Dies ist eine öffentliche Online-Veranstaltung in englischer Sprache.
Sie findet am Sonntag, dem 13. September 2026 um 15:00 Uhr (MEZ) statt.
Wer teilnehmen möchte, schreibt bitte an: [email protected].
Die Bourgeoisie in Deutschland ist dazu übergegangen, die Arbeiterklasse unmittelbar anzugreifen. Angesichts von angedrohten Werkschließungen und Stellenkürzungen in der Industrie, Angriffen auf die Rente, die Arbeitszeit und die Löhne ist die Arbeiterklasse mit der Frage konfrontiert, wie können wir uns wehren. Gleichzeitig lösen die imperialistischen Spannungen und die vorangetriebene Militarisierung in Deutschland ein tieferes Nachdenken aus über den Zusammenhang von Ausbeutung und Krieg, Kapitalismus und Zerstörung. Wir denken, dass es ein wichtiges Element im Prozess der Reifung des Klassenbewusstseins ist, auf die Erfahrungen der Kämpfe der Vergangenheit zurückzukommen. Vor 20 Jahren hat der Kampf der Studierenden in Frankreich gegen den CPE wichtige Beiträge geliefert, die auch heute noch der Arbeiterklasse in jedem Land als Vorbild dienen.
Da ihnen die Mittel fehlten, die Produktion durch Streiks zum Erliegen zu bringen, waren die Studierenden klug genug, ihre Karten von Anfang an richtig auszuspielen. Sie nutzten die Schwäche der Gewerkschaftsführung aus und füllten die großen Hörsäle, um täglich für alle offene Vollversammlungen zu organisieren. Geprägt von echtem politischem Leben – im krassen Gegensatz zu den vorgetäuschten, erstickenden Gewerkschafts-Generalversammlungen – ermöglichten diese echten proletarischen Vollversammlungen den Studierenden, sich zu vereinen und die Notwendigkeit der Solidarität über Branchen und Generationen hinweg zu bekräftigen.
Während die Gewerkschaften entschlossen waren, die Studierenden zu isolieren, gelang es diesen, Demonstrationen zu organisieren, die eine große Zahl von Arbeiter:innen anzogen und am 18. März 2006 landesweit bis zu 1,5 Millionen Demonstrierende zusammen brachten. Da die Regierung um jeden Preis verhindern wollte, dass sich die Bewegung auf die gesamte Arbeiterklasse ausbreitete, war sie gezwungen, nachzugeben.
Die Stärke der Studierenden lag in der Anwendung des klassischen proletarischen Prinzips der Selbstorganisation durch lebendige Vollversammlungen und Aufrufe zu Einheit, Solidarität und zur Ausweitung des Kampfes. Über diese Lehren lohnt es sich, im Vorfeld der bevorstehenden Kämpfe nachzudenken. Im Jahr 2006 war dieser Sieg nur von kurzer Dauer, da die Arbeiterklasse noch unter dem Einfluss der ideologischen Kampagnen der Bourgeoisie stand, die behaupteten, der Klassenkampf sei nach dem Zusammenbruch der UdSSR im Jahr 1991 beendet; sie hatte sozusagen ihre Klassenidentität verloren. Heute hat sie sich noch nicht davon erholt und wird durch das Gift des kapitalistischen Zerfalls behindert. Doch die Lehren aus dem Jahr 2006 werden endlich Früchte tragen, da Aufrüstungspolitik und Angriffe auf die Arbeitsbedingungen überall die Unzufriedenheit der Arbeiterinnen und Arbeiter schüren.