Viele Arbeiter suchen heute nach Mitteln und Wegen, um die Isolation zu durchbrechen und zu einer politischen Klärung zu gelangen. Sie wollen aber nicht einer bürgerlichen Partei beitreten oder sich in einer Gewerkschaft betätigen. Was für Möglichkeiten gibt es da?
Ein Weg ist derjenige, den in Zürich nun über Jahre hinweg verschiedene Arbeiter und andere nach Klärung strebende Elemente in wechselnder Zusammensetzung beschritten haben: die Teilnahme an einem Diskussionszirkel. Wir berichten in diesem Artikel über die bisherigen Erfahrungen dieses Zirkels, die ermutigend sind. Gleichzeitig erlaubt eine solche Zwischenbilanz, auf Gefahren hinzuweisen, die einem Zirkel drohen. Wir weisen vor allem deshalb auf dieses Beispiel hin, weil wir wissen, dass es an anderen Orten auf der Welt ebenfalls solche Diskussionszirkel gibt, die vor ähnlichen Aufgaben und Problemen stehen.
Ein Zirkel ist ein offenes, nicht permanent bestehendes Zusammenkommen von Arbeitern, welche ihre politischen Fragen diskutieren und klären wollen. Orte, welche sich das Proletariat vor allem in Zeiten, in denen keine Partei oder Arbeiterräte bestehen, selbst schafft, um sein Bewusstsein voranzutreiben. Als revolutionäre Organisation begrüssen wir das Entstehen solcher Zirkel, wir betrachten sie als konkreten Ausdruck eines Reifeprozesses innerhalb der Arbeiterklasse. Sie drücken das Bewusstsein des Proletariates aus, die heutige Krise, den Bankrott des Kapitalismus nicht einfach so hinzunehmen, den Angriffen des Kapitals nicht wehrlos gegenüberzustehen, sondern nach Wegen zu suchen, wie sich die Arbeiter dagegen wehren und eine revolutionäre Perspektive entwickeln können.