Politik des demokratischen Blocks (einschließlich der stalinistischen und trotzkistischen Parteien) anprangerten, und sie waren die ersten und einzigen, die innerhalb der Arbeiterkämpfe und sogar in den Reihen der Partisanen agierten und die Arbeiter aufriefen, gegen den Kapitalismus zu kämpfen, egal hinter welcher Art von Regime er sich versteckt.

Die Genossen, die RI als 'Widerstandskämpfer' ('Resistance') bezeichnet, waren revolutionäre Militante, die sich der Aufgabe widmeten, in die Reihen der Partisanen einzudringen, um die Prinzipien und Taktiken der revolutionären Bewegung zu propagieren, und die für diese Arbeit mit ihrem Leben bezahlten."

Die Internationalistische Kommunistische Partei, aus der Battaglia Comunista hervorging, agierte innerhalb der Partisanen und drang in deren Reihen ein – nach eigenem Bekunden. Die Anerkennung und Kritik der IKS an dieser Tatsache ist also keine Verleumdung.

Zweitens heißt es in dem Artikel mit der zeitlichen Übersicht:

"1980: Die dritte Konferenz der Internationalen Kommunistischen Linken (Paris) führte zum Verlassen der Konferenzen durch die IKS und andere kleinere Gruppen".

Zu behaupten, die IKS habe die Konferenzen verlassen, ist eine reine Verfälschung der Realität, eine Verfälschung, die außerdem durch das widerlegt wird, was weiter oben in eurem Artikel steht:

"In der Sitzung [der dritten Konferenz] gaben die CWO und die belgische GCI getrennt voneinander bekannt, dass sie nicht an der nächsten Konferenz teilnehmen würden. Die CWO konsultierte die IntKP [d.h. Battaglia Comunista] nicht, bevor sie dies tat, aber die IntKP als Initiatorin der Konferenzen versuchte, etwas aus ihnen herauszuholen, indem sie ein neues Kriterium für die nächste Konferenz vorschlug, das (so dachten sie) einige Elemente wie die CWO und die GCI zufriedenstellen würde und das die IKS zwingen würde, einen klareren Standpunkt einzunehmen. Es hat nicht geklappt, da die IKS argumentierte, dass die Resolution nur dazu gedacht war, sie auszuschließen. Sie versuchte, die IntKP dazu zu bringen, den Wortlaut des Kriteriums so zu ändern, dass die Verwirrung über die Parteifrage weitergehen konnte. Die IntKP blieb bei der ursprünglichen Formulierung und die CWO-Delegation beschloss, sie zu unterstützen."

Es war also nicht die IKS, sondern die CWO, die die Konferenzen verlassen wollte. Um "etwas herauszuholen", führte die IntKP ein neues Kriterium für die Teilnahme an der Konferenz ein (das sie zwar eigentlich nicht ändern wollte, das die CWO aber unterstützte), das die IKS nicht akzeptieren konnte. Die Debatte über das Wesen der Partei zwischen den Gruppen der Konferenzen war künstlich beendet worden. Die IKS wurde von den beiden Gruppen faktisch ausgeschlossen und hat die Konferenzen nicht freiwillig verlassen.

Drittens heißt es in dem Artikel:

"Als die IKS begann, in die Häuser von Leuten einzubrechen (angeblich, um IKS-Eigentum zurückzuholen), einschließlich in das von JM, der zusammen mit den Abspaltern gegangen waren, drohte Aberdeen, die Polizei zu rufen".

Die Behauptung, dass die IKS "anfing, in die Häuser der Leute einzubrechen", ist eine böswillige Lüge, die von Parasiten wie der längst aufgelösten Aberdeen-Communist-Bulletin-Group verbreitet wurde, um den Diebstahl der materiellen Ressourcen der IKS zu rechtfertigen und ihre Drohungen, die Polizei gegen die IKS zu rufen, zu entschuldigen. Die Andeutung in dem Artikel – durch die Verwendung des Adverbs "angeblich" –, dass die Wiederbeschaffung von Material durch die IKS ein Vorwand für Einschüchterung gewesen sei, war eine weitere Lüge, die von den Parasiten verbreitet wurde, um ihre eigene Schurkerei zu entschuldigen.

Eines der Prinzipien, durch das sich die Tradition der Kommunistischen Linken vom Stalinismus und Trotzkismus unterschieden hat, war es, die Wahrheit zu sagen und die Lügen der Konterrevolution zu entlarven, insbesondere deren Verfälschung historischer Tatsachen. Dieses Prinzip der faktischen Genauigkeit ist besonders wichtig, wenn es um die Geschichte der Kommunistischen Linken geht. Die Verfälschungen in dem Artikel müssen korrigiert werden, um ein wahrheitsgetreues Bild dieser Geschichte für neue Generationen von kommunistischen Militanten zu vermitteln.

Der Artikel ist nun schon seit einiger Zeit auf eurer Website und könnte von vielen Menschen gelesen worden sein, daher bitten wir darum, dass die obige Richtigstellung innerhalb der nächsten zwei Wochen an gut sichtbarer Stelle auf eurer Website erscheint.

Kommunistische Grüße

Die IKS"

Zweiter Brief der IKS

Obwohl die IKT sich weigerte, diesen Brief zu veröffentlichen, bestätigte sie tatsächlich die Richtigkeit unsere Korrekturen, wie wir in unserem zweiten Brief betonten:

"...wir stellen fest, dass ihr in eurem Brief tatsächlich die Richtigkeit der Korrekturen bestätigt, um die wir gebeten hatten:

  1. dass es keine Verleumdung des IKS war, zu sagen, dass die IntKP am Ende des 2. Weltkrieges in Italien in die Partisanen eintrat:

"Mitglieder der IntKP traten in die Partisanen ein, um Arbeiter vom Antifaschismus und Stalinismus (und dem CLN) wegzuzerren";

  1. dass die IKS die Konferenzen der Kommunistischen Linken nicht aufgegeben hatte:

"[Die IntKP] wollte sicher nicht, dass die positiven Einladungen zur Teilnahme an den Konferenzen nur auf die IKS reduziert würden"; (mit anderen Worten, es bestand keine Wahrscheinlichkeit, dass die IKS die Teilnahme an den Konferenzen verweigern würde);

  1. dass die IKS keine "Einbrüche" während der Wiederbeschaffung von politischem Material im Jahr 1981 begangen hatte: "Was die Frage der 'Einbrüche' betrifft, habt ihr recht."

Die Integrität der IKS infrage gestellt

Die angesprochen Tatsachen, die wir in unserem ersten Brief richtigstellen und in unserem zweiten Brief bestätigen und die die IKT nicht bestreitet, sich aber weigert, sie öffentlich zu korrigieren, sind eindeutig keine Kleinigkeiten, sondern betreffen direkt wichtige Aspekte der Integrität der Positionen der IKS. Der CWO-Artikel suggeriert, dass die Differenzen der IKS mit dem Verhalten der IntKP gegenüber den Partisanen in Italien im 2. Weltkrieg – ein Fakt, der hilft, den unterschiedlichen Werdegang der Vorläuferin der IKS, der Gauche Communiste de France, im Vergleich zu dem der IntKP während der 1940er Jahre zu erklären – eine "Verleumdung" darstellten.

Weiter heißt es in dem Artikel, wir hätten die Internationalen Konferenzen der Kommunistischen Linken der 1970er Jahre aufgegeben, die wir in Wirklichkeit mit Zähnen und Klauen verteidigten. Die negativen Auswirkungen des Scheiterns dieser Konferenzen sind noch heute zu spüren. Und schließlich wird in dem Artikel so getan, als ob die IKS, die immer die revolutionäre Organisation und ihr ehrliches Verhalten verteidigt hat, die gleiche Art von Methoden angewandt habe wie diejenigen, die versuchten, sie durch Diebstahl, Verleumdungen und Drohungen mit der Polizei zu zerstören. Mit einem Wort, völlig entgegen den Tatsachen, kommen wir in dem Artikel als Verleumder, Schurken und Deserteure daher.

Es handelt es sich dabei nicht um eine polemische Übertreibung, sondern um Erfindungen, die uns diffamieren.

Natürlich ist die IKS verpflichtet, sich öffentlich gegen solche Verunglimpfungen zu wehren.

Die CWO verfasste ihre Geschichtsdarstellung für neue Mitglieder und Kontakte, damit sie das "Fundament unseres politischen Bewusstseins und unserer heutigen Perspektiven" kennen. Und als solche hatte ihre Geschichte zwangsläufig eine polemische Seite, da sich ihre Vergangenheit an vielen Punkten mit der der IKS überschneidet. Aber das ist ein Grund mehr, sich an die Fakten zu halten, damit die neuen Militanten die tatsächliche Geschichte der Divergenzen der IKT mit anderen Tendenzen kennen. Die tiefe Überzeugung neuer Militanter von der Politik der IKT oder irgendeiner anderen Tendenz der Kommunistischen Linken kann nicht auf der Grundlage von Verunglimpfungen und Unwahrheiten über gegnerische Tendenzen gebildet werden. Im Gegenteil, die Schulung neuer Militanter der Kommunistischen Linken erfordert die Kenntnis der Tatsachen.

Wie das Schicksal der Anfrage der IKS an die IKT zeigt, ist die kollektive Entschlossenheit, die Wahrheit innerhalb der Kommunistischen Linken – trotz ihrer gegenseitigen politischen Meinungsverschiedenheiten – als Ganzes und Teil ihrer historischen Tradition zu verteidigen, leider mehr und mehr in Vergessenheit geraten, und der Versuch, Unwahrheiten zu korrigieren, wird stattdessen von der IKT als "ein Spiel" betrachtet – d.h. die Forderung der IKS nach faktischer Ehrlichkeit wird selbst als unehrlich betrachtet. Und dann abgelehnt.

Diese erbärmliche Missachtung der Tatsachenfeststellung ist jedoch eine eher neue Abweichung von der Tradition der marxistischen Linken und der Kommunistischen Linken im Besonderen.

'Die Wahrheit ist revolutionär' – Marx

Der revolutionäre Charakter der Wahrheit hat für den Marxismus eine allgemeine Bedeutung in dem Sinne, dass die Abfolge der historischen Veränderungen von einer Produktionsweise zur nächsten im Laufe der Menschheitsgeschichte nur als Ergebnis des Klassenkampfes wissenschaftlich und damit wahrhaftig verstanden werden kann. Und sie hat eine spezifische Bedeutung für den Kampf der Arbeiterklasse, die die Lügen entlarven muss, mit denen die Kapitalistenklasse ihre Herrschaft der erbarmungslosen Ausbeutung, der ökonomischen Krise und Verelendung, des endlosen Krieges und der Katastrophe rechtfertigt. Da das kommunistische Ziel des revolutionären Proletariats nicht darin besteht, eine neue Ausbeutungsform zu rechtfertigen, sondern die Klassen abzuschaffen und eine Gesellschaft der freien Assoziation der Produzenten zu schaffen, ist das Streben nach der Wahrheit die größte politische und theoretische Waffe der Arbeiterklasse und ihrer kommunistischen Minderheiten, sowohl gegen die Bourgeoisie als auch zur Stärkung der eigenen Reihen.

Die theoretische, politische und organisatorische Entwicklung der marxistischen Tradition hat hauptsächlich durch sachlich korrekte Polemiken stattgefunden. Es gibt die berühmten Polemiken von Marx und Engels gegen die linken Hegelianer (Heilige Familie, Deutsche Ideologie), gegen Proudhon (das Elend der Philosophie), den Anti-Dühring, die Kritik des Gothaer Programms, die Polemik von Rosa Luxemburg gegen Eduard Bernstein (Sozialreform oder Revolution), Lenins Polemik mit den russischen Populisten in Was sind die ‚Volksfreunde‘ und wie befehden sie die Sozialdemokraten usw. Sie alle beruhen auf ausführlichen Zitaten aus den Schriften und den genauen, beweiskräftigen Schilderungen der Handlungen derer, die sie kritisieren, und waren deshalb umso kraftvoller und vehementer. Umgekehrt war die marxistische Tradition entschlossen, alle Fälschungen ihrer Politik öffentlich zu beantworten und ganz besonders die Verleumdungen und Manöver im Dienste des gegnerischen Lagers zu entlarven, wie Marx' Entlarvung des Polizeispions Herrn Vogt, die ein ganzes Buch umfasste, oder der Bericht der Ersten Internationale über die Bakunin-Verschwörung.

Diese Prinzipien der Genauigkeit und Ehrlichkeit wurden im marxistischen Lager durch die opportunistische Degeneration der 2. Internationale geschwächt. Nach dem Zusammenbruch der letzteren im Jahr 1914 und der Unterstützung der wichtigsten sozialdemokratischen Parteien für den imperialistischen Krieg und dem aktiven Hass auf die revolutionäre Welle, die 1917 aufkam, verstärkten sich die Verleumdungen gegen die marxistische internationale Linke und waren der Auftakt zum Versuch, ihre Militanten auszurotten. Die Sündenbockjagd auf Rosa Luxemburg durch die sozialdemokratische Presse zum Beispiel schuf das Klima für ihre Ermordung 1919. Lenin und Trotzki entgingen im Sommer 1917 nur knapp dem gleichen Schicksal, nachdem sie von den Menschewiki und anderen als deutsche Agenten verleumdet worden waren.

Die lange stalinistische Konterrevolution, die dem Ende der revolutionären Welle von 1917-23 folgte, verstärkte diesen Angriff gegen die Prinzipien und die Ehre der revolutionären Vorhut im Namen des Marxismus und der Arbeiterklasse – die größte Lüge der Geschichte. Die stalinistischen Angriffe, verkleidet als "marxistische Polemik", zielten auf die Vernichtung derjenigen, die angesichts der Degeneration der Oktoberrevolution und der Kommunistischen Internationale den internationalistischen Kern des marxistischen Programms aufrechterhielten – also die Opposition Trotzkis, vor allem aber die kommunistische Linke aus Deutschland und Italien. Geschichtsfälschungen, Lügen und Verleumdungen bereiteten den Boden für Ausschlüsse, Verhaftungen, Folter, Schauprozesse und Mord.

Trotzki versuchte, die wahre marxistische Tradition mit der Dewey-Kommission 1936 aufrechtzuerhalten, die die Komplotte der Moskauer Prozesse mit systematischen Beweisen und durch Zeugenaussagen entlarvte.

Aber der Trotzkismus schloss sich während des Zweiten Weltkriegs dem bürgerlichen Lager an, indem er den Internationalismus aufgab, und in diesem Prozess wurden seine Methoden denen der stalinistischen und sozialdemokratischen Konterrevolution immer ähnlicher. Lügen und Verleumdungen wurden zum normalen Verhalten innerhalb der linken und extremen Linken der bürgerlichen Konterrevolution. Nur die Kommunistische Linke blieb auf der Seite des Proletariats und der Verteidigung der Wahrheit während des imperialistischen Gemetzels 1939-45. Und heute muss sich die Kommunistische Linke immer noch mit den schändlichen Methoden der konterrevolutionären Linken auseinandersetzen und sich scharf von ihnen abgrenzen.

Beim Wiederaufleben der Tradition der Kommunistischen Linken nach 1968 wurde trotz des Gewichts des Sektierertums unter den verschiedenen Gruppen und der Schwierigkeit für neue Militante, mit den Gewohnheiten der Linken zu brechen, die Notwendigkeit einer gemeinsamen Anstrengung zur Durchsetzung der Wahrheit von den verschiedenen Gruppen gegenseitig anerkannt. Wie der obige Brief der IKS an die CWO zeigt, veröffentlichte die IKS 1977 in ihrer International Review die Bitte von Battaglia Comunista (d.h. intKP/IKT) um eine Korrektur ihres Artikels über die Partisanen und die Ursprünge der intKP. Und zu dieser Zeit bezog sich die Bitte der intKP auf dieses revolutionäre Prinzip der historischen Genauigkeit, eine Episode, an die wir in unserem zweiten Brief an die IKT erinnern:

1976 richtete Genosse Onorato Damen im Namen der Exekutive des Partito Comunista Internazionalista einen Brief an unsere Sektion in Frankreich mit der Bitte, bestimmte Aussagen in einer Polemik mit der bordigistischen IKP, die in Nr. 29 unserer Zeitung Révolution Internationale veröffentlicht wurde, zu korrigieren. Er protestierte vor allem gegen das, was wir über die Politik des Partito in der Partisanenfrage geschrieben hatten. Und er schloss seinen Brief mit folgendem: ‚Wir wollen, dass alle Revolutionäre wissen, wie man eine ernsthafte kritische Prüfung der Positionen zu den wichtigsten politischen Problemen der Arbeiterklasse heute durchführt, dokumentiert mit dem Ernst, der Revolutionären eigen ist, wenn es darum geht, zu den Irrtümern der Vergangenheit zurückzukehren (und das ist etwas, das immer notwendig ist)‘“. Wir haben seinen gesamten Brief in der International Review Nr. 8 (engl./frz./span. Ausgabe) veröffentlicht, natürlich mit unserer eigenen Antwort.

Unsere Frage an euch lautet: Seid ihr der Meinung, dass Genosse Damen und die Exekutive der intKP sich auf "Provokation", auf "politische Spiele" eingelassen haben, indem sie uns aufforderten, eine Korrektur zu veröffentlichen?

Natürlich kann es einen Streit über die Realität der Fakten geben. In der International Review Nr. 87 (engl./frz./span. Ausgabe) veröffentlichten wir zum Beispiel einen Brief der CWO (geschrieben als "Provokation" und für "politische Spiele"?), in dem behauptet wurde, es gäbe Unwahrheiten in einer früheren Polemik der IKS. Wir argumentierten, dass sie in der Tat wahr waren.

In den letzten Jahrzehnten ist diese revolutionäre Tradition, an die Onorato Damen erinnert, jedoch in Vergessenheit geraten, zum Teil als Folge des Scheiterns der bereits erwähnten Konferenzen der Kommunistischen Linken und des daraus resultierenden Aufkommens einer zerstörerischen "Jeder gegen Jeden"-Mentalität, bei der das Prinzip der Ehrlichkeit innerhalb der Kommunistischen Linken, trotz aller Bemühungen der IKS, mehr und mehr in Vergessenheit geriet. Das Prinzip der wechselseitigen Diskussion und des gemeinsamen Handelns, das von Marx während der I. Internationale als Ethos aller verschiedenen Tendenzen innerhalb der proletarischen Bewegung aufgestellt wurde, wurde zunehmend ignoriert. Mit diesem Versagen verbunden und es verschärfend traten zunehmend Gruppen in Erscheinung – oft nicht mehr als unzufriedene Blogger –, die sich verbal auf die Kommunistische Linke beriefen, deren Funktion in Wirklichkeit aber darin bestand, diese organisierte Tradition des Linkskommunismus zu verunglimpfen und zu verleumden. Dieser hat es jedoch bisher als ein Ganzes versäumt, gegen dieses bösartige Phänomen, das das Prinzip der Ehrlichkeit innerhalb der Kommunistischen Linken weiter schwächt, die Reihen zu schließen.[4]

Die 'Circulo'-Affäre

Die ‚Infektion‘ durch die unehrliche Praxis der extremen Linken, deren Symptome in den Fälschungen im neuesten Artikel der CWO über ihre Geschichte auftauchen, erinnert an eine frühere Episode ähnlicher Art, den berüchtigten Skandal der "Circulo-Affäre", als die IKT (damals IBRP, Internationales Büro der Revolutionären Partei, genannt) auf ihrer Website kritiklos eine Litanei von Verleumdungen gegen die IKS veröffentlichte, die von einer imaginären Gruppe in Lateinamerika namens "Circulo de Comunistas Internacionalistas" stammten.

In den frühen 2000er Jahren begann die IKS mit einer Gruppe in Argentinien Diskussionen über die Positionen und Organisationsprinzipien der Kommunistischen Linken und über die Analyse der Piqueteros-Bewegung in diesem Land im Dezember 2001. In der Folge startete diese Gruppe, der Nucleo Comunista Internazionalista, einen internationalen Aufruf an die Gruppen der Kommunistischen Linken zur organisierten Diskussion, auf den leider nur die IKS positiv reagierte. Der NCI gab auch eine Erklärung ab, in der er die Aktionen einer parasitären Gruppe gegen die IKS verurteilte.[5]

Die Schwierigkeiten, mit denen neue Gruppen, die zur Kommunistischen Linken kommen, konfrontiert sind, wurden jedoch durch eine bizarre und destruktive Episode offenbart.

Ein ehrgeiziges Individuum innerhalb des NCI (das als Bürger B bekannt wurde) legte ein ausgesprochen abenteuerliches Verhalten, mit der Ausstrahlung eines Gurus, innerhalb der Gruppe an den Tag und forderte entschieden die sofortige Mitgliedschaft in der IKS. Als die Bedingungen dieser Forderung abgelehnt wurden, rächte er sich, indem er vorgab, der NCI habe sich in eine imaginäre politische Gruppe „Circulo de Comunistas Internacionalistas“ verwandelt! Diese ungeheuerliche Usurpation fand völlig ohne das Wissen der anderen Mitglieder des NCI statt!

Im Namen dieser Phantomgruppe begann der 'Circulo' Bürger B dann, Erklärungen im Internet eigenmächtig persönlich zu produzieren, die die frühere Position des NCI gegen das Parasitentum auf den Kopf stellten und stattdessen genau die Angriffe der letzteren gegen die IKS aufnahmen.

In einer ersten dieser Erklärungen, die bei einer öffentlichen IBRP-Versammlung in Paris physisch verteilt wurde, schrieb die parasitäre Gruppe IGCL[6]:

"Es ist die verquere Stimme der IKS, die, indem sie die schädlichen Lehren des Stalinismus von 1938, der die alte bolschewistische Garde liquidierte, übernommen hat und heute versucht, das Gleiche zu tun: revolutionäre Genossen politisch zu liquidieren aufgrund der einfachen Tatsache, dass sie mit ihrer politischen Linie nicht einverstanden sind."

Nicht nur auf Stalin bezogen sie sich, sondern auch auf Goebbels:

Es ist notwendig, der Verleumdung und der Politik von Goebbels, immer wieder zu lügen und zu lügen, damit immer etwas davon übrig bleibt, ein Ende zu setzen.

All dieser verleumderische Müll gegen die IKS aus der Aussage des Phantoms "Circulo", der durch keinen einzigen Fetzen eines Beweises gestützt wird, wurde kommentarlos und ohne jeden Versuch, ihn zu überprüfen, in mehreren Sprachen auf der IBRP/IKT-Webseite veröffentlicht. Der nicht existierende "Circulo" wurde sogar als echte Bereicherung in den Reihen der Revolutionäre begrüßt.

Die IKS, besorgt darüber, dass solche Verleumdungen auf einer Website der Kommunistischen Linken gegen eine andere Tendenz der Kommunistischen Linken veröffentlicht wurden, schrieb sofort an die IKT und lieferte umfassende Beweise dafür, dass der "Circulo" die groteske Erfindung eines Abenteurers war, und forderte, dass unsere Erklärung zur Richtigstellung ihrer verleumderischen Aussage von der IKT veröffentlicht wird. Wir mussten drei Briefe an das IKT schreiben und drei Wochen vergingen, bis dies endlich geschah. Aber damit war die Sache noch nicht zu Ende.

Die IKS setzte sich mit den anderen Mitgliedern der NCI in Verbindung, um den Sachverhalt zu bestätigen, und stellte fest, dass die Genossen sprachlos waren, als sie von der Usurpation und den Verleumdungen des Bürgers B und seinem "Circulo" erfuhren, und beschlossen, selbst eine Erklärung zu schreiben, in der sie den Betrug anprangerten und die Fakten, wie sie von der IKS dargestellt wurden, unterstützten.[7]

Als Bürger B. von diesem Kontakt erfuhr, verdoppelte er seine Verleumdungen aus seiner ersten Erklärung und produzierte eine zweite Tirade.

(...) diese Telefonanrufe waren nicht unschuldig. Sie hatten die hinterhältige Absicht, unseren kleinen Kern oder seine einzelnen Militanten zu zerstören, indem sie gegenseitiges Misstrauen schürten und die Saat der Spaltung in den Reihen unserer kleinen Gruppe säten.

(...) die gegenwärtige Politik der IKS schürt Zweifel und eine interne Atmosphäre des gegenseitigen Misstrauens. Sie wendet die stalinistische Taktik der "verbrannten Erde" an, d.h. nicht nur die Zerstörung unserer kleinen und bescheidenen Gruppe, sondern auch die aktive Opposition gegen jeden Versuch einer revolutionären Umgruppierung, die die IKS nicht anführt, durch ihre sektiererische und opportunistische Politik. Und dafür zögert sie nicht, eine ganze Reihe von widerlichen Tricks anzuwenden, deren zentrales Ziel es ist, ihre Gegner zu demoralisieren und auf diese Weise einen "potentiellen Feind" auszuschalten.“

Bürger B verstrickte sich so sehr in seine Manöver und Verleumdungen, dass er dabei ertappt wurde, die IKS zu beschuldigen, eine Gruppe zu zerstören, die er selbst versucht hatte, und durch eine völlig fiktive Gruppe seiner eigenen Phantasie zu ersetzen! Aber als diese zweite verleumderische Erklärung des "Circulo" auf der IKT-Website erschien, weigerte sich die IKT, die Erklärung des NCI zu veröffentlichen, die den Betrug des "Circulo" aus erster Hand vollständig entlarvte und die ganze Episode unabhängig klärte und verifizierte. Auch veröffentlichte die IKT, nachdem die Tatsachen offensichtlich geworden und der 'Circulo' und Bürger B. spurlos verschwunden waren, keinen Widerruf oder eine Erklärung, warum die Verleumdungen gegen die IKS auf ihrer Webseite erschienen waren, oder irgendeine Anerkennung des Schadens, den dies nicht nur dem Ruf der IKS, sondern der gesamten Kommunistischen Linken zugefügt hatte. Die lügnerische Aussage des Circulo blieb noch einige Wochen auf der IKT-Website, bevor sie still und leise entfernt wurde, als ob nichts geschehen wäre.

Die IKS schrieb daraufhin einen offenen Brief an die Militanten der IKT, wie schwerwiegend ihr Verhalten war und wie sehr es das Eindringen der verrotteten Methoden der extremen Linken in das Verhalten der Kommunistischen Linken begünstigte. Wir kündigten in diesem offenen Brief an, dass jede weitere Aktion der gleichen Art wie der Circulo-Skandal aufgedeckt werden würde, insbesondere wenn die IKT erneut versuchen würde, sich aus dem Skandal herauszuwinden, indem sie unsere Briefe mit "Schweigen" beantwortet.[8]

Der vorliegende Artikel ist die Erfüllung dieser Ankündigung.

Anstatt die Lehren aus der Erfahrung zu ziehen und die Angriffe des 'Circulo' als das zu erkennen, was sie waren, sowie ihr eigener schwerer Fehler, sie weiter zu veröffentlichen, reagierte die IKT damals, indem sie der Verleumdung gegen die IKS noch Beleidigungen hinzufügte. Anstatt den Betrug des 'Circulo' anzuprangern, prangerten sie die IKS als eine paranoide Organisation an, die sich im Auflösungsprozess befinde, und stellten sich stattdessen als Opfer der 'vulgären und gewalttätigen' Angriffe der IKS dar.[9]

Das Verbrechen des "Circulo"-Fiaskos bestand also nach diesem Szenario nicht darin, dass die IKT einen böswilligen Angriff auf eine andere Gruppe der Kommunistischen Linken ermöglicht hatte, sondern darin, dass die IKS auf diesen Frevel reagiert und ihn als den Betrug entlarvt hatte, der er war.

Die Unverschämtheit endete dort nicht. Nachdem sie eine bedeutende Rolle bei der Schaffung des "Circulo"-Schlamassels gespielt hatte, gab die IKT vor, dass sie jetzt viel zu beschäftigt sei, um bei der Klärung zu helfen und auf die Kritik der IKS zu antworten. Sie deutete an, dass ihre wichtige Arbeit für den Klassenkampf bedeute, dass sie keine Zeit für die Streitigkeiten kleiner Gruppen habe, als ob der Versuch, eine Gruppe der Kommunistischen Linken durch den Dreck zu ziehen, von geringer Bedeutung wäre.

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Wenn wir in diesem Artikel die Geschichte des "Circulo" aufrollen, dann um zu zeigen, dass die Lehren nicht gezogen wurden und die gleichen schädlichen Fehler immer noch gemacht werden. In ähnlicher Weise wie die Episode des "Circulo" haben sie die jüngsten verleumderischen Erfindungen über die IKS, die in dem Artikel über die Geschichte der CWO enthalten sind, auf deren Website belassen. Die IKT hat nicht nur die Bitte abgelehnt, die Gegendarstellung der IKS zu veröffentlichen, sondern sie hat sich auch geweigert, die Frage mit der IKS weiter zu diskutieren, obwohl sie in der Korrespondenz mit uns die fraglichen Fakten nicht bestreitet.

In ihrem Brief antwortet die IKT auf unsere Bitte um die Feststellung der Fakten tatsächlich mit ähnlichen Beleidigungen wie in ihrer Antwort im Jahr 2004. Ihrer Meinung nach sind nicht die Verfälschungen in dem Artikel das Problem, sondern die IKS, die mit ihrer Forderung nach einer öffentlichen Richtigstellung für Unruhe sorgt. Die CWO gibt vor, dass die IKS ein politisches Spiel treibt, um sie zu diskreditieren. Und sie tut so, als sei sie ohnehin viel zu beschäftigt, um diese Frage weiter zu verfolgen; das war's, auf Wiedersehen.

In Wirklichkeit besteht das 'politische Spiel' in dem Versuch, die Verfälschungen in dem Artikel zu vertuschen, indem man sie weiter verschärft. Die Hauptdiskreditierung liegt hier. Die öffentliche Richtigstellung der ursprünglichen Fälschungen wäre in der Tat ein Verdienst der CWO gewesen.

Die Kommunistische Linke: revolutionäre Positionen und revolutionäres Verhalten

Aus den Antworten der IKT auf unsere Kritik können wir folgern, dass sich die IKS nicht mit dem Klassenkampf beschäftigt, sondern nur mit den Auseinandersetzungen zwischen revolutionären Gruppen. Ein Blick auf die Arbeit der IKS auf unserer Webseite in den letzten 45 Jahren wird sofort zeigen, dass das nicht stimmt.

Es hat keinen Sinn, um diesbezügliche Versäumnisse zu verbergen, so zu tun, als ob die Frage des ehrlichen Verhaltens der revolutionären Organisationen untereinander zweitrangig oder irrelevant für die allgemeinen politischen Ziele, Analysen und Interventionen der Kommunistischen Linken sei. Die organisatorische Ehrlichkeit der letzteren in der Arbeiterklasse ist für ihren letztendlichen Erfolg unerlässlich. Umgekehrt kann die Annahme oder Entschuldigung eines Verhaltens, das eher der extremen Linken ähnelt, nur dazu beitragen, diejenigen zu demoralisieren, die mit der konterrevolutionären Linken brechen, um zu internationalistischen Positionen zu kommen.

Während es dem Bürger B und seinem „Circulo“ nicht gelang, den NCI im Jahr 2004 sofort verschwinden zu lassen, wie er es wollte, überlebte der NCI dennoch diese ganze betrügerische Episode nicht, die, wie wir erklärt haben, eher typisch für das linke Milieu war, dem sie gerade entkommen waren, als für das Milieu der Kommunistischen Linken, dem sie sich angeschlossen zu haben glaubten. Die Erfahrung hatte eine langfristige demoralisierende Wirkung auf sie.

Ohne ein revolutionäres Verhalten von Gruppen der kommunistischen Linken besteht heute die reale Gefahr, das Potenzial für neue Militante, die zu ihren Klassenpositionen kommen, zu zerstören.

Ohne ein revolutionäres Verhalten wird es für neue revolutionäre Militante schwierig sein, nicht nur die Kommunistische Linke von allen Strängen der Linken zu unterscheiden, sondern die echte von der falschen Kommunistischen Linken. Die zahlreichen Mikrogruppen, Abenteurer, Einzelpersonen mit ihrem Groll, die heute vorgeben, Teil der linkskommunistischen Tradition zu sein, während sie sich der Diskreditierung dieser Tradition widmen, wie der berüchtigte "Circulo", sind ein Beweis dafür, dass die internationalistische Plattform mehr ist als ein Dokument, sondern eine Lebensweise, eine organisatorische Integrität.

Die Aufrechterhaltung eines gemeinsamen Verhaltensstandards unter ihren verschiedenen Gruppen würde jedoch die politische Präsenz des linkskommunistischen Milieus innerhalb der Arbeiterklasse als Ganzes stärken.

Das politische Programm der Kommunistischen Linken, das heißt die Ausarbeitung der revolutionären Wahrheit des proletarischen Kampfes in der Arbeiterklasse, hängt von einem organisatorischen Verhalten ab, das mit diesen politischen Idealen übereinstimmt. Der Kampf für die internationalistische Einheit des Proletariats und gegen die Lügen des Imperialismus und all seiner Apologeten, kann nicht mit der gleichen Moral geführt werden wie die der letzteren und ihrer Verachtung für die Wahrheit.

Das ist kein Appell an ein ewiges moralisches Ideal, sondern die Erkenntnis, dass Zweck und Mittel der revolutionären Organisation, das Ziel und die Bewegung, untrennbar sind und sich ständig gegenseitig bedingen.

Wenn die IKS die Fälschungen des Artikels über die Geschichte der CWO ans Licht bringt, spielt sie kein "Spiel". Wir meinen es ernst und wir werden weiterhin die Frage der revolutionären Ehrlichkeit und Genauigkeit zu einem zentralen Aspekt unserer kommunistischen Intervention machen.

"Sich am Kampf der Kommunistischen Linken zu beteiligen, heißt nicht nur, ihre politischen Positionen zu verteidigen. Es bedeutet auch die Anprangerung von politischem Verhalten, das – wie Gerüchte, Lügen, Beleidigungen und Erpressung – in diametralem Widerspruch steht zum Kampf des Proletariats für seine Emanzipation."[10]

IKS, 14.04.2021


[2] Neben der CWO ist die wichtigste Organisation der IKT die Internationalistische Kommunistische Partei (Battaglia Comunista) in Italien. Wie die IKS sind sie Erben der Tradition der Kommunistischen Linken, die vor allem durch ihre internationalistischen Positionen während des 2. Weltkriegs bekannt ist. Zwischen 1984, als die formale Umgruppierung der CWO und der PCInt begann, und 2009 war die IKT als IBRP bekannt: Internationales Büro für die Revolutionäre Partei.

[3] Die IKT-Antwort wurde vom "Executive Committee of the CWO" gesendet

[4] Das soll nicht heißen, dass die intKP/IKT nicht in der Lage gewesen wäre, auf solche Verleumdungen gegen sich selbst zu reagieren. Im Jahr 2015 erschien auf der IKT-Website eine Erklärung Antwort auf eine üble Verleumdung, in der Lügen angeprangert wurden, die von ehemaligen Mitgliedern gegen Mitglieder der IKT in Umlauf gebracht worden waren:

„Sie haben uns in ihren sinnlosen Anschuldigungen nichts erspart: Angst, Feigheit, Verrat, Opportunismus Einzelner, bis hin zu Anschuldigungen von Verbindungen zu Kräften des bürgerlichen Staates.

Sie haben nie auch nur einen Ansatz eines Beweises vorgelegt. Da aber diejenigen, die Anschuldigungen erheben, die Beweislast tragen, ist gerade das Fehlen konkreter Beweise ein Beweis für die Schandtaten dieser Personen und ihrer Manöver. (...)

In der Geschichte unserer Partei hatte eine ähnlich schlimme Sache ihr Gegenstück – in viel schwerwiegenderer Form – nur während des Zweiten Weltkriegs, als internationalistische Militante ins Visier von Togliattis Schergen gerieten, die ihre Verfolgungskampagnen bis hin zur Ermordung damit rechtfertigten, dass sie uns beschuldigten, 'im Dienste der Gestapo' zu stehen.

Die IKT weigerte sich jedoch, aus dieser Erfahrung allgemeine Lehren zu ziehen und die offensichtlichen Parallelen zu ähnlichen Angriffen auf die IKS zu sehen. Sie war daher nicht in der Lage und nicht willens, das Milieu der Kommunistischen Linken als Ganzes gegen das feindliche Milieu der Verleumder und Verunglimpfer zu verteidigen. Schlimmer noch, die IKT hat den schweren Fehler begangen, zu versuchen, neue Mitglieder und Sektionen aus solchen Kloaken zu rekrutieren, und wurde unweigerlich von letzteren infiziert, zum Schaden der Kommunistischen Linken als Ganzes.

Die IKS ihrerseits hat immer versucht, die anderen Gruppen der Kommunistischen Linken gegen Verleumdungen zu verteidigen, auch wenn die Solidarität der IKS nicht erwidert wurde. In der Tat unterstützten wir die IKT in ihrer Antwort auf eine üble Verleumdung: https://en.internationalism.org/icconline/201504/12486/statement-solidarity-ict. Die IKS tat dasselbe, als die Gruppe Los Angeles Workers' Voice eine Kampagne zur Verunglimpfung der IKT startete (siehe Internationalism Nr. 122: en.internationalism.org/inter/122_lawv.html).

[5] Siehe https://de.internationalism.org/revue35/2005_nci_vw für eine Geschichte dieser Gruppe

[6] International Group of the Communist Left (Internationale Gruppe der Kommunistischen Linken), früher bekannt als IFIKS. Für eine Geschichte dieser Gruppe siehe https://de.internationalism.org/content/2978/der-abenteurer-gaizka-hat-die-beschuetzer-die-er-verdient-die-halunken-der-gigc

[7] Die NCI-Genossen versuchten auch, ein persönliches Treffen mit Bürger B. in Buenos Aires zu organisieren, um ihn mit den Fakten zu konfrontieren. Aber er weigerte sich.

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Kommunistische Linke