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Der Krieg breitet sich über den gesamten Planeten aus und entlarvt die Staats- und Regierungschefs dieser Welt als Lügner, die die Medien mit leeren Friedensversprechen überschütten. Der Angriff der USA und Israels auf den Iran und den Libanon sowie die Gegenangriffe des Irans und seiner Stellvertreter auf Israel und die Golfstaaten haben den gesamten Nahen Osten in Brand gesetzt. Der Krieg in der Ukraine dauert nun schon vier Jahre an, und es gibt keine Anzeichen für eine Beilegung. Blickt man weiter nach Osten, sieht man Zusammenstöße zwischen Afghanistan und Pakistan, zwischen Pakistan und Indien, Kambodscha und Thailand. Blickt man nach Westen, sieht man den Völkermordkonflikt im Sudan, den scheinbar endlosen Krieg im Kongo, die Kämpfe zwischen islamistischen Banden und dem nigerianischen Staat ... Unterdessen bestätigt jeder neue wissenschaftliche Bericht zum Klimawandel, dass das bestehende System völlig versagt, der Zerstörung der Umwelt entgegenzuwirken. Im Gegenteil: Die eskalierende militärische Barbarei bringt nicht nur weitere ökologische Katastrophen mit sich, sondern macht es den Staaten der Welt praktisch unmöglich, auch nur ein Minimum an Ressourcen für die Eindämmung der Auswirkungen der globalen Erwärmung aufzuwenden.
Kein Wunder, dass Angst, Nihilismus und apokalyptische Stimmung überall zunehmen und zunehmend irrationale Reaktionen hervorrufen, die Teil des politischen Mainstreams werden. So wurde beispielsweise berichtet, dass hochrangige Offiziere der US-Armee den im Krieg gegen den Iran eingesetzten Truppen feurige Predigten gehalten und den Krieg wie folgt erklärt haben: Donald Trump sei von Gott gesalbt worden, um das Armageddon und die Wiederkehr Jesu einzuleiten. Viele vermuten jedoch zu Recht, dass der Krieg im Nahen Osten ein echtes Zeichen dafür ist, dass die Staats- und Regierungschefs der Welt zunehmend die Kontrolle über diesen Abwärtstrend hin zu einer Welt voller Kriege verlieren, in einem Abstieg auf tiefere Kreise der Barbarei und der Selbstzerstörung, und dass die Zukunft der Menschheit selbst bedroht ist.
Angesichts dieser düsteren Aussichten kommen kleine Minderheiten auf der ganzen Welt zu der Erkenntnis, dass hinter dieser tödlichen Spirale ein ganzes Gesellschaftssystem steckt, ein System der Klassenherrschaft, das seine Unfähigkeit unter Beweis stellt, den Bedürfnissen der Menschheit gerecht zu werden; ein seniles, verfaulendes System, das „überlebt“ und sich verteidigt, indem es der Weltbevölkerung eine Katastrophe nach der anderen auferlegt. Das ist der Kapitalismus in seiner Epoche des Verfalls und der Zersetzung.
Anti-Trumpismus und Antifaschismus: die ideologischen Abwehrmechanismen des Kapitalismus
Doch die Ideologie der Kapitalistenklasse stellt zahlreiche Hindernisse für die Vertiefung und Ausweitung eines wirklichen Verständnisses der sozialen Realität dar.
Es ist offensichtlich – auch für weite Teile der herrschenden Klasse selbst –, dass der Krieg im Iran ohne klaren Plan oder Ziel begonnen worden ist oder dass sich die erklärten Ziele von einem Tag auf den anderen ändern: Zielt diese gewaltige (und enorm teure) Mobilisierung der US-Militärmacht lediglich darauf ab, die militärischen Kapazitäten des Iran zu zerstören, oder zielt sie darauf ab, das Regime der Mullahs gänzlich zu stürzen? Wie soll der Konflikt ohne ein konkretes Ziel beendet werden? Wurde die Fähigkeit des Iran überhaupt einkalkuliert, nicht nur mit dem Abschuss von Raketen und Drohnen auf den gesamten Nahen Osten und sogar darüber hinaus sowie durch eine Strategie der verbrannten Erde in der gesamten Region zu reagieren, sondern auch – und das ist wahrscheinlich noch bedeutender – der Weltwirtschaft einen schweren Schlag zu versetzen, indem die Straße von Hormus, eine Schlüsselverbindung für den globalen Handel und die Energieversorgung, gesperrt wird?
Dieser Mangel an einem kohärenten Plan hinter dem Krieg wird im Allgemeinen damit erklärt, dass man mit dem Finger auf Trump und seine Kumpane zeigt, insbesondere auf Trumps narzisstische oder egozentrische Persönlichkeit, seine Unfähigkeit, kohärent zu denken, oder seine zunehmenden Anzeichen von Senilität und kognitivem Verfall. Und Trump weist in der Tat all das vor. Aber wie das Sprichwort sagt: „Wenn die Stunde schlägt, erscheint der Mann.“ Dass ein solcher Mann an die Spitze des mächtigsten Landes der Welt gesetzt werden konnte, spricht Bände über das Wesen und den Verlauf des kapitalistischen Systems, das nicht nur seit über einem Jahrhundert überholt ist, sondern seit Ende der 1980er Jahre in die Endphase seines Niedergangs eingetreten ist. Seine Unfähigkeit, der Menschheit eine Zukunft zu bieten, bringt unweigerlich „Führer“ hervor, die zunehmend unfähig sind, vorausschauend zu denken, und die sich selbst in einem Zustand der Verleugnung dessen befinden, was vor uns liegt. Trumps Beharren darauf, dass der Klimawandel ein riesiger Schwindel sei oder dass Amerika am Rande eines neuen Goldenen Zeitalters stehe, sind Symptome dieser irrationalen Kurzsichtigkeit.
Die Improvisation, das Pfuschwerk und die Rachsucht Trumps und seiner Clique politischer Amateure tragen dazu bei, die Tendenz der US-Macht zu beschleunigen, nicht mehr als Hauptbollwerk der kapitalistischen Weltordnung zu agieren, sondern als eine Kraft zunehmender Destabilisierung auf dem gesamten Planeten. Doch diese Tendenz reicht weit über Trumps Amtszeit hinaus. In den frühen und mittleren 2000er Jahren haben wir beispielsweise in vielen unserer Artikel und internationalen Resolutionen darauf hingewiesen, dass die USA angesichts der wachsenden Unordnung in den interimperialistischen Beziehungen, die nach dem Zusammenbruch des russischen Blocks entstand, selbst zum Hauptverursacher des globalen Chaos wurden – trotz oder vielmehr gerade wegen ihrer Bemühungen, ihre Interessen durch brutale Demonstrationen militärischer Macht zu verteidigen. Was im Irak geschah, war das Paradebeispiel: Die Tatsache, dass dies zum spektakulären Sturz des Regimes von Saddam Hussein führte, hinderte die Invasion des Irak nicht daran, das Land in endloses Blutvergießen und Zersplitterung zu stürzen, mit dem Aufkommen zahlreicher unkontrollierter bewaffneter Milizen und terroristischer Banden wie dem IS. Der gegenwärtige Krieg gegen den Iran mit seinen erheblichen militärischen, politischen und wirtschaftlichen Folgen hebt diese Wirkung bereits auf eine höhere Ebene. Er zieht immer mehr Staaten und Fraktionen in den Sumpf und fügt der Weltwirtschaft weitaus größeren Schaden zu. Dies liegt jedoch im Wesentlichen daran, dass die dem Kapitalismus zugrunde liegende Tendenz zu seiner „inneren Zersetzung“ (um die Kommunistische Internationale von 1919 zu zitieren) seit einigen Jahrzehnten sprunghaft voranschreitet.
All dies allein Trump oder seiner Fraktion anzulasten, hat eine eindeutige ideologische Funktion: Es impliziert, dass sich der tiefgreifende Kurs dieser zum Scheitern verurteilten Zivilisation umkehren ließe, wenn diese Bande durch seriöse, demokratische Politiker ersetzt werden könnte. Daher die angebliche Notwendigkeit, sich auf die nächste Wahlrunde vorzubereiten, die Demokratische Partei oder sogar den vernünftigeren Rest der Republikanischen Partei in ihren Kampagnen zu unterstützen, um Trump loszuwerden, die richtig Erwachsenen wieder an die Regierungsgeschäfte zu bringen und dabei zu helfen, eine „regelbasierte Ordnung“ auf internationaler Ebene wiederherzustellen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Argument dazu dient, das Reifen und die Verbreitung einer ganz anderen Schlussfolgerung zu verhindern: dass das eigentliche Problem nicht dieser oder jener Politiker oder diese oder jene kapitalistische Partei ist, sondern der Kapitalismus selbst, einschließlich der Farce der parlamentarischen Demokratie und der internationalen Institutionen (UNO, NATO usw.), die dazu dienen, seine globale Vorherrschaft aufrechtzuerhalten.
Das Gleiche gilt für die Illusion, dass der israelische Imperialismus eine Politik des Friedens verfolgen könnte, wenn Netanjahu und die religiösen Fanatiker in seiner Regierung bei den bevorstehenden Wahlen gestürzt werden könnten, während sich alle israelischen politischen Parteien von rechts bis links unverhohlen hinter dem Angriff auf den Iran versammeln. Oder gar, dass die Folter und das Massaker an Dissidenten im Iran ein Ende finden würden, wenn die grausame Herrschaft der Mullahs durch demokratische Oppositionsparteien oder gar durch eine Rückkehr zur Herrschaft der Pahlavi-Dynastie ersetzt würde.
Und das gilt auch für das Argument, dass Trump und seine Ebenbilder in anderen Ländern eine Bedrohung für die Demokratie darstellen, dass sie uns in Richtung Faschismus führen.
Auch hier ist es wahr, dass wir mit dem Trumpismus erleben, wie sich der Staat immer mehr auf direkt repressive Methoden stützt, auf die Gewalt in seinen eigenen Städten, die der Gewalt entspricht, die den Städten im Iran zugefügt wird. Der Einsatz der ICE als eine Art Prätorianergarde des Führers, die eingesetzt wird, um der Bevölkerung der USA offenen Terror aufzuzwingen, erinnert zweifellos an frühere autoritäre Regime wie Mussolinis Faschismus oder Hitlers Nationalsozialismus, auch wenn die historischen Bedingungen, die diese Regime hervorgebracht haben, heute ganz anders sind. Doch die Hauptlüge, die sich hinter diesem Körnchen Wahrheit verbirgt, ist, dass der Kampf gegen solche Beispiele staatlicher Repression – auch wenn es dabei in erster Linie um die Verhaftung und Abschiebung von Proletarierinnen und Proletariern geht – erneut durch Kampagnen und Demonstrationen geführt werden muss, die sich um die Verteidigung der „wahren amerikanischen Demokratie“ drehen. Kurz gesagt: Kampagnen, die das Proletariat dazu aufrufen, sich in die Masse der Bürger einzureihen und sich hinter bürgerliche politische Parolen zu stellen, anstatt sich um seine eigenen Klasseninteressen zu vereinen und zu organisieren. Diese Interessen, die sich zwar in erster Linie auf der wirtschaftlichen Ebene stellen, umfassen sicherlich auch die Verteidigung von anderen Arbeiter:innen gegen staatliche Repression. Doch wenn die Arbeiter:innen ihren eigenen Klassenkampf aufgeben und Aufrufen folgen, sich einer „Volksfront“ hinter sogenannten „progressiven“ Fraktionen der Bourgeoisie anzuschließen, um den „Faschismus zu stoppen“, liefern sie sich in die Hände des Klassenfeindes. In der sogenannten „Spanischen Revolution“ von 1936–39 wurden die Arbeiter so nicht nur von Franco und seinen Truppen niedergeschossen, sondern auch von den Milizen der Volksfront (am bekanntesten an den Barrikaden von Barcelona im Mai 1937).
Die Realität der „regelbasierten Ordnung“
Die liberale und demokratische Öffentlichkeit in den USA und Westeuropa trauert der „regelbasierte Ordnung“ nach, die im Zuge des Zweiten Weltkriegs errichtet wurde. Diese „Ordnung“ liegt in Trümmern nach den US-Drohungen gegen Grönland, einem NATO-Mitgliedsland; nach der Entführung Maduros; dem Versuch, anstelle der UNO einen „Friedensrat“ einzurichten; und der wachsenden Entfremdung zwischen Europa und den USA, die durch die Weigerung der amerikanischen NATO-Verbündeten, sich auf Trumps Krieg einzulassen und an der Freigabe der Straße von Hormus mitzuwirken, deutlich wurde.
Doch was war diese „regelbasierte Ordnung“ in Wirklichkeit? Es handelte sich von Anfang an um eine amerikanische Ordnung, die vor allem geschaffen wurde, um dem Aufstieg der UdSSR als globale imperialistische Macht entgegenzuwirken. Die Bildung des Zwei-Blöcke-Systems erzwang zwar eine gewisse Disziplin bei den Ländern unter US-amerikanischem oder russischem „Schutz“. Doch wir dürfen niemals vergessen, dass beide Blockführer stets bereit waren, ihre Blöcke durch Staatsstreiche, Infiltration, Attentate und vor allem durch endlose Stellvertreterkriege in Korea, Vietnam, Afrika und anderswo aufrechtzuerhalten – Kriege, die im Namen der „Eindämmung des Kommunismus“ oder der „nationalen Befreiung“ geführt wurden und Millionen Menschenleben kosteten. Es war eine „Ordnung“, über der der Schatten eines nuklearen Holocausts als permanente Bedrohung schwebte.
Als der russische Block 1989 zusammenbrach, sagte die IKS voraus, dass wir nun in eine Phase eintreten würden, die in den internationalen Beziehungen vom „Jeder gegen jeden“ geprägt sei, eine anschwellende Welle des Chaos, die den Drang des dekadenten Kapitalismus zum Krieg nicht aufhob, sondern ihm lediglich eine andere Form gab. Zunächst agierten die USA als globaler „Gendarm“ und versuchten, ihre militärische Überlegenheit zu nutzen, um ihre ehemaligen Verbündeten in Schach zu halten und die Welle des Chaos und der Destabilisierung einzudämmen. Doch wie wir bereits gesagt haben, hatten US-Aktionen wie der erste Golfkrieg oder die Invasionen in Afghanistan und im Irak genau den gegenteiligen Effekt: Sie beschleunigten den Zerfall alter Allianzen und stürzten die angegriffenen Länder ins Chaos. Seitdem haben wir beobachtet, wie sich dieser Zerfallsprozess immer weiter beschleunigt, gekennzeichnet durch Schlüsselmomente wie die Pandemie zu Beginn der 2020er Jahre, die russische Invasion in der Ukraine und den Krieg zwischen Israel, der Hamas und der Hisbollah. Der Angriff der USA und Israels auf den Iran und der Gegenangriff des Irans auf Nachbarländer und den Welthandel bedeuten, dass der Abstieg in unkontrollierte militärische Barbarei eine neue Qualität angenommen hat, was bestätigt, was die Kommunistische Internationale in ihren Richtlinien von 1919 feststellte, als sie auf die Trümmer blickte, die der Krieg hinterlassen hatte, der den Eintritt des Kapitalismus in seine Epoche des Niedergangs markierte: „Das Endresultat der kapitalistischen Produktionsweise ist das Chaos.“
Man könnte meinen, Trumps Ziel sei es gewesen – wie kurz zuvor in Venezuela –, China, dem Hauptrivalen der USA, einen Schlag zu versetzen, für den der Iran auf wirtschaftlicher und strategischer Ebene ein wichtiger imperialistischer Partner ist. Doch weit davon entfernt, die US-Hegemonie über den Nahen und Mittleren Osten mit Gewalt durchzusetzen, hat dieser Konflikt die USA in einen neuen Sumpf geführt: Entweder stürzt sich Trump tiefer in einen endlosen, zerstörerischen Konflikt, oder er zieht seine Armee ab und hinterlässt ein riesiges Chaos. Was auch immer geschieht: Amerika wurde nicht nur mehr denn je gedemütigt und isoliert, sondern musste auch Truppen aus dem Pazifik abziehen und damit seine Position gegenüber China schwächen. Der Iran seinerseits hat sich ebenfalls einer reinen Logik der verbrannten Erde verschrieben, und sollte das Regime tatsächlich fallen (was derzeit immer unwahrscheinlicher erscheint), wird dies ebenfalls eine tödliche Ernte aus Chaos und Barbarei hervorbringen.
Der Kapitalismus befindet sich wahrhaftig in seinen letzten Zügen, und wenn er nicht gestürzt wird, wird er die gesamte Menschheit mit sich in den Abgrund reißen. Deshalb ist es so wichtig, dass die Arbeiterklasse und ihre revolutionären Minderheiten alle Illusionen ablehnen, wonach dieser tödliche Kurs durch einen Wechsel der politischen Führer, eine Neubelebung globaler Institutionen oder eine „Demokratisierung“ des Staates umgedreht werden könne. Unser Feind ist nicht dieser oder jener Politiker oder diese oder jene politische Partei, dieses oder jenes Land, sondern die Produktionsweise selbst, die von Ausbeutung und Krieg lebt und die nur durch den revolutionären Kampf der ausgebeuteten Klasse in allen Ländern beendet werden kann.
01.04.2026, Amos






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