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Die junge Generation der Arbeiterklasse lehnt eine Zukunft in Elend und Krieg ab

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Die Schüler*innen- und Studierendenbewegung hat in Frankreich spektakuläre Ausmaße angenommen und sich rasch auf das gesamte Staatsgebiet ausgeweitet. Seit Mitte September wurden Hunderte von Gymnasien blockiert. Die Studierenden schlossen sich der Mobilisierung rasch an, bald gefolgt von Hunderttausenden Demonstrierenden aller Altersgruppen, die empört waren über die Repression gegen die Jugendlichen. Diese Bewegung reiht sich in eine beeindruckende Serie von Kämpfen weltweit ein und kündigt einen tiefgreifenden Wandel des sozialen Klimas an – als Auftakt zu künftigen Massenkämpfen.

Eine Empörung, die keine Grenzen kennt

Die Wut der Gymnasiast*innen und Student*innen ist keineswegs eine „französische Ausnahme“, wie es die Medien weltweit lautstark wiederholen. Sie ist im Gegenteil Ausdruck des Kampfes der internationalen Arbeiterklasse und der wachsenden Ablehnung der jungen Generationen gegenüber einer Zukunft in Elend und Krieg, die der Kapitalismus für sie bereithält:

- Am 1. Oktober gingen die Schüler*innen von Lüttich (Belgien) auf die Straße, inspiriert von den Ereignissen in Frankreich. Der Protest griff anschließend auf Mons, Charleroi und Brüssel über. Am 9. Oktober versammelte eine große Demonstration gegen die Sparpolitik alle Generationen in Brüssel.

- In Turin besetzten am 5. Oktober Gymnasiast*innen zwei Schulen „gegen die Kasernenschule, Rassismus und Krieg“ unter der Parole „Macht es wie in Frankreich“. Gymnasiast*innen aus Rom schlossen sich ihnen aus „Solidarität mit den französischen Studierenden“ an.

- In Madrid werden Lehrer*innen und Schüler*innen vor dem Hintergrund massiver Empörung über die Wohnungskrise am 14. Oktober einen unbefristeten Streik im öffentlichen Bildungswesen beginnen. Andalusien bereitet einen Bildungsstreik für den 11. November vor.

- In Deutschland haben am 25. September erneut mehr als 45.000 Schüler*innen in rund hundert Städten gegen eine geplante Wehrdienst-Pflicht gestreikt. Ein Aufruf zu einem internationalen Jugendstreik gegen Krieg und Militarismus für den 20. November kursiert.

Diese Kämpfe stehen nicht isoliert vom Rest der Arbeiterklasse: In Deutschland haben in diesem Jahr 175.000 Beschäftigte der Automobilindustrie gegen den Stellenabbau demonstriert; die britischen Eisenbahner*innen führen immer mehr Streiks durch; die Airbus-Beschäftigten in Spanien haben drei Monate lang in Vollversammlungen für Lohnerhöhungen gekämpft; die chilenischen Kupferbergleute von Centinela haben am 7. Oktober parallel zur Mobilisierung der Student*innen die Arbeit niedergelegt; bolivianische Bergleute und Lehrkräfte haben im Frühjahr einen Teil des Landes lahmgelegt; in Argentinien folgen Demonstrationen gegen die Sparpolitik aufeinander. Und die Liste ist noch lang.

All diese Kämpfe sind heterogen, manchmal sogar verstrickt in Aktionsformen und Parolen, die in eine Sackgasse führen. Aber sie zeigen, dass überall eine neue Generation sich weigert, für die Krise und die für die Kriegswirtschaft geforderten Opfer aufzukommen. Eine Generation, die allmählich erkennt, dass der Kapitalismus ihr keine Zukunft mehr zu bieten hat. Ihre Kampfbereitschaft ist die der gesamten Arbeiterklasse.

Nach Jahrzehnten der Passivität erhebt die Arbeiterklasse weltweit wieder den Kopf. Seit dem „Sommer des Zorns“ im Jahr 2022 in Großbritannien, gefolgt vom massiven Kampf gegen die Rentenreform in Frankreich im Jahr 2023 oder den Streiks in der Automobilindustrie in den USA haben sich die Mobilisierungen in vielen Ländern vervielfacht. Und die ganze Welt blickt auf die Schüler*innen und Studierenden, die uns heute den Weg weisen.

Von der Repression zu den Vollversammlungen

Alles begann Mitte September an einem Gymnasium in Créteil, wo unter anderem mehrere Lehrkräfte, eine Sozialarbeiterin und eine Schulpsychologin fehlten. Innerhalb von zwei Wochen waren mehr als tausend Gymnasien betroffen. Die Schüler prangern den Lehrermangel, überfüllte Klassen und Stundenpläne, baufällige Gebäude sowie die Willkür des langwierigen schulischen Einschreibsystems „Parcoursup“ an. Hinter diesen noch unklaren Forderungen, in denen sich auch die Solidarität mit den am Rande ihrer Kräfte stehenden Lehrern und Lehrerinnen ausdrückt, verbirgt sich eine viel tiefere Angst: die vor einer Zukunft voller Prekarität, Arbeitslosigkeit und Ungerechtigkeit … Die Reaktion des Staates war von beispielloser Brutalität: Gummigeschosswerfer, Blendgranaten, Wasserwerfer …[1] Das gesamte repressive Arsenal wurde gegen die kämpfende Jugend eingesetzt. Mehr als 6.500 Festnahmen seit Ende September! Bis zum 5. Oktober gab es 5.060 Festnahmen, davon 87 % Minderjährige, die laut Angaben von Anwält*innen beleidigt, geschlagen und terrorisiert wurden. In Tours verlor ein 16-jähriger Gymnasiast ein Auge. In Saint-Ouen-l’Aumône wurde einem 14-jährigen Jungen der Kiefer gebrochen. In Lens wurde einem 15-jährigen Jugendlichen durch eine Granate die Hand abgerissen. In Dünkirchen raste ein Polizeifahrzeug mitten durch eine Versammlung von Gymnasiast*innen. Die Regierung droht den Eltern, ihnen die Schäden in Rechnung zu stellen, und bereitet ein „Randalierer-bezahlen“-Gesetz vor, das Demonstrierende zur Zahlung von bis zu 10.000 Euro verpflichten würde, ohne dass nachgewiesen werden muss, dass sie die Täter sind. Das sind keine „Ausrutscher“: Es ist die Politik eines Staates, der eine ganze Generation terrorisieren will, um sie in Reih und Glied zu zwingen.

Angesichts des Ausmaßes der Repression strömt am 6. Oktober eine wahre Flut auf die Straßen: 450.000 Demonstrierende laut Gewerkschaften, davon 100.000 in Paris.[2] Schüler*innen, Student*innen, streikende Lehrkräfte, Eltern, Beschäftigte aus allen Branchen: Alle Generationen gehen auf die Straße, zunächst aus Solidarität mit den misshandelten Schüler*innen und um ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen. Aus Angst vor einem Flächenbrand macht die Regierung immer mehr kleine taktische Zugeständnisse: Verzicht auf die geplanten Einschreibegebühren für BTS- und Vorbereitungskurse, Aussetzung des Einsatzes von Blendgranaten (allerdings nur für Schüler*innen), „beschwichtigende“ Rede des Premierministers und als einzige Antwort auf die Forderungen die lächerliche Ankündigung von 3.024 Vertretungslehrern (und das auch noch in prekären Beschäftigungsverhältnissen für diese!).

Die folgenden Tage zeigen sowohl die Schwierigkeiten als auch die Reifung der Bewegung. Am 7. Oktober, nach drei Wochen der Blockaden, wissen viele Gymnasiast*innen, die zwar noch sehr enthusiastisch und kämpferisch, aber zwangsläufig unerfahren sind, nicht mehr, was sie sonst noch tun sollen. Von Ausnahmen wie in Nantes oder Rennes abgesehen, fällt es den Studierenden schwer, sich zu versammeln: Die Hochschulleitungen schließen die Universitäten, die Polizei löst Versammlungen und Vollversammlungen auf, wie an der Sorbonne.

Doch am 8. Oktober, während noch immer Zehntausende junger Menschen spontan demonstrieren, finden Vollversammlungen unter freiem Himmel statt, zunächst auf dem Place du Panthéon, dann auf zahlreichen Campus in Paris, den Vororten und in der Provinz. Der Kampfgeist ist enorm, und die Radikalität der Äußerungen übertrifft die der Bewegung gegen das CPE-Gesetz im Jahr 2006: Man spricht vom Krieg, von der verrotteten Gesellschaft, die man uns bereitet, von Revolution. Man kritisiert die Gewerkschaften, die hinter dem Rücken der Bewegung verhandeln. Vor allem verabschieden die Vollversammlungen Anträge, um überall Solidarität zu suchen: in den Gymnasien, an anderen Hochschulen und bei den Arbeiterinnen und Arbeitern. Ein Wind der Kampfbereitschaft und des Nachdenkens weht über den Vollversammlungen. Sogar Assas, eine als konservativ geltende juristische Fakultät, wird blockiert, und tausend Studierende stimmen die „Internationale“ an.

Zwei große Tendenzen ziehen sich durch diese Vollversammlungen. Die eine, aktivistische, will die Blockaden ausweiten, der Polizei die Stirn bieten und „Matignon einnehmen“. Die andere strebt danach, den Kampf auszuweiten.

Am 9. Oktober wird der am Vortag verabschiedete Antrag zur Ausweitung des Kampfes auf die Arbeiter*innen von Vollversammlung zu Vollversammlung weitergereicht. Die Vollversammlung von Jussieu macht ihn sich zu eigen, verabschiedet ein Flugblatt in diesem Sinne und streicht jeden Verweis auf die „Eroberung von Matignon“.[3] Sie beschließt sogar, die Blockade der Universität zu beenden, da sie erkennt, dass diese als Vorwand für deren Schließung diente: Es ist besser, wenn sie wieder geöffnet wird, damit die Studierenden von Hörsaal zu Hörsaal gehen können, um andere zu überzeugen und in größerer Zahl aufzutreten.

Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels steht die Bewegung am Scheideweg: Entweder versinkt sie in Zusammenstößen und vorgeblich radikalen Aktionen, oder sie schließt sich um einheitliche Forderungen zusammen und übernimmt selbst die Ausweitung der Bewegung durch die Vollversammlungen.

Ein Kampf der Arbeiterklasse

Es handelt sich nicht um eine Bewegung der „Jugend“ im Allgemeinen. Die kämpfenden Schüler*innen und Studierenden sind im Wesentlichen die Arbeiterklasse von morgen, ja sogar von heute, da viele Studierende bereits mit einem Fuß in der Arbeitswelt stehen – mit harten, prekären und schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs. Viele in den Vollversammlungen bezeichnen sich selbst als Arbeiter und Arbeiterinnen.

Der Klassencharakter dieser Bewegung zeigt sich vor allem in der Solidarität: zwischen Gymnasien in der Innenstadt und in den Vororten, zwischen Großstädten und Kleinstädten, bei den Demonstrationen, bei denen sich Schüler*innen, Studierende, Beschäftigte und Eltern, die um die Zukunft ihrer Kinder besorgt sind, massenhaft versammelt haben. Er lässt sich auf den Pappschildern ablesen: „Wer Elend sät, erntet Zorn!“, „Heute Schüler, morgen in prekären Verhältnissen: Nein, danke!“. Überfüllte Klassen, Personalmangel, Wettbewerb: Es sind dieselben Angriffe in anderer Form, denen die Beschäftigten in Krankenhäusern, bei der Post, im Einzelhandel, in der Logistik oder in Fabriken ausgesetzt sind. Sie zeigt sich in der Ablehnung des Krieges in einer Zeit, in der die Militärhaushalte explodieren und die Sozialhaushalte zerhackt werden: „Milliarden für Schule und Gesundheit, nicht für Bomben!“, „Die internationale Jugend gegen den Krieg“. Sie zeigt sich schließlich in der Infragestellung des Systems selbst: „Lasst uns das System ändern, nicht das Klima!“, „Kapitalismus im Stillstand, Jugend ohne Zukunft“. Diese Generation spürt, dass sie von einer kapitalistischen Gesellschaft ohne Zukunft nichts zu erwarten hat.

In dieser Mobilisierung zeugen die Bezüge zur Pariser Kommune von 1871 und zum Mai ’68, die internationalistischen Parolen sowie die Allgegenwart der Revolutionsidee in den Vollversammlungen und bei den Demonstrationen von einem tiefgreifenden Wandel in der Mentalität.

Den Kampf selbst in die Hand nehmen und ausweiten

Die Bourgeoisie hat aus der Vergangenheit gelernt. Im Mai ’68 war sie überrascht und unvorbereitet gewesen. Im Jahr 2006 hatte die Regierung, ebenfalls etwas überrascht, das geplante CPE-Gesetz zurückgezogen, sobald die Bewegung, die ihre Vollversammlungen für Beschäftigte öffnete, drohte, in die Unternehmen vorzudringen.[4] Heute schließt die herrschende Klasse die Universitäten, um die Studierenden daran zu hindern, sich zu versammeln, lässt die Blockaden verkommen, provoziert und geht mit Schlagstöcken vor, um die Jugendlichen auf das Terrain zu drängen, auf dem sie am stärksten ist: die Konfrontation mit der Polizei, die über Waffen, Personal und die Gerichte verfügt.

„Die Jugend hasst die Polizei“, steht auf vielen Plakaten zu lesen: Die Empörung ist berechtigt und die Solidarität angesichts der Repression notwendig. Es ist unerlässlich, sich massiv und solidarisch gegen Polizeigewalt zu mobilisieren. Doch den Kampf auf die Konfrontation mit den Polizeischlägern zu reduzieren, ermöglicht weder das Zusammenkommen noch das Diskutieren noch das Überzeugen. Das lässt dem Staat freie Hand, zu unterdrücken, zu spalten und zu isolieren.

Die Blockade ist eine weitere Falle: Sie leert die Orte, an denen man sich versammeln könnte (wie die Hörsäle), zerstreut zudem die Kräfte, anstatt sie zu bündeln, und bringt diejenigen gegen die Bewegung auf, die sie eigentlich für sich gewinnen sollte. Doch isoliert ist eine Bewegung zur Niederlage verdammt. Eine geschlossene Uni bedeutet eine Vollversammlung weniger, ein Mittel weniger, sich zu vereinen, stark zu sein gegen den Staat, gegen dessen Polizei, gegen seine gefügigen Medien!

Die Isolierung erfolgt auch über politische Fallen. Der Sitz des Präsidenten prangert ein „von der Partei La France Insoumise LFI und ihren Stellvertretern der Ultra-Linken organisiertes Manöver“ an. Doch wenn LFI-Chef Mélenchon die „ungehorsamen“ Abgeordneten dazu aufruft, sich der Polizei „in den Weg zu stellen“, dann nur, um die Bewegung noch besser in die Sackgasse der Konfrontation mit der Polizei zu treiben. Sechs Monate vor den Präsidentschaftswahlen stellt sich die LFI als „Beschützerin“ der Jugend dar und schickt ihre Abgeordneten, mit der dreifarbigen französischen Schärpe um den Hals, vor die blockierten Gymnasien. Louis Boyard, ehemaliger Vorsitzender der Schülergewerkschaft UNL, der bereits 2023 einen „Blockaden-Challenge“ ins Leben rief, fordert, dass sich die Blockaden „ausweiten“ – die Blockaden, nicht der Kampf auf die Arbeiterklasse! Und wenn LFI fordert, „Kriegswaffen“ von den Demonstrationen zu verbannen, fordert sie lediglich eine besser dosierte Repression, nicht die Infragestellung des Repressionsapparats des Staates, den sie selbst zu regieren anstrebt.

Regierung und die Linke des Kapitals sind sich im Wesentlichen einig: den Kampf auf eine Konfrontation zwischen „der Jugend“ und der Polizei zu beschränken, seinen proletarischen Klassencharakter zu verschleiern und seine Kanalisierung an die Wahlurnen vorzubereiten. In Spanien hat Premierminister Pedro Sanchez übrigens gerade vorgezogene Wahlen für den 29. November einberufen, um den Schwung der Kämpfe um Wohnraum für sich zu nutzen.

Vor zwanzig Jahren hat eine andere Generation angesichts der gestellten Fallen den Weg gewiesen. Im Jahr 2006 hatte der Kampf gegen das CPE-Gesetz – diesen „Müllvertrag“, der die Jugend noch weiter in prekäre Verhältnisse treiben sollte – die Regierung zum Einlenken gezwungen. Die Studierenden hatten ihren Kampf selbst in die Hand genommen: Ihre Vollversammlungen, souverän und für alle offen, ließen nicht zu, dass die Gewerkschaften an ihrer Stelle entschieden. Sie hatten verstanden, dass Isolation ihr Ende bedeutete. Die Vollversammlungen entsandten daher massive Delegationen in die Betriebe. Sie riefen dazu auf, am Samstag zu demonstrieren, damit sich die Beschäftigten ihnen anschließen konnten: Millionen von Menschen strömten auf die Straße. Und angesichts der Provokationen der Polizei weigerten sich die Vollversammlungen, mit sinnloser Gewalt zu reagieren, die die Bewegung gespalten, die Solidarität und das Nachdenken behindert hätte. Es waren nicht ein paar zerstörte Bushaltestellen, die die Regierung zum Einlenken bewegten: Es war die aktive Ausweitung des Kampfes auf die gesamte Arbeiterklasse, deren Debatten und Entscheidungen in den Vollversammlungen das schlagende Herz bildeten.

Die Stärke der Schüler*innen und Studierenden liegt also darin, auf andere Bereiche der Arbeiterklasse zuzugehen. Die Vollversammlungen tun gut daran, den Gewerkschaften zu misstrauen: Es ist ihre Aufgabe – und nur ihre –, den Kampf in der Hand zu behalten und die Kontrolle darüber zu behalten. Souverän und offen für alle (Schüler*innen, Studierende, Schulpersonal, Beschäftigte, Arbeitslose, Rentner*innen) sind sie der Ort, an dem gemeinsam diskutiert und per Handzeichen entschieden wird. Sie können Delegierte wählen, die ihnen Rechenschaft ablegen und jederzeit abberufen werden können, Solidaritätsaufrufe verabschieden und diese durch massive Delegationen an andere Gymnasien und Hochschulen, Krankenhäuser und Unternehmen weitertragen. Mit Forderungen, die alle Ausgebeuteten betreffen: Ablehnung von prekären Arbeitsverhältnissen, Ablehnung sinkender Löhne, Ablehnung von Stellenstreichungen im öffentlichen wie im privaten Sektor, Ablehnung eines Sparhaushalts, der die gesamte Arbeiterklasse trifft …

Die Solidarität zwischen den Generationen, über Grenzen hinweg, ist wertvoll, reicht aber nicht aus: Im Kampf (und danach) müssen wir auch die Zukunft vorbereiten. Man muss verstehen, warum die Zukunft versperrt ist: Die Krise, der Krieg, die Zerstörung des Planeten sind nicht die Schuld dieser oder jener Regierung, sondern das Produkt eines kapitalistischen Systems, das am Ende seiner Kräfte ist. Die Revolution, von der in den Vollversammlungen die Rede ist, lässt sich nicht durch die „Eroberung von Matignon“ verordnen, und die Perspektive einer revolutionären Welle ist noch fern, behindert durch immense Hindernisse. Aber sie kann nur das bewusste und massive Werk der weltweiten Arbeiterklasse sein, die sich darauf in den Kämpfen, in deren Ausweitung, in den Debatten und im kollektiven Nachdenken vorbereitet. Die Vollversammlungen, die beschlossen haben, Solidarität bei den Arbeiter*innen zu suchen, haben den Weg gewiesen. Es liegt an den Proletarier*innen aller Generationen, ihn zu beschreiten!

WH und EG, 10. Oktober 2026


[1] Vgl.Repression gegen Schüler*innen: Das wahre Gesicht des kapitalistischen Staates ist das des Terrors!, veröffentlicht auf IKSonline (Oktober 2026).

[2] Angesichts der riesigen Menschenmengen in zahlreichen Städten sind diese Zahlen höchstwahrscheinlich zu niedrig angesetzt.

[3] Das Pariser Edelhotel Matignon ist Hauptsitz des französischen Präsidenten, der dort auch seine Beratungen abhält. 

[4] Vgl. „Thesen zur Studentenbewegung im Frühjahr 2006 in Frankreich“, Revue internationale Nr. 125 (2006).

Bewegung der Schüler*innen und Studierenden in Frankreich
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